Wärmepumpen gelten als die nachhaltigere und günstigere Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. Mit Blick auf die hohen Anschaffungskosten sollte der Kauf einer Wärmepumpe aber sorgfältig abgewogen werden.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist ein Gerät, das Wärmeenergie aus der Umgebung gewinnt und sie zum Heizen und Kühlen von Gebäuden verwendet werden kann. Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, wie zum Beispiel Luftwärmepumpen (genauer: Luft-Luft-Wärmepumpen), Luft-Wasser-Wärmepumpen, Wasser-Wasser-Wärmepumpen und Boden-Wasser-Wärmepumpen.

In allen Fällen funktioniert eine Wärmepumpe, indem sie eine Flüssigkeit durch einen Verdampfer leitet, der in Kontakt mit der Quelle der Wärmeenergie (Luft, Wasser oder Boden) steht. Die Flüssigkeit verdampft und absorbiert die Wärmeenergie. Dann wird die Flüssigkeit durch einen Kompressor gepumpt, der die Temperatur weiter erhöht. Schließlich wird die Flüssigkeit durch einen Kondensator geleitet, in dem sie abkühlt und die Wärmeenergie an einen Wärmetauscher abgibt, der das Heizsystem des Gebäudes versorgt.

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Wärmepumpen eignen sich insbesondere für gut gedämmte (neuere) Häuser, können mittlerweile aber auch in vielen Altbauten effizient betrieben werden – insbesondere dann, wenn eine Fußbodenheizung oder großflächige Heizkörper verbaut wurden.

Wärmepumpen können unter bestimmten Bedingungen auch in einem Altbau effizient betrieben werden (Bildnachweis: Bundesverband Wärmepumpe e.V.)

Was kostet eine Wärmepumpe?

Die Kosten für eine Wärmepumpe hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Art der Wärmepumpe, der Größe des Gebäudes und des Heizsystems, der geografischen Lage und den lokalen Klimabedingungen.

Am häufigsten werden Luftwärmepumpen verbaut, deren Anschaffungskosten zwischen 13.000 und 20.000 Euro liegen. Für die Installation fallen zwischen 6.000 und 10.000 Euro an. Die Gesamtkosten für eine Luftwärmepumpe liegen demnach zwischen 19.000 und 30.000 Euro. Die Anschaffung einer Wärmepumpe wird momentan staatlich gefördert: Bis zu 40 Prozent der Kosten werden erstattet (siehe dazu unseren Beitrag zur Wärmepumpen-Förderung 2023).

Lohnt es sich, jetzt eine Wärmepumpe zu kaufen?

Die Frage, ob die Anschaffung einer Wärmepumpe zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist, sollte sorgfältig abgewogen werden. Im ersten Schritt sollte von einem Experten geprüft werden, ob die eigene Immobilie überhaupt für den Betrieb einer Wärmepumpe geeignet ist:

  • Beim Betrieb einer Wärmepumpen kommt es zu einer Geräuschentwicklung. Das Außengerät sollte so aufgestellt werden, dass ein Abstand von drei Metern zum Grundstück des Nachbarn eingehalten wird.
  • Idealerweise verfügt die Immobilie bereits über eine Photovoltaikanlage, um die durch den durch Betrieb der Wärmepumpe höheren Strombedarf ein Stück weit auszugleichen.
  • Wenn das Haus gedämmt ist, kann die Wärmepumpe effizienter betrieben werden – der Stromverbrauch ist entsprechend niedriger.
  • Auch die Art der Heizkörper ist entscheidend. Gut eignen sich Fußbodenheizungen oder großflächige Heizkörper, wie sie oft in älteren Gebäuden verbaut wurden (mehr dazu: Wärmepumpe: Diese Heizkörper sind geeignet).

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Was spricht für den zeitnahen Kauf einer Wärmepumpe?

Zum einen natürlich die gestiegenen Gas- und Heizkosten. Zwar sind auch die Stromkosten in den letzten Monaten deutlich gestiegen, viele Experten gehen aber davon aus, dass mit dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien mittel- bis langfristig die Stromkosten wieder sinken, während sich Gas und Öl eher auf einem höheren Niveau einpdenlen dürfte. Hinzu kommt, dass die Stromkosten mit einer Photovoltaikanlage reduziert werden können, sofern eine PV-Anlage verbaut werden kann.

Wärmepumpen sind zudem deutlich nachhaltiger als Gas- oder Ölheizungen, zumal der Anteil an “grünen” Strom in Deutschland zunehmend größer wird: Der Anteil der erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag 2022 im Durschchnitt bei fast 50 Prozent.

Ein weiterer Punkt, der für den Kauf einer Wärmepumpe zum jetzigen Zeitpunkt spricht, sind die üppigen staatlichen Förderungen: Wer jetzt auf eine Wärmepumpe umsteigt, kann sich bis zu 40 Prozent der Kosten vom Staat zurückholen. Ob und in welchem Rahmen die Förderprogramme auch nach 2023 fortgesetzt werden, ist momentan unklar.

Jetzt eine Wärmepumpe kaufen? Diese Argumente sprechen dagegen

Gleichzeitig gibt es aber auch gute Gründe, den Kauf einer Wärmepumpe zunächst zurückzustellen. Zum einen ist die Nachfrage momentan so groß, dass es ohnehin schwer ist, Firmen zu finden, die kurzfristig liefern und das Gerät montieren können.

Aufgrund des Booms dürften die Hersteller der Wärmepumpen zudem ihre Forschung in diesem Bereich deutlich intensivieren: Die nächsten Generationen der Geräte dürften größere Entwicklungssprünge machen und etwa noch effizienter und leiser werden. Zwar könnten staatliche Förderprogramme künftig auslaufen, gleichzeitig dürften aber die Kosten der Wärmepumpen in den nächsten Jahren sinken, da sie in größeren Stückzahlen produziert werden.

Hinzu kommt, dass es Heuzungsmonteuren teilweise noch an Erfahrungen mit Wärmepumpen fehlt und es deshalb eher zu einer Fehlberatung kommen kann. Wer noch einige Jahre wartet, kann von den Erfahrungen profitieren, die Hersteller und Monteure in der nächsten Zeit machen.

Was spricht für und was gegen den zeitnahen Kauf einer Wärmepumpe? Die Vor- und Nachteile im Überblick.

Pro: Jetzt kaufen

  • Unabhängigkeit von hohen Strom- oder Heizölosten
  • Stromkosten für Betrieb der Wärmepumpe können mit Photovoltaikanlage reduziert werden
  • Umstieg auf nachhaltigere Heizung
  • hohe staatliche Förderung

Kontra: Lieber warten

  • i.d.R. momentan lange Wartezeit beim Kauf einer Wärmepumpe
  • Wärmepumpen dürften künftig noch effizienter, leiser und günstiger werden
  • Monteuren fehlt teilweise noch die praktische Erfahrung mit Wärmepumpen

Bildnachweis Titelgrafik: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

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Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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