Alternativen zum Heizen mit Gas sind derzeit gefragt. Der Trend geht eindeutig zur Wärmepumpe, deren Anschaffung allerdings teuer und aktuell mit langen Wartezeiten verbunden ist. Eine günstige Alternative können Split-Klimaanlagen sein. Die Vor- und Nachteile im Überblick.

Split-Klimaanlagen bestehen aus einem Außen- und einen Innengerät, das an der Wand montiert wird. Viele Geräte können nicht nur den Raum kühlen, sondern auch wärmen.  Im Heizbetrieb entzieht die Klimaanlage der Außenluft Wärmeenergie und gibt sie über einen Wärmetauscher als Warmluft an die Innenräume ab – im Grunde handelt es sich um kleine Wärmepumpen, genauer: Um Luft-Luft-Wärmepumpen.

Split-Klimaanlagen zum Heizen einsetzen: Das solltet Ihr beachten

Wer eine Split-Klimaanlage auch zum Heizen einsetzen möchte, sollte darauf achten, dass das Gerät hierfür ausgelegt ist und möglichst hohen SCOP-Wert erreicht. SCOP steht für “Seasonal Coeffizient of Performance” und gibt die Energieeffizienz im Heizbetrieb an. Je höher der Wert, desto weniger Energie muss zum Heizen des Raumes aufgewendet werden.

Für Geräte, die ab dem 01.01.2014 produziert werden, schreibt die Regulierung einen minimalen SCOP von 3,8 (Energieklasse A) vor. Ein SCOP Wert von zum Beispiel 5,15 bedeutet, dass die Split-Klimaanlage eine Heizleistung von 5,15 kW bei 1 kWh Stromverbrauch erzielt. Grundsätzlich gilt, dass die Klimageräte (oder Luft-Luft-Wärmepumpen) deutlich weniger Strom als Heizlüfter benötigen – deren Stromverbrauch ist so hoch, dass sie sich höchstens als temporärere Notlösung eignen, wenn etwa die Heizung im Haus defekt ist.

Allerdings können Split-Klimaanlagen mit Heizfunktionen Gas- oder Ölheizungen ergänzen, aber meistens nicht vollständig ersetzen – allein schon, weil in jedem Raum, der beheizt werden soll, ein Innengerät montiert werden muss. Hinzu kommt, dass die Geräte kein Warmwasser bereitstellen können, hierfür also weiterhin etwa ein Gasboiler benötigt wird.

Bedenken solltet ihr zudem, dass die Geräte mit einem Ventilator ausgestattet sind, der die warme (oder im Sommer kühle) Luft im Raum verteilt. Je nach Gerät sind also mehr oder weniger laute Betriebsgeräusche im Innenbereich zu hören. Bei sehr kalten Außentemperaturen muss das Klimagerät viel warme Luft in den Raum blasen, was die Energieeffizienz verschlechtert und unter Umständen als unangenehm empfunden wird. Deshalb eignen sich Split-Klimaanlagen insbesondere für die Übergangsmonate im Herbst und Frühling und weniger an sehr kalten Wintertagen.

Andererseits ist die Funktionsweise auch ein Vorteil: Räume, die nicht durchgehend genutzt werden, können mit einer Split-Klimaanlage in kurzer Zeit aufgewärmt werden.

Bedenken solltet Ihr auch, dass Ihr beim Parallelbetrieb mit einer Gas- oder Ölheizung die Temperatur künftig an zwei Stellen reguliert: Mit einem Thermostat und mit der Fernbedienung für das Klimagerät. Das kann im Alltag lästig sein, etwa wenn Ihr beim Verlassen des Hauses kurz die Temperatur absenken wollt.

Unsere Empfehlung: Achtet beim Kauf einer Split-Klimaanlage darauf, dass sich die Geräte in ein Smart Home-System einbinden lassen. Wenn Ihr die Steuerung der Heizung ebenfalls einbindet, etwa mit smarten Thermostaten, könnt Ihr die Temperatur zentral mit einer App steuern oder etwa Zeitprofile (für die Klimageräte und die Heizung) einrichten.

Was kostet eine Split-Klimaanlage?

Die Kosten für eine Split-Klimaanlage für ein Haus hängen stark davon ab, wie viele Innen- und Außengeräte benötigt werden. Je nach baulicher Beschaffenheit können mehrere Innengeräte mit einem Außengerät verbunden werden (“Multi Split Klimaanlage”), um Kosten für die Geräte und Montage zu reduzieren.

Insgesamt liegen die Gesamtkosten für die Anschaffung und den Einbau je nach Ausführung und Anzahl der Geräte zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Unter Umständen können die Kosten mit einer staatlichen Förderung gesenkt werden.

Split-Klimaanlagen als Wärmepumpe: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • niedrigere Kosten im Vergleich zur klassischen Wärmepumpe
  • Raum kann schnell aufgewärmt werden
  • Split-Klimaanlagen sind (im Vergleich zu Wärmepumpen) kurzfristig lieferbar

Nachteile

  • für jeden Raum wird ein Innengerät benötigt
  • Luftstrum wird unter Umständen als unangenehm empfunden
  • Betriebsgeräusch im Innenbereich kann stören
  • keine Warmwasseraufbereitung, d.h. keine vollständige Alternative zur Gas- oder Ölheizung

Fazit

Eine Split-Klimaanlage kann sich als Alternative zu einer Wärmepumpe eignen, kann aber meistens eine Gas- oder Ölheizung nicht vollständig ersetzen. Das Gerät sollte einen möglichst hohen SCOP-Wert erreichen (3,8 ist gesetzlich vorgeschrieben) und leise im Betrieb sein. Die Anschaffung lohnt sich insbesondere dann, wenn Ihr ohnehin eine Klimaanlage anschaffen wollt, um im Sommer die Temperatur in den Wohnräumen zu senken – in diesem Fall könnt Ihr die Heizfunktion “mitnehmen”, um im Winter die Gas- oder Ölkosten zu reduzieren.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 26.02.2024 um 21:56 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

* Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Wenn Du auf einen Affiliate-Link (mit * gekennzeichnet) klickst und anschließend Produkte bei dem Händler kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Dies erhöht nicht den Preis, den Du bezahlst, aber sie hilft uns dabei dieses Magazin zu betreiben und auf störende Werbeformen zu verzichten.

Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.