Apple verkauft ab Dezember eine eigene Reihe an Smart-Home-Zubehör: die Apple Home Collection. Hergestellt werden die Geräte von LG Electronics und Schneider Electric, entwickelt hat Apple sie zusammen mit beiden Firmen. Zum Start gehören vier Kameras, ein Türschloss, zwei Thermostate und Raumsensoren dazu. Verkauft wird zunächst in den USA und Kanada, die Kameras gibt es außerdem in Großbritannien.
Apple Home Collection: Einrichtung per iPhone, ohne Hersteller-App
Zum Koppeln haltet ihr das iPhone an das Gerät, wie ihr es vom HomePod kennt. Danach erscheint das Zubehör in der Home-App. Eine App von LG oder Schneider braucht ihr laut Apple nicht, ein Konto beim Hersteller ebenfalls nicht. Gesteuert wird über die Home-App und Siri.
Alle Geräte funken zusätzlich per Thread und bleiben so erreichbar, wenn das WLAN hakt. Ändert ihr Router oder WLAN-Passwort, übernehmen sie die neuen Zugangsdaten von selbst. Kameraaufnahmen und Daten der Home-App liegen Ende-zu-Ende verschlüsselt vor, LG, Schneider und Apple können sie laut Apple nicht einsehen. Für viele Funktionen braucht ihr eine Steuerzentrale, also HomePod, Apple TV oder das neue HomeView.
Per Automation lässt sich alles koppeln: Verlässt die letzte Person das Haus, senkt das Thermostat die Temperatur, die Tür verriegelt und die Kameras starten die Überwachung. Auf dem Rückweg heizt das Thermostat vor und das Schloss öffnet, wenn ihr euch der Tür nähert.
LG-Kameras: 2,5K-Auflösung und interner Speicher für WLAN-Ausfälle
Alle vier Kameras kommen von LG und filmen mit maximal 2,5K. Die kabelgebundene Video-Türklingel hat zwei Kameras: vorne die 2,5K-Kamera für Besucher, unten eine Full-HD-Kamera, die abgestellte Pakete im Blick behält. Ein Spotlight leuchtet den Eingang aus, den Klingelton spielen HomeView, HomePod oder HomePod mini ab. Die Floodlight Cam schaltet bei Bewegung zwei Flutlichter ein, die Outdoor Cam montiert ihr selbst und richtet sie nach Bedarf aus. Beide liefern bei wenig Licht Farbbilder.
Die Indoor Cam neigt sich per Motor. Kommt die erste Person aus dem Haushalt nach Hause, klappt sie nach unten und hört auf zu überwachen. Alle Modelle erkennen Personen, bekannte Gesichter, Tiere, Fahrzeuge und Pakete. Fällt das WLAN aus, nehmen die Kameras auf einen internen Speicher auf. Wie viel dort hineinpasst, verrät Apple nicht.
Kamera-Aufnahmen: Den Ereignisverlauf gibt es nur mit iCloud+
Gespeichert werden die Aufnahmen über HomeKit Secure Video für zehn Tage in iCloud+. Der Tarif mit 50 GB deckt eine Kamera ab, 200 GB reichen für bis zu fünf, ab 2 TB gibt es kein Limit. In Deutschland kosten diese Stufen rund 1, rund 3 und rund 10 Euro im Monat. Videozusammenfassungen und die Suche in Aufnahmen per Apple Intelligence setzen zusätzlich einen passenden iCloud+-Tarif, ein kompatibles iPhone oder iPad und eine Steuerzentrale voraus.
Apple betont, dass kein separates Kamera-Abo nötig ist. Aus unserer Sicht sind die Stufen im Vergleich zu vielen Kamera-Diensten günstig, zumal iCloud+ in vielen Apple-Haushalten ohnehin läuft. Aber: Es bleiben laufende Kosten, und die KI-Funktionen gelten je nach Tarif nur für eine begrenzte Zahl an Kameras. Den internen Speicher halten wir für sinnvoll, weil Aufnahmen bei einem WLAN-Ausfall sonst verloren gingen.
LG Smart Deadbolt Lock: Die Tür entriegelt per Ultrabreitband
Das Türschloss erkennt per Ultrabreitband (UWB), dass ihr euch mit iPhone oder Apple Watch nähert, und entriegelt automatisch, sofern ein Home-Schlüssel in der Wallet liegt. Alternativ öffnet ihr per Antippen, über das eingebaute Zahlenfeld oder mit einem verdeckten Notschlüssel. Ein Sensor meldet, ob die Tür offen oder zu ist, warnt bei Manipulation und schlägt auch dann Alarm, wenn die Tür zwar verriegelt, aber nicht geschlossen ist. Gästen wie dem Hundesitter gebt ihr den Zugang über die Home-App.
Klingelt jemand, seht ihr den Besuch in der Home-App, sprecht mit ihm und öffnet ihm die Tür in derselben Ansicht oder per Siri. Das Schloss unterstützt Matter und den Standard Aliro, die Grundfunktionen laufen lokal und damit auch ohne Internet. Deadbolt-Schlösser sind in Nordamerika verbreitet, an deutsche Haustüren mit Profilzylinder passt diese Bauform nicht.
Thermostate von LG und Schneider: Heizen und Kühlen nach Anwesenheit
LG und Schneider Electric liefern je ein Smart Thermostat, Schneider vertreibt seines unter der Marke Schneider Home. Beide passen laut Apple zu vielen Heiz- und Klimaanlagen und erkennen bei der Montage selbst, wie die Kabel belegt sind. Zusätzliche Sensoren messen Temperatur und Luftfeuchte in weiteren Räumen, diese Werte können auch HomeView, HomePod und HomePod mini liefern. Die Funktion „Adaptive Temperature“ ermittelt auf dem iPhone, ob jemand zu Hause ist, schlafen geht oder unterwegs ist, und regelt die Thermostate entsprechend, ohne dass ihr Zeitpläne anlegen müsst. Falls euch die Funktion bekannt vorkommt: Genau – Tado bietet so etwas bereits seit vielen Jahren an.
Die „Clean Energy Guidance“ verschiebt Heizen und Kühlen in Zeiten mit saubererem und günstigerem Strom. Sie gibt es allerdings nur auf dem US-Festland und mit passendem Stromtarif. Für die Montage verkauft Apple zusätzlich C-Wire-Netzteile und eine Abdeckplatte.
Apple Home Collection: Verkaufsstart im Dezember, ohne Termin für Deutschland
Die Türklingel kostet in den USA rund 250 US-Dollar, die Floodlight Cam rund 400 US-Dollar, die Outdoor Cam rund 300 US-Dollar und die Indoor Cam rund 200 US-Dollar. Für das Türschloss verlangt Apple rund 350 US-Dollar, die Thermostate von LG und Schneider kosten jeweils rund 200 US-Dollar und die Sensoren jeweils rund 40 US-Dollar. Verkauft wird ab Dezember über den Apple Online Store, die Apple Store App und die Apple Stores, einzelne Geräte folgen Anfang 2027. In den USA bietet Apple gegen Aufpreis eine Installation durch ADT an.
Die Kameras und die Türklingel erscheinen in den USA, Kanada und Großbritannien, Schloss, Thermostate und Sensoren nur in den USA und Kanada. Für Deutschland und die EU hat Apple weder Preise noch einen Termin genannt. Auch HomeView verkauft Apple in der EU vorerst nicht, weil Siri AI hier auf dem iPhone fehlt.
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