Home Assistant hat sein August-Update veröffentlicht. Im Zentrum steht diesmal keine spektakuläre neue Funktion, sondern ein grundsätzlicher Kurswechsel: Das System soll noch besser ohne technisches Vorwissen nutzbar sein.

Port-Konfiguration jetzt über die Oberfläche

Neue Installationen von Home Assistant OS laufen künftig standardmäßig ohne die bekannte Portnummer am Ende der Adresse. Wer eine bestehende Installation betreibt, muss nichts unternehmen – der aktuelle Port bleibt unverändert bestehen. Wer den Port dennoch ändern möchte, kann das jetzt direkt über die Oberfläche tun, inklusive Einstellungen für Netzwerkschnittstellen und Trusted Proxies. Ändert sich dabei etwas, wartet Home Assistant fünf Minuten auf eine Bestätigung. Bleibt diese aus, werden die vorherigen Einstellungen automatisch wiederhergestellt.

Abschied von „Advanced“ und „Expert“

An rund 43 Stellen in App, Dokumentation und Begleit-Apps wurden Begriffe wie „erweitert“ oder „Experte“ entfernt. Die Funktionen dahinter bleiben identisch, nur die Beschreibung ändert sich: von einer Einschätzung des Nutzers hin zu einer Beschreibung der Funktion selbst. Im selben Zug wurden die „Entwicklerwerkzeuge“ schlicht zu „Werkzeuge“ umbenannt.

Cloud-Einstellungen neu strukturiert

Die Verwaltungsseite für Home Assistant Cloud von Nabu Casa wurde überarbeitet. Statt einer langen Liste an Schaltern und Optionen gibt es jetzt eine Übersichtsseite, auf der jede Funktion – Fernzugriff, Backups, Sprachassistenten, Companion-App – einen eigenen Bereich mit eigener Unterseite erhält. Neu hinzugekommen ist eine geführte Einrichtung für den Einstieg, die sich jederzeit unterbrechen und später fortsetzen lässt.

Geräteverwaltung im Hintergrund überarbeitet

Bislang konnte es passieren, dass ein physisches Gerät, das über zwei Integrationen eingebunden wurde, von Home Assistant zu einem einzigen Geräteeintrag zusammengeführt wurde. Das führte zu Konflikten bei Angaben wie Modell oder Seriennummer, die nur einen Wert speichern können. Ab diesem Release behält jede Integration ihren eigenen Geräteeintrag. Beim Update werden zuvor zusammengeführte Geräte automatisch getrennt, Entitäten wandern dabei zum passenden Gerät. In seltenen Fällen kann ein Gerät danach doppelt auftauchen; Home Assistant weist in solchen Fällen über eine Reparaturmeldung darauf hin. Automatisierungen und Skripte funktionieren unverändert weiter.

Neue Integrationen

Zu den neu hinzugekommenen Integrationen zählen unter anderem:

  • Dyson Infrared – Steuerung von Dyson-Ventilatoren per Infrarot-Sender
  • Gatus – Einbindung von Service-Monitoring-Daten als Binary Sensors
  • GeoSphere Austria Warnings – amtliche Wetterwarnungen für Österreich
  • Google Health – Gesundheits- und Fitnessdaten, parallel nutzbar zur bestehenden Fitbit-Integration
  • Harbor Sleep – Anbindung eines Babyphones über das lokale Netzwerk
  • Harman Luxury Audio – lokale Steuerung von Netzwerk-Streamern wie dem Arcam Radia ST5
  • Karakeep – Statistiken aus dem selbstgehosteten Bookmarking-Dienst

Bei den bestehenden Integrationen wurden unter anderem Shelly (Enhanced Security, Unterstützung für Leistungsschalter), Reolink (Pre-Siren-Entitäten), Roborock (Erweiterungen für den Q10) und KNX (unter anderem ein neuer Dialog zum Senden von Telegrammen) ausgebaut.

Bei der Quality Scale erreichten Anthropic und SMLIGHT SLZB die Stufe Platin, Nobø Ecohub die Stufe Gold.

Z-Wave-Schlösser: Zugangsverwaltung überarbeitet

Mit Z-Wave JS 1.6.0 erhält jedes unterstützte Schloss einen eigenen Tab zur Zugangskontrolle – vorerst nur in Z-Wave JS UI, nicht im Z-Wave-Panel von Home Assistant selbst. Nutzer können damit mehrere Zugangsdaten pro Person verwalten, etwa PIN und Fingerabdruck gleichzeitig, neue Zugänge direkt am Schloss anlernen und über ein Audit-Log alle Änderungen nachvollziehen.

Weitere Änderungen

  • Der Template-Editor in den Werkzeugen bietet jetzt eine anpassbare, geteilte Ansicht für Eingabe und Ergebnis.
  • Taps auf der Picture-Elements-Karte treffen jetzt zuverlässig das gewünschte Element.
  • Im Energie-Dashboard lässt sich für mehrere Batterien eine Kapazität hinterlegen, wodurch der kombinierte Ladezustand korrekt gewichtet wird.
  • Templates mit numerischem Ergebnis laufen bis zu 40 Prozent schneller.
  • Die Suche findet jetzt auch verknüpfte Szenen, Skripte, Gruppen und Personen.

Breaking Changes

Wer folgende Integrationen nutzt, sollte vor dem Update die Release Notes prüfen: AirNow, Gardena Bluetooth, Edifier Infrared, Ohme, Paperless-ngx, Robot Vacuums, ScreenLogic, UniFi Protect und Volvo On Call.

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.