RWE SmartHome Starterpaket im Test: Geräte, Funktionen und Möglichkeiten

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Das RWE SmartHome System zählt – nicht zuletzt aufgrund der TV-Werbung mit der Serienfigur Stromberg (Christoph Maria Herbst) zu den bekanntesten Plattformen für die Hausautomatisierung. In diesem Testbericht stellen wir Euch das SmartHome Starterpaket vor und erläutern die Vor- und Nachteile.

Lieferumfang und Verarbeitung

Das StarterPaket ist aktuell für rund 319 Euro zu haben und beeinhaltet die folgenden Geräte:

  • 1 RWE SmartHome Zentrale
  • 2 RWE SmartHome Heizkörperthermostate
  • 1 RWE SmartHome Zwischenstecker
  • 1 RWE SmartHome Wandsender
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Der Lieferumfang des RWE SmartHome Starterpakets (Foto: RWE)

Das Paket beeinhaltet sämtliche Geräte, um  direkt „loszulegen“ – in vielen Fällen wird jedoch schnell der Wunsch aufkommen, weitere Geräte – beispielsweise sämtliche Heizungen oder weitere Lampen – mit dem System zu steuern. Die weiteren Geräte, wie beispielsweise Tür- und Fenstersensoren oder Unterputz-Lichtschalter, können bei Bedarf hinzugekauft werden.

Bei der SmartHome-Zentrale handelt es sich um die Steuereinheit des Systems. Die kleine weiße und durchaus optisch ansprechende Box wird über ein Netzwerkkabel an den eigenen Router angeschlossen, damit sämtliche angeschlossene Geräte über das Internet, beziehungsweise unterwegs via Smartphone, gesteuert werden können.

smarthome-zentrale

Die SmartHome-Zentrale steuert alle angeschlossenen Geräte.

Die beiden Heizkörperthermostate ersetzen die bislang eingesetzten Thermostate auf der Heizung, damit die Temperatur über das SmartHome-System gesteuert werden kann. Die SmartHome-Thermostate sind zwar etwas größer als „klassische“ Thermostate (irgendwo muss die Technik ja untergebracht werden), fallen aber mit ihrem dezenten Design nicht unangenehm in der Wohnung auf.

Mit den Thermostaten können die Heizkosten reduziert und der Komfort erhöht werden. So lässt sich das System beispielsweise problemlos so einrichten, dass die Temperatur während der Abwesenheit abgesenkt und zum Feierabend wieder erhöht wird (mehr Informationen dazu findet Ihr in unserem Testbericht der SmartHome-Heizkörperthermostate).

heizkoerperthermostat

Das Heizkörperthermostat macht einen soliden Eindruck und lässt sich unkompliziert anbringen.

Mit dem Zwischenstecker kann beispielsweise eine Lampe mit RWE SmartHome geschaltet werden. Dafür wird das Gerät einfach in eine Steckdose gesteckt. Genau wie bei den weiteren Geräten wird das Gerät anschließend via Funk gesteuert – es müssen keine Kabel verlegt werden.

zwischenstecker

Mit dem Zwischenstecker können beispielsweise Stehlampen über SmartHome geschaltet werden.

Außerdem befindet sich noch ein drahtloser Wandsender im Paket, der mit doppelseitigem Klebeband problemlos überall im Haus angebracht und anschließend mit beliebigen Funktionen (Heizung an / aus, Zwischenstecker aktivieren etc.) belegt werden kann. Genau wie die weiteren Geräte ist auch der Wandsender solide verarbeitet. Die Abmessungen sind erstaunlich flach – obwohl sich Batterien und die drahtlose Sende- / Empfangseinheit im Sender befinden ist das Gerät fast genauso kompakt wie ein herkömmlicher Lichtschalter. Mit dem Wandsender kann zum Beispiel die Heiztemperatur beim Verlassen des Hauses abgesenkt und das Licht ausgeschaltet werden.

wandschalter

Kein Bohren oder Schrauben notwendig: Der Wandsensor wird mit doppelseitigem Klebenand unkompliziert an der Wand befestigt.

Einrichtung von RWE SmartHome

Nachdem die Zentrale mit Strom und Internet versorgt wurde, kann mit der Einrichtung des Systems begonnen werden. Dafür muss auf der RWE Website zunächst ein Account angelegt werden. Die eigentliche Einrichtung und Konfiguration erfolgt anschließend bequem über die Oberfläche im Browser, mit der anschließend das System auch gesteuert wird (für Windows und Mac OS kann auch das Steuerungsprogramm auch heruntergeladen werden).

In einem weiteren Schritt kann man die Zimmer seines Hauses in der Oberfläche nachbilden. Die verschiedenen Geräte lassen sich anschließend den jeweiligen Zimmern zuordnen, was den Überblick über sämtliche Sender und Steuerungsmöglichkeiten vereinfacht.

Überraschend einfach ist auch das Hinzufügen von weiteren Geräten (Heizkörperthermostat, Wandsender etc.). Dafür wechselt man in der Oberfläche einfach mit einem Klick in den „Suchmodus“ und zieht die neuen Geräte mit einem Klick in das gewünschte Zimmer.

Die Programmoberfläche reagiert leider zum Teil etwas träge. Insbesondere nach dem Abspeichern von neuen Steuerungsprofilen muss man gelegentlich wenig Geduld mitbringen und auch die Ladezeit nach dem Programmstart könnte optimiert werden. RWE setzt auf Microsoft Silverlight als technische Plattform – eine schlanke HTML5-Oberfläche würde uns besser gefallen.

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Screenshot: Die Programmoberfläche von RWE SmartHome

Funktionen und Möglichkeiten

Das SmartHome-System lässt sich sehr flexibel und relativ einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Für die Steuerung stehen beispielsweise Zeitprofile zur Verfügung, mit denen die angeschlossenen Geräte zu bestimmten Tagen und Uhrzeiten automatisch an- oder ausgeschaltet werden. So lässt sich das System beispielsweise so einrichten, dass beim Verlassen des Hauses mit der Betätigung des Wandsenders die Heiztemperatur reduziert und das am Zwischenstecker angeschlossene Licht ausgeschaltet wird.

Wer die Möglichkeiten ausschöpfen will, wird sich früher oder später nach weiteren SmartHome-Geräten umschauen. In Kombination mit den Tür- und Fenstersensoren (nicht im Lieferumfang des Starterpakets enthalten) kann die Temperatur der Heizung beim Lüften beispielsweise automatisch abgesenkt werden, um Heizkosten einzusparen. Dabei werden auch komplexe Regel-basierte Profile unterstützt (z.B. „Wenn der Status „Urlaub“ aktiviert ist, soll die Temperatur abgesenkt und eine E-Mail oder SMS verschickt werden, wenn die Haustür oder ein Fenster geöffnet wird.“).

Für die Erweiterung des Starterpakets muss man unter Umständen allerdings recht tief in die Tasche greifen. So kostet ein weiteres Heizkörperthermostat rund 50 Euro und ein weiterer Zwischenstecker schlägt mit rund 40 Euro zu Buche. SmartHome Unterputz-Lichtschalter (zur Steuerung der Deckenbeleuchtung) sind für rund 70 Euro zu haben und für einen Bewegungsmelder für den Innenbereich werden sogar rund 76 Euro fällig.

Praktisch: Die Steuerung ist nicht nur mit dem Webbrowser, sondern auch mit Smartphones möglich. Dafür bietet RWE eine App für iOS (iPhone / iPad) und eine mobile Version der Website an. Eine Version für Android-Smartphones ist bislang noch nicht erhältlich.

Fährt man früher von der Arbeit nach Hause, kann man somit unterwegs schon einmal die Heizung hochdrehen. Die Oberfläche der App bildet im wesentlichen die Programmoberfläche der stationören Software nach. Die App lässt sich zwar grundsätzlich relativ gut bedienen, es wäre aber schön, wenn RWE die Bedienung mittels Touchscreen vereinfachen und die Möglichkeiten und Sensoren des iPhones nutzen würde – spannende Anwendungsmöglichkeiten würden beispielsweise entstehen, wenn die Software die GPS-Daten des Smarthones auslesen könnte („Schalte automatisch die Heizung an, wenn ich mich auf dem Weg nach Hause befinde o.ä.“).

Screenshot: RWE SmartHome iPhone App

Mit der SmartHome iPhone APP von RWE können Heizkörperthermostate, Lampen und weitere elektrische Geräte geschaltet werden.

Mit dem Kaufpreis enthält man 24 Monate mobilen Zugriff auf das RWE SmartHome-System. Wer anschließend den mobilen Zugang weiterhin nutzen möchte, muss rund 15 Euro pro Jahr bezahlen (zu Hause kann das System weiterhin kostenlos gesteuert werden).

Vor- und Nachteile von RWE SmartHome im Überblick

Vorteile

  • SmartHome kann die Heizkosten und den Stromverbrauch reduzieren (Absenkung der Temperatur bei Abwesenheit, Lampen werden beim Verlassen des Hauses ausgeschaltet etc.)
  • einfache Einrichtung und drahtlose Steuerung – es müssen keine Kabel verlegt oder Löcher gebohrt werden
  • Geräte werden zuverlässig geschaltet: Wir haben in unserem Test keinerlei Steuerungsprobleme festgestellt
  • relativ simple Bedienung: Steuerung erfolgt via „Drag and Drop“
  • umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten (Zeitprofile, Logikprofile, Zufallsprinzip etc.)
  • Steuerung via Webbrowser, Desktop-Software, mobiler Website und iPhone / iPad App

Nachteile

  • Steuerungssoftware reagiert teilweise etwas träge
  • SmartHome-App ist bislang nur für iOS, nicht für Android erhältlich
  • keine offene Programmschnittstelle: SmartHome kann (noch?) nicht mit den Hausautomatisierungsprodukten von anderen Herstellern kombiniert werden
  • relativ hohe Kosten für die Hardware: Der Lieferumfang des hier getesteten Starterpakets wird in den meisten Fällen nicht ausreichen
  • für die mobile Nutzung fällt nach zwei Jahren eine (wenn auch geringe) Grundgebühr an
  • Anzahl der Geräte (Aktoren, wie z.B. Zwischenstecker, Heizkörperthermostate etc.) ist noch überschaubar

Fazit

RWE bietet mit dem SmartHome-System grundsätzlich eine attraktive Lösung für die Hausautomatisierung an. Das System ließ sich in unserem Test problemlos einrichten und kann relativ einfach konfiguriert werden – wenngleich man insbesondere bei mehreren angeschlossenen Geräten ein wenig Zeit einplanen sollte, damit die Steuerung wie gewünscht funktioniert. Schade finden wir, dass es bislang keine offene Programmierschnittstelle (API) gibt. Somit funktioniert das System nur mit SmartHome-Geräten und Sendern von RWE – eine Integration von weiteren Produkten wie Twine der NinjaBlocks ist zur Zeit nicht möglich.

Das von uns getestete Starterpaket ermöglicht die Steuerung von zwei Heizkörpern und einem weiteren elektrischen Gerät. Wer ein paar hundert Euro mehr einplant und sich weitere Geräte anschafft (oder aber direkt zu umfangreicheren Aktionspaketen greift), erhält für einen Preis zwischen 500 und 1000 Euro (je nach gewünschten Funktionsumfang) eine gut funktionierende und einfach zu bedienende Lösung für die Hausautomatisisierung.

Natürlich halten wir Euch hier im Blog und via Facebook oder Twitter über Neuigkeiten bei RWE SmartHome und weiteren Hausautomatisierungssystemen auf dem Laufenden. Bei Fragen zum Thema RWE SmartHome könnt Ihr Euch auch in unserem Forum mit anderen Anwendern austauschen.

Alternativen zu RWE SmartHome

eQ-3 bietet mit dem Homematic-System eine ähnliche Plattform an. eQ-3 ist gleichzeitig der Hersteller der RWE SmartHome-Plattform – die beiden Systeme sind aber nicht miteinander kompatibel. Im Vergleich zu SmartHome bietet Homematic bereits eine größere Auswahl an Aktoren (z.B. einen Funkgong, einen Funk-Fensterantrieb und ein Funk-Türschloss), laut Erfahrungsberichten ist die Homematic-Lösung aber etwas komplizierter in der Einrichtung und Bedienung.

Die Deutsche Telekom hat unter dem Namen Qivicon ebenfalls eine Smarthome-Lösung entwickelt. Das System zeichnet sich durch eine einfache Bedienung und eine hohe Anzahl an kompatiblen Produkten aus. Mehr erfahrt Ihr in unserem Qivicon Test.

Eine weitere Alternative kommt von Devolo. Das System Devolo Home Control bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie RWE SmartHome.

Wer eine kabelgebundene Lösung bevorzugt, sollte einen Blick auf das Produkt Digitalstrom werfen.

Update (16.03.2014)

Mittlerweile haben wir RWE SmartHome seit über einem Jahr im Einsatz und die Ergebnisse unseres Langzeittests in einem weiteren Erfahrungsbericht zusammengestellt.

Fragen zu RWE SmartHome?

Habt Ihr Fagen zu RWE SmartHome? In unserem Smarthomeforum.de tauschen sich Smarthome-Anwender zu diesem und weiteren Smarthome-Systemen aus. Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!

 

RWE SmartHome im Test

6.2 RWE SMartHome ist eine einfach zu bedienende Lösung für die Hausautomatisierung, die leider relativ teuer ist.
  • Einrichtung 10
  • Bedienung 6
  • Funktionsumfang 7
  • Design 4
  • Preis-Leistung 4
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