Ich habe mir Home Assistant vor einiger Zeit ausführlich angeschaut und finde das System nach wie vor sehr gelungen – am Ende habe ich mich damals dann aber doch für Homey Pro entschieden, weil mir der Aufwand für Einarbeitung und Konfiguration dort etwas kleiner erschien.

Home Assistant 2026.7 zeigt jetzt, wie ernst das Projekt genau diesen Kritikpunkt nimmt: Die im Dezember 2025 als Labs-Funktion gestartete neue Trigger- und Bedingungslogik ist jetzt für alle Nutzer freigeschaltet und ersetzt den bisherigen Standardweg im Automatisierungs-Editor.

Einfachere Automatisierungen mit Home Assistant

Genau der Teil, der bei der Einarbeitung am meisten Zeit kostet, wird jetzt einfacher: Bislang musstet ihr beim Anlegen einer Automatisierung wissen, welche Entität welchen Zustand annimmt – schaltet ein Sensor auf on, detected oder home? Braucht ihr einen State-, Numeric-State- oder Device-Trigger? Die neuen purpose-specific Trigger und Bedingungen fragen stattdessen direkt nach dem Ereignis, das euch interessiert: „Temperatur unterschreitet Schwellenwert“ oder „Akku niedrig“, ohne dass ihr wisst, ob ein Gerät seinen Akkustand als Prozentsensor meldet.

Screenshot des Home-Assistant-Dialogs „Add trigger" im Automatisierungs-Editor: Links eine Bereichsauswahl mit „Living Room" als Ziel, rechts die passenden purpose-specific Trigger wie „Battery level crossed threshold" und „Thermostat started cooling"
Im neuen Trigger-Dialog wählt ihr zuerst einen Bereich wie das Wohnzimmer aus – Home Assistant zeigt euch danach nur noch Trigger, die dort tatsächlich Sinn ergeben, etwa zum Akkustand oder zur Thermostat-Funktion.

Die neuen Bausteine lassen sich außerdem auf ganze Bereiche statt auf einzelne Entitäten anwenden. Eine Automatisierung für Bewegung im Wohnzimmer funktioniert unabhängig davon, ob dort ein oder zehn Sensoren hängen, und bleibt auch dann korrekt, wenn ihr später ein Gerät austauscht.

Zusätzlich können Integrationen jetzt eigene Trigger und Bedingungen mitbringen, etwa eine Waschmaschinen-Integration mit einem simplen „Wäsche ist fertig“-Trigger, ohne dass ihr euch mit den zugrunde liegenden Zustandswerten beschäftigen müsst. Bestehende Automatisierungen, Templates und YAML-Konfigurationen laufen unverändert weiter, ein Umstieg ist nicht verpflichtend.

Neue Activity-Zeitleiste und ein Update-all-Button

Auch das bisherige Logbuch hat sich verändert: Es heißt jetzt Activity und zeigt Ereignisse als Zeitleiste statt als Liste voller Volltextsätze. Jeder Eintrag bekommt einen farbigen Punkt in der Zustandsfarbe, ist nach Tagen gruppiert (Heute, Gestern, Datum) und zeigt zusätzlich, wer oder was die Änderung ausgelöst hat, etwa über das Profilbild einer Person oder das Icon einer Automatisierung.

Auf der Updates-Seite in den Einstellungen gruppiert Home Assistant 2026.7 anstehende Updates nun in Karten für Home-Assistant-Kern, Integrationen und Apps und ergänzt jede Kategorie um einen Update-all-Button.

Das Release bringt außerdem zehn neue Integrationen sowie eine überarbeitete Zigbee-Geräteverwaltung in ZHA mit. Wer ein wenig Zeit mitbringt, findet mit Home Assistant weiterhin eine sehr gute, zukunftssichere und durch Open Source kostenlose Lösung – und mit 2026.7 wird genau die Einstiegshürde kleiner, die bei mir seinerzeit den Ausschlag zu Homey Pro gegeben hat. Das Update steht ab sofort kostenlos über Einstellungen > Updates bereit; wer eigene Automatisierungen mit umbenannten Trigger- oder Bedingungs-Keys nutzt (etwa battery.low), muss diese einmal neu auswählen oder in der YAML-Konfiguration anpassen.

Mehr Infos und Download-Optionen findet ihr auf der Home Assistant-Website.

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.