Übersicht: Bluetooth-Türschlösser, die sich mit dem Smartphone öffnen lassen

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Der aktuelle Hype rund um das „Internet der Dinge“ führt zuweilen zu etwas fragwürdigen Produkteinführungen. Über die Frage, ob die Welt beispielsweise tatsächlich auf einen Wasserkocher mit WLAN gewartet hat, kann man sicherlich diskutieren.

Die Idee, ein smartes Türschloss zu entwickeln, das sich mit dem Smartphone via Bluetooth öffnen lässt, scheint hingegen deutlich sinnvoller zu sein: Der Ärger über verlorene Schlüssel, der Einsatz von teueren Schlüsseldiensten oder „versteckte“ Schlüssel unter der Fußmatte würden somit der Vergangenheit angehören.

Eine ganze Reihe an Start Ups hat sich dieser Idee angenommen und Türschlösser entwickelt, die sich mit dem Smartphone öffnen lassen und teilweise noch einige weitere praktische Funktionen bieten. Wir stellen Euch die Produkte vor, die bereits auf den Markt sind oder bald erhältlich sein sollen.

Übersicht: Bluetooth-Türschlösser

August Smart Lock (rund 150 Euro)

Das August Smart Lock (unser Bericht) wird innen auf ein herkömmliche Türschloss aufgesetzt, wobei es laut dem Hersteller mit rund 90 Prozent der Schlösser kompatibel sein soll. Die Verbindung zum Smartphone wird via Bluetooth hergestellt. Befindet sich eine zugangsberechtige Person in der Nähe des Schlosses, kann es automatisch entriegelt werden. Das August Smart Lock meldet sich per Push-Nachricht auf dem Handy, wenn die integrierten AA-Batterien schwächer werden.

bluetooth-tuerschloss

August Smart Lock

Wer möchte, kann mit dem Smart Lock virtuelle Schlüssel an weitere Personen verteilen und damit etwa Nachbarn oder Handwerkern (vorübergehend) Zugang zur Wohnung verschaffen. Das Schloss ist mit dem iPhone, Android, BlackBerry und Windows Phone 8 kompatibel.

Das Bluetooth-Türschloss soll noch im ersten Quartal 2014 auf den Markt kommen und kann auf der Herstellerwebsite für 199 US-Dollar (rund 150 Euro) vorbestellt werden.

Kevo (rund 160 Euro)

Kevo (unser Bericht) bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie das August Smart Lock, allerdings setzt dieses Schloss ein Apple iPhone 4s, 5, 5c oder 5s voraus – andere Smartphones werden bislang noch nicht unterstützt. Immerhin wird mit dem so genannten „Fob“ ein kleiner Schlüsselanhänger mitgeliefert, mit dem das Schloss auch ohne Smartphone geöffnet werden kann.

Mit der Smartphone-App können bis zu fünf virtuelle Schlüssel für weitere Personen angelegt werden. Laut dem Hersteller müssen die Batterien des Schlosses nach rund einem Jahr getauscht werden. Bevor es soweit ist schickt Kevo eine Push-Nachricht auf das Handy.

kevo Türschloss

Kevo Bluetooth Türschloss

Cnet hat einen ausführlichen Testbericht über das Türschloss veröffentlicht. Kevo ist für 219 US-Dollar (rund 150 Euro) bei Amazon.com erhältlich. Weitere Informationen gibt es auf der Herstellerwebsite.

Lockitron (rund 130 Euro)

Lockitron gehörte zu den ersten Start Ups, die ein Bluetooth-Türschloss entwickelt haben. Der Hersteller setzt nicht nur auf Bluetooth, sondern auch auf WLAN und kann somit auch jederzeit aus der Ferne entsperrt werden – praktisch, wenn man sich selber verspätet und der Besuch schon vor der Tür steht.

lockitron

Lockitron Bluetooth Türschloss

Lockitron wird auf das bestehende Türschloss aufgesetzt, wobei es primär mit den in den USA eingesetzten Schließsystemen kompatibel ist. Dennoch sollen auch viele Schlösser und Gegensprechanlagen die hierzulande zum Einsatz kommen unterstützt werden (siehe hierzu auch Lockitron FAQ). Lockitron wird über ein Webinterface konfiguriert und kann anschließend via Smartphone-App (Bluetooth) oder SMS geöffnet oder geschlossen werden. Eine mobile Website wird ebenfalls angeboten, weshalb die Steuerung von jedem Internet-fähigen Endgerät möglich ist.

Auch die Einrichtung von Zutrittsrechten für weitere Personen wird von Lockitron unterstützt.

Ursprünglich sollte Lockitron bereits im Juli 2013 ausgeliefert werden, die meisten Vorbesteller warten allerdings noch immer auf die Lieferung (siehe hierzu auch die Meldung auf Techcrunch). Zur Zeit (Anfang Februar) gibt der Hersteller „Januar 2014“ als Lieferdatum an. Vorbesteller sollten sich dementsprechend auf weitere Verzögerungen einstellen. Das Produkt kann für 179 US-Dollar (rund 130 Euro) auf der Herstellerwebsite bestellt werden.

Goji Smart Lock (rund 205 Euro)

Das Goji Smart Lock (unser Bericht) gehört mit einem Preis von 278 US-Dollar (rund 205 Euro) zu den teuersten Bluetooth-Türschlössern, ist dafür aber auch mit zwei Funktionen ausgestattet, mit denen die Konkurrenzprodukte nicht aufwarten können: Ein Display und eine integrierte Kamera. Mit der Kamera kann das Goji Smart Lock Fotos von allen Aktivitäten vor der Haustür auf ein Smartphone schicken und auf dem Display wird eine persönliche Begrüßung angezeigt. Ähnlich wie Lockitron kann auch Goji von unterwegs auf- und zugeschlossen werden – dafür ist das Schloss nicht nur mit Bluetooth, sondern zusätzlich mit WLAN ausgestattet.

Goji Bluetooth Türschloss

Goji Smart Lock

Ab März 2014 will der Hersteller das Produkt ausliefern. Die Vorbestellung ist jetzt schon auf der Herstellerwebsite möglich.

Update (19.09.2014): Der Hersteller hat den Verkaufsstart zwischenzeitlich auf November 2014 verschoben.

DanaLock: Smartes Türschloss zum Kampfpreis

Der Hersteller des DanaLock (unser Bericht) will die Verbraucher mit einem vergleichsweise günstigen Preis von seinem smarten Türschloss überzeugen: Für 125 US-Dollar (zuzüglich Steuern) soll das Schloss auf den Markt kommen, das neben Bluetooth auch den Z-Wave Standard unterstützt. Das Produkt wird es in zwei Ausführungen geben: Eine Variante richtet sich an den US-amerikanischen Markt und ist mit den dort eingesetzten Türen kompatibel, eine weitere Variante kann an den hierzulande eingesetzten Türen zum Einsatz kommen.

Update (21.02.2015): DanaLock ist ab sofort in Deutschland erhältlich.

DanaLock Bluetooth Türschloss

DanaLock: Kompatibel zu Bluetooth und Z-Wave

Nachteile von Bluetooth-Türschlössern

Die hier vorgestellten Bluetooth-Türschlösser können den Alltag sicherlich bequemer gestalten und Ärger vermeiden. Bei allen Vorteilen bringt die Idee eines „smarten“ Türschloss aber auch Nachteile mit sich. Insbesondere der Sicherheitsaspekt ist in diesem Zusammenhang relevant: Für Hacker dürften Bluetooth Türschlösser ein interessantes Ziel werden – insbesondere dann, wenn sie sich nicht nur via Bluetooth, sondern auch über das Internet „fernsteuern“ lassen. Ob die Start Ups in der Lage sind, tatsächlich sichere Produkte auf den Markt zu bringen, bleibt abzuwarten.

Weiterhin sollte vor einem Kauf genau geprüft werden, ob das entsprechende Produkt mit der eigenen Haustür, beziehungsweise der eigenen Schließanlage kompatibel ist, zumal die Produkte in erster Linie für den amerikanischen Markt entwickelt werden.

Nicht zuletzt sollten sich Käufer eines „smarten“ Türschloss auf englischsprachige Bedienungsanleitungen, eventuellen Lieferverzögerungen und weitere Kosten einstellen, die für den Versand nach Deutschland entstehen (höhere Versandgebühren, Zollgebühren) – oder alternativ warten, bis die oben aufgeführten oder ähnliche Produkte regulär in Deutschland erhältlich sind.

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14 Kommentare

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  6. Hallo,
    nach meiner bisherigen Recherche gibt es die meisten Smartlocks ja eh nur in der US-Deadbolt Variante. Also hier in Deutschland kaum zu nutzen! Die einzige Ausnahme ist die von DanaLock, die auch eine Variante für Zylinderschlösser anbieten … aber da muß ich einen speziellen (minderwertigen) Zylinder des Herstellers einsetzen. Gibt es Modelle, aktuell oder in Planung, die auf vorhandene Schließzylinder aufgesetzt werden können (ähnlich dem August mit Deadbolt-Adapter, nur halt für Zylinderschlösser) ??? Ist euch da was bekannt?
    Grüße!

    • Mit etwas handwerklichem Geschick kann man einen vorhandenen oder ein nachgemachten Schlüssel vom Türzylinder so zurecht feilen das er in den Danalock passt. Man sollte nur darauf achten das dieser Schlüssel achszentrisch wird damit sich das Ganze nicht gegenseitig verkantet.

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  10. Ich habe mir vor einem halben Jahr das ISEO Libra zugelegt. Bis heute bin ich damit absolut zufrieden, vor allem weil ich nicht an die Bedienung per Smartphone gebunden bin, sondern meinen Kindern auch einen Transponder mitgeben kann. Echt klasse!

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