Auf der IFA 2026 hat iRobot mit dem Roomba Duo ein Saugroboter-System vorgestellt, das mit einem ungewöhnlichen Trick arbeitet: Statt auf einen Alleskönner-Roboter zu setzen, schickt das Unternehmen gleich zwei Geräte gleichzeitig durch die Wohnung. Ein Hauptroboter übernimmt die Grundreinigung, ein kleinerer Begleitroboter kümmert sich um Ecken und Engstellen. Beide sollen sich dabei automatisch koordinieren.
Ein Arm, der einen zweiten Roboter aussetzt
Das zentrale Feature des Systems ist ungewöhnlich: Der Hauptroboter besitzt einen mechanischen Arm, mit dem er einen zweiten, deutlich kompakteren Roboter absetzen kann. Laut Hersteller bleibt der Arm dabei stets waagerecht, damit das Zusatzgewicht stabil transportiert werden kann. So soll der Begleitroboter gezielt in Bereiche gesetzt werden, die der große Hauptroboter gar nicht erst erreicht.
Über die Roomba Home App teilen sich beide Geräte einen gemeinsamen Raumplan und sollen laut iRobot in Echtzeit kommunizieren, um ihre Aufgaben aufzuteilen. Während der Hauptroboter große Flächen saugt und wischt, übernimmt der kleine Begleiter laut Hersteller Zonen unter Möbeln oder in engen Zwischenräumen, die für klassische Saugroboter schwer zugänglich sind.
Saugen, Wischen und Dampf in einem Gerät
Der Hauptroboter setzt auf ein zylindrisches Gehäuse, in dem laut iRobot Platz für ein Nass- und Trockenreinigungsmodul, einen leistungsstarken Motor und einen großen Akku steckt. Kernstück ist der PowerSpin Max Roller Mop mit 60 Millimetern Durchmesser, der laut Hersteller mit rund 4,7 Kilogramm Druck auf den Boden drückt – vergleichbar mit einer Reinigung per Hand.
Zusätzlich erzeugt das Gerät laut iRobot kontrollierten Dampf, um angetrockneten Schmutz zu lösen, bevor die selbstreinigende Walze ihn aufnimmt. Eine Heißlufttrocknung im Anschluss soll verhindern, dass Holzböden durch Feuchtigkeit Schaden nehmen.
Der Begleitroboter basiert dem Bericht nach auf dem bereits Anfang 2026 erschienenen Roomba Plus 575 Combo. Mit einer Höhe von 8,35 Zentimetern soll er unter niedrige Möbelstücke passen, während ein ausfahrbares Wischpad und eine verlängerte Seitenbürste laut Hersteller Kanten und Fußleisten bis zu 31 Millimeter erreichen.
Autonome Wartung über gemeinsame Dockingstation
Beide Roboter nutzen laut iRobot LiDAR-Sensoren und KI-Kameras zur Navigation und Hinderniserkennung. Der Hauptroboter verfügt zusätzlich über oben angebrachte Kameras, die laut Hersteller detailliertere Karten größerer Wohnungen erstellen sollen.
Zum System gehört außerdem eine gemeinsame AutoWash-Dockingstation, die beide Roboter laut iRobot bei Bedarf lädt, Mopps wäscht und trocknet sowie gesammelten Staub abtransportiert. Dadurch soll ein monatelanger Betrieb ohne manuelles Eingreifen möglich sein – ähnlich wie es inzwischen auch andere Hersteller mit Selbstreinigungsstationen anbieten, allerdings ohne die Zwei-Roboter-Aufteilung.
Zu Preis und Verkaufsstart des Roomba Duo hat iRobot bislang keine Angaben gemacht.
Unsere Einschätzung
Das Konzept von zwei zusammenarbeitenden Robotern ist zweifellos innovativ und geht einen Schritt weiter als alles, was der Markt bisher gesehen hat. Gleichzeitig wirkt die Idee auf dem Papier auch recht komplex – ein mechanischer Arm, zwei Roboter, eine gemeinsame Dockingstation und Echtzeit-Koordination bergen viel Potenzial für Fehlerquellen im Alltag. Ob das System am Ende zuverlässig funktioniert oder eher ein technisches Showcase bleibt, wird sich erst in der Praxis zeigen. Ein ausführlicher Test wird zeigen müssen, wie gut sich Theorie und Alltag hier tatsächlich vertragen.
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