RWE SmartHome im Langzeittest: Unser Erfahrungsbericht

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Update (03.09.2016): RWE SmartHome wurde in Innogy SmartHome umbenannt. Darüber hinaus wurde die App vollständig überarbeitet. Wir werden in kürze einen aktualisierten Testbericht über das Innogy SmartHome veröffentlichen.

Anfang letzten Jahres haben wir das RWE SmartHome-System genauer unter die Lupe genommen und in einem Testbericht vorgestellt: RWE SmartHome Starterpaket im Test: Geräte, Funktionen und Möglichkeiten. Rund ein Jahr später wird es Zeit für ein Update: Wie gut schlägt sich das System im Langzeittest? Welche Stärken und Schwächen hat SmartHome? Wie sieht es mit der Weiterentwicklung aus?

RWE SmartHome – unsere Erfahrungen nach einem Jahr

In unserem ersten Test vor einem Jahr konnten wir insgesamt ein positives Fazit ziehen. Auch ein Jahr später lässt sich sagen, dass RWE SmartHome grundsätzlich zuverlässig funktioniert. Das System kann gut an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, wobei wir insbesondere Zeitprofile einsetzen, um Lampen und Heizkörper je nach Tageszeit und Wochentag zu steuern.

RWE SmartHome Heizkörperthermostat

Regelt zuverlässig die Temperatur: Das RWE SmartHome Heizkörperthermostat.

Folgende Komponenten kommen bei uns neben der SmartHome-Zentrale zur Zeit zum Einsatz:

  • 6 Heizkörperthermostate zur automatischen Temperaturregelung (unser Testbericht)
  • 1 Wandthermostat zur zentralen Regelung und Erfassung der Temperatur
  • 3 Rauchmelder, die im Alarmfall zusätzlich eine SMS verschicken
  • 3 Zwischenstecker, mit denen Lampen geschaltet und Fernseher / Musik-Receiver nachts vollständig vom Strom getrennt werden
  • 2 Wandschalter, die
  • 4 Tür- / Fenstersensoren als Alarmanlagen-Alternative (aktivieren den Rauchmelder und verschicken eine SMS, wenn die Türen und Fenster bei Abwesenheit geöffnet werden)

Insgesamt also eine überschaubare Anzahl an Komponenten. In verschiedenen Erfahrungsberichten im Netz ist zu lesen, dass das System bei einer deutlich größeren Anzahl an eingebundenen Aktoren und Sensoren an seine Grenzen kommt – unser System mit den oben aufgeführten Produkten funktioniert bislang aber zuverlässig.

RWE SmartHome Wandthermostat

Mit dem Wandthermostat wird die Raumtemperatur erfasst und reguliert.

Schnittstellen und Integrationsmöglichkeiten

In unserem ersten Bericht vor einem Jahr haben wir bereits kritisiert, dass es keine Programmierschnittstelle gibt und RWE SmartHome somit eine „Insellösung“ ist. In dieser Hinsicht gab es zumindest in einem kleinen Rahmen Fortschritte. So hat RWE auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September vergangenen Jahres eine Kooperation mit Miele angekündigt. Miele Waschmaschinen, Wäschetrockner oder Geschirrspüler, die über die Miele@home-Funktion verfügen, können mit einer kostenlos erhältlichen App aus dem RWE-SmartHome Webshop in das Hausautomatisierungs-System eingebunden werden.

Unbestätigten Gerüchten zufolge arbeitet RWE zudem an einer Integration des Lichtsystems Philips Hue. Wann und ob überhaupt sich die Hue-Lampen einmal mit RWE SmartHome steuern lassen, bleibt zur Zeit allerdings noch abzuwarten.

Bedienbarkeit: Weboberfläche und mobile Apps

Die Steuerungs-App ist aus unserer Sicht momentan ein großer Schwachpunk des RWE Systems. Die Desktop-Anwendung benötigt für den Startvorgang unter Mac OS stolze 25 Sekunden Ladezeit – ein zu langer Zeitraum, um mal eben schnell eine Lampe auszuschalten oder die Heizung runterzudrehen. Deutschlich schneller als die Desktop-App wird die (mobile) Version der Website (mobile.rwe-smarthome.de) geladen, weshalb wir am stationären PC mittlerweile fast ausschließlich diese Variante nutzen.

Auch die Benutzeroberfläche des Systems erscheint nicht wirklich durchdacht: Anstatt die Bildschirmfläche zu nutzen und beispielsweise alle Räume und die wichtigsten Steuerungsmöglichkeiten und Informationen in einer Art „Dashboard“ auf einem Blick darzustellen, muss innerhalb der App umständlich nach rechts oder links gescrollt werden, um zu den verschiedenen im System konfigurierten Räume zu gelangen.

Dieser Nachteil würde nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn die Smarthone-App eine schnelle Steuerung des Systems ermöglichen würde. Die App spiegelt allerdings 1:1 die Oberfläche der Web-  / Desktop-Anwendung. Das bedeutet: Wer unterwegs mal schnell die Heizung im Schlafzimmer runterdrehen möchte, muss zunächst rund 20 oder 30 Sekunden warten bis die App geöffnet wurde und – abhängig von der Anzahl der konfigurierten Räume – rund zehn Wischgesten ausführen, um innerhalb der App zum Schlafzimmer zu scrollen. Insbesondere bei einer langsameren Internetverbindung (EDGE) dauert der Startvorgang der App so lange, dass die Nutzung kaum noch Spaß macht – hier sollte RWE definitiv nachbessern.

Smarthome iPhone App

Die SmartHome-App unter iOS.

Glücklicherweise gibt es für iOS-Nutzer mit iSmartHome und HomeControl mittlerweile zwei empfehlenswerte Alternativen zur offiziellen RWE SmartHome App. Beide Programme starten deutlich schneller und bieten aufgeräumte und durchdachte Oberflächen, die sich auf einem Touchscreen wesentlich besser nutzen lassen.

Weiterentwicklung und Ausblick

Welche Updates und Weiterentwicklungen gab es bei RWE SmartHome in den vergangenen 12 Monaten? Neben der oben erwähnten Integration von ausgewählten Miele-Produkten hat RWE eine Erweiterung vorgestellt, mit der angeschlossene Komponenten basierend auf dem Sonnenauf- und -untergang geschaltet werden können. Somit kann beispielsweise eine an einem Zwischenstecker angeschlossene Lampe nach dem Sonnenuntergang automatisch eingeschaltet werden. Außerdem hat RWE eine Kooperation mit dem Heizungshersteller Buderus angekündigt, mit der SmartHome-Kunden ab April 2014 Heizkessel von Buderus in die Hausautomatisierung integrieren können.

Weitere Entwicklungsschritte und neue Kooperationspartner sollen in der nächsten Zeit folgen, wie uns Harald Fletcher, Leiter Kommunikation/Marketing bei der RWE Effizienz GmbH, kürzlich in einem Interview mitteilte.

Wünschenswert ist aus unserer Sicht insbesondere ein umfangreicheres Update der Web- und mobilen App, um das System schneller und komfortabler bedienen zu können. Praktisch wären zudem eine Funktion wie Geofencing, mit der die SmartHome-Zentrale basierend auf der GPS-Funktion des Smartphones automatisch erkennt, ob im Haushalt gerade Personen anwesend sind oder die Heiztemperatur gesenkt werden kann. „Smarte“ Heizungssteuerungen wie Tado oder Nest sind mit dieser Funktion ausgestattet und lernen nach einigen Tagen im Einsatz, wann die Heizung hochgedreht werden sollte, damit es zum Feierabend im Haus warm genug ist. Diese Form der „Intelligenz“ fehlt dem RWE SmartHome-System zur Zeit noch, weshalb sich Anwender stattdessen beispielsweise mit Zeitprofilen behelfen müssen.

RWE hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass die Entwicklung des Systems voranschreitet. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Funktionsumfang des Systems erweitert wird und langfristig mit angekündigten – aber noch nicht erhältlichen – Lösungen wie Ninja Sphere mithalten kann. Wir behalten die Entwicklung natürlich weiterhin im Auge und werden berichten, sobald es Neuigkeiten gibt. Alle wichtigen Neuigkeiten und Entwicklungen im Smarthome-Bereich fasst unser kostenloser Newsletter einmal im Monat zusammen – jetzt gratis anfordern!

Preise und Bezugsmöglichkeiten

Das RWE SmartHome Starterpaket enthält neben der Zentrale einen Wandschalter, zwei Heizkörperthermostate und einen Zwischenstecker. Der Preis liegt im RWE-Shop zur Zeit bei 319 Euro. Der Preis des Gesamtsystems richtet sich nach der Anzahl der benötigten Komponenten. Ein weiterer Zwischenstecker ist beispielsweise für rund 40 Euro erhältlich, ein Bewegungsmelder kostet rund 76 Euro und ein Rauchmelder ist für rund 50 Euro zu haben. Auf Amazon werden die einzelnen Produkte zum Teil deutlich günstiger als im RWE-Shop angeboten.

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14 Kommentare

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  2. Ich nutze RWE Smarthome mittlerweile über ein Jahr . Die Idee finde ich klasse, jedoch bin ich nicht glücklich mit der RWE Lösung. Mir fehlt die Integration einer Alarmanlage und ich finde die Kostenstruktur ( Zuzahlung damit ich weitere Geraete nutzen kann , zusätzlich zum Kaufpreis) ( Jährliches Zahlen fuer die Nutzung der App) unübersichtlich und auf Dauer mit Sicherheit nicht konkurrenzfähig.

    • Hallo Bernd,
      eine Alarmanlage kann zwar offiziell nicht direkt eingebunden werden, aber man kann sich mit wenigen Komponenten ganz nach dem eigenen Gusto seine persönliche Alarmsituation konfigurieren (Tür/Fensterkontakte, Bewegungsmelder innen/aussen, Alarmsirene der Rauchmelder konfigurierbar oder auch eigene per schaltbaren Zwischenstecker). Was dabei nur fehlt im Vergleich zu einer regulären fehlt ist ein Keypad, aber selbst da sind einige User kreativ geworden – ich komm jedoch auch ohne Keypad aus – und hab meinen eigenen Weg zur Aktivierung des Alarms umgesetzt.

      Ansonsten sind deine Kritikpunkte nicht ganz korrekt bzw. vollständig:
      1. Es gibt verschiedene Versionen der Zentrale, die unbegrenzt (nur technisch bedingt irgendwo bei 50 oder 100) Geräte ohne Aufpreis unterstützen. Die Zentrale die du meinst nenn sich Basic5 (und war entsprechend günstig) und beinhaltet 5 (statt unbegrenzt). Aber auch diese kannst du aufrüsten zu einer vollen.
      2. Die RWE-App ist immer kostenlos, lediglich der Zugriff von unterwegs ist bei der regulären Smarthome Zentrale die ersten 24 Monate nur kostenlos. Die App selbst kannst du aber innerhalb deiner vier Wände auch danach kostenlos benutzen. Darüberhinaus gibt es schon die ersten Fremd-Apps, die theoretisch unabhängig vom RWE-Server/app den Zugriff (von innerhalb oder außerhalb deiner Wohnung) kostenlos unbegrenzt ermöglichen.

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