Auf dem Papier macht der neue Tesvor S6 Turbo eine sehr gute Figur: Satte 4.000 Pa Saugleistung, Lasernavigation und eine Laufzeit von bis zu 150 Minuten für rund 400 Euro. Wir haben ausprobiert, ob der Saug- und Wischroboter auch im Alltag überzeugen kann.

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Lieferumfang, Verarbeitung und Inbetriebnahme

Der Lieferumfang des S6 Turbo fällt umfangreich aus: Der Hersteller hat neben dem Saugroboter gleich zwei Staubbehälter, eine Fernbedienung, zwei Ersatzbürsten, Reinigungswerkzeug und ein Ersatztuch in das Paket gepackt. Die Verarbeitung des Saugroboters wirkt wertig. Kurz irritiert hat uns der leicht bewegliche „Aufbau“ für die Lasersensoren. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nicht um eine schlechte Verarbeitung, vielmehr erkennt der Roboter auf diesem Weg zusätzlich, ob die Durchfahrtshöhe zu gering ist: Stößt etwas gegen den Aufbau, legt der S6 Turbo direkt den Rückwärtsgang ein.

Die Einrichtung ist denkbar einfach und erfolgt in drei Schritten:

  1. Gerät einschalten
  2. Smartphone-App des Herstellers herunterladen und den Code auf der Rückseite des Geräts scannen
  3. WLAN-Zugangsdaten einrichten und die Einrichtung abschließen.

Eine Einschränkung ist aber zu beachten: Das Gerät benötigt zwingend ein 2,4 GHz-WLAN – 5 GHz werden nicht unterstützt.

Tesvor S6 Turbo Lieferumfang
Alles dabei, sogar eine Fernbedienung: Der Lieferumfang des Tesvor S6 Turbo lässt keine Wünsche offen.

Tesvor S6 Turbo: Bedienung und Funktionsumfang

Die Bedienung des S6 Turbo erfolgt mit den Tasten am Gerät (Reinigungsvorgang starten, stoppen und zurück zur Ladestation) oder mit der Smartphone-App. Wer keine Lust auf die App-Steuerung des Saugroboters hat, kann alternativ zu der beiliegenden Fernbedienung greifen. Über diese Option dürften sich auch ältere Menschen freuen, die vielleicht mit der App nicht zurechtkommen.

Der Saugroboter lässt sich zuverlässig mit der App steuern und reagiert mit gut verständlichen Sprachausgaben (in deutscher Sprache) auf Befehle. Die Oberfläche der App könnte jedoch an einigen Stellen noch eine Politur vertragen, Texte wurden teilweise fehlerhaft übersetzt.Beispiele: Der Menüpunkt, mit dem der Roboter zurück zur Ladestation geschickt wird, lautet unverständlicherweise „Anbindung“ anstatt „Zur Ladestation“. Befindet sich der S6 Turo in der Ladestation, wird der ebenfalls unverständliche Text „aufladen per Desktop“ angezeigt. Der Menüpunkt für virtuelle Steuerungstasten, mit denen der Roboter manuell bedient werden kann, wurde gar mit dem Begriff „Handbuch“ übersetzt. Der grundsätzlichen Bedienbarkeit tut das zwar keinen Abbruch, dennoch sollte der Hersteller hier mit einem Software-Update nachbessern.

„aufladen per Desktop“: Hier müssen die Übersetzer noch einmal ran.

Nachdem der Roboter den Grundriss mit seinen Laserscannern erfasst hat, könnt ihr virtuelle Begrenzungen einrichten und Sperrgebiete konfigurieren. Praktisch: Bei Bedarf kann der Saugroboter auch gezielt zu einem Bereich geschickt werden, der auf dem virtuellen Grundriss angetippt wird. Die Sprachsteuerung über Alexa und dem Google Assistant gehört ebenfalls zur Ausstattung.

Welche Funktionen haben wir vermisst? Bislang ist noch keine automatische Reinigung bestimmter Bereiche möglich, der Sauger kann also beispielsweise nicht einmal pro Tag nur den Flur und die Küche saugen, vielmehr wird, abgesehen von den Sperrgebieten, bei jedem über den Zeitplan ausgelösten Reinigungsvorgang die gesamte Etage gereinigt. Einige Konkurrenzprodukte wie der Ecovacs Deebot 950 (Test) unterstützen bereits die gezielte, automatische Reinigung bestimmter Räume. Mit etwas Glück liefert Tesvor diese Funktion noch mit einem Update nach.

Reinigungsleistung und Navigation im Raum

Der Tesvor S6 Turbo navigiert mithilfe seiner Lidar-Sensoren sicher und „intelligent“ durch die Räume. Größere Hindernisse werden zuverlässig erkannt, mit Schnürsenkeln oder Kabeln kommt der Saugroboter aber meistens nicht gut zurecht – vor dem Reinigungsvorgang muss also der Boden freigeräumt werden, was allerdings auch für die meisten Konkurrenzprodukte gilt. Mit Türschwellen bis 2 Zentimeter und einem Hochflor-Teppich hatte der Saugroboter in unserem Test keine Probleme.

Ein Highlight ist – der Name des Tesvor S6 Turbo (Amazon*) lässt es bereits vermuten – die hohe Saugkraft von 4.000 Pa. Zum Vergleich: Der Deebot N8 Pro+, ein aktuelles Premium-Modell aus dem Hause Ecovacs, bietet „nur“ 2.600 Pa und ist mit rund 700 Euro deutlich teurer.

Die hohe Saugkraft macht sich natürlich in dem Reinigungsergebnis bemerkbar: In dieser Disziplin können wir klar die Schulnote „sehr gut“ vergeben – auch gröberer Schmutz aus dem Garten wurde von den zwei Seitenbürsten zuverlässig eingesammelt und aufgesaugt. Die hohe Saugleistung geht aber wenig überraschend mit einem höheren Geräuschpegel einher: In einem Abstand von rund fünf Zentimetern zum Saugroboter haben wir im höchsten „Max“-Modus 70 dB gemessen. Im „Leise“-Modus, der in den meisten Fällen ausreichen sollte, waren es nur 50 dB. Wer den Saugroboter so konfiguriert, dass er bei Abwesenheit der Bewohner seine Arbeit verrichtet, kann natürlich bedenkenlos die maximal mögliche Saugleistung einstellen und sich über eine noch gründlichere Reinigung freuen. Etwas schade: Im Reinigungsplan kann die Saugleistung nicht konfiguriert werden – es wird der Modus verwendet, der zuletzt in der App eingestellt ist.

Tesvor S6 Turbo
Der Tesvor S6 Turbo benötigt eine „Durchfahrtshöhe“ von 9,5 Zentimetern.

Weitere Pluspunkte gibt es für den großen Staubbehälter, der 600 Milliliter fasst. Auch die Laufzeit des Tesvors kann überzeugen: In unserem Test musste der S6 Turbo erst nach 120 Minuten zurück zur Ladestation. Der Hersteller gibt sogar eine maximale Laufzeit von 150 Minuten an, wobei der Wert in der Praxis natürlich von der eingestellten Saugkraft abhängt.

Ein Highlight des Tesvor S6 Turbo ist die Möglichkeit, den Boden zu saugen und gleichzeitig wischen zu lassen – ihr müsst also nicht mehr zwischen den Arbeitsschritten den Staubbehälter auswechseln. Wie bei den meisten Konkurrenzprodukten gilt aber auch beim S6 Turbo: Hartnäckiger Schmutz wird in der Regel nicht entfernt, da das Gerät nicht den dafür notwendigen Druck aufbauen kann. Dennoch ist die Wischfunktion ein nettes Goodie und sorgt in Kombination mit der Saubfunktion für eine gründlichere Reinigung von glatten Böden.

Staubbehälter für den Saug- und Wischroboter Tesvor S6 Turbo
Saugen und Wischen in einem Arbeitsschritt: Der Wisch-Aufsatz für den Tesvor S6 Turbo kann neben Wasser auch Staub aufnehmen.

Tesvor S6 Turbo im Test: Unser Fazit

Der Tesvor S6 Turbo bietet für rund 400 Euro einen beeindruckenden Funktionsumfang. Mit seiner Saugleistung von 4.000 Pa reinigt er sehr gründlich. Das Gerät punktet mit einer zuverlässigen Navigation und einer guten Erkennung von Hindernissen. Im Unterschied zum Saugroboter macht die App des Herstellers teilweise noch einen etwas unausgereiften Eindruck – hier muss Tesvor noch etwas „polieren“. Wir können den Tesvor S6 Turbo insbesondere denjenigen empfehlen, die häufig mit gröberen Schmutz (beispielsweise aus dem Garten) in der Wohnung zu kämpfen haben.

Tesvor S6 Turbo kaufen: Preis und Verfügbarkeit

Der Saug- und Wischroboter Tesvor S6 Turbo ist für rund 400 Euro im Online-Shop des Herstellers erhältlich. Aktuell läuft bei Tesvor eine Rabattaktion: Mit dem Gutscheincode SU6C21 sinkt der Preis auf 379,95 Euro.

Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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