Der Aiper IrriSense 2* verspricht, klassische Bewässerungssysteme durch ein einziges Gerät zu ersetzen – mit App-Steuerung, wetteradaptiver Automatik und einer Rasenkartierung, die euren Garten Punkt für Punkt erfasst. Wir haben für euch ausprobiert, wie gut das System im Alltag funktioniert.

Wer seinen Rasen manuell bewässert, verschwendet in der Regel mehr Wasser als nötig: zu viel auf einmal, zur falschen Tageszeit, ungleichmäßig verteilt. Intelligente Bewässerungssysteme sollen genau das ändern – automatisch, wetterangepasst und flächengenau. Der Aiper IrriSense 2 geht dabei einen Schritt weiter als viele Konkurrenten und kombiniert Steuereinheit, Sprenger und elektrisches Ventil in einem einzigen Gerät.

Das System richtet sich an Gartenbesitzer, die ihren Bewässerungsalltag vollständig automatisieren wollen, ohne dafür ein Leitungsnetz verlegen zu müssen. Rasenflächen bis 446 Quadratmeter sollen sich damit abdecken lassen – mit individuell konfigurierbaren Bewässerungszonen für verschiedene Pflanzentypen, einem integrierten Wettersensor und einer App, die Zeitpläne, Wochentage und Wassermengen pro Durchgang festlegt.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Der IrriSense 2 wird an einen Wasseranschluss und eine Steckdose angeschlossen und an einem festen Standort im oder am Rand des Rasens platziert. Von dort dreht sich der Sprühkopf um bis zu 360 Grad und verteilt das Wasser gleichmäßig über die zuvor kartierte Fläche.

Wichtig zu wissen: Wie weit der IrriSense 2 tatsächlich sprüht, hängt nicht nur von der Kartierung ab, sondern auch vom verfügbaren Wasserdruck an eurem Anschluss – wer merkt, dass die Randbereiche seiner Fläche nicht vollständig erreicht werden, sollte den Druck am Haupthahn etwas erhöhen.

Einrichtung: Geführt, schnell, ohne Werkzeug

Der Konfigurations-Assistent in der App führt euch Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Der erste Schritt ist simpel: einen geeigneten Standort wählen, Wasserschlauch anschließen, Gerät mit den mitgelieferten Erdspießen befestigen, Gerät an Steckdose anschließen herstellen.

Für den Betrieb braucht ihr drei Dinge:

  • Strom am Aufstellungsort
  • Wasseranschluss / Schlauch, der bis zum Gerät reicht
  • und WLAN-Empfang in dem Bereich, in dem der IrriSense stehen soll.

Wir haben das Gerät in der Mitte des Rasenrands – in einem angrenzenden Blumenbeet – platziert. Das ist eine sinnvolle Positionierung, weil der Sprühkopf von dort aus die gesamte Rasenfläche erreicht, ohne dass das Gerät mitten im Grün steht und beim Mähen im Weg ist.

Aiper IrriSense 2
Aiper IrriSense 2 im Test: Die Einrichtung ist schnell erledigt.

Rasenkartierung: So lernt der IrriSense euren Garten kennen

Im nächsten Schritt wird die Bewässerungsfläche kartiert: Ähnlich wie bei einem Mähroboter muss dem System euer Bewässerungsgebiet zunächst angelernt werden.

In der App wechselt ihr dafür in den Modus „Kartierung“, und ihr steuert den drehbaren Sprühkopf manuell über ein rundes Steuerpad auf dem Display. Dabei fahrt ihr die Kante eurer Rasenfläche Punkt für Punkt ab und setzt dabei Markierungspunkte entlang der Kontur. Ein vertikaler Schieberegler auf der rechten Seite des Bildschirms steuert dabei die Sprühweite, also die Distanz des Wasserstrahls vom Gerät. Diese lässt sich zentimetergenau anpassen.

Kartierung der Rasenfläche mit dem Aiper IrriSense 2
Für die Kartierung wird die zu bewässernde Fläche einmalig „abgefahren“.

Das Ergebnis ist eine in der App sichtbare Konturlinie, die die Grenze eurer Bewässerungsfläche beschreibt. In unserem Test hat das auf Anhieb funktioniert – obwohl unsere Rasenfläche keine einfache Rechteckform hatte. Nach abgeschlossener Kartierung füllt die App die erfasste Fläche als grüne Zone aus und zeigt sie dauerhaft in der Geräteübersicht an.

Einen Punkt solltet ihr bei der Planung berücksichtigen: Auch der IrriSense 2 kann selbstverständlich nicht um Ecken, sondern immer nur geradeaus sprühen. Bereiche hinter Hindernissen oder um Ecken herum sind somit nicht erreichbar.

Die App: Übersichtlich, mit durchdachten Details

Die App ist intuitiv zu bedienen und bietet alle wichtigen Funktionen zur Anpassung des Bäwsserungssystem. Die Hauptansicht zeigt den aktuellen Gerätestatus – also ob der IrriSense im Standby ist oder gerade eine Bewässerungsaufgabe ausführt – zusammen mit der kartierten Fläche und dem aktuellen Wetter.

Während einer laufenden Bewässerung zeigt die App den Fortschritt in Prozent an, die bisherige Laufzeit und die bereits erreichte Bewässerungstiefe in Millimetern.

Vor dem Start einer manuellen Bewässerung lässt sich die gewünschte Wassermenge direkt auswählen: Die App bietet drei vordefinierte Bewässerungstiefen – 3, 6 und 13 Millimeter. Für die automatisierte Bewässerung nach Zeitplänen lässt sich der Wasserverbrauch noch feingranularer einstellen (zwischen 3 und 23 mm).

Aiper IrriSense 2: Screenshot (Bewässerungsplan)
In der App könnt ihr flexibel einen Bewässerungsplan erstellen.
Aiper IrriSense 2 App: Screenshot (Homescreen)
Die App bietet eine aufgeräumte Oberfläche und lässt sch intuitiv bedienen.

Bewässerungspläne: Wochentage, Uhrzeiten, Wassermengen

Für die automatische Bewässerung legt ihr in der App einen Bewässerungsplan an. Dort wählt ihr den zu bewässernden Bereich aus, bestimmt an welchen Wochentagen der Plan aktiv sein soll, setzt eine Startzeit und könnt optional ein Limit für den Wasserverbrauch pro Durchgang definieren. Außerdem lässt sich festlegen, ob und in welchem Rhythmus sich der Plan wiederholen soll.

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, den Garten früh morgens zu bewässern. So kann das Wasser ins Erdreich einziehen, bevor die Tageshitze es an der Oberfläche verdunstet. Die Pflanzen gehen mit ausreichend Feuchtigkeit in den Tag, und das Laub trocknet schnell ab, was Pilzerkrankungen vorbeugt.

Wettersteuerung und „EverRain“-Technologie

Was die Wetterintegration des IrriSense 2 von einem einfachen Regensensor unterscheidet, zeigt sich in den App-Einstellungen. Unter „Wettereinstellungen“ findet ihr zwei separate Funktionen: die Wettersensorik und die Regenerkennung.

Die Wettersensorik ruft vor jeder geplanten Bewässerungsaufgabe Echtzeit-Wetterdaten ab – konkret Regenmengen und Windgeschwindigkeit. Sobald vordefinierte Schwellenwerte überschritten werden, überspringt das System die Aufgabe und schickt euch eine Benachrichtigung. Standardmäßig sind diese Schwellenwerte auf 10 Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit und 13 Millimeter Regenmenge eingestellt – beide Werte lassen sich in der App anpassen.

Dazu kommt die Regenerkennung: Am Tag einer geplanten Bewässerung überwacht das System kontinuierlich den Regen. Setzt ausreichend Niederschlag ein, wird auch hier die Aufgabe übersprungen. Beide Funktionen lassen sich separat aktivieren oder deaktivieren – wer in einer Region mit unzuverlässigen Wetterdaten lebt, kann die Automatik also auch abschalten und manuell entscheiden.

„EverRain-Technoogie“: Der Aiper IrriSense 2 verteilt das Wasser gleichmäßig auf der definierten Fläche.

Das Bewässerungsmuster des IrriSense 2 folgt einem festen Prinzip, das Aiper als EvenRain-Technologie bezeichnet. Konkret bedeutet das: Das Gerät beginnt an der äußeren Kante der definierten Fläche und reduziert die Sprühdistanz schrittweise, bis die gesamte Zone erfasst ist. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Wasserverteilung über die gesamte Fläche.

In der Praxis funktioniert das besser als klassische starre Sprinkler, die ihre Wassermenge punktuell konzentrieren.

Smart Home: Eine Lücke, die im Alltag aber kaum schmerzt

Was uns fehlt, ist die Einbindung in gängige Smart-Home-Umgebungen. Eine Integration in Apple Home, Home Assistant oder Homey ist aktuell noch nicht möglich. Auch die Sprachsteuerung via Alexa, Gemini oder Siri unterstützt der IrriSense 2 bislang nicht. Wir würden uns wünschen, dass Aiper entsprechende Funktionen per Firmware-Update nachreicht.

Allerdings: Die Kombination aus automatischen Bewässerungsplänen und der wetteradaptiven Steuerung funktioniert im Alltag so zuverlässig, dass eine zusätzliche Smart-Home-Anbindung nur einen überschaubaren Mehrwert brächte. Der IrriSense entscheidet selbstständig, wann bewässert wird und wann nicht – ohne dass ihr eingreifen müsst oder unbedingt weitere Systeme integrieren müsst.

Kleiner Praxistipp: Denkt daran, dass sich der Zeitplan für die Bewässerung nicht mit dem Zeitplan eures Mähroboters überschneidet.

Aiper IrriSense 2 im Test: Unser Fazit

Der Aiper IrriSense 2 macht seinen Job zuverlässig und ohne Komplikationen. Die Rasenkartierung gelingt auch bei unregelmäßigen Flächen, die App ist klar strukturiert und bietet mehr Konfigurationstiefe als auf den ersten Blick erkennbar – von anpassbaren Wetter-Schwellenwerten über wählbare Bewässerungstiefen bis hin zur Düsenverwaltung für unterschiedliche Wasserdruckverhältnisse. Im HouseControllers-Test hat das System durchgehend das geliefert, was Aiper verspricht.

Zum regulären Preis von 600 Euro fällt die Kaufempfehlung trotzdem nicht so leicht. Zum aktuellen Aktionspreis von rund 440 Euro, und erst recht mit dem zusätzlichen 40-Euro-Coupon auf Amazon*, sieht die Rechnung anders aus: Für rund 400 Euro bekommt ihr ein durchdachtes, zuverlässiges Bewässerungssystem mit sinnvollen Details, das den Installationsaufwand auf ein Minimum reduziert und euren Rasen eigenständig versorgt. Tipp: Sollte der Amazon-Coupon nicht mehr verfügbar sein, prüft auch mal den aktuellen Preis bei dem Händler Tink*, der immer mal wieder attraktive Rabattaktionen fährt.

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Aiper IriSense 2: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Schnelle Einrichtung ohne Werkzeug
  • Präzise Rasenkartierung
  • Gleichmäßige Bewässerung
  • Wetterautomatik mit anpassbaren Schwellenwerten für Wind und Regen

Nachteile

  • aktuell noch keine Smart-Home-Integration
  • Gerät ist vergleichsweise groß
  • regulärer Preis zu hoch angesetzt
  • benötigt zwingend WLAN und Stromversorgung
Author

Ich bin Nico Zorn und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.

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