Wer in einer Wohnung mit hohen Türschwellen lebt, für den waren Saugroboter bisher oft ein Kompromiss. Man musste Räume aussparen oder den Roboter über Hürden heben. Der ECOVACS T90 PRO OMNI* verspricht, genau diese Grenzen einzureißen. Mit einem „Allrad-„TruePass 4WD“-Klettersystem, einer beeindruckenden Saugkraft und einer deutlich verlängerten Wischwalze schickt sich das neue Flaggschiff an, ein echter „Offroader“ fürs Smart Home zu sein. Wir haben das Gerät für euch durch den harten Alltag gejagt.
Design & Installation: Premium-Haptik mit kleinem Kompromiss
Schon beim Auspacken wird klar: ECOVACS hat nicht an der Verarbeitung gespart. Der Roboter und die Station wirken robust und sind optisch ansprechend. Die Einrichtung über die App ist gewohnt intuitiv: QR-Code scannen, WLAN-Passwort eingeben, fertig.
Ein kleiner Haken: Der Roboter parkt nicht bündig in der Station ein. Ein guter Teil des Gehäuses ragt vorne heraus. Während voll umschlossene Stationen den Roboter wie in einer Garage vor Staub schützen, liegt beim T90 PRO OMNI ein größeren Teil des Geräts frei. Hier kann sich im Laufe der Zeit eine Staubschicht auf dem Roboter selbst ansammeln – ein kleiner, aber unnötiger Pflegeaufwand.

Die Handhabung der Wassertanks gestaltet sich beim neuen Ecovacs-Modell recht komfortabel. Sowohl der Frisch- als auch der Schmutzwasserbehälter lassen sich mit einem einfachen Handgriff direkt von oben aus der Station entnehmen. Das erleichtert das Nachfüllen und Entleeren im Alltag.
Sehr schön: Mit einer Höhe von 19 Zentimetern passen die Tanks problemlos unter den Wasserhahn.


Eine Vorrichtung für eine automatische Dosierung einer Reinigungslösung besitzt das Gerät allerdings nicht. Falls Ihr Reinigungslösung verwenden möchtet, müsst Ihr diese also selbst in das Frischwasser mischen.
Vorteile
- hohe Saugleistung
- gute „Kletterfähigkeit“
- effektives Wischsystem
- gute Navigation (auch bei Dunkelheit)
- unterstützt den Matter-Standard
- Geräuscharm im Betrieb
- hoher Funktionsumfang
Nachteile
- sehr kleine Hindernisse werden nicht zuverlässig erkannt
- Bodentiefe Fenster oder Spiegel können bei der Kartenerstellung irritieren
- Gerät ragt aus der Absaugestation heraus
- Hoher Funktionsumfang der App erfordert etwas Einarbeitungszeit
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Reinigungsleistung: Von 30.000 Pa und dem Ende der Haarknoten
Die technischen Daten lesen sich wie ein Wettrüsten: Auf 30.000 Pa Saugleistung kommt der neue ECOVACS. Das klingt nach Marketing-Voodoo, hat aber einen handfesten Nutzen. Während viele Konkurrenzprodukte häufig Staub nur oberflächlich vom Teppich wegsaugen, zieht der T90 PRO OMNI den Schmutz förmlich aus den Tiefen der Fasern. Wir haben im Test Sand in einen dicken Teppich eingerieben – das Ergebnis war beeindruckend: Der Roboter holte nahezu alles wieder heraus.
Ein weiteres Highlight ist das ZeroTangle 4.0 System. Die Bürste ist so konstruiert, dass sich Haare kaum noch um die Walze wickeln können. Für Haushalte mit Langhaarträgern oder Hunden mit dichtem Unterfell ist das ein Segen, da das regelmäßige „Freischneiden“ – eine nicht sonderlich appetitliche Tätigkeit – der Bürste fast komplett entfällt.
Überzeugende Navigation und Hinderniserkennung
In puncto Navigation zeigt sich der T90 PRO OMNI als umsichtiger Mitbewohner. Die Hinderniserkennung arbeitete in unserem Test über weite Strecken sehr souverän – größere Objekte wie Schuhe oder herumliegende Taschen wurden präzise umfahren.
An seine Grenzen stößt das System jedoch, wenn es ins Detail geht: Besonders kleine Hindernisse, wie etwa Legofiguren oder flache Kleinteile, wurden im Test nicht immer reibungslos erkannt und gelegentlich vor sich hergeschoben. Wer Kinder hat, sollte hier also trotz High-Tech-Sensorik kurz „Grobreinigung“ spielen – eine Einschränkung, die auf alle bislang von uns getesteten Saugroboter zutrifft.
Ein echtes Plus für die Reinigung unter dem Bett oder bei Nacht: Sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden, schaltet der Roboter automatisch ein integriertes LED-Licht ein. Das sorgt dafür, dass die Sensoren auch bei absoluter Dunkelheit den Durchblick behalten und nicht orientierungslos gegen die Möbel poltern.

Ebenfalls positiv: Der Roboter ist trotz der Power im Standardmodus mit ca. 55 dB erstaunlich leise. Man kann im selben Raum arbeiten oder fernsehen, ohne dass es störend wirkt. Die sogenannte PowerBoost-Schnellladung ist ebenfalls enorm praktisch: Wenn der Akku doch mal leer ist, lädt er in drei Minuten genug Energie für weitere 10 % Fläche nach – perfekt für sehr große Häuser.
Wie auch die meisten Saugroboter der Konkurrenz setzt ECOVACS auf Einweg-Staubbeutel in der Station. Das ist hygienisch beim Entleeren, bedeutet aber laufende Kosten und zusätzlichen Müll.
Der Roboter kommt ohne „Aufbau“ (Turm für Sensoren) aus und kommt auf eine Höhe von rund 10 Zentimetern. Wie immer gilt: Prüft im Vorfeld, ob er mit diesen Abmessungen unter Euer Sofa oder andere Möbel passt.
Kletterkünstler: Das TruePass Adaptive 4WD-System
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist das Fahrwerk. Wenn der T90 PRO OMNI auf ein Hindernis wie eine hohe Türschwelle trifft, aktiviert er mechanische Hebelräder. Er überwindet damit bis zu 4 cm. Der Standard im Markt liegt eher bei 2 cm. Die zusätzlichen 2 Zentimeter machen den Unterschied zwischen „Ich sauge die ganze Wohnung“ und „Ich bleibe schon wieder im Flur stecken“. In unserem Test überwand er mühelos Schwellen, an denen bisher die meisten andere Modelle gescheitert sind.

Wischen: Rotierende Walze statt Mops
Mit dem OZMO ROLLER 3.0 setzt ECOVACS bei diesem Gerät auf eine rotierende Wischwalze statt auf vibrierenden Platten. Wasserdüsen befeuchten die Walze während der Fahrt ständig mit Frischwasser, während Schmutzwasser direkt abgezogen wird.

Wir haben eingetrocknete Kaffee- und Ketchup-Flecken auf Fliesen simuliert. Wo viele andere Roboter den Fleck nur einweichen und verteilen, „schrubbt“ die Walze des ECOVACS ihn zuverlässig weg. Die Walze fährt zudem bis auf wenige Millimeter an die Kanten heran, sodass kein manuelles Nachwischen an den Leisten mehr nötig ist. Die Walze wird dafür bei Bedarf an der Seite ausgefahren, um alle Bereiche gut abzudecken.

Software & Alltag: Licht und ein wenig Schatten in der App
Trotz der beeindruckenden Hardware gibt es in der täglichen Nutzung zwei Punkte, die man kennen sollte:
- Herausforderungen beim Mapping: Bodentiefe Fenster und verspiegelte Sockelleisten in der Küche führten in unserem Test zunächst dazu, dass in der App„Geisterräume“ erstelltt wurden. Unsere Empfehlung: Erstellt die Karte am besten bei geschlossenen Vorhängen und deckt Spiegelflächen für den ersten Scan kurz ab. Wenn der Grundriss einmal erstellt ist, findet sich der Roboter im Alltag aber sehr gut zurecht.
- Das App: Die ECOVACS Home App ist mächtig. Jedes Detail, von der Wassertemperatur beim Walzenwaschen bis zur Saugkraft pro Raum, lässt sich einstellen. Doch die Menüführung ist etwas verschachtelt. Wir würden un s eine Auswahl zwischen einer „Einfachen Ansicht“ (für den schnellen Start) und einer „Erweiterten Ansicht“ (für Smart-Home-Profis) wünschen. Aktuell ist die Lernkurve für weniger technikaffine Menschen recht steil.


Gut gefällt uns, dass man die Einstellungen auch während der Reinigung anpassen, also etwa bei Bedarf zum Beispiel die Saugkraft erhöhen oder einen Raum überspringen kann.
Wer keine Lust hat, sich jedes Mal für die Steuerung durch die App-Menüs zu hangeln, findet im T90 PRO OMNI einen sehr folgsamen Zuhörer:
- YIKO: ECOVACS hat einen eigenen Sprachassistenten direkt im Roboter integriert. Ein „OK YIKO, saug unter dem Küchentisch“ reicht aus, und der Roboter macht sich auf den Weg. In unserem Test hat das in den meisten Fällen reibungslos funktioniert, wenngleich wir die Steuerung über einen Smart Speaker bevorzugen, weil hier die Spracherkennung noch zuverlässiger funktioniert.
- Alexa & Google Assistant: Selbstverständlich ist das Gerät auch mit den großen Ökosystemen kompatibel. Wer also bereits sein Haus per Sprache steuert, bindet den T90 einfach in seine bestehenden Routinen ein.
Zukunftssicher dank Matter
Ein echter Pluspiunkt für Smart-Home-Fans ist die Unterstützung des Matter-Standards. Matter ist ein Standard für die Vernetzung von intelligenten Geräte. Egal ob ihr Apple Home, Samsung SmartThings oder Home Assistant nutzt – der T90 PRO OMNI lässt sich herstellerübergreifend integrieren. Ihr seid nicht mehr nur auf die ECOVACS-App angewiesen, sondern könnt den Roboter nahtlos in euer gesamtes Heim-Ökosystem einbetten.
Fazit: Das Kraftpaket für schwierige Fälle
Der ECOVACS T90 PRO OMNI ist kein Gerät für die kleine 2-Zimmer-Neubauwohnung ohne Hindernisse – dafür wäre er schlicht unterfordert. Er ist der Spezialist für große Flächen, Haustierbesitzer und Wohnungen mit hohen Türschwellen. Seine mechanische Kletterfähigkeit und die tatsächliche Schrubb-Leistung der Walze setzen neue Maßstäbe.
Wer die „Eierlegende Wollmilchsau“ sucht und bereit ist, sich ein wenig in die komplexe App reinzufuchsen, kann bedenkenlos zugreifen. Der Verkaufspreis von rund 800 Euro ist unserer Meinung nach mit Blick auf die ausgezeichnete Reinigungsleistung und den sehr hohen Funktionsumfang absolut gerechtfertigt.
Der ECOVACS T90 PRO OMNI ist für rund 800 Euro im Handel, zum Beispiel bei Amazon*, Saturn oder Otto, erhältlich.
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