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HomeKit, die „Smarthome-Schnittstelle“ von Apple, wurde 2014 vorgestellt und sollte mit iOS 9 in diesem Jahr dann endlich mehr Funktionen bringen und insgesamt besser funktionieren. Auch sind mittlerweile erste Geräte auf dem Markt, die „HomeKit“ zertifiziert sind. Zwei von diesen kompatiblen Geräten sind die Klimasensoren „Eve Room“ (Raumsensor, 79€ bei Amazon*) und „Eve Weather“ (Außensensor, 49,95€ bei Amazon) von Elgato, die wir seit etwas mehr als einer Woche testen. Über unsere Erfahrungen mit den Sensoren und Apple HomeKit insgesamt berichten wir in diesem Artikel.

 


 Installation und Einrichtung

Die erste Verbindung und Einrichtung der Sensoren könnte kaum einfacher sein. Voraussetzung ist, dass im iPhone der iClound Schlüsselbund aktiviert ist.
Man legt zunächst die Batterien in den Sensor ein, startet die App und kann direkt das erste Gerät hinzufügen. Das Gerät wird sehr schnell gefunden und kann dann ausgewählt werden (z.B. „Eve room“). Nun muss der HomeKit Einrichtungscode abfotografiert werden, der auf dem Gerät aufgedruckt ist bzw. sich auf einem Kärtchen im Karton des Sensors befindet. Der Code wird über die Kamera des iPhones problemlos erkannt und für die Einrichtung übernommen.

 

Nachdem das Gerät mit dem iPhone gekoppelt ist, muss der Sensor einem „Raum“ zugewiesen werden. Entweder übernimmt man einfach die Voreinstellung „Zuhause – Standardraum“ oder man legt selbst einen neuen Raum wie „Arbeitszimmer“ an (verschiedene Räume auswählbar). An dieser Stelle ist die richtige Zuordnung von Sensor zu Raum wichtig, da man die gemessene Temperatur später auch per Siri Spracheingabe abfragen kann – z.B. über die Frage an Siri „Wie warm ist es im Arbeitszimmer?“. Nachdem der Raum zugewiesen wurde ist der Sensor fertig eingerichtet und liefert nach einigen Minuten erste Messwerte.

Nutzung der Eve-App unterwegs mit Hilfe des AppleTV als Gateway

Nun haben wir uns gefragt, wie man denn die Verbindung der Sensoren mit dem Apple TV herstellen kann, da wir natürlich auch Zugriff auf die gemessen Werte haben wollen, wenn wir nicht Zuhause sind (so wie z.B. bei der Netatmo Wetterstation). In der App von Elgato gibt es dazu keine Hinweise, man kann lediglich in den Einstellungen von Apple HomeKit unter „Einstellungen -> [Vorname] Zuhause“ den „entfernten Zugriff“ erlauben. Wir wussten bereits, dass das Apple TV (Generation 3 oder 4) als „HomeKit Gateway“ nutzbar ist, und so prinzipiell einen Zugriff auf die Daten von unterwegs ermöglich soll – wie man das aber konkret einrichtet mussten wir zunächst recherchieren. Auf einer FAQ-Seite bei Elgato ist beschrieben, wie man den Fernzugriff über das Apple TV einrichtet, was in unserem Fall jedoch leider nicht zum Erfolg geführt hat – ein Zugriff von unterwegs auf die aktuellen Messwerte ist in unserem Fall nicht möglich.

Sehr schade ist, dass Apple in der Software für das AppleTV keinerlei HomeKit Funktionen sichtbar macht – es gibt aktuell keine App, die den Verbindungsstatus oder Fehlermeldungen anzeigt. Auch über den Menüpunkt „Bluetooth“ werden die Eve-Sensoren nicht angezeigt. Man ist also darauf angewiesen, dass die Verbindung im Hintergrund einfach funktioniert, eine Fehlersuche ist so nicht möglich. Man kann nur raten, was wohl die Ursache ist: Gibt es ein Problem mit dem Empfang? Oder liegt es am Apple-Account? Ist es ein anderes Problem? Es bleibt zu hoffen, dass Elgato bald ein eigenes Gateway auf den Markt bringt oder zumindest Apple die HomeKit Integration im AppleTV transparenter gestaltet.

Funktionen und Bedienung

Die Eve-App ist insgesamt übersichtlich aufgebaut. Alle eingerichteten Räume werden in der Übersicht angezeigt und ermöglichen einen Blick auf die im jeweiligen Raum gemessenen Werte. Der Raumsensor „room“ misst neben der Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftqualität. Der Außensensor misst ebenfalls die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, statt der Luftqualität kann der Außensensor den Luftdruck messen.

 

Neben der Raumansicht bietet die App zusätzlich eine Übersicht nach Messungs-Typen, d.h. die einzelnen Werte der Sensoren werden zusammengefasst in „Luftqualität“, „Temperatur“ und „Luftfeuchtigkeit“. So kann z.B. die aktuelle Temperatur aller Sensoren in einer Übersicht angezeigt werden. Der Verlauf der Messwerte kann zusätzlich in einem Diagramm angezeigt werden, was im Vergleich zur Darstellung in der Netatmo-App aber aus unserer Sicht weniger übersichtlich ist. Einzelne Messpunkte lassen sich im Diagramm nicht auswählen, so dass man nur einen relativ groben Überblick über die Werte im zeitlichen Verlauf bekommt. Es gibt jedoch eine zusätzliche Listenansicht der einzelnen Messungen.

Leider dauert der Abruf der gemessenen Werte oft relativ lange, abhängig davon, wie regelmäßig man die Daten synchronisiert hat (und wie groß der Abstand zum Sensor ist). Wenn man also die Daten mehrere Tage nicht abrufen konnte, dauert die Synchronisierung durchaus mal 30 Sekunden oder länger (bis alle Messpunkte im Diagramm sichtbar sind). Leider hat die App in unserem Test bisher die Daten nicht im Hintergrund selbständig abgerufen, wir mussten die Synchronisierung immer manuell starten.

Elgato Eve Weather - Sensor (Foto: Elgato)
Elgato Eve Weather – Sensor (Foto: Elgato)

Wir haben die Messwerte mit denen der Netatmo Wetterstation verglichen und können bei den Temperaturwerten nur geringe Messdifferenzen feststellen (i.d.R. +- 0,5°C). Die Differenz bei der Messung der Luftfeuchtigkeit beträgt um 5%, die Werte der Luftqualität weichen sehr stark ab (Beispiel: Netatmo 910ppm, Eve room 514 ppm – manchmal ist die Differenz deutlich größer). Soweit wir wissen setzen Netatmo und Elgato ganz unterschiedliche Messverfahren/Sensoren ein, die entsprechend zu unterschiedlichen Ergebnissen führen (Netatmo: CO2-Sensor, Elgato: VOC-Sensor) – somit sind die Werte einfach nicht vergleichbar.

Sprachsteuerung über Siri

Durch die HomeKit-Integration kann man mit Hilfe der Sprachsteuerung (Siri) des iPhones die aktuelle Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen abfragen (weitere Werte sollen später ebenfalls abgefragt werden können). In unseren Tests hat die Frage „Wie warm ist es im Wohnzimmer?“ oder „Wie ist die Temperatur im Wohnzimmer?“ meistens zu einem Ergebnis geführt, manchmal jedoch nicht, da Siri keine Antwort vom angefragten Gerät bekommen hat. Warum es in diesen Fällen nicht geklappt hat, erfährt man leider auch hier nicht.
Wenn es klappt, lautet die Antwort von Siri z.B. „Die Temperatur (Wohnzimmer) ist derzeit auf 22,8°C gestellt.“, was in diesem Fall natürlich nicht ganz korrekt formuliert, aber trotzdem verständlich ist.

 

Vor- und Nachteile der Elgato Eve Sensoren mit HomeKit-Unterstützung

Zunächst die Punkte, die uns gut gefallen:

  • Sehr einfache Installation/Einrichtung am iPhone
  • Unauffälliges Design der Sensoren
  • Darstellung der aktuell gemessenen Werte in der eve-App insgesamt übersichtlich
  • Abfrage einiger Messwerte über Siri möglich

Die Punkte, die uns nicht gefallen:

  • Apple Homekit scheint insgesamt noch immer unausgereift zu sein
    • Verbindung mit Apple TV (3 Generation) hat im Test nicht funktioniert, warum ist unklar
    • Kein Feedback in der App über den aktuellen Verbindungsstatus zum Sensor
  • Darstellung der Messkurven in der App nicht sehr übersichtlich, einzelne Messpunkte in den Kurven nicht auswählbar
  • In unserem Test gab es keine Hintergrund-Aktualisierungen der Messwerte (nur manuell)
  • Keine Push-Nachrichten in der App, noch keine Regeln definierbar
    • [Nachtrag 12.12.2015] Push-Benachrichtigungen sind bei Apple HomeKit generell aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen (Ende-zu-Ende Verschlüsselung)
  • Nicht kompatibel mit IFTTT oder anderen Diensten (aufgrund von Apple Homekit)

Elgato Eve Sensoren im Test – Unser Fazit

Die von uns kritisierten Punkte an den Elgato Eve Sensoren liegen vor allem am aus unserer Sicht unausgereiftem Apple Homekit. Die Messwerte der Sensoren waren in unserem Test nur lokal abrufbar, da die Verbindung der Sensoren über das Apple TV und damit dem Internet nicht funktioniert hat. Eine Fehlermeldung oder irgendein Feedback zum Verbindungsstatus im Apple TV oder der App von Elgato gibt es nicht. So ist auch innerhalb der eigenen vier Wände manchmal nicht klar, warum die Messwerte gar nicht, oder nur sehr langsam abgerufen werden.

Ob eine Verbindung der HomeKit-Komponenten über Bluetooth LE (blueooth smart) überhaupt insgesamt so eine gute Idee ist, wagen wir zu bezweifeln – so ist es bei HomeKit allerdings grundsätzlich vorgesehen. Die Reichweite ist recht eingeschränkt und so ist eine Nutzung diverserer Sensoren in verschiedenen Räumen und Etagen eines Hauses unter Umständen kaum oder gar nicht sinnvoll möglich.

Der Raumsensor hat nach einigen Tagen Betrieb plötzlich absolut nicht nachvollziehbare Werte für die Luftqualität angezeigt (über 3000 ppm), die sich erst nach einem „Neustart“ (Batterien kurz entfernt) wieder „normalisiert“ hatten. Ob dieses Problem eine Ausnahme war oder häufiger auftritt, können wir nicht beurteilen. Die beiden getesteten Sensoren lieferten ansonsten plausible Messergebnisse, die innerhalb der bluetooth-Reichweite via App problemlos (aber manuell) abgefragt werden konnten.

Wer ein Smarthome basierend auf Apple Homekit aufbauen möchte, sollte noch etwas warten bis die Software ausgereift ist und die auch in anderen Testberichten beschriebenen Probleme mit dem Apple TV als HomeKit-Zentrale behoben sind – oder Elgato eine eigene Zentrale auf den Markt gebracht hat.

 

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Author

Martin berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Mitherausgeber von Housecontrollers.de.

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