Apple veröffentlicht heute iOS 27, iPadOS 27, tvOS 27, watchOS 27 und macOS 27 „Golden Gate“. Eine Uhrzeit nennt Apple wie immer nicht, erfahrungsgemäß schaltet das Unternehmen die Updates um 10 Uhr pazifischer Zeit frei – bei uns also gegen 19 Uhr. Die Home-App bekommt dabei neue Kamerafunktionen, 4K-Aufzeichnung und einen Bereich für den Stromverbrauch. Aber: Ein Teil davon setzt ein iCloud+-Abo voraus.

Was die Home-App neu kann

Der Schwerpunkt liegt bei den Kameras. Die Home-App fasst Bewegungsereignisse künftig in Textform zusammen und unterscheidet dabei zwischen Personen, Tieren, Fahrzeugen, Paketen und allgemeiner Bewegung – aus einer Meldung wird also ein Satz wie „eine Person ging durch den Raum“. Erfassen mehrere Kameras dasselbe Ereignis, verknüpft die App die Aufnahmen zu einem Ablauf, statt euch drei einzelne Clips vorzusetzen. Dazu kommen ein Bereich für hervorgehobene Aufnahmen und eine Suche in natürlicher Sprache, die auch über Spotlight funktioniert: Ihr fragt nach der Paketlieferung und bekommt die passende Stelle.

Daneben gibt es immerhin auch Neuerungen, die kein Apple Intelligence voraussetzen. HomeKit Secure Video unterstützt jetzt 4K statt bisher 1080p bei Stream und Aufzeichnung. Ein Energie-Bereich zeigt den Verbrauch kompatibler Zwischenstecker, allerdings vorerst ohne Möglichkeit, darauf Automationen aufzubauen. Apple TVs lassen sich aus der Home-App heraus aktualisieren, das Koppeln neuer Geräte geht schneller, die Einrichtung von Matter-Zubehör wurde vereinfacht, und Apple unterstützt nun Thread 1.4.

Voraussetzung für die KI-Funktionen sind ein iPhone 15 Pro oder neuer sowie eine Steuerzentrale in Form eines Apple TV mit tvOS 27 oder eines HomePod mit Software 27 – der Mac zählt weiterhin nicht als Steuerzentrale, bekommt die neue Home-App mit macOS 27 aber ebenfalls.

HomeKit Secure Video: Im 10-Euro-Abo fasst die KI nur eine Kamera zusammen

Die Zusammenfassungen sind an die iCloud+-Stufe gekoppelt. Mit 2 TB für rund 10 Euro im Monat dürft ihr genau eine Kamera auswerten lassen, zwei Kameras erfordern 6 TB für rund 30 Euro, fünf Kameras 12 TB für rund 60 Euro. In den Betaversionen waren mit dem 2-TB-Abo noch vier bis fünf Kameras möglich, wie Nutzer im HomeKit-Forum auf Reddit berichten – erst nach dem Update auf tvOS 27 RC schrumpfte die Zahl auf zwei und schließlich auf eine. Aufzeichnen dürft ihr weiterhin ab 50 GB mit einer Kamera, ab 200 GB mit fünf und ab 2 TB mit beliebig vielen.

In den Einstellungen der Home-App lässt sich pro Kamera festlegen, welche die Zusammenfassungen bekommt. Wer Haustür, Einfahrt und Garten im Blick hat, muss künftig zwei davon ohne KI-Auswertung betreiben oder auf die nächste Abostufe wechseln. Apple hält sich in seinem Supportdokument außerdem ausdrücklich offen, die Kameraanzahl später weiter zu ändern.

Künstliche Intelligenz: Siri lässt sich offenbar gegen fremde Modelle tauschen

In den privaten Frameworks von iOS 27 und macOS Golden Gate hat der Entwickler „pdfu“ zwei Mechanismen gefunden, die Apples neue Siri-Architektur für fremde KI-Modelle öffnen. Der erste heißt Model Delegation und lässt Claude als Siri-Erweiterung auftreten, so wie es die eingebaute ChatGPT-Erweiterung bereits tut.

In einem Video wird Siri gebeten, Claude eine Erinnerung anlegen zu lassen: Claude interpretiert den Wunsch, angelegt wird die Erinnerung anschließend von Siri. Sobald eine Systemfunktion ins Spiel kommt, gibt das fremde Modell die Aufgabe also an Apple zurück.

Über einen Inference Provider in den Model Manager Services lässt sich Apples serverseitiges Siri-Modell komplett durch ein anderes ersetzen. Das fremde Modell bekommt dabei Apples Siri-Planer-Prompt samt Tool-Definitionen, kann damit Systemaktionen auslösen, erhält die dabei anfallenden Daten und formuliert eine Antwort, die Siri über die eigene Oberfläche und mit der eigenen Stimme ausgibt. Grund für diese Offenheit dürfte der Digital Markets Act der EU sein, der Apple verpflichtet, Dritten Zugang zu Funktionen zu geben, die die eigenen Dienste nutzen – die EU-Kommission hat ausdrücklich klargestellt, dass das auch für Siri gilt.

Und jetzt kommt der Haken: Nutzbar ist davon bislang sehr wenig: Im Release Candidate von macOS 27 funktioniert nur die ChatGPT-Erweiterung, Claude fehlt noch, und die Freigabe der Model Delegation für Drittanbieter hat Apple nicht erteilt. Für das Smart Home ist die Richtung trotzdem relevant, weil Siri die Sprachsteuerung für das gesamte HomeKit-Zubehör ist. Ob Apple den Zugriff auch auf Geräte und Szenen ausdehnt, sagt der Code-Fund nicht.

Was davon in Deutschland läuft

Die Home-Funktionen könnt ihr hierzulande nutzen. Apple führt sie auf der deutschen Apple-Intelligence-Seite selbst auf: das Zusammenfassen von Mitteilungen zu ähnlichen Aktivitäten und das Beschreiben von Ereignissen in ausgewählten HomeKit-Secure-Video-Aufnahmen. Apple Intelligence ist in der EU seit iOS 18.4 verfügbar und unterstützt Deutsch als eine von 16 Sprachen. Ob auch die Suche in natürlicher Sprache nach Aufnahmen auf Deutsch funktioniert, lässt Apple offen – auf der deutschen Seite stehen nur die beiden genannten Punkte.

Die neue Siri fehlt dagegen. In Apples eigener Fußnote steht, dass Siri AI auf Englisch startet und in der EU vorerst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS läuft; für macOS 27 und visionOS 27 ist der Start in Europa vorgesehen, zunächst ebenfalls nur auf Englisch. Apple begründet das mit dem Digital Markets Act und sieht Datenschutz- und Sicherheitsrisiken, wenn konkurrierende Assistenten denselben Systemzugriff bekommen. Die EU-Kommission widerspricht: Der DMA hindere niemanden daran, neue Produkte in Europa einzuführen, die Entscheidung liege bei Apple. Apples Vorschlag, andere KI-Dienste über 18 Monate gestaffelt zuzulassen, hat die Kommission abgelehnt.

Im Ergebnis bedeutet das: Deutschland muss (noch) länger auf eine zeitgemäße Siri warten.

Unsere Einschätzung

Die Bündelung mehrerer Kameras und die Suche nach Ereignissen sparen im Alltag Zeit, das sind aus unserer Sicht die nützlichsten Punkte des Updates.

Ein großer Teil der Analyse läuft auf dem Apple TV im eigenen Wohnzimmer, bezahlt wird nach gebuchtem Cloud-Speicher. Zwischen einer und zwei ausgewerteten Kameras liegen rund 20 Euro im Monat – auch dann, wenn man den zusätzlichen Speicherplatz eventuell gar nicht braucht.

Wie sich Apples Kurs im Smart Home 2026 insgesamt entwickelt, lest ihr in unserer Übersicht zu Apple im Smart Home.

4K für HomeKit Secure Video war längst überfällig, weil viele Kameras diese Auflösung seit einigen Jahren liefern, und die vereinfachte Matter-Einrichtung samt Thread 1.4 hilft allen, die ihr Zuhause über mehrere Systeme betreiben.

Alle Updates erscheinen heute, am 14. September, voraussichtlich gegen 19 Uhr deutscher Zeit und kosten nichts.

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.