Der Meural Canvas II aus dem Hause Netgear ist ein digitaler Bilderrahmen für gehobene Ansprüche: Gemälde oder eigene Fotos werden auf einem 21,5 oder 27 Zoll großen Display mit beeindruckenden Farbwiedergaben und Details dargestellt. Wir haben uns den Premium-Bilderrahmen genauer angesehen und erläutern in unserem Testbericht die Vor- und Nachteile.

Verarbeitung und erster Eindruck

Den Meural Canvas II als digitalen Bilderrahmen zu bezeichnen, ist fast schon eine Beleidigung – denkt man bei dem Begriff doch in erster Linie an klobige, niedrigauflösende Displays in Postkartengröße. Der Meural Canvas II will mit seinem großen, hochauflösenden Display eine wirkliche Alternative zum klassischen Bilderrahmen sein. Unser erster Eindruck nach dem Auspacken: Das könnte klappen! Mit seinem Holzrahmen und der flachen Bauweise von 3,5 Zentimetern ist der Bilderrahmen kaum von seinem klassischen Pendant zu unterscheiden – wäre da nicht das (noch) schwarze Display. Getestet haben wir übrigens die 21,5 Zoll Variante, die auf Rahmenaußenmaße von 41 x 61 Zentimeter kommt.

Digitaler Bilderrahmen im Test
Meural Canvas II im Test: Hochwertige Verarbeitung und flache Bauweise.

Der Rahmen kann vertikal oder horizontal aufgestellt oder wie ein klassischer Bilderrahmen an einer Wand befestigt werden. Bei der Wandmontage ergibt sich zwangsläufig ein kleines Problem: Das Kabel für die Stromzuführung ist auf der Wand sichtbar, wodurch die Illusion, dass es sich um einen ganz normalen Bilderrahmen handelt, beeinträchtigt wird. Wer ohnehin gerade renoviert, kann das Kabel in einem Schacht unter dem Putz verstecken. Unkomplizierter ist es, den Canvas II beispielsweise auf ein Sideboard zu stellen und das Stromkabel einfach hinter dem Schrank zu verstecken.

Die Einrichtung des digitalen Bilderrahmens ist schnell erledigt: App runterladen, Aufkleber mit QR-Code scannen, mit dem WLAN des Bilderrahmens verbinden und anschließend die eigenen WLAN-Zugangsdaten hinterlegen – das war es auch schon.

Bedienung und Funktionsumfang

In der übersichtlich aufgebauten App des Herstellers könnt ihr den Canvas II einrichten und beispielsweise die gewünschte Displayhelligkeit und Anzeigedauer festlegen. Auch könnt ihr hier den integrierten Helligkeitssensor – der Canvas II passt die Displayhelligkeit auf Wunsch automatisch an die Lichtverhältnisse im Raum an – konfigurieren.

Praktisch finden wir den Ruhemodus, der dafür sorgt, dass das Display automatisch in den Ruhemodus wechselt, wenn der Raum dunkel ist. Unter dem Menüpunkt „Mein Studio“ lassen sich die gewünschten Werke auswählen und – ähnlich wie in Spotify und Co.  zu Wiedergabelisten zusammenstellen. In diesem Bereich könnt ihr zudem eure eigenen Fotos von eurem Smartphone zur Anzeige auf dem Bilderrahmen hochladen. Netgear stellt hierfür 4 GB Cloudspeicher kostenlos zur Verfügung. Keine Lust auf einen Cloud-Speicher? Am Gerät selbst steht alternativ ein USB-Anschluss und ein Steckplatz für SD-Speicherkarten zur Verfügung.

Ebenfalls praktisch: Die Fotos können auch direkt in der App zugeschnitten werden, damit sie auf dem Canvas II vernünftig dargestellt werden. Leider gibt es bislang noch keine Anbindungen an etablierte Fotodienste wie Google Fotos, weshalb jedes Foto manuell ausgewählt und hochgeladen werden muss. Das ist schade, wobei die meisten Fotos ohnehin manuell zugeschnitten werden müssen, damit beispielsweise keine Gesichter abgeschnitten dargestellt werden. Die App ist überwiegend intuitiv aufgebaut, reagiert manchmal aber etwas langsam auf Eingaben.

Ein nettes Gimmick ist die Möglichkeit, den Bilderrahmen mit Gesten steuern zu können: Mit einer vor dem Bildrahmen (im unteren Bereich) ausgeführten Wischgeste von rechts nach links wird beispielsweise das dargestellte Bild gewechselt – ohne, dass der Bilderrahmen berührt werden muss. Wer Informationen zum aktuell dargestellten Bild abrufen will, „wischt“ in der Luft einfach von unten nach oben. In unserem Test hat die Gestensteuerung überwiegend zuverlässig reagiert, wenngleich der Rahmen ab und zu etwas träge reagiert.

Kunst im Abo: Meural Art Library bietet Zugriff auf über 30.000 Kunstwerke

Kunstfreunde werden die die Meural Art Library interessant finden. Dabei handelt es sich um eine kostenpflichtige Kunstbibliothek, die digitalen Zugriff auf über 30.000 ausgewählte Werke von Künstlern aus der ganzen Welt bietet – darunter Klassiker von Edward Hopper, Jean-Michel Basquiat und Keith Haring, aber auch Streetart-Künstler wie Banksy.

Die App bietet Zugriff auf über 30.000 Werke – einige wenige Werke stehen kostenlos als Samples zur Verfügung.

Während der digitale Bilderrahmen inklusive Cloudspeicher für eigene Fotos vollständig kostenlos genutzt werden kann, fallen für das Kunstabo 75 Euro pro Jahr an. Laut dem Hersteller werden 60% der Erlöse an die Künstler weitergegeben. Neben dem unkomplizierten Zugriff auf die digitalen Werke gibt es also das gute Gefühl, auch etwas für die Künstler zu tun.

Displayqualität des Bilderrahmen

Kommen wir endlich zum wichtigsten Aspekt unseres Testberichts: Kann die Displayqualität des Meural Canvas II überzeugen? Hierfür haben wir ein kleines Experiment durchgeführt und Gäste nicht darüber informiert, dass es sich um einen digitalen Bilderrahmen handelt. Nach kurzer Zeit war ein Gast irritiert, weil da „doch eben noch ein anderes Bild an der Wand hing“ – der Meural Canvas II hatte zwischenzeitlich das angezeigte Motiv gewechselt. Die hohe Auflösung sorgt in Kombination mit einer sehr guten Farbtreue und der entspiegelten Displayoberfläche dafür, dass das gezeigte Motiv (fast) wie ein Kunstdruck wirkt. Pixel sind nur dann zu erkennen, wenn man sich das Display aus unmittelbarer Nähe anschaut.

Digitaler Bilderrahmen mit eigenen Fotos
Meural Canvas II: Eigene Fotos oder Gemälde lassen sich in Wiedergabelisten sortieren und abwechselnd auf dem digitalen Bilderrahmen anzeigen.

Meural Canvas II im Test: Unser Fazit

Ja, der Meural Canvas II ist kein Schnäppchen: 650 Euro werden für die 21,5-Zoll Ausführung bei Amazon fällig*. Die 27 Zoll Variante ist 200 Euro teurer (Amazon*). Dafür bekommt der Käufer einen großen und hochauflösenden digitalen Bilderrahmen, der auf dem ersten (und zweiten) Blick nicht von einem Kunstdruck zu unterscheiden ist. Uns hat die Möglichkeit, jederzeit eigene Fotos unkompliziert „an die Wand zu hängen“ oder auf die Kunstbibliothek zuzugreifen, durchaus überzeugt – wenngleich für letzteres Abogebühren anfallen, sofern man sich nicht auf einige kostenlos bereitgestellte Motive beschränken möchte. Wir können eine klare Kaufempfehlung für diejenigen aussprechen, die nach einem hochwertigen digitalen Bilderrahmen suchen und sich von dem Preis nicht abschrecken lassen.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 10.04.2020 um 12:14 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Meural Canvas II

9.5

Verarbeitung

10.0/10

Bedienung & Funktionsumfang

9.0/10

Displayqualität

10.0/10

Preis-Leistungsverhältnis

9.0/10

Vorteile

  • sehr gute Displayqualität
  • hochwertige Verarbeitung
  • einfache Bedienung

Nachteile

  • kostenpflichtiges (aber optionales) Kunstabo
  • App reagiert teilweise etwas träge
  • hoher Preis
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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