Die quelloffene Musikzentrale Music Assistant ist in Version 2.10 erschienen – veröffentlicht am 26. August, gut eine Woche vor der IFA in Berlin, wo das Projekt aus dem Umfeld der Open Home Foundation mit einem eigenen Stand vertreten ist. Wer Music Assistant in Home Assistant einbindet, um seine Streaming-Dienste und Lautsprecher unter einer Oberfläche zu bündeln, bekommt mit dem Update zwei neue Plugins, eine überarbeitete Bedienleiste und Anbindung an rund ein Dutzend zusätzlicher Dienste.

Neue Bedienleiste und schlaueres Shuffling

Die Wiedergabeleiste am unteren Bildschirmrand wurde neu gebaut und konzentriert sich jetzt auf die drei Handgriffe, die ihr am häufigsten braucht: Player auswählen, Lautsprecher gruppieren und Lautstärke ändern. Gruppierung und Lautstärke laufen über schwebende Bedienelemente, die auf Desktop und Smartphone gleichermaßen funktionieren. Das Design ist laut Projekt gemeinsam mit der Community über ein geteiltes Figma-Layout entstanden.

Dazu kommt eine konfigurierbare Autoplay-Funktion: Läuft eure Warteschlange leer, spielt Music Assistant je nach Einstellung ähnliche Songs, Mixe aus eurer Bibliothek oder eine feste Playlist weiter. Der Bibliotheks-Modus arbeitet komplett offline und braucht keinen Streaming-Anbieter. Der neue Smart Shuffle wertet zusätzlich eure Hörhistorie aus, um kürzlich Gespieltes nicht direkt zu wiederholen, und kann mehrere Quellen gleichzeitig mischen – etwa Alben und Playlists parallel, aus denen dann laufend Titel gezogen werden. Ein- und ausschalten lässt sich das direkt in der Warteschlange.

Zwei neue Plugins: Musik-Quiz und KI-Radio-DJ

Das Music-Quiz-Plugin macht aus eurer Anlage ein Partyspiel für mehrere Leute. Es gibt drei Modi: „Guess the Song“ (wer den laufenden Titel zuerst erkennt, bekommt die meisten Punkte), eine Musik-Timeline, auf der ihr Songs chronologisch einordnet, und ein Musik-Quiz mit Fragen zu Künstlern und Alben. Mitspielen geht per QR-Code über das eigene Smartphone, ohne App-Installation oder Konto. Neben dem Betrieb an einem Lautsprecher im Raum gibt es einen Remote-Modus für eine Silent Disco, bei der die Musik nur auf den Kopfhörern der Teilnehmer läuft.

Screenshot: Music Assistant
Die Programmoberfläche von Music Assistant

Der zweite Neuzugang ist ein KI-Radio-DJ, der Sprachmodell und Text-to-Speech kombiniert. Zwischen den Titeln kann er An- und Absagen einsprechen, dazu Wetter oder kurze Nachrichten einstreuen, wobei ihr Art und Häufigkeit der Einwürfe selbst festlegt. Eine komplette Station lässt sich vorab zusammenstellen oder die Segmente werden während des Hörens dynamisch erzeugt.

Mehr Quellen, mehr Player

Bei den Quellen wächst Music Assistant deutlich über klassische Musik hinaus. Neu dabei sind unter anderem die Podcast-Dienste Pocket Casts und Overcast, die Hörbuch-Anbieter Storytel und Audible (inklusive Whispersync), die Radiosender Sveriges Radio und ABC Radio Network sowie die Cloudspeicher Google Drive und OneDrive. Dazu gibt es lokal erzeugte Ambient-Sounds, Rainy Mood und über teddycloud eine Anbindung an die Toniebox.

Auf der Geräteseite unterstützt die neue Version Bose SoundTouch, die lokale Steuerung der Yandex Station und das Mehrzonen-System AmpliPi. Ergänzend feilt das Projekt an weiteren Details: Smart Fades achten bei Übergängen nun auf Gesang und Energie eines Songs, ein Milkdrop-Visualizer sorgt für Bildschirm-Effekte, dazu kommen Sleep-Timer, Hörbuch-Sammlungen und castbare Now-Playing- und Party-Dashboards. Parallel nähert sich die Verschlüsselung Sendspin ihrer v1-Version, mit der Audio verschlüsselt an die Lautsprecher wandert und Sendspin-Geräte umgekehrt auch Ton in Music Assistant einspeisen können.

Music Assistant ist quelloffen und kostenlos, Version 2.10 steht ab sofort bereit. Neue Funktionen erscheinen im festen Drei-Monats-Takt – die nächste größere Ausgabe ist damit gegen Jahresende zu erwarten. Angesichts der Tatsache, dass für immer mehr Smart-Home-Funktionen ein Abo fällig wird, ist eine so aktiv gepflegte Gratis-Lösung eine erfreuliche Ausnahme.

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.