Ring Spotlight Cam im Test: Kabellose Überwachungskamera mit Alarmsirene

6
Der Hersteller Ring ist primär für seine gleichnamige WLAN-Türklingel bekannt, dabei hat das Unternehmen das Produktportfolio in den vergangenen Monaten um weitere Überwachungslösungen erweitert. In unserem Testbericht werfen wir einen Blick auf die Akku-betriebene Überwachungskamera Ring Spotlight Cam (Amazon*) für den Außenbereich.

Lieferumfang, Verarbeitung und Montage

Gleich nach dem Auspacken kann die Ring Spotlight Cam mit einem umfangreichen Lieferumfang Pluspunkte sammeln: Neben der Kamera, dem Akku, einem USB-Kabel, einer Kurzanleitung und der Halterung liefert der Hersteller erfreulicherweise das Werkzeug für die Montage gleich mit, die Überwachungskamera kann also direkt am vorgesehen Platz montiert werden.

Das Kunststoffgehäuse der Kamera macht einen relativ soliden Eindruck, auch wenn es nicht so hochwertig und robust ist wie das Gehäuse der von uns ebenfalls getesteten Außenkamera Netatmo Presence.

Ring Spotlight Cam im Test

Ring Spotlight Cam im Test: Links und rechts neben der Linse befinden sich die LED-Strahler, auf der Unterseite ist der Bewegungsmelder angebracht.

Dank des Akkus lässt sich der Ort dabei recht flexibel wählen – denkbare Bereiche sind etwa an der Außenwand unter dem Dach, in einem Carport, am Gartenhaus oder in der Garage. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende WLAN-Versorgung am Installationsort, wobei hier bei Bedarf mit einem WLAN-Repeater nachgeholfen werden kann.

Darüber hinaus sollte der Ort so gewählt werden, dass die Kamera von ungebetenen Gästen nicht ohne Weiteres erreicht und beispielsweise die Linse überklebt oder der Akku entnommen werden kann. Mit Blick auf den Datenschutz sollte zudem darauf geachtet werden, dass lediglich das private Grundstück und nicht der öffentliche Bereich im Erfassungsbereich der Kamera liegt (siehe hierzu auch: Videoüberwachung: Rechtliche Situation in Deutschland).

Für die Montage muss lediglich die Befestigungsplatte festgeschraubt, die Spotlight Cam in der Halterung befestigt und der – zuvor aufgeladene – Akku in die Kamera geschoben werden, was schnell erledigt ist.

Ring Spotlight Cam: Lieferumfang

Der Lieferumfang der Ring Spotlight Cam

Einrichtung

Auch das Set Up der Ring Spotlight Cam ist erfreulich unkompliziert. Die Smartphone-App des Herstellers führt Schritt für Schritt durch den Einrichtungsprozess, wobei im Wesentlich lediglich ein Name vergeben und die Kamera mit dem WLAN verbunden werden. Der gesamte Einrichtungsvorgang hat in unserem Test auf anhieb funktioniert und war innerhalb von rund fünf bis zehn Minuten erledigt.

Ring Spotlight Cam Konfiguration

Für die Ersteinrichtung der Spotlight Cam muss sich das Smartphone einmalig mit dem WLAN der Kamera verbinden, um die Zugangsdaten des heimischen WLAN auf dem Gerät zu speichern.

Funktionsumfang und Bedienung

Bevor wir uns den Funktionen der Ring Spotlight Cam widmen, werfen wir einen Blick auf die technischen Rahmendaten der kabellosen Überwachungskamera.

Ring Spotlight Cam: Rahmendaten

  • Abmessungen: 12.5 x 6.9 x 7.5 cm, Montagesockel 6.2 cm Durchmesser
  • Video: 1080p Full HD Auflösung, Nachtsichtmodus
  • Blickwinkel: 140 Grad
  • Audio: Mikrofon und Lautsprecher (Zwei-Wege-Audiofunktion)
  • Sirene: 110dB

In der Smartphone-App von Ring kann jederzeit auf das Livebild der Überwachungskamera zugegriffen werden. In unserem Test mussten wir manchmal etwas länger auf das Livebild warten, was im Ernstfall natürlich ungünstig ist. Zwar tritt diese Wartezeit nur sporadisch auf, dennoch sollte der Hersteller hier nachbessern. Was die Bildqualität angeht gibt es hingegen nichts zu kritisieren: Dank der Full HD-Auflösung lassen sich auch Details gut erkennen.

Ring Spotlight Cam Bildqualität

Die Bildqualität der Ring Spotlight Cam kann in unserem Test überzeugen.

Sämtliche aufgezeichneten Ereignisse werden in der App chronologisch sortiert im Verlauf angezeigt. In unserem Test hat der Bewegungsmelder einen guten Job gemacht und bis auf wenige Ausnahmen die Aufzeichnung nur dann gestartet, wenn sich Menschen oder größere Tiere vor der Kamera befanden. Vögel oder Äste, die sich im Wind bewegen, haben die Aufzeichnung in den meisten Fällen nicht aktiviert.

In den Einstellungen der App lässt sich der Erfassungsbereich und die Reichweite des Bewegungsmelder flexibel konfigurieren, damit die Kamera nur dann „anschlägt“, wenn sich eine Person in dem definierten Bereich befindet – eine praktische Funktion, um Fehlarme zu reduzieren.

Ring App Bewegungsmelder

In der Ring App kann der Bewegungsmelder konfiguriert werden.

Registrierte Bewegungen werden mittels Push-Notifications auf dem Smartphone gemeldet. Sollte es sich tatsächlich um Einbrecher handeln, kann über die App die 110dB laute Sirene der Kamera aktiviert werden. Zusätzlich kann die Kamera bei einer Bewegung automatisch die integrierten LED-Lichter einschalten und somit  Einbrecher zusätzlich abschrecken. Die Leuchtkraft der LED-Lichter ist überschaubar, was aber der Stromversorgung mittels Akku geschuldet sein dürfte. Mit der Ring Floodlight Cam (Amazon*) bietet der Hersteller auch eine Kamera mit einem hellen Flutlicht an, die für den Betrieb allerdings einen Stromanschluss benötigt.

Damit sich das Smartphone nicht unentwegt meldet, wenn man selber Zuhause ist und beispielsweise die Kinder im Garten spielen, kann ein Zeitplan für die Benachrichtigungen in der App konfiguriert werden. Registrierte Begegnungen werden dann beispielsweise nur noch von Montags bis Freitags zwischen 8 und 18 Uhr und nicht zu den übrigen Zeiten gemeldet.

Ring Motion Scheduling

Die Benachrichtigungsfunktion kann zeitgesteuert deaktiviert werden.

Eine Geofencing-Funktion, die anhand der GPS-Daten der Smartphones automatisch erkennt ob Anwohner Zuhause sind und daraufhin die Überwachungskamera aktiviert, beziehungsweise deaktiviert, bietet Ring bislang leider noch nicht an.

Gut gefällt uns, dass die Kamera außerdem eine Zwei-Wege-Audiofunktion bietet. Mit dieser „Gegensprechfunktion“ kann man sich mit dem Besucher über die Kamera unterhalten und beispielsweise dem Besuch mitteilen, dass man noch im Stau feststeckt und sich etwas verspätet. Der Gesprächspartner war in unserem Test auf beiden Seiten – Smartphone-Kamera und Überwachungskamera – recht gut zu verstehen und kürzere Gespräche problemlos möglich.

Die Ring Spotlight Cam unterstützt die Automatisierungsplattform Ifttt und kann somit flexibel mit weiteren Smart Home-Geräten verknüpft werden. Auf diesem Weg kann die Kamera beispielsweise automatisch die Philips Hue-Lampen im Wohnzimmer einschalten, sobald eine Bewegung im Garten registriert wird. Weitere Smart Home-Plattformen, wie beispielsweise Apple HomeKit, werden bislang noch nicht unterstützt.

Im Unterscheid zu vielen Konkurrenzprodukten bietet der Hersteller für die Kamera nicht nur eine Smartphone-, sondern auch eine Desktop-App. Wer gerade am PC sitzt, muss also bei einer Registrierten Bewegung nicht zum Smartphone greifen, um nach dem rechten zu schauen.

Ring Spotlight Kamera

Ring Spotlight Kamera: Im Größenvergleich werden die kompakten Abmessungen der Überwachungskamera deutlich.

Überwachungskamera mit LED-Licht

Das integrierte LED-Licht wird bei Dunkelheit automatisch aktiviert, sobald die Überwachungskamera eine Bewegung registriert.

Akkulaufzeit der Ring Spotlight Cam

Um den Akku zu schonen, zeichnet die Überwachungskamera nicht durchgehend auf, sondern nur dann, wenn der Bewegungsmelder eine Bewegung registriert oder die Kamera manuell über die Smartphone-App aktiviert wird.

Die Ring Spotlight Cam kann zwei Akkus aufnehmen, allerdings befindet sich lediglich ein Akku im Lieferumfang. Laut dem Hersteller liegt die Akkulaufzeit bei rund sechs Monaten, mit zwei Akkus schafft die Überwachungskamera also theoretisch eine Laufzeit von rund einem Jahr. Tatsächlich dürfte die Laufzeit sehr stark schwanken – je nachdem, wie oft am Tag Bewegungen registriert werden und die Videoaufzeichnung gestartet wird. Wer regelmäßig in der Smartphone-App das Livebild der Kamera aktiviert, wird den Akku ebenfalls früher aufladen müssen.

Ein weiterer Akku kann für 25 Euro beim Hersteller bestellt werden, allerdings fallen hier satte 9 Euro Versandgebühren für die Lieferung nach Deutschland an. Das ist ärgerlich, zumal der Akku offenbar nur direkt beim Hersteller und nicht bei Amazon oder anderen Online-Shops erhältlich ist.

Ring Video Recording: Cloud-Dienst verursacht Folgekosten

Wie bei den meisten Konkurrenzprodukten fällt auch bei Ring eine Gebühr für die Nutzung des Cloud-Dienstes an. Im so genannten „Basic Plan“ für moderate drei Euro pro Monat oder 30 Euro pro Jahr sind aufgezeichnete Videos bis zu 60 Tage lang abrufbar. Die Kosten fallen allerdings pro Kamera an, wobei alternativ der Plus Plan für 10 Euro pro Monat oder 100 Euro pro Jahr eine unbegrenzte Anzahl an Kameras unterstützt.

Schade finden wir, dass im Unterschied zu den meisten Konkurrenzprodukten kein kostenloses Basis-Abo mit einer kürzeren Speicherdauer der Videos zur Verfügung steht. Zwar lässt sich die Ring Spotlight Cam auch ohne Abo nutzen, allerdings werden die Videos dann nicht gespeichert. Die Kamera informiert dann nur noch über registrierte Bewegungen und ermöglicht es, das Livebild abzurufen – für den Einsatz als Überwachungskamera dürfte diese Variante nicht praktikabel sein.

Mit Blick auf den Cloud-Dienst ergibt sich also ein gemischtes Bild: Mir drei Euro pro Monat sind die Kosten zwar überschaubar, allerdings fällt die Gebühr pro Gerät an und es gibt keine kostenlose Basis-Variante des Cloud-Dienstes.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile der Ring Spotlight Cam

  • gute Bildqualität
  • integrierte, 110dB laute Sirene
  • integrierte LED-Strahler
  • moderate Abo-Gebühr (3 Euro pro Gerät)
  • Zwei-Wege-Audio (Gegensprechfunktion)
  • einfache Einrichtung und Konfiguration
  • mit Automatisierungsplattform Ifttt kompatibel

Nachteile der Ring Spotlight Cam

  • teilweise zeitliche Verzögerung bei der Aktivierung des Livestreams
  • kostenpflichtiger Cloud-Dienst (kein kostenloses Basis-Abo)
  • nicht kompatibel mit Apple HomeKit
  • nur ein Akku im Lieferumfang (bei zwei Steckplätzen)
  • Noch keine Geofencing-Funktion (Automatische Erkennung der An-/Abwesenheit)

Ring Spotlight Cam: FAQs

Kann der Bewegungsmelder nur zu bestimmten Zeiten aktiviert werden, um Fehlalarme zu vermeiden?

Ja, hierfür kann in der Smartphone-App ein Tagesplan hinterlegt werden, damit der Bewegungsmelder der Ring Spotlight Cam beispielsweise nur von Montag bis Freitag zwischen 08:00 und 18:00 Uhr aktiviert wird.

Muss die Kamera abmontiert werden, um den Akku zu entnehmen?

Nein, das Gehäuse kann auf der Unterseite geöffnet werden, um den Akku zu entnehmen.

Ist die Ring Spotlight Cam mit dem Echo Show / Echo Dot kompatibel?

Offiziell unterstützt die Spotlight Cam den Echo Show und den Echo Spot zwar noch nicht, in unserem Test wurde das Livebild der Kamera aber mit dem Befehl „Alexa, zeige mir Gartenkamera“ auf dem Echo Spot angezeigt. Laut dem Hersteller soll die Spotlight Cam bald offiziell unterstützt werden (siehe hierzu auch: Amazon Echo Show und Echo Spot: Diese Überwachungskameras sind kompatibel).

Ist die Ring Spotlight Cam mit Apple HomeKit kompatibel?

Nein, in Apples Smart Home-Plattform HomeKit kann die Ring Spotlight Cam zur Zeit nicht integriert werden.

Lassen sich die LED-Lichter der Überwachungskamera auch vollständig deaktivieren?

Ja, die entsprechende Funktion findet sich in der App unter Bewegungseinstellungen / Motion Zones / Lights (im unteren Bildschirmbereich).

Können die Videos der Spotlight Cam auf einer NAS oder einem FTP-Server gespeichert werden?

Nein, das ist nicht möglich. Die Ring Spotlight Cam setzt die Nutzung der Cloud des Herstellers voraus.

Ring Spotlight Cam im Test: Unser Fazit

Die Ring Spotlight Cam eignet sich gut, um den Außenbereich zu überwachen. Dank der Stromversorgung mittels Akku kann die Überwachungskamera flexibel angebracht werden – ohne, dass umständlich Stromkabel verlegt werden müssen. Die Kamera ist einfach zu montieren und kann über die App intuitiv bedient werden. Für den Cloud-Dienst fällt eine monatliche Gebühr an, die mit drei Euro aber vergleichsweise moderat ist – dennoch würden wir uns ein kostenloses Basis-Abo wünschen, wie es für die meisten Konkurrenzprodukten angeboten wird.

Insgesamt hat uns die kompakte Überwachungskamera mit einer guten Bildqualität, einer zuverlässigen Funktionsweise und einem guten Preis-Leistungsverhältnis in unserem Test überzeugt.

Preis und Verfügbarkeit

Die Ring Spotlight Cam ist für rund 230 Euro in den Farbvarianten Schwarz und Weiß im Handel, zum Beispiel bei Amazon* oder Tink*, erhältlich. Neben der Ring Video Spotlight Cam mit Akku gibt es auch eine Variante mit 240 Volt Anschluss, die ebenfalls rund 200 Euro kostet (Amazon*).

Letzte Aktualisierung am 18.06.2018 um 16:14 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Ring Spotlight Cam: Mögliche Alternativen

  • Netgear bietet mit seinem Arlo-System Überwachungskameras an, die ebenfalls mit einem Akku ausgestattet sind, im Unterschied zur Ring Spotlight Cam aber eine Basisstation benötigt. Mit einem Preis von 280 Euro (Basisstation und eine Kamera) ist diese Alternative allerdings deutlich teurer. Mehr dazu in unserem Netgear Arlo Pro Testbericht.
  • Die Netatmo Presence ist eine Überwachungskamera für den Außenbereich, die zwischen Personen, Fahrzeugen und Tieren unterscheiden kann. Der Betrieb der rund 260 Euro teuren Kamera setzt allerdings eine Stromversorgung voraus. Ein Vorteil: Statt einem kostenpflichtigen Cloud-Dienst werden die Videos auf einer integrierten SD-Karte sowie optional auf einem FTP-Server und in dem Cloud-Dienst Dropbox gespeichert. Mehr über diese Überwachungskamera erfahrt ihr in unserem Netatmo Presence Test.
  • Die Überwachungskamera Logitech Circle 2 kann mit einem optional erhältlichen Kabel auch im Außenbereich eingesetzt werden und ist mit Amazon Alexa, Apple HomeKit und dem Google Assistant kompatibel. Mehr über die rund 160 Euro teure Kamera: Logitech Circle 2 im Test.

Ring Spotlight Cam im Test

8.4 Empfehlenswert

Die Ring Spotlight Cam mit Akku ist eine empfehlenswerte Kamera für den Außenbereich, die mit einer guten Bildqualität und einer einfachen Bedienung überzeugt. Käufer sollten allerdings die monatlichen Kosten für den Cloud-Dienst berücksichtigen.

  • Einrichtung 10
  • Bedienung 9
  • Design & Verarbeitung 7
  • Fuktionsumfang 7
  • Preis-Leistung 9
Teilen

6 Kommentare

  1. Pingback: WLAN-Überwachungskamera Reaolink Argus 2: Günstige Alternative zu Netgear Arlo und Co. - housecontrollers

  2. Pingback: Welche Kamera zur Videoüberwachung nutzen?

  3. Pingback: Reolink Argus 2 im Test: Drahtlose Überwachungskamera mit Solarpanel - Housecontrollers

  4. Pingback: Ring Video-Türklingel: Amazon senkt den Preis auf 99 Euro - Housecontrollers

  5. Pingback: Schutz vor Einbrechern: Produkte für ein sicheres Zuhause - Housecontrollers

  6. Pingback: Blink Home Security Kamera-System im Test: Überwachungskamera mit kostenloser Cloud - Housecontrollers

Beitrag kommentieren