Der Strommix in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 grüner als je zuvor: 61,8 Prozent des Stroms aus der Steckdose kamen zwischen Januar und Juni aus erneuerbaren Quellen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE auf Basis der Datenplattform energy-charts.info. Treiber sind vor allem Windkraft und Photovoltaik – beide legen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu, EU-weit erreicht die Solarstromeinspeisung sogar ein neues Allzeithoch.

Wind und Sonne liefern Rekordwerte

Windkraftanlagen erzeugten im ersten Halbjahr 2026 zwölf Prozent mehr Strom als im Vorjahreszeitraum. Offshore-Anlagen steigerten ihre Einspeisung von 11,4 auf 14,6 Terawattstunden, Onshore-Anlagen von 48,7 auf 52,8 Terawattstunden. Damit wuchs der Windkraft-Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung von 28,8 auf 30,0 Prozent.

Bei der Photovoltaik sieht es ähnlich aus: Die Netzeinspeisung lag mit 43,2 Terawattstunden rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert von 39,3 Terawattstunden und markiert ein neues Allzeithoch. Auch EU-weit erreichte die Solareinspeisung Rekordniveau – seit 2015 ist sie um 254 Prozent gestiegen. Wasserkraft und Biomasse gingen dagegen leicht zurück, die Einspeisung aus Erdgas, Braun- und Steinkohle stieg um sechs Prozent auf 78,6 Terawattstunden.

Batteriespeicher und Balkonkraftwerke werden zum Smart-Home-Thema

Die starke Erzeugung aus Wind und Sonne sorgt für immer mehr Stunden mit negativen Börsenstrompreisen, weil das Netz zeitweise mehr Strom liefert, als gebraucht wird. Genau hier kommen Speicher ins Spiel: Die Kapazität großer Batteriespeicher wuchs von 25,4 auf 29,6 Gigawattstunden – in den ersten sechs Monaten des Jahres wurden damit bereits mehr Großspeicher in Betrieb genommen als im gesamten Vorjahr. Eine deutliche Lücke bleibt aber bestehen, um Überschussstrom gezielt in Stunden schwacher Erzeugung zu verschieben.

Für uns zeigt das erneut, warum Energiemanagement, Balkonkraftwerke und Batteriespeicher zu den Smart Home Trends 2026 gehören: Wer selbst Strom erzeugt und zwischenspeichert, profitiert im Zusammenspiel mit einem dynamischen Stromtarif von günstigen Erzeugungsstunden und macht sich unabhängiger von Preisspitzen. Bei der Photovoltaik wuchs die installierte Leistung im ersten Halbjahr um rund 7 Gigawattpeak – Freiflächenanlagen trugen mit 3,7 Gigawattpeak am meisten dazu bei, Gebäudeanlagen bis 30 Kilowattpeak kamen auf 2,2 Gigawattpeak.

Strompreise entkoppeln sich von der Gaskrise

Der Krieg im Iran, der Ende Februar begann, ließ die Gaspreise kräftig steigen: Von Februar auf März kletterte der Erdgaspreis um 48 Prozent auf 52,71 Euro pro Megawattstunde. Ohne die erneuerbaren Energien hätte sich das direkt auf den Strompreis durchgeschlagen. Stattdessen sank der Börsenstrompreis nach Kriegsbeginn auf 95,58 Euro pro Megawattstunde, weil Wind- und Solarstrom die Preise ab März drückten.

Im April fiel der Strompreis nochmals um 27,7 Prozent, während der Gaspreis nur um 12,6 Prozent nachgab. „Hätten die erneuerbaren Energien nicht so stark zur Stromerzeugung beigetragen, wäre der Börsenstrompreis im April 76 Prozent höher gewesen“, erklärt Energy-Charts-Projektleiter Leonhard Gandhi. Gleichzeitig sank der Importbedarf Deutschlands deutlich: Im Saldo wurden nur noch 1,3 Terawattstunden Strom importiert, nach 9,6 Terawattstunden im ersten Halbjahr 2025.

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.