Das Leipziger Unternehmen The Wire UG verkauft unter der Marke paperlesspaper zwei E-Ink-Bilderrahmen, die neben Fotos auch Termine, Wetter und Sensorwerte aus Home Assistant anzeigen: den OpenPaper 7 mit 7,3-Zoll-Farbdisplay für rund 190 Euro und den OpenPaper L mit 13,3 Zoll für rund 340 Euro. Beide laufen mit Batterien laut Hersteller bis zu sechs Monate, Hardware und Software sind offen dokumentiert, ein Abo fällt nicht an.

OpenPaper 7 und OpenPaper L: Spectra-6-Farbdisplays in 7,3 und 13,3 Zoll
Beide Rahmen nutzen ein Farb-E-Ink-Panel vom Typ Spectra 6, das Licht reflektiert statt selbst zu leuchten – das Bild sieht aus wie ein Druck hinter Glas. Der OpenPaper 7 löst mit 800 × 480 Pixeln auf (127 ppi) und sitzt in einem Eschenrahmen von 26 × 20 × 3 Zentimetern. Der OpenPaper L kommt auf 1600 × 1200 Pixel (150 ppi) bei einem sichtbaren Bildausschnitt von etwa 20 × 27 Zentimetern, der Rahmen misst rund 32 × 40 × 3 Zentimeter.
Beide gibt es in Holz natur, Schwarz und Weiß, jeweils mit weißem Passepartout. Neu ist laut Hersteller ein UV70-Museumsglas, das Reflexionen reduzieren soll.
Strom zieht das Display nur beim Bildwechsel. Der OpenPaper 7 läuft mit vier AAA-Batterien, der OpenPaper L mit vier AA-Batterien, alternativ hängen beide an USB-C. Bei einer Aktualisierung pro Tag gibt paperlesspaper für beide bis zu sechs Monate Laufzeit an. Ins Netz gehen die Rahmen per WLAN 6, dazu kommt Bluetooth Low Energy. Damit hängen sie ohne Kabel an der Wand und brauchen laut Hersteller etwa zweimal im Jahr neue Batterien.
Die beiden Modelle im Überblick:
| OpenPaper 7 | OpenPaper L | |
|---|---|---|
| Display | 7,3 Zoll, Spectra 6 (Farbe) | 13,3 Zoll, Spectra 6 (Farbe) |
| Auflösung | 800 × 480 Pixel (127 ppi) | 1600 × 1200 Pixel (150 ppi) |
| Rahmen | Esche, 26 × 20 × 3 cm | Echtholz, ca. 32 × 40 × 3 cm |
| Strom | 4 × AAA oder USB-C | 4 × AA oder USB-C |
| Laufzeit | bis zu 6 Monate (Herstellerangabe) | bis zu 6 Monate (Herstellerangabe) |
| Funk | WLAN 6, Bluetooth LE | WLAN 6, Bluetooth LE |
| Preis | rund 190 Euro | rund 340 Euro |
| Lieferzeit | innerhalb von 7 Tagen | 3 Wochen |
Integrationen: Home Assistant, Kalender, Wetter und rund 100 weitere Anzeigen
Gesteuert werden die Rahmen per App für Android (ab Version 15) und iOS (ab 18) oder im Browser, die Ersteinrichtung klappt nur in Chrome. Auf der Integrationsseite listet paperlesspaper rund 100 Anzeigen. Eine Home-Assistant-Integration bindet die Displays in Automationen und Skripte ein, eine zweite zeigt ausgewählte Sensorwerte, eine dritte stellt Solarproduktion, Verbrauch und Speicherstand aus Home Assistant dar.
Dazu kommen Kalender von Google, Outlook, Apple, Nextcloud und CalDAV, Wetter und DWD-Pollenflug, Abfallkalender, Deutsche-Bahn-Abfahrten, Todoist, RSS-Feeds, beliebige Websites sowie Fotos aus Immich und Nextcloud. Seit September nimmt ein Telegram-Bot Fotos und Textnachrichten entgegen.
Ein Bildeditor mit mehr als 59.000 gemeinfreien Kunstwerken, Texten und QR-Codes ist eingebaut, und die Rahmen melden sich im Netzwerk als IPP-Drucker – eine Einkaufsliste oder ein PDF landet so direkt auf dem Display. Eigene Anzeigen baut ihr über die offene API, die Dokumentation steht unter docs.paperlesspaper.de. Im Alltag kann so ein Rahmen das Wandtablet im Flur ersetzen, das für Müllabfuhr, Termine und PV-Überschuss sonst dauerhaft am Netzteil hängt.
Open Source und Offline-Firmware: Die Rahmen laufen auch ohne die Server des Herstellers
Platinen-, 3D-Druck- und Lasercut-Dateien liegen auf GitHub, ebenso die Firmware und Bibliotheken für die Bildkonvertierung. Seit Juni gibt es eine Offline-Firmware, bislang dokumentiert für den OpenPaper 7; die Produktseite des OpenPaper L führt sie ebenfalls auf. Danach schickt ihr Bilder per Bluetooth aus dem Browser auf den Rahmen oder hinterlegt eine URL, von der er regelmäßig neue Bilder lädt, ohne Cloud-Konto. Zurück zur Cloud-Firmware kommt ihr laut Hersteller danach nicht mehr, und das Flashen über PlatformIO läuft auf eigenes Risiko.
Was uns richtig gut gefällt: Sollte der Anbieter irgendwann den Betrieb einstellen, bleiben die Geräte nutzbar, Batterien sind Standardware und die Komponenten sollen austauschbar sein. Rund 190 beziehungsweise 340 Euro sind trotzdem viel Geld für einen Bilderrahmen, und ob die Farbdarstellung von Spectra 6 bei Fotos überzeugt, muss ein Test zeigen – E-Ink-Farben wirken grundsätzlich blasser als auf einem LCD.
Der OpenPaper 7 kostet rund 190 Euro und geht innerhalb von sieben Tagen raus, der OpenPaper L aktuell rund 340 Euro statt rund 360 Euro bei drei Wochen Lieferzeit. Beide gibt es nur direkt über paperlesspaper.de, Versand und Rücksendung innerhalb von 30 Tagen sind kostenlos.
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