Meta hat auf der Meta Connect 2026 mit den Meta VR Glasses ein komplett neues VR-Gerät vorgestellt, das mit der bisherigen Quest-Reihe kaum noch etwas gemein hat. Statt eines geschlossenen Headsets gibt es jetzt ein rund 100 Gramm leichtes Gestell aus Magnesiumlegierung, das an den Seiten und unten offen bleibt und den Blick auf die Umgebung freigibt. Verkaufsstart soll laut Meta im Frühjahr 2027 sein, ein genaues Datum nennt der Hersteller noch nicht.
Display: Micro-OLED bringt Schärfe, aber ein schmaleres Sichtfeld
Herzstück sind zwei Micro-OLED-Displays mit 120 Hz und einer Auflösung von 2.412 × 2.288 Pixeln pro Auge. Das Sichtfeld fällt mit 70 Grad horizontal und 66 Grad vertikal deutlich kleiner aus als bei der Quest 3, die laut Meta auf rund 110 × 96 Grad kommt.
Dafür erreicht die Brille mit 37 Pixeln pro Grad (PPD) eine höhere Pixeldichte als Apples Vision Pro mit 34 PPD – dort ist das Sichtfeld im Gegenzug deutlich breiter. Wer bislang vor allem die Bildschärfe an VR-Headsets gestört hat, bekommt hier ein schärferes Bild; wer ein großes Sichtfeld für Spiele sucht, muss sich umgewöhnen.
Technik: Rechenleistung steckt im externen Puck
Die Rechenleistung liefert ein Snapdragon Reality Elite, der nicht in der Brille selbst sitzt, sondern in einem externen „Compute Puck“, der über ein Glasfaserkabel angebunden ist. Dazu kommen 12 GB Arbeitsspeicher und laut Meta dasselbe Betriebssystem wie bei der Quest 3. Ein Vier-Kamera-System für Eye-Tracking sowie Face-Tracking sollen unter anderem realistischere Avatare ermöglichen, eine Iris-Erkennung dient als biometrische Anmeldung.
Der Puck soll laut Hersteller für mehr als drei Stunden gemischte Nutzung reichen und lässt sich über ein mitgeliefertes 45-Watt-Netzteil auch während des Tragens nachladen. Handtracking ist eingebaut, für mehr Präzision gibt es optional die Touch-Plus-Controller; auch die Controller der Quest 3 und Quest 3S sollen kompatibel sein. Für den Sitz bietet Meta eine individuell einstellbare Pupillendistanz von 56 bis 70 Millimetern sowie über den Partner Zenni Optical erhältliche Korrekturgläser.
Inhalte: Streaming-Partner und IMAX-Zertifizierung sind mit an Bord
Zum Start sind Disney+, Peacock, HBO, YouTube und Prime Video als Streaming-Partner dabei, dazu unterstützt die Brille Dolby Vision und Dolby Atmos für ausgewählte Filme. Für Kinoinhalte ist das Gerät zudem „IMAX Enhanced“ zertifiziert – eine Auszeichnung, die bislang vor allem AV-Receiver und Fernseher trugen.
Aus unserer Sicht macht das die Meta VR Glasses vor allem für Filme und Serien interessant, weniger für actionreiche Spiele – dafür ist das schmale Sichtfeld eher hinderlich. Wie gut sich das im Alltag wirklich anfühlt, muss sich erst noch zeigen.
Preis: 1.300 Dollar sind günstiger als Apples Vision Pro
Aber: Mit 1.300 Dollar für die bislang einzige angekündigte 128-GB-Version (per microSD auf bis zu 1 TB erweiterbar) ist die Brille kein Schnäppchen. Verglichen mit Apples Vision Pro, die zum Start rund 3.500 Dollar kostete, ist sie trotzdem deutlich günstiger – bei allerdings auch deutlich kleinerem Funktionsumfang.
Aus unserer Sicht lohnt sich der Aufpreis gegenüber der rund 500 Dollar teuren Quest 3 vor allem für alle, denen ein kompaktes, offenes Design und ein schärferes Bild wichtiger sind als ein großes Sichtfeld für Spiele.
Die Meta VR Glasses sollen im Frühjahr 2027 in zwei Rahmengrößen (Standard und Large) für jeweils 1.300 Dollar (128 GB) an den Start gehen. Einen Preorder-Termin nennt Meta noch nicht, ebenso wenig einen Starttermin für den deutschen Markt.
Unterhaltungselektronik und mehr Ideen für dein vernetztes Zuhause: Jetzt den kostenlosen Newsletter anfordern!