Ein Klick auf das Haus-Symbol in der Menüleiste, und euer Grundriss klappt als 3D-Modell herunter. Eingeschaltete Lampen leuchten den Raum im Modell aus, eine laufende Klimaanlage bläst sichtbar Luft. House Control heißt die Open-Source-App für macOS, die ein Entwickler unter dem Pseudonym 0xProbability am 14. Oktober auf GitHub veröffentlicht hat. Sie steuert Geräte aus Smart Life/Tuya, Home Assistant, Philips Hue und Apple Home – und den Namen finden wir natürlich ausgesprochen sympathisch ;-)
Grundriss: Räume und Lampen zeichnet ihr im eigenen Editor
Im Editor zieht ihr Räume als Rechtecke auf, alles rastet im 5-Zentimeter-Raster ein. Wo zwei Räume aneinanderstoßen, setzt die App die Wand automatisch. Türen, Fenster, Möbel, Lampen und Klimaanlagen wählt ihr aus einer Liste und verknüpft jedes Element mit einem echten Gerät. Der komplette Plan landet in einer einzigen JSON-Datei, die ihr auch von Hand bearbeiten oder weitergeben könnt.
Steuern lassen sich bislang nur zwei Gerätearten: Lampen mit Helligkeit, Weißton und Farbe sowie Klimaanlagen mit Zieltemperatur, Modus und Lüfterstufe. Szenen schalten alles auf einmal. Rollläden, Heizkörperthermostate oder Sensoren fehlen, und L-förmige Räume müsst ihr aus zwei Rechtecken zusammensetzen. Ohne verbundenes Konto simuliert House Control alle Geräte auf einem Demo-Grundriss, zum Ausprobieren braucht ihr keine Hardware.
Anders als Habitat, das eure Räume per LiDAR scannt, zeichnet ihr den Grundriss bei House Control von Hand. Dafür liegt der komplette Quellcode offen, Telemetrie oder ein eigenes Konto gibt es nicht. Wir finden den Ansatz charmant. Wie gut sich die App im Alltag schlägt, muss ein Test zeigen.
Notch und iPhone: Das Modell klappt aus der MacBook-Kerbe
Ruht der Mauszeiger auf der Notch eures MacBooks, klappt ein kleines Modell der Wohnung heraus, darunter Szenen und Geräte. Schaltet jemand vom iPhone aus eine Lampe, zeigt dieses Notch-Fenster die Änderung kurz an. Auf Displays ohne Notch sitzt es mittig in der Menüleiste.
Die iPhone-App bekommt den Grundriss vom Mac, gekoppelt per QR-Code und verschlüsselt im eigenen WLAN, ohne Server dazwischen. Apple-Home-Geräte schaltet nur das iPhone, weil macOS den HomeKit-Zugriff App-Store-Apps vorbehält. Aber: Die iPhone-App gibt es weder im App Store noch öffentlich bei TestFlight. Wer sie nutzen will, baut sie mit Xcode und eigenem Entwicklerkonto selbst.
Anbindung: Weitere Marken kommen über Home Assistant dazu
Hue-Bridge und Home Assistant findet die App selbst im Netzwerk. Bei Hue drückt ihr den Knopf an der Bridge, bei Home Assistant hinterlegt ihr einen Long-Lived Access Token. Smart Life verbindet ihr per QR-Code ohne Tuya-Entwicklerkonto, die Befehle laufen dort aber über Tuyas Cloud. Änderungen, die ihr in der Smart-Life-App vornehmt, tauchen deshalb erst nach bis zu 12 Sekunden in House Control auf, bei Hue und Home Assistant sofort.
Google Home und Alexa unterstützt House Control nicht, eine Homey-Anbindung gibt es ebenfalls nicht. Der Entwickler verweist auf fehlende Schnittstellen und empfiehlt Home Assistant als Zwischenschicht. Lampen und Klimaanlagen von Nest, Aqara oder IKEA, die ihr dort eingebunden habt, könnt ihr anschließend auch in House Control verknüpfen.
AI Access: ChatGPT und Claude schalten das Licht
Über die Funktion AI Access erzeugt der Mac einen privaten Link, den ihr an ChatGPT, Claude oder Gemini weitergebt. Alternativ bindet ihr die App per MCP als Connector ein. Der Assistent schaltet dann Lampen und Klimaanlagen und soll laut Entwickler auch Räume anhand eurer Fotos im 3D-Modell nachbauen können.
Die App lauscht dabei nur lokal und ist über einen Cloudflare-Tunnel erreichbar, solange AI Access läuft. Der Link enthält einen 128-Bit-Schlüssel, die Rechte legt ihr selbst fest, jede Anfrage erscheint live im Fenster, und ein Timer beendet den Zugang automatisch. Aus Sicht der Redaktion ist das sorgfältig gelöst, ein von außen erreichbarer Zugang zur Haussteuerung bleibt trotzdem ein Risiko. Schaltet die Funktion daher nur bei Bedarf ein.
House Control: Kostenlos, aber nicht von Apple notarisiert
House Control ist in Version 0.1.0 kostenlos auf GitHub erhältlich und läuft ab macOS 13 auf Macs mit Apple Silicon und Intel. Weil die App nicht notarisiert ist, blockiert macOS den ersten Start, ihr müsst sie einmalig unter „Datenschutz & Sicherheit“ freigeben.
Auf eine Apple Developer ID verzichtet der Entwickler, weil deren Zertifikat seinen bürgerlichen Namen in jede Kopie der App schreiben würde. Stattdessen entsteht jedes Release öffentlich über GitHub Actions, mit SHA-256-Prüfsumme und signiertem Herkunftsnachweis.
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