Google Home Mini oder Amazon Alexa – die Unterschiede im Vergleich

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Der Sprachassistent von Google nennt sich „Google Assistent“ und ist, so wie Alexa bei Amazon, in verschiedenen Lautsprechern (und Android Smartphones) verfügbar. Wir haben den kleinsten Lautsprecher „Google Home Mini“ getestet und mit den Alexa-Geräten verglichen. Über die Unterschiede sowie über die Vor- und Nachteile der beiden Sprachassistenten berichten wir in diesem Testbericht.

 

Der Google Home Mini wird zunächst über die „Home“-App von Google eingerichtet und mit dem eigenen Google-Konto verknüpft, was schnell erledigt ist. Anschließend lassen sich Dienste und Geräte hinzufügen, also zum Beispiel eine Heizungssteuerung von Tado und Philips Hue-Lampen. Auch unser Android-TV wurde direkt gefunden und als verknüpftes Gerät angezeigt. Hier hat sich uns allerdings nicht erschlossen, was wir nun mit dem verknüpften TV-Gerät machen können, da sich das Gerät nicht über den Google Assistant steuern lässt. Die anderen Geräte wie die Thermostate von Tado und die Philips Hue-Lampen lassen sich jedoch abfragen, beziehungsweise steuern.

 

Wie bei den Echo Lautsprechern von Amazon können auch die Funktionen des Google Home (bzw. Google Assistant) erweitert werden. Bei Amazon können hierzu sogenannte „Skills“ in der Alexa-App aktiviert und anschließend per Sprachbefehl genutzt werden – zum Beispiel „Alexa, frage Chefkoch nach dem Rezept des Tages“. Bei Google können Entwickler „Actions“ bereitstellen, die der Nutzer jedoch nicht erst selbst aktivieren muss, sondern die direkt per Sprachbefehl zur Verfügung stehen. Als Nutzer muss man also nur den richtigen Sprachbefehl kennen um die Actions nutzen zu können. Die Auswahl an Actions ist noch geringer als die der Skills bei Amazon, vermisst haben wir selbst bisher allerdings nur den „Abfallkalender“ und die Unterstützung von Sonos-Lautsprechern, was natürlich sehr individuell ist. Eine vollständige Übersicht der Actions gibt es hier.

Der Google Assistant kann Nutzer anhand der Stimme unterscheiden („Voice Match“). Je nachdem welches Familienmitglied also per Sprachbefehl ein Kommando auslöst, kann der Google Assistant eine personalisierte Antwort liefern. Dies ist zum Beispiel bei der Abfrage von Terminen nützlich, da so der jeweils richtige Kalender der fragenden Person genutzt werden kann. Auch Anfragen zur Fahrtzeit zur Arbeit werden personalisiert beantwortet und die eigene Lieblingsmusik wiedergegeben.

Was Google aktuell noch nicht bietet ist die Funktion über die Home-Geräte Anrufe zu anderen Google-Home Geräten zu tätigen. Die Echo-Geräte von Amazon bieten die Möglichkeit sowohl eine Sprachverbindung in andere Räume (also zu anderen Echo-Geräten im gleichen Haushalt) aufzubauen oder andere Nutzer anzurufen.

Sowohl der Sprachassistent von Google als auch der Assistent von Amazon bieten die Möglichkeit benutzerdefinierte Aktionen zu hinterlegen, die sich im Detail jedoch etwas unterscheiden. Im Google Assistent können über „Verknüpfungen“ eigene Sprachbefehle mit einer Aktion verknüpft werden. Zum Beispiel sorgt der Sprachbefehl  „Ok Google, ab ins Bett“ dafür, dass alle Lichter ausgeschaltet werden. Hierbei können bei Bedarf verschiedene Sprachbefehle für dieselbe Aktion hinterlegt werden. Man kann jedoch nicht mehrere Aktionen mit einem Sprachbefehl auslösen.

In der Echo-App von Amazon können hingegen mehrere Aktionen mit einem Sprachbefehl verknüpft werden. Man kann z.B. mit dem Srachbefehl „Alexa, guten Morgen“ eine der Lampen im Schlafzimmer einschalten und sich anschließend direkt den Wetterbericht für den aktuellen Tag vorlesen lassen. Leider ist es an dieser Stelle im Gegensatz zum Google Assitant nicht möglich Philips Hue Lampen auszuschalten – man kann diese lediglich dimmen oder Einschalten.

 

In der Praxis ist uns bei der Nutzung des Google Home-Gerätes ein Problem aufgefallen, dass im Alltag wirklich nerven kann: Die Ansage „Ok Google…“ führt natürlich nicht nur dazu, dass sich der Google Home Mini „angesprochen“ fühlt, sondern auch noch ein Google Pixel Smartphone, sofern es sich im gleichen Raum befindet. Leider ist es nicht möglich das Aktivierungswort für die unterschiedlichen Geräte, die Google-Assistant-kompatibel sind, zu ändern – es werden mit dem Kommando „Ok Google…“ also immer alle Geräte in Hörweite aktiviert. Amazon bietet für dieses Problem eine ganz brauchbare Lösung an, indem man den Echo-Geräten unterschiedliche (vorgegebene) Aktivierungsworte zuweisen kann („Alexa“, „Computer“, „Echo“ oder „Amazon“).

Technische Daten und Funktionen des Google Home Mini und Amazon Echo Dot im Vergleich

Google Home Mini

  • Höhe 42mm, Durchmesser 98mm, Gewicht 173g
  • 2,4 GHz + 5GHz, Bluetooth
  • 40mm Lautsprecher
  • Micro-USB zur Stromversorgung
  • 3 Farben („Kreide“, „Karbon“, „Koralle“)
  • Schalter am Gerät: Mikrofon an/aus, Lautstärke, Pause
  • Statusanzeige über LEDs
  • Kein Audioausgang
  • Regulärer Preis: ca. 60€

Unterstützte Musikdienste: Spotify, Google Play Music, TuneIn, Deezer
Unterstütze Smarthome Geräte: u.a. Philips Hue, Tado, Netatmo (Thermostate), Wemo, Lifx, TP-Link, Homematic IP, Gigaset Elements (bisher nur Plug), Somfy, Nest, Homee, Osram Lightify. Weitere siehe Informationen zu Partnern direkt bei Google.
Unterhaltung: Youtube, Netflix, Chromecast

Es können benutzerdefinierte Aktionen Aktionen über die Funktion „Verknüpfungen“, z.B. „Ok Google, ab ins Bett“ -> „Lichter ausschalten“ eingerichtet werden.

Amazon Echo Dot

  • Höhe 32mm, Durchmesser 84mm, Gewicht 163g
  • 2,4 GHz + 5GHz, Bluetooth
  • integrierter Lautsprecher
  • Micro-USB zur Stromversorgung
  • 2 Farben (Schwarz und Weiß)
  • Schalter am Gerät: Mikrofon an/aus, Lautstärke, Aktionstaste
  • Statusanzeige über LED-Ring
  • Audioausgang 3,5mm
  • Regulärer Preis: ca. 60€

Unterstützte Musikdienste: Spotify, Amazon Music, Amazon Music unlimited, TuneIn, Audible, Kindle
Unterstütze Smarthome Geräte: u.a. Philips Hue, Tado, Sonos, Netatmo (Thermostate), Osram Lightify, Gigaset Elements, IKEA Tradfri, TP-Link, Innogy, Homematic IP, Logitech Harmony, Magenta Smarthome, Homee, Nest, Honeywell Evohome, Somfy

Eigene Aktionen sind über die Funktion „Routinen“ möglich, z.B. „Alexa, guten Morgen“ -> „Wetterbericht ansagen + Licht einschalten“ (Licht durch Routinen abschalten funktioniert leider noch nicht)

Fazit: Die wichtigsten Unterschiede zwischen Google Home Mini und Amazon Echo Dot

Google Home Mini besitzt keinen Audioausgang und unterstützt aktuell weniger Dienste und Geräte als die Echo-Geräte von Amazon. Insbesondere die zumindest aktuell noch fehlende Unterstützung von Sonos-Lautsprechern fällt hier auf. Sonos hat jedoch für 2018 angekündigt auch den Google Assistent zu unterstützen und weitere Dienste und Geräte von anderen Anbietern werden sicherlich folgen. Ärgerlich ist der fehlende Audioausgang, da die Tonqualität aufgrund des sehr kleinen Gehäuses des Google Home Mini natürlich nicht wirklich überzeugen kann – als „Küchenradio“ ist das Gerät aber sicherlich nutzbar. Der Amazon Alexa Dot besitzt hingegen einen 3,5mm Klinke-Audioausgang und kann so an aktive Lautsprecher angeschlossen werden. Optisch gefällt uns der Google Home Mini besser als der Amazon Echo Dot.

Die Sprachsteuerung funktioniert bei beiden Geräten gleich gut, jedoch gefällt uns die Sprachausgabe bei Alexa deutlich besser. Die Sprachausgabe des Google Assistant wirkt auf uns „abgehakter“ und weniger flüssig im Vergleich zu Alexa. Der Google Home Assistant kann jedoch im Gegensatz zu Amazon Echo bereits Stimmen unterscheiden und so z.B. auf die jeweiligen Kalender der fragenden Person zugreifen. Amazon will diese Funktion zu einem späteren Zeitpunkt bereitstellen.

Beide Geräte und Sprachassistenten haben also ihre Vor- und Nachteile und leichte Unterschiede im Detail (wie zum Beispiel bei den Verknüpfungen/Routinen) und es fällt schwer hier einen eindeutigen Testsieger zu benennen. Der Google Assistant steht bereits auch in Android Smartphones zur Verfügung und soll in weitere Geräte integriert werden – so wie auch Amazon bereits Alexa in die FireTV-Stick und in die Tablets gebracht hat. Es sollen zum Beispiel auch die neueren Android-TVs von Sony (einige Geräte von 2016 und die Geräte von 2017) ein Update erhalten, welches dann den Google Assistant auf den Fernsehern nutzbar macht. Wer schon Android Smartphones im Haushalt nutzt, wird vielleicht eher den Google Assistant bevorzugen und in der „Google Welt“ bleiben – hat dann allerdings aktuell noch das oben beschriebene Problem, wenn sich mehrere Google Assistant-kompatible Geräte im gleichen Raum befinden.

Google Home Mini ist direkt bei Google oder bei Händlern wie Tink* oder Otto für knapp 60€ verfügbar, der vergleichbare Lautsprecher von Amazon, der „Echo Dot“ ebenfalls für ca. 60€ (bei Amazon*).

Letzte Aktualisierung am 21.08.2018 um 22:44 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

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11 Kommentare

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  2. Michael Kleine-Möllhoff on

    Beispiel Einkaufsliste:
    Praktischerweise kann man in beiden Systemen eine Einkaufsliste anlegen. Klappt bei beiden gleich gut.
    Alexa kann ich dann nach meiner Einkaufsliste fragen und bekomme diese vorgelesen.
    Goggle kann ich auch fragen und bekomme den Hinweis: Einkaufslisten werden derzeit nicht unterstützt.

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