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Vernünftig wäre, sich zuerst zu überlegen was man machen möchte und sich dann ein dafür passendes Produkt zu kaufen. Bei dem Amazon Echo Show 2 haben wir es umgekehrt gemacht – und möchten ihn jetzt nicht mehr missen. 

Wofür braucht man den Echo Show 2? Eine Frage, die regelmäßig in unserem Smarthomeforum und in unserer Smart Home-Gruppe auf Facebook aufkommt und die wir bislang auch nicht so richtig beantworten konnten: 

  • Youtube-Videos gucken? Dafür nutzen wir Tablet PCs.
  • Amazon Prime Video gucken? Dafür haben wir einen Fernseher. 
  • Videotelefonate? Funktioniert wunderbar mit einem Smartphone.
  • Rezepte nachsehen? Tablet PC. 

Wir haben uns den Echo Show 2 trotzdem gekauft und ausprobiert, ob das Gerät im Alltag vielleicht doch nützlich ist. Und siehe da: Er ist es – mit Einschränkungen.

Echo Show: Alexa mit Display

Zunächst aber kurz zu den wichtigsten Eckdaten des Geräts in aller Kürze: Der Echo Show 2 besitzt einen 10 Zoll großen Touchscreen, sieht wesentlich moderner aus als sein Vorgängermodell und ist mit Stereolautsprechern ausgestattet, die einen relativ überzeugenden Klang bieten. Außerdem hat Amazon eine 5 Megapixel-Kamera verbaut, die eine mittelmäßige Bildqualität bietet – soweit, so bekannt und in den zahlreichen Echo Show 2 Testberichten im Netz nachzulesen. 

Auch der Funktionsumfang dürfte dem geneigten Leser bekannt sein: Der Echo Show 2 besitzt etwa zwei Webbrowser (Amazons Silk und Firefox), ermöglicht Videotelefonate und spielt Inhalte von Amazon Prime ab. Natürlich bietet das Gerät zudem alle „Alexa-Funktionen“, wie beispielsweise die Möglichkeit Wetterinformationen abzurufen, das Smart Home zu steuern (siehe hierzu auch unseren Ratgeber Smart Home mit Alexa steuern) oder die Nachrichten vorzulesen. 

Trotz des hohen Funktionsumfangs waren wir aber zunächst etwas ratlos, wofür wir den Echo Show 2 im Alltag nutzen könnten – schließlich werden, wie oben bereits erwähnt, sämtliche Funktionen von bereits vorhandenen Geräten, wie Tablet PCs, Fernseher oder Smartphones, bestens abgdeckt. 

Amazon Echo Show 2 Erfahrungsbericht: Ein schönes Display, aber wofür werden wir es verwenden?

Echo Show als Display für das Musikstreaming

Nachdem der Echo Show 2 aber erstmal seinen Platz im Wohnzimmer gefunden hatte, kristalisierte sich dann doch ein praktisches Anwendsungszenario heraus: Wir nutzen den Echo Show 2 in erster Linie für die Musikauswahl und -steuerung. Dafür ist das Gerät regelrecht prädistiniert: Mit einem Sprachbefehl wie „Alexa, zeige mir Alben von Coldplay“ werden auf dem Bildschirm die Cover angezeigt und mit einem Tap auf das gewünschte Album spielt Alexa die Musik ab.

Auf dem großen Touchscreen des Echo Show 2 lässt sich komfortabel die gewünschte Musik auswählen.

Zugegeben: Die Musikauswahl funktioniert grundsätzlich auch mit Echo-Lautsprechern ohne Display, der Echo Show 2 macht das Ganze aber noch komfortabler: Mit Bedienelementen auf dem Touchscreen lässt sich beispielsweise unkomplizziert die Musik pausieren oder zum vorherigen, beziehungsweise nächsten Lied wechseln – ohne jedes Mal den entsprechenden Sprachbefehl aufsagen zu müssen (was bei lauter Musik auch nicht immer zuverlässig funktioniert). 

Mit der Anzeige auf dem Bildschirm lässt sich zudem auch dann ein Album finden, wenn einem der Name des Albums gerade entfallen ist. Hinzu kommt die Möglichkeit, sich bei den meisten Songs synchron den Songtext anzeigen zu lassen – ein nettes Gimmick für nächste Party. Praktisch finden wir zudem die Tasten auf der Oberseite des Geräts, mit denen sich (auch wieder ohne Sprachbefehle) die Lautstärke einstellen lässt. 

Nettes Gimmick: Bei vielen Songs zeigt der Echo Show 2 den Songtext auf dem Display an.

Im Prinzip macht der Echo Show 2 also als „Display für Streamingmusik“ eine gute Figur, allerdings gibt es einen Haken: Wer die Musik nicht auf dem integrierten Lautsprecher, sondern auf einem Sonos-System ausgeben möchte, kann die oben beschriebenen Funktionen zur Musiksteuerung nur sehr eingeschränkt nutzen: Zwar lässt sich über Sprachbefehle oder den Touchscreen der gewünschte Song auswählen und auf den Sonos-Lautsprechern abspielen, anschließend stehen auf dem Display aber keine weiteren Funktionen zur Verfügung: Anstatt das Cover des aktuellen Songs und Bedienelemente für die Musiksteuerung anzuzeigen, wechselt der Echo Show 2 einfach wieder zurück zum Startbildschirm. Mit Blick auf diese Einschränkungen zeigt sich, dass der Sonos Skill für Alexa noch nicht für den Echo Show optimiert wurde (oder aber Amazon derartige Funktionen den Skill-Entwicklern schlichtweg noch nicht zur Verfügung stellt). 

Mit einem (zugegeben recht aufwendigen) Umweg konnten wir den Echo Show 2 doch wie gewünscht nutzen, um die Musik auf unserem Sonos-System zu steuern: Anstatt den Sonos Skill zu nutzen, haben wir einen ausrangierten Echo Dot über den Aux-Anschluss mit einem Sonos Play:5 Lautsprecher verbunden. Den Echo Show 2 haben wir anschließend über Bluetooth mit dem Echo Dot verbunden, damit die Musik nicht mehr auf dem integrierten Lautsprecher, sondern (über den Umweg des Echo Dot) auf dem Sonos-System abgespielt wird. 

Das Ergebnis des komplizierten Set Ups: Auf dem Echo Show 2 stehen sämtliche oben beschrieben Funktionen zur Musiksteuerung zur Verfügung (Coveranzeige, Lyrics, Play/Pause etc.).  Obwohl dieser Umweg zuverlässig funktioniert, hoffen wir, dass Amazon/Sonos die Funktionen des Alexa Skills erweitert, damit künftig (auch ohne Umweg) das Display des Echo Show genutzt wird. Hilfreich wäre es bereits, wenn Amazon dem Echo Show einen Audioausgang spendiert hätte – dann könnte man sich bei dem „Sonos Set-Up“ zumindest den Umweg über Bluetooth sparen und den Show direkt über ein Audiokabel mit dem Play:5 verbinden. Unverständlicherweise fehlt dem Echo Show 2 ein Audioausgang, während beispielsweise der kleine Echo Spot mit einem entsprechenden Anschluss ausgestattet ist.

Eine weitere Einschränkung mit Blick auf die Musikwiedergabe: Die Streamingdienste Apple Music und Google Play Music sind bislang nicht mit Alexa kompatibel.

Echo Show 2 als digitaler Bilderrahmen

Neben der Verwendung als „Display für Sonos“ gefällt uns auch die Möglichkeit, den Echo Show 2 als digitalen Bilderrahmen zu verwenden: Auf dem Startbildschirm zeigt der Show auf Wunsch in einer Diashow Fotos an, die in dem Clouddienst Amazon Photos* hinterlegt sind. Die Fotos werden auf dem Bildschirm scharf und farbgetreu dargestellt. Nervig sind allerdings die „Alexa-Tipps“, die im unteren Bildschirmbereich angezeigt werden.

Ein Blick in unser Smarthomeforum zeigt, dass wir nicht die einzigen sind, die von den Hinweisen genervt sind: „Amazon Echo Show Tipps auf Startseite ausschalten“. Es ist uns ein Rätsel, warum sich diese nervigen Hinweise nicht abbestellen lassen. Immerhin scheint hier Besserung in Sicht zu sein: Die aktuelle englischsprachige Softwareversion des Echo Show ermöglicht es, diese Hinweise abzuschalten.

Ein weiterer Wermutstropfen: Das Display des Echo Show 2 ist nicht entspiegelt, was bei der Wahl des Aufstellort entsprechend berücksichtigt werden muss, damit beispielsweise keine Beleuchtung im Display gespiegelt wird.

…und als smarte Gegensprechanlage

Und noch eine Funktion haben wir zu schätzen gelernt: In Kombination mit der „WLAN-Türklingel“ Ring Video Doorbell informiert der Show nicht nur über Besucher an der Haustür, sondern zeigt auf Zuruf auch das Livebild der in die Türklingel integrierten Kamera an. Bei Bedarf lässt sich über den Show zudem ein Gespräch mit dem Besucher an der Haustür führen – perfekt, um beispielsweise Vertreter oder andere unerwünschte Besucher unkompliziert (und sicher) loszuwerden (siehe hierzu Echo Show und Spot ermöglichen Gespräche über smarte Videotürklingeln).

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Neben der Ring Video Doorbell und den weiteren Sicherheitsprodukten von Ring, wie beispielsweise der Ring Spotlight Cam, ist der Echo Show mit zahlreichen weiteren Überwachungskameras kompatibel (siehe hierzu: Amazon Echo Show und Echo Spot: Diese Überwachungskameras sind kompatibel).

Der Echo Show zeigt auf Zuruf das Livebild einer Alexa-kompatiblen Überwachungskamera (hier: Ring Spotlght Cam)

Schlussendlich hat sich auch die Drop In-Funktion im Alltag als praktisch erwiesen: Mit diesem Feature lassen sich hausintern Gespräche über Echo-Lautsprecher führen. Die Funktion ist insbesondere in größeren Häusern praktisch, erfordert aber natürlich nicht unbedingt einen Echo-Lautsprecher mit Display – ein kleiner Echo Dot würde dafür ebenfalls völlig ausreichen.

Amazon Echo Show 2 Erfahrungsbericht: Unser Fazit

Bereits nach einigen Tagen möchten wir den Echo Show 2 im Wohnzimmer nicht mehr missen: Das Gerät eignet sich gut für die Bedienung von Musikstreamingdiensten – insbesondere dann, wenn ihr auch den integrierten (guten) Lautsprecher des Show 2 nutzen wollt.

Falls ihr ein Sonos-System verwendet, wird es deutlich komplizierter: Der Sonos-Skill bietet bislang nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten und nutzt letztendlich nicht das Display des Echo Show 2. Hier bleibt nur der oben beschriebene Umweg über Bluetooth, der allerdings auch nur im Zusammenspiel mit dem Sonos Play:5 oder dem Sonos Connect funktioniert (die anderen Lautsprecher von Sonos besitzen keinen Aux-Anschluss, den wir benötigen, um einen Bluetooth-Empfänger oder einen Echo Dot an den Lautsprecher zu hängen).

Trotz dieser Einschränkung hat der Echo Show 2 seine Daseinsberechtigung in unserem Wohnzimmer gefunden: Primär als „smartes Display“ für die Musiksteuerung und als digitaler Bilderrahmen – und natürlich für die weiteren Alexa-Funktionen, wie die Wettervorhersage oder smarte Gegensprechanlage in Kombination mit der Ring Video Türklingel.

Der Amazon Echo Show 2 ist für rund 230 Euro bei Amazon erhältlich*.

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Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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