In der Welt des Homeoffice und der Content Creation gibt es einen „Heiligen Gral“: perfekten Augenkontakt. Wir alle kennen das Problem: Man schaut sich das Videobild des Gesprächspartners auf dem Monitor an, aber für diesen sieht es so aus, als würde man irgendwo ins Leere starren.
Die Industrie hat darauf reagiert. Der Elgato Prompter wird aktuell von unzähligen Influencern massiv beworben. Ich habe einen anderen Weg gewählt – einen, der mich etwa 70 Euro gekostet hat, besser aussieht und meinen Workflow viel flexibler macht. Hier ist mein Setup.
Ein „Teleprompter-Bildschirm“ als Alternative zum teuren Elgato Prompter
Die Hardware: Einfach statt „Over-Engineered“

Anstatt einen sperrigen Kasten vor mein Objektiv zu schnallen, habe ich mich für eine simplere Lösung entschieden:
- Die Kamera: Ich verwende eine Insta360 Link*. Da diese Webcam einen eingebauten Gimbal hat, sitzt sie ohnehin etwas höher und bietet eine hervorragende Bildqualität.
- Der Monitor: Dahinter – und das ist der Trick – habe ich einen kleinen 10,5-Zoll-Monitor montiert.
Es ist kein Markenprodukt, sondern einer dieser typischen „No-Name“-Bildschirme, die man auf Amazon findet. Preis: ca. 70 Euro. Er wird über USB-C angeschlossen und verhält sich genau wie jeder andere externe Monitor.
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Der Workflow: Der Trick mit der Höhenverstellung
Ein entscheidender Teil meines Setups ist mein höhenverstellbarer Schreibtisch.
Wenn ich einem Meeting beitrete oder ein Video aufnehme, fahre ich den Tisch hoch. Das hat nicht nur ergonomische Vorteile, sondern bringt mein Gesicht exakt auf die Höhe der Webcam.
Da der kleine 10,5-Zoll-Bildschirm direkt hinter der kompakten Insta360 Link montiert ist, passiert folgendes:
- Bei Calls: Ich ziehe das Fenster mit meinem Gesprächspartner (Zoom, Teams etc.) auf den kleinen Bildschirm. Da der Bildschirm so nah am Kameraobjektiv liegt, schaue ich der Person praktisch direkt in die Augen, während ich ihr Videobild betrachte.
- Bei YouTube-Videos: Ich schiebe mein Skript auf den kleinen Monitor. Ich kann es lesen, ohne dass meine Augen wild hin- und herwandern.
Warum ich diese Lösung dem Elgato Prompter vorziehe
Aber warum nicht einfach das Profi-Equipment kaufen?“ Hier ist der Grund, warum der „China-Bildschirm“ für mich gewinnt:
1. Kein klobiges Design
Der Elgato Prompter ist wirklich klobig. Er braucht Platz, ragt in den Raum hinein und – seien wir ehrlich – sieht aus wie Studio-Equipment. Mein kleiner 10-Zoll-Bildschirm ist flach und unauffällig. Wenn ich ihn nicht benutze, wirkt er nicht wie ein Fremdkörper auf meinem Schreibtisch.
2. Bessere Auflösung
Teleprompter-Bildschirme (und die Spiegelung im Glas) schlucken oft Licht und verlieren an Schärfe. Wusstest du, dass der Elgato Prompter nur eine Auflösung von 1024 x 600 Pixeln hat? Das ist ein Punkt, den die bezahlten Influencer meist verschweigen.
Mein kleiner Bildschirm ist ein direktes IPS-Panel. Die Auflösung ist scharf (1920 x 1280 Pixel) und die Farbdarstellung ist top. Der Text ist selbst bei kleinen Schriftgrößen perfekt lesbar – ein oft unterschätzter Vorteil, wenn man längere Skripte liest.
3. Keine zusätzliche Software
Das ist für mich der wichtigste Punkt. Der Elgato Prompter glänzt oft nur in Verbindung mit der Elgato Camera Hub Software. Mein kleiner Bildschirm? Plug-and-Play. macOS erkennt ihn einfach als zweiten Monitor. Keine Treiber, keine Updates, keine Software, die im Hintergrund Ressourcen frisst. Ich schiebe die Fenster einfach dorthin, wo ich sie brauche. Fertig.
4. Der Preis
70 Euro gegenüber ca. 260 Euro (für den Elgato Prompter). Mit den gesparten 190 Euro kann ich mir eine bessere Beleuchtung und ein hochwertiges Mikrofon kaufen.
Der Bonus: Das „Apple Music“-Display
Es gibt noch einen weiteren Vorteil, den kein Teleprompter bietet. Wenn ich gerade nicht in einem Call bin oder ein Video drehe, ist der Bildschirm nicht nutzlos.
Meistens lasse ich dort meine Musik-App (Apple Music) laufen. Es sieht super aus, die Playlist direkt über dem Hauptmonitor zu haben, ohne Platz auf der primären Arbeitsfläche zu beanspruchen. Manchmal parke ich dort auch meinen Kalender oder Slack. Ja, ich habe einen Ultrawidescreen, aber aus irgendwelchen Gründen oft noch immer zu wenig Arbeitsfläche 😉
Die überlegene Alternative zum Elgato Prompter
Manchmal ist die beste Lösung nicht das teuerste Gadget, das von Tech-Youtubern empfohlen wird, sondern eine Kombination aus Standard-Hardware.
Wenn Ihr bereits einen höhenverstellbaren Schreibtisch und eine ordentliche Webcam habt, probiert es doch mal aus: Ein kleiner Zweitbildschirm direkt hinter der Kamera löst das Problem mit dem Augenkontakt zu 95 % so gut wie ein echter Teleprompter – aber mit 100 % mehr Flexibilität im Alltag.