Wer sein Home Assistant System schon einmal mit einem übersichtlichen Dashboard versehen wollte, kennt die Bastelei: Karten zusammenstecken, Themes suchen, YAML-Dateien anpassen. GlassHome will genau das überflüssig machen. Nach neun Monaten Beta ist die Oberfläche jetzt in Version 1.0 erschienen – und soll direkt nach der Installation nutzbar zu sein, statt erst konfiguriert werden zu müssen.
Dashboard für Home Assistant: Was GlassHome eigentlich macht
GlassHome ist ein Alternatives Dashboard für das Open Source Smart-Home-System Home Assistant. GlassHome zeigt Geräte und Automations in einzelnen Kacheln, den sogenannten Widgets. Jedes Widget ist an eine oder mehrere Entitäten gebunden – etwa eine Lampe, einen Sensor oder eine ganze Raumgruppe.
Die Verbindung läuft direkt über WebSocket zu eurer Home-Assistant-Instanz. Laut Entwickler gibt es dabei kein Cloud-Relay, keine Telemetrie und keine YAML-Konfiguration. Alles wird in der Oberfläche eingestellt und lokal in einer SQLite-Datenbank gespeichert. Ein Konto braucht ihr für den reinen Dashboard-Betrieb nicht.
Widgets, Themes und die Familientauglichkeit
Widgets fügt ihr über eine Auswahlliste hinzu; eingebaute Bausteine stehen neben Community-Widgets, die aus einem Hub installiert werden können. Im Bearbeitungsmodus lassen sich Kacheln per Drag-and-drop verschieben und in der Größe ändern, sowohl am Desktop als auch per Touch-Geste. Für unterschiedliche Bildschirmbreiten gibt es getrennte Layouts, sodass ein Wandtablet und ein Smartphone jeweils sinnvoll aussehen.
Beim Aussehen liefert GlassHome sieben Themes mit, darunter Midnight Glass, Forest Zen und Monochrome Pro. Wer tiefer eingreifen will, kann Farben in sechs Slots, den Eckenradius sowie getrennte Hell- und Dunkelmodi anpassen und eigene Hintergrundbilder mit Unschärfe und Überlagerung einsetzen. Als Zielgruppe nennt der Entwickler ausdrücklich Wandtablets und den Einsatz durch die ganze Familie – also Bedienflächen, die im Flur oder in der Küche hängen und von Leuten benutzt werden, die sich nicht mit Home Assistant auskennen.
Der Unterschied zu Magic Frame
Ein lokales Dashboard für Home Assistant ohne YAML ist nicht neu: Erst kürzlich haben wir Magic Frame vorgestellt, das ebenfalls per WebSocket direkt an Home Assistant andockt und sich per Drag-and-drop zusammenbauen lässt. Die Schwerpunkte liegen aber unterschiedlich. Magic Frame ist quelloffen und komplett kostenlos, verlangt dafür einen dauerhaft laufenden Server im Netzwerk und bringt einen eigenen Fotorahmen-Modus mit, der Bilder aus Immich oder einem WebDAV-Ordner einblendet.
GlassHome verzichtet auf die Bilderrahmen-Funktion, ist nur quell-einsehbar und hält einen kostenpflichtigen Pro-Tarif bereit, punktet dafür aber mit sieben mitgelieferten Themes, einem Widget-Katalog samt Entwickler-SDK und der einfachen Installation als Home-Assistant-Addon.
Wer sein altes Tablet oder einen ausrangierten Monitor nachts als digitalen Bilderrahmen nutzen will, ist mit Magic Frame besser bedient. Geht es euch dagegen um ein Dashboard, das ohne Zusatz-Hardware direkt neben Home Assistant läuft und optisch stark anpassbar ist, spielt GlassHome seine Stärken aus.

Installation und Fernzugriff
Für die Installation gibt es drei Wege: als Home-Assistant-Addon über den Add-on-Store (die empfohlene Variante für Home Assistant OS), per Docker Compose oder als eigenständigen Container. GlassHome darf laut Dokumentation auf derselben Maschine wie Home Assistant laufen, solange die Ports sich nicht in die Quere kommen – Home Assistant hört standardmäßig auf 8123, GlassHome auf 3123. An Hardware verlangt die Software einen 64-Bit-Prozessor mit SSE4.2 oder ARMv8, ein Raspberry Pi 4 oder 5 genügt, ein Pi 3 ist zu langsam.
Für den Zugriff von unterwegs bietet GlassHome einen verschlüsselten Cloudflare-Tunnel an, der ohne Portfreigabe oder VPN auskommt und eine Adresse unter glasshome.cloud vergibt. Wer bereits ein eigenes VPN wie WireGuard oder Tailscale oder einen Reverse Proxy betreibt, kann das Dashboard auch darüber erreichen.
Auf der Website des Entwicklers könnt ihr euch vor der Installation eine Demo des Dashboards ansehen.
GlassHome: Kostenloses Dashboard für Home Assistant
GlassHome steht ab sofort in Version 1.0 zum Download bereit und lässt sich über Addon, Docker oder Container einrichten. Der Grundbetrieb des Dashboards ist kostenlos. Eine Pro-Version wird als einmaliger Kauf angeboten und schaltet laut Anbieter die Community-Widgets sowie den Theme-Editor frei.
Titelgrafik: GlassHome
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