Neato Botvac D7 Connected im Test: Saugroboter mit App-Steuerung

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Der Saugroboter D7 Botvac Connected ist das „Flagschiff“ des Herstellers Neato. Nachdem das günstigere Modell D85 in unserem Test bereits einen guten Eindruck hinterlassen hat, testen wir nun das Topmodell  mit App-Steuerung und virtuellen „no-go Linien“ im Alltag.

Lieferumfang und Verarbeitung

Im Lieferumfang des Saugroboters befinden sich neben der Ladestation mit Netzkabel ein Luftfilter, die Seitenbürste (bereits installiert) und eine spiralförmige Kombibürste, die ebenfalls bereits montiert ist. Zusätzlich liegen dem Paket ein kleines Reinigungswerkzeug für die Bürsten und dem Filter bei, sowie ein 2 Meter-Band zur Markierung von Hindernissen (wird vom Roboter nicht überfahren).

Laserscanner auf der Oberseite

Neato ND7 Botvac Connected: Laserscanner auf der Oberseite

Das Gehäuse des Roboters ist aus einem robusten Kunststoff gefertigt und wirkt sehr stabil. Die Oberseite sieht wie gebürstetes Aluminium aus, hierbei handelt es sich jedoch auch um Kunststoff – soweit wir das erkennen können. Auf der Oberseite befindet sich auch der runde „Laserscanner“, mit dessen Hilfe sich der Roboter in den Räumen orientiert.

Mit 10 Zentimetern ist das Gerät genauso hoch wie der schon von uns getestete Neato Botvac D85 (unser Testbericht), jedoch 4mm höher als z.B. der Xiaomi „Mi“ Roboter (unser Testbericht). Die sonstigen Abmessungen des Saugroboters entsprechen auch (bis auf 1-2mm) denen des D85, der D7 ist jedoch 600 Gramm leichter.

Ersteinrichtung & Bedienung des Saugroboters

Der Saugroboter ist nach dem Auspacken fast startklar – es müssen lediglich einige Klebebänder entfernt und die Ladestation angeschlossen werden. Wir haben die Funktionalität der App auf einem iOS-Gerät (Apple iPhone 6s) getestet und hatten hier erhebliche Probleme mit der Verbindung zum WLAN.

Eigentlich unterstützt der D7 connected sowohl eine Verbindung zu 2,4GHz als auch 5 GHz WLAN-Netzwerken und sollte sich wie alle anderen Geräte bei uns im Haus problemlos mit dem Accesspoint (FritzBox 7490, aktuelle Firmware, Luftlinie ca. 5 Meter) verbinden können. Dennoch wurden alle Verbindungsversuche mit einer allgemeinen Fehlermeldung („Es ist ein Fehler aufgetreten“) abgebrochen. Da auch die Informationen zur Behebung von Verbindungsproblemen auf der Webseite von Neato sowie etliche Verbindungsversuche und Kanalwechsel an verschiedenen Tagen das Problem nicht lösen konnten, haben wir kurzerhand zum Test einen weiteren Accesspoint installiert und ein neues WLAN (andere SSID und anderes Kennwort) eingerichtet.

Die Vermutung war, das die Ursache für die Verbindungsprobleme vielleicht das sehr lange und kryptische Kennwort ist, dass die Software möglicherweise nicht akzeptiert. Der Neato D7 hat sich jedoch auch dann noch problemlos mit diesem Accesspoint verbunden, als wir das Kennwort von der Firtzbox auf den anderen Accesspoint übernommen hatten – am Kennwort (und auch am Wifi-Kanal) liegt es also nicht. Was die Ursache für diese Verbindungsprobleme ist, konnten wir bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht herausfinden.

Uns ist jedoch bekannt, dass die Verbindung bei anderen Käufern des Gerätes auf Anhieb funktioniert, bei wieder Anderen nicht (siehe Bewertungen bei Amazon). Wenn wir die Ursache für die Verbindungsprobleme nach Veröffentlichung des Artikels noch herausfinden, werden wir diese Information hier nachreichen.

Nachdem sich das Gerät dann mit dem zweiten Accesspoint verbunden hat, konnten wir ein Softwareupdate herunterladen und installieren, das dann auch die neue Funktion der virtuellen „No-Go“-Linien bereitgestellt hat. Leider hat das Softwareupdate die Verbindungsprobleme zum ersten Router nicht behoben.

Die App ist übersichtlich gestaltet und bietet neben Informationen zum Roboter und der Möglichkeit zur Installation von Software-Updates auch eine Auswahl des Reinigungs-Modus (Eco oder Turbo).

 

Der Reinigungsvorgang kann sowohl per App als auch direkt am Gerät durch einen Druck auf die entsprechende Taste gestartet werden. In der App können Zeitpläne hinterlegt werden und so eine regelmäßige automatische Reinigung gestartet werden, während man nicht zu Hause ist. Per Push-Nachricht wird der Status des Saugroboters auf das Smartphone geschickt – nicht nur, wenn die Reinigung abgeschlossen wurde, sondern auch, wenn z.B. der Schmutzbehälter geleert werden muss.

 

Navigation durch Räume und Reinigungsleistung

Der Neato D7 Saugroboter orientiert sich in den Räumen mit Hilfe eines „Laser-Scanners“, der sich auf der Oberseite des Roboters befindet. Zur besseren Orientierung bei späteren Reinigungsvorgängen, fährt der Saugroboter nach der Ersteinrichtung zunächst an den Wänden entlang und erfasst anschließend alle übrigen Flächen. Dabei wird ein virtueller Raumplan erstellt, der auch vom Benutzer in der App aufgerufen werden kann. Im Plan ist dann nach jeder Reinigung erkennbar, wo der Roboter den Fußboden gereinigt hat. Werden Gegenstände verschoben oder Türen geschlossen während der Roboter gerade die Böden reinigt, ist dies kein Problem – derartige Veränderungen im Raum werden bei der Reinigung neu erfasst und entsprechend berücksichtigt und auf der Karte erstaunlich präzise dargestellt.

 

Die Räume werden bei der Reinigung offensichtlich in verschiedene Bereiche aufgeteilt und dann durchaus systematisch durchfahren. So orientiert sich der Neato D7 zunächst immer an der Wand entlang, wobei er Zimmerecken besonders berücksichtigt. Durch die „D-Form“ des Roboters kann er komplett in die Zimmerecke fahren und so gut reinigen.

Auch wenn das Gerät an einer 90 Grad Zimmerecke außen entlang fährt, erkennt er dies: In diesem Fall fährt er wieder ein Stück rückwärts bis zur Ecke zurück, richtet sich neu parallel zu Wand aus und fährt dann sehr nah an der Fußleiste entlang. Der kleine Bereich „hinter der Ecke“ wird so also auch gereinigt.

Unterseite des Saugroboters

Unterseite des Saugroboters

Nachdem die Wände abgefahren wurden, werden i.d.R. Tischbeine und andere Gegenstände sehr nah umkreist, die er meist nur sehr vorsichtig berührt, sofort stoppt und dann präzise umfährt.
Anschließend fährt er großflächige Bereiche des Raumes in gerade Bahnen ab. Falls zwischendurch der Akku geladen werden muss, fährt der Roboter selbständig zu Ladestation zurück, lädt den Akku und schließt danach die Reinigung ab.

Man hat manchmal den Eindruck, dass das Gerät plötzlich „wahllos“ im Raum stoppt und dann chaotisch an anderer Stelle die Reinigung fortsetzt. Tatsächlich scheint es jedoch so zu sein, dass der Saugroboter große Räume in mehrere Bereiche aufteilt, die er dann jeweils für sich nach einem bestimmten Schema reinigt. Die Übersicht der gereinigten Fläche in der App bestätigt, dass der Neato D7 am Ende der Reinigung tatsächlich in allen für ihn erreichbaren Bereichen gewesen ist.

Da der Neato D7 neben dem Laserscanner über weitere Sensoren verfügt, werden auch Gegenstände und Treppenstufen „erkannt“, die ggfs. vom Laser nicht erfasst werden können – er hat sich in unseren Tests also nicht die Treppe heruntergestürzt. Wer ganz sichergehen möchte, kann in der App „virtuelle no-go Linien“ ziehen oder den mitgelieferten Hindernismarker (2 Meter) nutzen um Bereiche von der Reinigung auszuschließen.

Die Reinigungsleistung des D7 ist sehr gut – er reinigt gründlich und sorgfältig, wobei die Lautstärke aus unserer Sicht mit 69dB (Herstellerangabe, vermutlich im Eco-Modus) nicht leise, aber noch Ok ist. Im Turbo-Modus wird der Saugroboter recht laut und verbraucht mehr Strom, saugt dafür aber noch gründlicher.
Wir haben den Turbo-Modus ausschließlich zu Testzwecken genutzt und benötigten diesen im Alltag nicht.

Der Platz im Schmutzbehälter reichte bei uns im Test Dank zweier Hauskatzen nur für etwa 2 Reinigungen von knapp 40qm, anschließend musste der Behälter geleert werden. Dazu kann der Behälter mit einem Griff sehr leicht entnommen und über dem Mülleimer ausgekippt werden. Haare und Staub sammeln sich natürlich auch auf dem Filter, der durch ein feines Netz den gröberen Schmutz aus den Lamellen raus hält. Man kann zur Reinigung das mitgelieferte Werkzeug benutzen und/oder mit einem normalen Staubsauger den Filter und Behälter kurz aussaugen, was schnell und einfach erledigt ist.

Neato Botvac D7 Connected im Test: Unser Fazit

Der Neato Botvac D7 Connected überzeugte im Test vor allem durch eine sehr gründliche, meist zügige und „vorsichtige“ Reinigung. Er konnte sich in unseren Tests auch aus für Saugroboter schwierigen Situationen immer befreien und hat sich nicht festgefahren. Die Steuerung und Konfiguration per App funktioniert grundsätzlich zuverlässig, sofern die Verbindung zum WLAN bei der Einrichtung hergestellt werden kann und der Saugroboter unterwegs die Verbindung nicht verloren hat. Da nicht nur wir diese Probleme mit der WLAN-Verbindung hatten (vergleiche einige Bewertungen bei Amazon*), gehen wir davon aus, dass es sich um ein Softwareproblem handelt, das nur in bestimmten Konstellationen auftritt und hoffentlich vom Hersteller mit einem Firmware-Update behoben werden kann.

Der Neato Botvac D7 Connected ist für rund 730 Euro im Handel (zum Beispiel bei Amazon*) erhältlich. Wichtige Aspekte für die Wahl des richtigen Saugroboters findet ihr hier: Den richtigen Staubsaugerroboter kaufen: Worauf sollte ich achten?

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Letzte Aktualisierung am 21.07.2018 um 19:54 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

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