Schneider Electric hat über seine Tochtergesellschaft SE 2026 A SAS eine Investitionsvereinbarung mit Shelly Group unterzeichnet und plant ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien. Geboten werden 70 Euro je Aktie in bar, das entspricht einer Bewertung von rund 1,2 Milliarden Euro.Shelly Group notiert sowohl an der bulgarischen Börse als auch in Frankfurt unter dem Kürzel SLYG.
Beide Gründer machen mit, die Mindestannahmequote liegt bei 95 Prozent
Beide Gründer von Shelly Group unterstützen den Deal. Mitgründer und Co-CEO Dimitar Dimitrov hält rund 29 Prozent der Anteile, er will seine Aktien einliefern und sich anschließend an Schneider Electric beteiligen. Mitgründer Svetlin Todorov, der 28 Prozent hält, verkauft seine Anteile in zwei Tranchen.
Läuft alles wie geplant, rechnet Schneider Electric mit der behördlichen Freigabe durch die bulgarische Finanzaufsicht FSC gegen Ende 2026 oder Anfang Dezember 2026.
Schneider Electric will Standort und Team in Bulgarien erhalten
Schneider Electric erklärt, der Hauptsitz in Bulgarien, die Organisationsstruktur und die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Shelly Group sollen mindestens drei Jahre nach Abschluss der Transaktion bestehen bleiben. Ziel sei es, Shellys Technologieplattform und Kundennähe mit der globalen Reichweite und dem Energiemanagement-Know-how von Schneider Electric zu verbinden, ohne die unternehmerische Kultur des Herstellers aufzugeben – so zumindest die Ankündigung.
Für Shelly Group bedeutet das laut Schneider Electric die Chance, die internationale Skalierung der eigenen, softwarebasierten Plattform zu beschleunigen. Aus unserer Sicht sind das zunächst Ankündigungen zum Zeitpunkt der Übernahme; ob Standort, Team und Eigenständigkeit tatsächlich drei Jahre und länger unangetastet bleiben, zeigt erst der Blick auf ähnliche Deals in der Branche.
Unsere Einschätzung: Die offene Shelly-Welt steht auf dem Prüfstand
Shelly hat sich vor allem deshalb eine treue Fangemeinde aufgebaut, weil die Geräte lokal über eine offene API ansprechbar sind – ganz ohne Cloud-Zwang und ohne Abo.
Schneider Electric ist in erster Linie ein Konzern für Energiemanagement und Industrieautomation, kein Smart-Home-Anbieter im klassischen Sinn. Ob die lokale, offene Ausrichtung von Shelly unter diesem Dach erhalten bleibt oder mittelfristig stärker in Richtung Cloud-Dienste und Energiemanagement-Ökosysteme von Schneider Electric verschoben wird, bleibt abzuwarten.
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