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Auf dem Smartphone nachsehen, wer gerade an der Haustür geklingelt hat – selbst dann, wenn ihr gar nicht Zuhause seid: Das ist mit einer Video-Türklingel jederzeit möglich. Wir haben vier smarte Türklingeln miteinander verglichen und erläutern Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

So funktioniert eine smarte Video-Türklingel

Eine smarte Türklingel ist mit einem Mikrofon und einer Kamera ausgestattet. Über WLAN wird die Klingel mit eurem Heimnetzwerk verbunden und informiert euch fortan über Besucher an eurer Haustür. Dafür erhaltet ihr eine Push Nachricht auf eurem Smartphone und könnt auf Wunsch direkt nachsehen, ob es sich um einen erwünschten oder doch eher unerwünschten Besucher handelt.

Bei Bedarf könnt ihr euch auch von unterwegs mit dem Besuch unterhalten – eine praktische Funktion, um beispielsweise Gästen mitzuteilen, dass ihr euch ein paar Minuten verspätet oder dem Paketboten auszurichten, wo er das Paket ablegen soll.

Zu den bekanntesten Hersteller von smarten Türklingeln gehören die Unternehmen Ring (Ring Video Doorbell), Nest (Nest Hello) und Netatmo (Netatmo Videotürklingel). Netatmos Türklingel ist bislang noch nicht erhältlich, soll aber im zweiten Halbjahr 2019 auf den Markt kommen. Seit kurzem mischt zudem das Unternehmen Arlo mit seiner Arlo Smart Doorbell in diesem Marktsegment mit.

Die Produkte dieser Hersteller haben wir in diesem Beitrag miteinander verglichen.

Die smarte Türklingel als Teil der Hausüberwachung

Video-Türklingeln dienen in der Regel nicht nur dazu, über Besucher auf dem Smartphone zu informieren. Die in der Türklingel integrierte Kamera kann auch als Überwachungskamera zum Einsatz kommen und rund um die Ihr Aktivitäten vor eurer Haustür aufzeichnen. Oft besitzen die WLAN-Türklingeln für diesen Zweck auch einen Bewegungsmelder, der euch selbst dann über Besuch informiert, wenn dieser die Klingel noch gar nicht betätigt hat.

Bei dem Kauf einer Video-Türklingel solltet ihr euch im Vorfeld überlegen, ob euch eine Überwachungskamera an der Haustür ausreicht, oder ob ihr mehrere Kameras für die Überwachung eures Grundstücks einsetzen wollt. Die Hersteller von smarten Türklingeln bieten hierfür weitere Produkte für die Hausüberwachung an, wie beispielsweise Überwachungskameras für den Innen- oder Außenbereich an. Der Funktionsumfang der optional erhältlichen Kameras ist zwar weitgehend ähnlich, Unterschiede gibt es aber beispielsweise hinsichtlich der Stromversorgung: Während die Netatmo Presence Outdoor-Kamera von Netatmo zwingend einen Stromanschluss benötigt, bietet das Unternehmen Ring auch Kameras an, die mit einem Akku oder mit einem Solarpanel betrieben werden können (siehe hierzu auch „Ring Spotlight Cam im Test“).

Etwas aus der Reihe fällt die Arlo Smart Doorbell, die lediglich eine Gegensprech-Funktion und keine Kamera besitzt. Diese Türklingel ist als Erweiterung für das Überwachungssystem Arlo gedacht – das Livebild von eurem Besuch erhaltet ihr somit nicht über die Türklingel, sondern über eine kabellose Überwachungskamera des Arlo-Systems. Der Vorteil: Die kompakte Überwachungskamera kann flexibel und unabhängig von der Türklingel positioniert werden. Als Einzelprodukt funktioniert die Arlo Smart Doorbell allerdings nicht: Für den Betrieb wird zwingend die Zentrale des Arlo Überwachungssystems benötigt (siehe Arlo Pro im Test).

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Zusatzfunktionen: Sprachsteuerung und Integration in das Smart Home

Während die Basisfunktionen bei den Video-Türklingeln identisch sind (alle Produkte informieren euch auf dem Smartphone über Besuch), versuchen die Hersteller über Zusatzfunktionen ihre Produkte von den Mitbewerbern zu differenzieren. Essenziell sind diese zusätzlichen Features sicherlich nicht, den Alltag können sie aber durchaus erleichtern.

Unterschiede gibt es insbesondere bei der Frage der Kompatibilität mit weiteren Smart Home-Systemen: Das Unternehmen Ring setzt hier in erster Linie auf Amazon Alexa, was auch nicht weiter verwundert, schließlich wurde Ring von Amazon übernommen. Falls ihr Echo Lautsprecher besitzt, kann euch Alexa über Besuch an der Haustür informieren, was praktisch sein kann, wenn beispielsweise der klassische Türgong nicht in allen Räumen gut zu hören ist.

Ring Doorbell: Die Video-Türklingel ist mit Alexa kompatibel.

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Komfortabel wird es, wenn ihr einen Alexa-Lautsprecher mit Display besitzt: Auf dem Amazon Echo Show oder dem Echo Spot wird auf Zuruf direkt das Livebild der Ring-Kamera angezeigt und ihr könnt euch genau wie bei einer klassischen Türsprechanlage mit dem Besuch unterhalten – das Smartphone kann dabei in der Hostentasche oder auf der Ladestation bleiben.

Der Echo Show zeigt auf Zuruf das Livebild einer kompatiblen Video-Türklingel an.

Netatmo setzt bei seiner Video-Türklingel stattdessen auf Apples Smart Home-Plattform: Die smarte Türklingel ist genau wie die weiteren Überwachungskameras des französischen Unternehmens mit Apple HomeKit kompatibel. Statt mit Alexa wird diese Türklingel dementsprechend über Apples Siri gesteuert. Außerdem könnt ihr euch das Livebild der Kamera in der Home App von Apple anzeigen lassen. Falls ihr weitere HomeKit-kompatible Überwachungskameras einsetzt, seht ihr so auf einem Blick, ob Zuhause alles in Ordnung ist. Natürlich ist auch die Verknüpfung mit weiteren HomeKit-kompatiblen Produkten möglich. Über eine Automation könnt ihr beispielsweise eure Philips Hue-Lampen einschalten, sobald jemand an der Haustür geklingelt hat, was möglicherweise potenzielle Einbrecher davon abhält, bei euch einzusteigen.

Video-Türklingel: Mit Cloud-Abo oder ohne?

Einige smarte Türklingeln erfordern ein (kostenpflichtiges) Cloud-Abo, damit Videos aufgezeichnet und auf dem Server des Herstellers gespeichert werden. Die Gebühren pro Monat sind zwar in der Regel überschaubar, summieren sich über die Jahre aber zu größeren Beträgen.

Ring verlangt für seinen „Protect Plan“ beispielsweise 3 Euro pro Monat oder 30 Euro pro Jahr. Diese Kosten fallen wohlgemerkt pro Gerät an: Wenn ihr beispielsweise neben der Ring Türklingel auch die Überwachungskamera Spotlight Cam einsetzt, liegen die Kosten schon bei 6 Euro pro Monat (der „Protect Plan Plus“ ermöglicht für 10 Euro pro Monat eine unbegrenzte Anzahl an Geräten).

Immerhin lassen sich die Videotürklingeln, die wir für diesen Vergleich berücksichtigt haben, auch mit einem vollständig kostenlosen Abo nutzen. Auch mit der kostenlosen Option erhaltet ihr Benachrichtigungen und könnt euch über die Türklingel mit Besuchern unterhalten, allerdings werden bei dieser Variante keine Videos gespeichert – für den Einsatz als Überwachungskamera taugt die kostenlose Abo-Variante aber in der Regel nicht.

Die smarte Videotürklingel von Netatmo funktioniert gänzlich ohne Cloud-Abo: Videos werden auf einer internen Speicherkarte abgelegt und können zusätzlich in einem Dropbox-Konto des Benutzers oder einem persönlichen FTP-Server archiviert werden.

Video-Türklingeln: 4 Produkte im Vergleich

Für den nachfolgenden Vergleich haben wir die smarten Türklingeln Ring Video Doorbell 2, Nest Hello, Netatmo Video-Türkingel und Arlo Doorbell berücksichtigt. Das Produkt von Arlo besitzt keine integrierte Überwachungskamera, sondern wird als Ergänzung zu den kabellosen Arlo-Überwachungskameras verwendet.

Ring Video Doorbell 2 Nest Hello Netatmo Türklingel Arlo Smart Doorbell
Videoauflösung 1920 × 1080 Pixel 1600×1200 Pixel 1920 × 1080 Pixel nur Audio
Blickwinkel 160° 160° 160° nur Audio
Stromversorgung Akku oder Klingelkabel Klingelkabel Klingelkabel Akku
Kompatibilität Alexa, Ifttt Google Assistant HomeKit/Siri, Ifttt Alexa
Gesichtserkennung
Abo-Kosten ab 3 € / Monat ab 5 € / Monat keine Ab 8,99 € / Monat (für opt. Kameras)
Kostenloses Basis-Abo?
Preis 200 € 275 € voraussichtlich 250- 300 € 90 €
Verfügbarkeit Amazon*, Tink* Tink* noch nicht verfügbar Amazon*

Bildnachweis Titelgrafik: Netatmo

Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

4 Kommentare

  1. Leider arbeitet keine davon mit einem Türöffner ztusammen – würde gerne meine bticino-Anlage etwas moderner gestalten, ohne Öffnung ist das aber relativ witzlos.

    • Hallo Helge,
      Dann schau dir mal Doorbird an. Die arbeitet mit vielen Smartlocks zusammen. Ich nutze Sie mit Nuki.
      Hallo Nico (Namesvetter :-)schöner Blog! Ich hab meinen auch mal verlinkt.

      • Hallo Nico,
        jau, Doorbird sieht gut aus, ich hätte nur gerne drinnen auch einen Bildschirm und scheue noch ein bisschen davor zurück, die funktionierende bticino-Anlage komplett rauszuwerfen für ein System, das nur über Push-Videos aufs Smartphone funktioniert.
        Ansonsten wäre Doorbird super, Türöffner würden funktionieren! :-)

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