Die Nachfrage nach Solaranlagen zieht gerade deutlich an: Mehrere Anbieter berichten gegenüber dem Ratgeberportal Finanztip von rund 50 Prozent mehr Anfragen in den vergangenen Wochen. Ein wesentlicher Grund: Ab 2027 könnte die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen laut Plänen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wegfallen – wer profitieren will, sollte also noch 2026 handeln.
Balkonkraftwerk: Schnell amortisiert, aber keine Vollversorgung
Besonders Balkonkraftwerke rücken dabei in den Fokus. Die Geräte lassen sich ohne aufwendige Installation am Balkon oder auf der Terrasse anbringen und sind auch für Miet- und Eigentumswohnungen geeignet – Mieter haben inzwischen grundsätzlich einen Anspruch darauf, ein solches Gerät zu betreiben. Ein kleines Modell mit zwei Modulen kostet rund 400 Euro und amortisiert sich laut Finanztip-Berechnung nach knapp drei Jahren. Eine größere Variante mit vier Modulen liegt bei rund 700 Euro und rechnet sich nach rund dreieinhalb Jahren.
„Viele Verbraucher wollen zumindest einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen“, sagt Benjamin Weigl, Finanztip-Experte für Energie. „Balkonkraftwerke sind der günstige Einstieg in den Solarstrom und besonders für Miet- und Eigentumswohnungen empfehlenswert. Eine große Photovoltaikanlage bleibt die Lösung für alle, die eine sonnige Dachfläche haben und sich mit möglichst viel eigenem Strom selbst versorgen möchten.“
Vollanlage mit Speicher: Mehr Unabhängigkeit, aber höhere Kosten
Bei einem Beispielhaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch deckt das kleine Balkonkraftwerk laut Finanztip rund 15 Prozent des Strombedarfs, das größere etwa 20 Prozent. Wer mehr Autarkie anstrebt, braucht eine klassische Photovoltaikanlage. Eine Anlage mit 18 Modulen und einem Fünf-kWh-Batteriespeicher soll laut Finanztip-Berechnung etwa 72 Prozent des Strombedarfs abdecken – kostet aber rund 14.000 Euro und amortisiert sich erst nach knapp 15 Jahren. Nach 20 Jahren ergibt sich dennoch ein Überschuss von über 5.400 Euro, unter anderem durch Einnahmen aus der Einspeisevergütung.
„Wer viel Strom verbraucht oder künftig mehr Strom benötigt – etwa durch ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe – für den lohnt sich eine PV-Anlage deutlich schneller“, so der Energieexperte. „Sie sorgt für eine wesentlich höhere Unabhängigkeit vom Strommarkt.“