Ring hat sein erstes Smart Lock vorgestellt, das ohne Notschlüssel auskommt. Bei leerem Akku versorgt ein Drehrad das Schloss mit genug Strom für einen weiteren Öffnungsvorgang. Zeitgleich kommen fünf neue Ring Kameras ab rund 70 Euro nach Deutschland. Das Schloss selbst erscheint Anfang 2027 zunächst nur in den USA.

Ring Smart Lock: Bei leerem Akku öffnet ihr die Tür nach ein paar Umdrehungen am Drehrad

Das Ring Smart Lock ist das erste Schloss des Herstellers. Öffnen lässt sich die Tür mit dem Fingerabdruck, über ein beleuchtetes Touch-Keypad, in der Ring-App oder per Alexa. Bei leerem Akku reichen ein paar Umdrehungen am Drehrad, um den nächsten Öffnungsvorgang zu ermöglichen.

Wir finden die Idee der eingebauten Notstromversorgung smart: Ein leerer Akku sperrt euch nicht aus, und ihr braucht dafür keinen Ersatzschlüssel.

Die Verbindung läuft über Amazon Sidewalk statt über euer Heim-WLAN, damit lässt sich das Schloss auch aus der Ferne verriegeln. Gästen könnt ihr zeitlich begrenzt Zugang geben, außerdem verknüpft Ring das Schloss mit Türklingeln, Kameras und Alarmanlagen. Es wird auf einen vorhandenen Einzylinder-Deadbolt montiert, zusätzliche Kabel sind nicht nötig.

Was ist Amazon Sidewalk?
Amazon Sidewalk ist ein Funknetz von Amazon für Geräte mit geringem Datenbedarf. Kompatible Echo- und Ring-Geräte in der Nachbarschaft leiten die Daten per Bluetooth und Funk im 900-MHz-Bereich weiter und nutzen dafür einen kleinen Teil der Internetverbindung ihrer Besitzer. Dadurch bleiben Geräte wie das Ring Smart Lock erreichbar, auch wenn das Heim-WLAN ausfällt oder nicht bis zur Haustür reicht. Sidewalk gibt es bisher in den USA und noch nicht in Deutschland.

Ring nennt für das Schloss 249 US-Dollar und Anfang 2027 als Starttermin in den USA, in Schwarz, Silber und Messing. Die FCC-Zulassung steht noch aus. Ob und wann das Schloss nach Deutschland kommt, ist offen. Offen ist auch, wie die Verbindung über Sidewalk hierzulande laufen würde. Ein Deadbolt nach US-Vorbild passt zudem nicht zu den meisten deutschen Haustüren.

Drei Ring Smart Locks nebeneinander in Messing, Silber und Schwarz, jeweils mit Zahlenfeld und Drehknopf
Das Ring Smart Lock soll in den Farben Messing, Silber und Schwarz erscheinen.

Ring Outdoor, Spotlight und Floodlight: Alle drei Außenkameras lösen in 4K auf

Die Outdoor Camera 4K Plus kostet rund 150 Euro und lässt sich auf fünf Wegen mit Strom versorgen: per Akku, Solarpanel, Netzteil, Festverkabelung oder PoE+. Die Spotlight Camera 4K Plus (rund 200 Euro) hat einen Scheinwerfer mit 550 Lumen und ist als Akku-, Netz- und Solarvariante zu haben. Ring nennt die Bildtechnik Retinal 4K.

Weiße Ring Outdoor Camera 4K Plus an einer Außenwand aus Holzlamellen
Die Ring Outdoor Camera 4K Plus lässt sich per Akku, Solarpanel, Netzteil, Festverkabelung oder PoE+ betreiben.

Die Floodlight Camera 4K Plus (rund 220 Euro) bringt zwei Flutlichter mit zusammen 2.000 Lumen mit, gedacht für Einfahrten, Gärten und Parkplätze. 24/7-Aufnahme und die intelligente Erkennung gibt es bei ihr nur in der festverkabelten Variante. Alle drei Außenkameras könnt ihr bei Ring und Amazon vorbestellen.

Ring Indoor Camera 4K: Erste Innenkamera mit 4K und Blende vor dem Objektiv

Die Indoor Camera 4K kostet rund 100 Euro und ist Rings erste Innenkamera mit 4K-Auflösung. Sie hat ein Sichtfeld von 115 Grad, funkt im Dual-Band-WLAN nach Wi-Fi 6 und besitzt eine physische Blende, die das Objektiv abdeckt.

Die Pan-Tilt Indoor Camera 2K (rund 70 Euro) löst in 2K auf, schwenkt um 360 Grad und neigt sich um 175 Grad. Die Bewegungserkennung arbeitet mit Computer Vision, die Kamera folgt erkannten Bewegungen automatisch oder lässt sich manuell steuern. Schließt ihr den Shutter, sind Kamera und Mikrofon abgeschaltet.

Ring Kameras: Für gespeicherte Videos braucht ihr weiterhin ein Abo

Aus unserer Sicht sind rund 100 Euro für eine 4K-Innenkamera und rund 70 Euro für die schwenkbare Variante faire Preise. Bei der Floodlight Camera setzt 24/7-Aufnahme ein verlegtes Kabel voraus.

Für gespeicherte Videos braucht ihr bei Ring ein Abo. Der Tarif Ring Solo für eine Kamera kostet in Deutschland rund 4 Euro im Monat, Ring Multi für mehrere Geräte rund 10 Euro. 24/7-Aufnahme kostet zusätzlich rund 3 Euro im Monat. Wir nutzen selbst eine Ring Türklingel und sind zufrieden. Wer Folgekosten vermeiden will, kann sich Reolink ansehen, dessen Kameras viele Modelle lokal speichern.

Die Indoor Camera 4K (rund 100 Euro) und die Pan-Tilt Indoor Camera 2K (rund 70 Euro) sind ab sofort bei Ring und Amazon erhältlich. Für die drei Außenmodelle (rund 150, 200 und 220 Euro) ist ein Liefertermin bisher nicht bekannt.

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.