Die Myenergi Zappi ist keine Wallbox für alle – aber für Hausbesitzer mit Photovoltaikanlage ist sie eine empfehlenswerte Lösung, um das E-Auto möglichst günstig zu laden. In unserem Test hat sich gezeigt, dass das Konzept des PV-Überschussladens im Alltag problemlos funktioniert, und zwar ohne großes Zutun.
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Die Myenergi Zappi ist seit einigen Jahren auf dem Markt und hat sich in der Szene der PV-Anlagenbesitzer einen soliden Ruf erarbeitet. Nicht ohne Grund: Wo andere Wallboxen einfach laden, denkt die Zappi mit – zumindest dann, wenn ihr ihr die Möglichkeit dazu gebt.
Das Grundprinzip ist einfach: Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, produziert tagsüber Strom, der idealerweise direkt genutzt werden sollte. Statt überschüssigen Solarstrom für wenige Cent ins Netz einzuspeisen, könnt ihr ihn mit der Zappi direkt ins E-Auto leiten.
Der Preis von rund 750 Euro liegt deutlich über dem einer Standard-Wallbox ohne Solarintegration. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt stark davon ab, wie viel Solarstrom ihr täglich produziert und wie ihr euer Auto nutzt. Wir haben die Zappi jetzt seit rund 3 Jahren im Alltag betrieben – hier sind unsere Eindrücke des Systems.
Kurzfazit: Die Myenergi Zappi* (rund 750 €) ist eine Wallbox fürs PV-Überschussladen: Über herstellerunabhängige CT-Klemmen im Sicherungskasten lädt sie das E-Auto gezielt mit überschüssigem Solarstrom – wahlweise in den Modi ECO+ (nur PV-Überschuss), ECO (PV bevorzugt, Netz bei Bedarf) oder FAST (volle Leistung). Sie regelt stufenlos zwischen 6 und 32 A (ca. 1,4–22 kW), bringt einen integrierten FI mit (kein externer RCD nötig) und ist mit nahezu jeder PV-Anlage und jedem E-Auto kompatibel. Im HouseControllers-Langzeittest (rund 3 Jahre) überzeugte das Überschussladen zuverlässig; schwächer sind das kleine Display und der App-Funktionsumfang. Klare Empfehlung für PV-Haushalte mit Fokus auf Eigenverbrauch.
Myenergi Zappi
0.00Vorteile
- Unkompliziertes, zuverlässiges PV-Überschussladen (3 Jahre Langzeittest)
- Drei Lademodi (ECO+, ECO, FAST) für jede Ladesituation
- Herstellerunabhängig über CT-Klemmen – mit fast jeder PV/jedem E-Auto kompatibel
- Integrierter FI (kein externer RCD nötig) – spart Installationsaufwand
- Übersichtliche Energiefluss-App inkl. Boost; Updates über das Netz
- Dynamisches Lastmanagement schützt die Hauptsicherung
Nachteile
- App-Funktionsumfang ausbaufähig (keine Widgets, Siri, Shortcuts)
- Display und Tastenbedienung am Gerät wenig intuitiv
- Relativ hoher Preis (rund 750 €)
- CT-Klemmen-Montage im Sicherungskasten nötig (ggf. Elektriker)
Solarstrom-Integration: Herstellerunabhängig und dennoch präzise
Was die Zappi von vielen Konkurrenzprodukten unterscheidet, ist ihre Unabhängigkeit vom Wechselrichter. Statt auf eine proprietäre Schnittstelle zu setzen, nutzt myenergi externe CT-Klemmen, die direkt im Sicherungskasten montiert werden und den Stromfluss im Haus messen. Das ermöglicht eine präzise Regelung des Ladevorgangs auf Basis des tatsächlichen Energieflusses.
Im HouseControllers-Test hat sich gezeigt, dass diese Methode im Alltag zuverlässig funktioniert. Die Wallbox erkennt Veränderungen im Hausverbrauch schnell und passt die Ladeleistung entsprechend an.
Wer auf eine Kabelverbindung zwischen CT-Klemmen und Wallbox verzichten möchte, kann das optionale Harvi-Modul nachrüsten. Es überträgt die Messdaten per Funk (868/915 MHz) mit einer Reichweite von bis zu 30 Metern. Für größere Gebäude oder komplexere Installationen eine sinnvolle Ergänzung mit einem überschaubaren Aufpreis: Rund 70 Euro werden für das kleine Modul fällig.
Drei Lademodi – und wann ihr welchen nutzt
Die Bedienung des Systems ist simpel. Im Kern müsst ihr euch nur zwischen den drei Lademodi entscheiden, nachdem ihr euer Auto mit der Wallbox verbunden habt: ECO+, ECO und FAST. Sie lassen sich entweder direkt über die Tasten an der Wallbox oder per App umschalten.
Im ECO+-Modus lädt die Zappi ausschließlich mit Überschussenergie aus eurer Solaranlage. Sobald im Haushalt mehr Strom benötigt wird als die PV-Anlage gerade liefert, pausiert der Ladevorgang automatisch und setzt sich fort, wenn wieder genug Solarstrom vorhanden ist. Das bedeutet: kein Netzstrom, keine zusätzlichen Kosten – aber ihr braucht Zeit und Geduld. Wer sein Auto morgens ansteckt und erst abends wieder braucht, ist mit diesem Modus bestens bedient.
Der ECO-Modus ist der Kompromiss: Die Zappi bevorzugt Solarstrom, greift bei Bedarf aber auch auf das Netz zurück. Die Ladeleistung wird dabei kontinuierlich an die aktuelle Erzeugungssituation angepasst. In unserem Test hat uns aufgefallen, wie flüssig diese Anpassung funktioniert – die Wallbox regelt die Ladeleistung stufenlos zwischen 6 A und 32 A, also zwischen rund 1,4 kW und 22 kW.
FAST ist der klassische Modus ohne Wenn und Aber: Die Zappi lädt mit maximaler verfügbarer Leistung, unabhängig davon, wie viel Solarstrom gerade produziert wird. Strom kommt dann aus der PV-Anlage, dem Hausspeicher oder dem öffentlichen Netz – je nach Verfügbarkeit. Wenn ihr schneller wieder losfahren wollt oder die PV-Anlage absehbar nicht genug Strom produzieren wird (zum Beispiel im Herbst oder Winter), wählt ihr diese Option.
| Modus | Funktion |
|---|---|
| ECO+ | lädt ausschließlich mit PV-Überschuss; pausiert, wenn zu wenig Solarstrom da ist |
| ECO | bevorzugt Solarstrom, ergänzt bei Bedarf Netzstrom; Ladeleistung stufenlos angepasst |
| FAST | lädt mit maximaler verfügbarer Leistung (PV, Speicher oder Netz), unabhängig vom Solarertrag |
Verarbeitung, Display und Installation
Die Zappi kommt in einem Kunststoffgehäuse aus PC/ASA, das mit IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt ist.
Das Display mit Hintergrundbeleuchtung zeigt den aktuellen Lade- und Stromstatus an. In der Praxis ist die recht kleine Anzeige funktional, aber nicht sonderlich komfortabel. Das Display ist klein, und die Tastenbedienung direkt an der Wallbox ist nicht immer selbsterklärend. Wer die Zappi regelmäßig bedienen möchte, wird schnell auf die App zurückgreifen.

Die Wallbox ist in zwei Anschlussvarianten erhältlich: mit fest verbautem Typ-2-Kabel (6,5 m Länge) oder als Variante mit Typ-2-Steckdose. Beide Varianten gibt es in Weiß und Schwarz. Der integrierte Fehlerstromschutzschalter (30 mA Typ A RCD plus 6 mA DC-Schutz) bedeutet in der Praxis, dass kein zusätzlicher externer RCD in der Hausinstallation erforderlich ist – das vereinfacht die Elektrikerarbeit und kann Installationskosten sparen.
App und Konnektivität: Hier ist noch Luft nach oben
Die Myenergi-App ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt für die tägliche Nutzung der Zappi. Ihr verbindet die Wallbox mit eurem Heimnetzwerk, und schon habt ihr von überall Zugriff. Der Einstieg in die App macht einen guten ersten Eindruck: Die Startansicht zeigt den Energiefluss im Haus als übersichtliche Grafik – PV-Anlage, Hausnetz, Zappi und öffentliches Stromnetz sind als Knoten dargestellt, mit Pfeilen, die die aktuelle Flussrichtung und die jeweilige Leistung in Kilowatt anzeigen.
Ihr seht auf einen Blick, wie viel Solarstrom gerade produziert wird, wie viel davon ins Auto fließt, wie viel das Haus verbraucht und ob gerade Strom aus dem Netz bezogen wird. Schöner Nebeneffekt: Mit der App könnt ihr auch Stromfresser in eurem Haushalt aufspüren. Wir waren zum Beispiel erstaunt, wie viel Strom unser Durchlauferhitzer im Betrieb benötigt (ja, das sollte eigentlich nicht überraschen, aber wir hatten es bislang wohl bewusst verdrängt).


Zusätzlich zeigt die App den aktuellen Anteil erneuerbarer Energie in Prozent an – im Eco+-Modus lässt sich so nachverfolgen, ob das Auto tatsächlich mit 100 % Solarstrom geladen wird.
Für den Eco-Modus lässt sich außerdem ein Mindeststromanteil aus erneuerbaren Quellen per Schieberegler einstellen, von 1 % bis 100 %.
Die Boost-Funktion verdient einen eigenen Absatz, weil sie im Alltag durchaus nützlich ist. Ihr könnt manuell eine bestimmte Energiemenge in Kilowattstunden vorgeben – zum Beispiel 5 kWh –, die die Zappi dann mit maximaler Leistung ins Fahrzeug lädt, bevor sie wieder in den eingestellten Lademodus wechselt. Alternativ gibt es einen smarten und einen geplanten Boost, mit dem sich Ladevorgänge zeitlich vorausplanen lassen. Wer abends um 22 Uhr losfahren muss und tagsüber im Eco+-Modus lädt, kann so sicherstellen, dass das Auto rechtzeitig voll ist – auch dann, wenn die PV-Anlage mal nicht genug Strom produziert.
Die Ladehistorie zeigt abschließend den Verlauf der geladenen Leistung als Diagramm an, filterbar nach Zeitraum.
Alle wichtigen Funktionen lassen sich also recht unkompliziert in der App einstellen. Wir hätten uns dennoch gewünscht, dass myenergi den Funktionsumfang konsequenter in das iOS-Ökosystem (und in das Android-Ökosystem) einbettet. Funktionen wie Homescreen-Widgets, Apple Shortcuts und Siri-Unterstützung fehlen beispielsweise.
Gerade für eine Wallbox, die regelmäßig genutzt wird, wären das aus unserer Sicht keine Spielereien, sondern praktische Komfortgewinne – ein schneller Blick aufs Widget, um den Solaranteil zu checken, oder ein Shortcut, der den Lademodus mit einem Tap wechselt. Hier bleibt die App aktuell noch hinter ihren Möglichkeiten zurück.
| Typ | Wallbox mit PV-Überschussladen |
|---|---|
| Ladeleistung | bis 22 kW; stufenlos 6–32 A (ca. 1,4–22 kW) |
| Lademodi | ECO+ (nur PV-Überschuss) · ECO (PV bevorzugt + Netz) · FAST (max. Leistung) |
| Solar-Integration | herstellerunabhängig über CT-Klemmen im Sicherungskasten; optional Harvi-Funkmodul (868/915 MHz, bis 30 m, ~70 €) |
| Anschluss | fest verbautes Typ-2-Kabel (6,5 m) oder Typ-2-Steckdose; Weiß oder Schwarz |
| Schutz | integrierter FI: 30 mA Typ A RCD + 6 mA DC-Schutz (kein externer RCD nötig) |
| Gehäuse | PC/ASA, IP65 (staub- und strahlwassergeschützt) |
| Display | beleuchtet, klein, ohne Touch; Tastenbedienung am Gerät |
| App | Energiefluss-Grafik, Modi-Wechsel, EE-Anteil, Boost (manuell/smart/geplant), Ladehistorie; keine Widgets/Siri/Shortcuts |
| Preis | rund 750 € (Amazon 749,90 €) |
Fazit: Empfehlenswerte Lösung für PV-Überschussladen
Die Myenergi Zappi ist eine der überzeugendsten Wallboxen für Haushalte mit Photovoltaikanlage. Das Konzept des PV-Überschussladens funktioniert im Alltag zuverlässig und ohne Kompromisse bei der Kompatibilität: Die Zappi läuft mit nahezu jeder Solaranlage und jedem Elektroauto. Die drei Lademodi decken unterschiedliche Anforderungen ab, und das dynamische Lastmanagement verhindert, dass die Hauptsicherung überlastet wird – ein praktischer Vorteil, der bei der Installation Spielraum lässt.
Kommen wir zu den Schwachpunkten: Die App bleibt aktuell hinter dem zurück, was technisch möglich wäre – ein Nachteil, den der Hersteller mit künftigen App-Updates ausbügeln kann.
Das Display an der Wallbox selbst ist eher funktional als wirklich komfortabel. Außerdem müsst ihr bereit sein, rund 750 Euro zu investieren – deutlich mehr als für eine einfache Wallbox ohne Solarintegration.
Für wen lohnt sich die Zappi? Für diejenigen, die eine PV-Anlage auf dem Dach haben, viel Wert auf Eigenverbrauch legen und bereit sind, den Aufpreis zu zahlen. Wenn ihr kein Solardach habt oder einfach günstig und schnell laden wollt, gibt es preiswertere Alternativen, die den Job ebenfalls solide erledigen.
Die Wallbox ist für rund 750 Euro im Handel, zum Beispiel bei Amazon*, erhältlich. Mehr Infos findet ihr beim Hersteller Myenergi.
Rund 750 € (Amazon 749,90 €, Stand 06/2026). Das optionale Harvi-Funkmodul kostet zusätzlich etwa 70 €.
Nein, laden geht auch ohne. Ihre eigentliche Stärke – das PV-Überschussladen – entfaltet sie aber nur mit Solaranlage. Ohne PV gibt es preiswertere Wallboxen.
Herstellerunabhängig: Sie misst den Stromfluss über CT-Klemmen im Sicherungskasten und läuft so mit nahezu jeder Solaranlage und jedem Elektroauto.
Drei: ECO+ (nur PV-Überschuss), ECO (Solar bevorzugt, Netz bei Bedarf) und FAST (maximale Leistung). Umschaltbar per Taste an der Wallbox oder über die App.
Sie regelt stufenlos zwischen 6 und 32 A, also rund 1,4 bis 22 kW.
Keine Produkte gefunden.
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