Mit dem Deebot T10 Plus* hat Ecovacs einen Premium-Saugroboter auf den Markt gebracht, der mit Lasernavigation, einer Absaugestation und einer vibrierenden Wischplatte ausgestattet ist. Unser Test zeigt, ob sich die Investition lohnt.

Lieferumfang und Inbetriebnahme

Die neue T10-Generation wird als “klassischer” Saugroboter mit Ladestation, als hier getestete Plus-Variante mit Absaugestation und als Turbo-Ausführung mit rotierenden Wischmopps anstatt der vibrieren Wischplatte angeboten. Wer auf rotierende Mopps verzichten kann, gleichzeitig aber den Komfort einer Absaugestation schätzt, bekommt mit dem T10 Plus ein gutes Paket zu einem Preis unter 1000 Euro.

Im Lieferumfang des Ecovacs T10 Plus ist alles enthalten, was wir für den Betrieb des Roboters benötigen. Neben dem Saugroboter und der Saugstation finden sich Reinigungswerkzeug sowie ein Mehrweg- und zwei Einwegwischtücher im Paket.

Ecovacs Deebot T10 Plus im Test.
Saugroboter mit smarter Hinderniserkennung: Der Ecovacs Deebot T10 Plus im Test.

Die Duftkapseln, die im Saugbetrieb Duftstoffe verteilen, hat der Hersteller allerdings nicht beigelegt. Tragisch finden wir das nicht, da wir dieses Gimmick mit Blick auf den begrenzten Nutzen und die recht hohen Folgekosten (die Kapseln müssen regelmäßig ausgetauscht werden) ohnehin nicht nutzen würden.

Apropos Folgekosten: Die Absaugestation benötigt Staubbeutel, die im Handel zwischen ein bis zwei Euro pro Beutel kosten, allerdings nur alle zwei bis drei Monate ausgewechselt werden müssen.

Hinsichtlich des Designs ist Ecovacs seiner Linie treu geblieben: Der T10 Plus ist dezent und zurückschaltend gestaltet. Auch an der Verarbeitung haben wir nichts auszusetzen: Saugroboter und Absaugestation machen einen robusten Eindruck. Beachten solltet Ihr die Höhe des Geräts von 11 Zentimetern. Vor dem Kauf empfehlen wir, die benötigte “Durchfahrtshöhe” unter Möbeln zu messen – es wäre doch ärgerlich, wenn der neue Saugroboter sich unter dem Sofa festfährt.

Der T10 Plus benötigt mindestens 11 Zentimeter in der Höhe, damit er den Bereich unter Euren Möbeln reinigen kann.

Bedienung und Funktionsumfang

Mit der App des Herstellers lässt sich der Deebot T10 Plus unkompliziert mit dem heimischen WLAN verbinden: Der Installationsprozess wird verständlich erläutert und ist schnell erledigt.

In der intuitiv aufgebauten App könnt Ihr zahlreiche Einstellungen vornehmen, um den Saugroboter an Euren Bedarf und Euer Zuhause anzupassen. So lässt sich hier beispielsweise ein Reinigungsplan erstellen, damit der Reinigungshelfer regelmäßig zu einer gewünschten Uhrzeit automatisch die vorab definierten Räume reinigt.

Gut gefällt uns, wie feingranular die Reinigungsgänge konfiguriert werden können. Der Bereich an der Haustür soll zweimal abgesaugt und der Bereich in der Küche mit besonders hoher Saugkraft gereinigt werden? Kein Problem für den T10 Plus, die entsprechenden Einstellungen lassen sich unkompliziert in der App auf dem virtuellen Grundriss der Etage vornehmen. Natürlich könnt Ihr in der App auch Bereiche definieren, in denen nicht gewischt oder gesaugt werden soll – etwa die Spielecke oder ein Bereich mit einer teuren Vase.

Die Kamera des Saugroboters erstellt im Zusammenspiel mit den Laserscannern auf Wunsch zudem eine 3D-Karte Eures Zuhauses. Zu Beginn haben wir diese Funktion noch als Gimmick abgetan, im Alltag war sie aber überraschend praktisch: Nachdem Ihr in der App auf dem Grundriss mit einer Vorauswahl an Einrichtungsgegenständen Euer Zuhause “nachgebaut” habt, könnt Ihr anschließend den Saugroboter noch gezielter per Sprachbefehl zu einem bestimmten Bereich kommandieren, also beispielsweise gezielt den Bereich rund um den Esstisch reinigen lassen (Eltern von kleinen Kindern oder Besitzer von Haustieren werden diese Funktion lieben).

Ecovacs Deebot T10 App 1
In der App könnt Ihr detailliert einstellen, wie und wann Eure Wohnung gereinigt werden soll.
Ecovacs Deebot T10 App 1
Wo steht das Sofa? Wo der Esstisch? In der 3D-Ansicht lassen sich Möbel platzieren, die anschließend gezielt von dem Saugroboter angefahren werden können.

Ok Yiko: Der Saugroboter spricht mit Euch

Saugroboter, die sich mit Alexa oder dem Google Assistant steuern lassen, sind ein alter Hut. Der Deebot T10 Plus bringt aber kurzerhand einen eigenen Sprachassistenten mit, der auf den Namen “Yiko” hört. Im Vergleich zu Alexa und Co. hat Yiko einige Vorteile:

  • Ihr könnt den Saugroboter dank der integrierten Mikrofone direkt “ansprechen”. Ein Smart Speaker wird nicht benötigt.
  • Yiko ermöglicht wesentlich mehr und präzisere Sprachbefehle als Alexa. So könnt ihr etwa mehrere Räume mittels Sprachbefehl gleichzeitig reinigen lassen (“Ok Yiko, reinige das Arbeitszimmer und die Küche”), die Reinigungsintensität einstellen (“Ok Yiko Durchfluss auf Stufe 2 stellen”) und den Saugroboter sogar zu Euch kommandieren (“Ok Yiko komm und mach hier sauber!”).

Soweit die Theorie. In der Praxis hat Yiko allerdings gelegentlich Verständigungsprobleme – ein klar und verständlich formulierter Befehl ist die Prämisse für die Sprachsteuerung. Obwohl Yiko manchmal etwas begriffsstutzig ist, haben wir den Sprachassistenten des T10 Plus in unserem Test aufgrund der oben beschriebenen Vorteile schnell zu schätzen gelernt. Die Steuerung mit Alexa und Google ist natürlich ebenfalls möglich, hier ist die Palette der unterstützten Sprachbefehle im Vergleich zu Yiko allerdings etwas kürzer.

Absaugestation mit 3.2 Liter Staubbeutel

Die Frage, ob ein Saugroboter mit Absaugestation den Aufpreis wert ist, lässt sich pauschal nicht beantworten (die Vor- und Nachteile haben wir im Ratgeber Saugroboter mit Absaugestation oder ohne? zusammengestellt). Im Test erging es uns wie mit ähnlichen Komfortfunktionen: Hat man sich einmal daran gewöhnt, möchte man sie nicht mehr missen.

Dank der Absaugestation verrichtet der Saugroboter weitgehend autark seine Arbeit – anstatt wöchentlich den integrierten Staubbehälter zu leeren, muss lediglich alle zwei bis drei Monate der 3.2 Liter fassende Staubbeutel in der Station ausgetauscht werden. Wer eine Hausstauballergie hat, wird sich darüber freuen, dass er künftig deutlich weniger Kontakt mit Staub hat.

Gleichzeitig solltet Ihr bedenken, dass die Station recht wuchtig ist und deutlich mehr auffällt als eine kleine, normale Ladestation. Ein weiterer Nachteil: Wenn der Roboter nach dem Reinigungsvorgang zur Station zurückkehrt und Schmutz eingesaugt wird, wird es recht laut – das Geräusch entspricht in etwa dem Lärmpegel eines klassischen Staubsaugers (Ihr wisst schon: Diese großen Dinger, die man früher etwas mühsam durch die Wohnung ziehen musste). Der Absaugevorgang dauert zwar nur wenige Sekunden, je nach Platzierung der Station kann das im Alltag aber dennoch etwas störend sein.

Reinigungsleistung und Navigation im Raum

Das Putztalent des Deebot T10 Plus haben wir in unserem Test besonders ausgiebig unter die Lupe genommen und verschiedene Arten von Schmutz auf der Teststrecke verteilt: Brötchenkrümel, Haferflocken, Konfetti und ein wenig Sand.

Das Reinigungsergebnis war gut, wenn auch nicht perfekt: Ein paar wenige Krümel neben Stuhlbeinen wurden erst im zweiten Durchgang beseitigt, weil sie von den beiden Seitenbürsten des Saugroboters zunächst nicht erwischt wurden. Unterm Strich sorgen 3000 Pa Saugleistung aber für eine gründliche Reinigung. Habt Ihr in Eurer Wohnung oder in Eurem Haus stark verschmutzte Bereiche, kann es sinnvoll sein, in der App die zweifache Reinigung einzustellen, damit die entsprechende Fläche besonders gründlich gereinigt wird.

Der Staubbehälter lässt sich mit wenigen Handgriffen durch das Wischmodul ersetzen.

Nachdem wir das Saugmodul entfernt und das Wischmodul eingesetzt haben, konnte der Deebot T10 Plus unsere Fliesen schrubben. “Schrubben” trifft es tatsächlich gut, denn anstatt einfach nur ein feuchtes Tuch unter sich herzuziehen, wie es einige Konkurrenzmodelle machen, ist der T10 mit einem Wassertank und einer vibrierenden Wischplatte ausgerüstet, die mit 600 Rüttelbewegungen pro Minute dem Schmutz an den Kragen geht. In unserem Test konnte das Ozmo Pro 3.0 getaufte Reinigungssystem überzeugen: Selbst eingetrocknete, hartnäckige Flecken wurden in der Regel zuverlässig beseitigt, gleichzeitig hat das Gerät eine lange Akkulaufzeit von 170 Minuten erzielt.

Wischmodus des Ecovacs Deebot T10 Plus
Wischmodus des Ecovacs Deebot T10 Plus: Die Wischplatte wird 600 Mal pro Minute auf den Boden gedrückt.

Im Unterschied zu einigen Konkurrenzprodukten wie etwa der Roborock S7 MaxV Ultra ist der T10 allerdings nicht in der Lage, die Wischplatte anzuheben, um einen Teppich zu überqueren. Die Reinigung des Wischtuchs und das Auffüllen des Wassertanks müsst Ihr zudem selbst übernehmen – die Station entleert lediglich den Staubbehälter des Ecovacs Deebot T10.

Ein Highlight ist wiederum die absolut vorbildliche Navigation des Deebot T10 Plus: Das Gerät geht nicht nur sanft mit Möbeln um, sondern erkennt und umfährt meistens auch viele kleine Hindernisse, wie etwa Schuhe, Socken oder Kabel. Die sogenannte “AIVI 3.0 Objekterkennung und Hindernisvermeidung” macht hier einen guten bis sehr guten Job, lässt sich allerdings von bodentiefen Spiegeln irritieren. Habt Ihr etwa eine verspiegelte Sockelleiste in der Küche, wird der erstellte Grundriss wahrscheinlich etwas merkwürdig aussehen – das Reinigungsergebnis wurde dadurch in unserem Test aber nicht beeinträchtigt.

Ecovacs Deebot T10 Hinderniserkennung
Selbst kleine Hindernisse wie dieses Spielzeugpferd werden erkannt und umfahren.

Saugroboter mit Überwachungskamera: Der T10 fährt Streife

Neben der Hinderniserkennung kann die Kamera des T10 noch einen weiteren Job erledigen: Mit der Ecovacs-App könnt Ihr den Saugroboter von unterwegs aus fernsteuern und währenddessen auf das Kamerabild zugreifen – eine Funktion, die im Alltag wahrscheinlich selten genutzt wird, in bestimmten Fällen aber praktisch sein kann – etwa um unterwegs nachzusehen, ob die Gartentür auch tatsächlich zu ist. Auf Wunsch kann der T10 sogar regelmäßig eine definierte Strecke abfahren und währenddessen Fotos oder Videos erstellen – der Saugroboter wird zu einem Überwachungsroboter, der autonom Patrouille fährt.

Flächenkontrolle: Der Deebot T10 kann als fahrende Überwachungskamera verwendet werden.

Über den Lautsprecher könnt Ihr zudem einen Sprachanruf tätigen und Euch mit Personen im Raum unterhalten – also zum Beispiel einem Einbrecher mitteilen, dass die Polizei bereits unterwegs ist (Wir sehen die Schlagzeile in der Lokalpresse schon vor uns: “Einbrecher flieht vor Saugroboter!) Die Qualität der erstellten Bilder ist etwas verrauscht, für den Einsatzweck aber völlig ausreichend.

Deebot T10 Plus im Test: Unser Fazit

Der neue Deebot T10 Plus hat in unserem Test einen guten bis sehr guten Eindruck hinterlassen. Er sammelt zuverlässig den Schmutz ein und bringt ihn zu der Absaugestation, die dank des großen Fassungsvermögens nur ein paar Mal im Jahr geleert werden muss. Auch das Reinigungsergebnis nach einem Wischvorgang kann überzeugen: Die schnell vibrierende Wischplatte macht einen guten Job.

Für den Komfort muss der Käufer oder die Käuferin aber recht tief in die Tasche greifen: Rund 900 Euro werden für den T10 Plus mit Absaugestation zum Beispiel bei Amazon* fällig. Bei Interesse an dem Gerät solltet Ihr auf Rabattaktionen achten. Aktuell (September 2022) verkauft Amazon den Saugroboter zum Beispiel mit einem Preisnachlass von satten 100 Euro* (hierfür muss der Code unter dem Preis auf der Produktseite aktiviert werden).

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 1.12.2022 um 15:06 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

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Ecovacs Deebot T10 Plus

9.2

Bedienung

9.0/10

Reinigungsleistung

9.5/10

Funktionsumfang

8.8/10

Verarbeitung & Design

10.0/10

Preis-Leistung

8.5/10

Vorteile

  • sehr gute Navigation
  • gute Hinderniserkennung und 3D-Karten
  • hoher Funktionsumfang
  • Absaugestation
  • Eigene Sprachsteuerung
  • vibrierende Wischplatte

Nachteile

  • hoher Preis
  • recht hohe Bauweise (11 Zentimeter)
  • Bodentiefe Spiegel können Saugroboter irritieren
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.