Ring Video Türklingel im Test: Die Klingel für das Smart Home

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Wer sich nach Video-Türsprechanlagen umschaut, landet schnell bei Produkten, die preislich zwischen 500 und 1000 Euro liegen und dennoch einen recht eingeschränkten Funktionsumfang bieten. Die Ring Video Türklingel* ist bereits für 170 Euro zu haben – eine empfehlenswerte Alternative zu den teuren Intercom-Systemen?

Die Ring Video Türklingel bietet eine Auflösung von 1280×720 Pixeln. Das Gerät ist mit einem Mikrofon und einem Lautsprecher ausgestattet und ermöglicht eine Zwei-Wege-Audiokommunikation. Mit Hilfe der Smartphone App des Herstellers werdet ihr benachrichtigt, wenn an der Haustür geklingelt wird. Anschließend könnt ihr nachsehen, wer da gerade vor der Tür steht und euch bei Bedarf auch mit dem Besuch unterhalten – selbst dann, wenn ihr gerade unterwegs seid.

Außerdem ist ein Bewegungsmelder verbaut, der auf Wunsch auch dann mittels Push Nachricht über (ungebetene) Gäste informiert, wenn die Klingel nicht betätigt wird. Somit kann die Klingel auch als (einfache) Alarmanlage eingesetzt werden. Darüber hinaus besitzt Ring einen Infrarot-Nachtsichtmodus, damit Besucher auch bei Dunkelheit gut zu erkennen sind.

Lieferumfang, Verarbeitung und Montage

Gleich nach dem Auspacken wurden wir positiv überrascht: Der Hersteller liefert neben der Türklingel diverses Werkzeug mit, das für die Montage benötigt wird – bis hin zu einer kleinen Wasserwaage.

Ring Video Doorbell

Lieferumfang der Ring Video Doorbell: Sogar eine kleine Wasserwaage befindet sich im Paket.

Der positive Eindruck setzt sich beim genaueren Inspizieren der Klingel vor: Die 6,2 x 12,6 x 2,2 Zentimeter große Ring Doorbell ist recht solide verarbeitet und kommt in einem schlichten, ansprechenden Kunststoffgehäuse daher. Sicherlich wäre ein Metallgehäuse noch schicker und vermutlich auch langlebiger, mit Blick auf den überschaubaren Preis ist die Verarbeitung aber absolut in Ordnung.

Der LED-Ring auf der Vorderseite leuchtet beim Betätigen der Klingel auf. Praktisch: Nachts wird der LED-Ring automatisch dauerhaft eingeschaltet.

WLAN Türklingel Ring

Die Ring Doorbell kann mit einem dezenten Design überzeugen.

Ring bietet zwei Betriebsmodi: Die Klingel kann entweder über das Stromkabel der bisherigen Türklingel oder über den integrierten Akku mit Strom versorgt werden. Letzter bietet eine Laufzeit von 6 Monaten und wird anschließend mittels Micro USB-Kabel wieder aufgeladen.

Für unseren Test haben wir die Ring Video Türklingel fest verdrahtet, um einen “wartungsfreien” Betrieb zu ermöglichen. Somit ist die Klingel auch mit dem bereits vorhandenen Türgong verbunden und ein Besucher wird nicht nur mit einer Nachricht auf den verbundenen Smartphones, sondern auch ganz klassisch mit dem Gong angekündigt.

Für die Montage muss die mitgelieferte Grundplatte mit Dübeln und Schrauben an der Mauer befestigt werden. Anschließend wird Ring auf die Platte gesteckt und mit zwei Sicherheitsschrauben befestigt. Vor der Montage sollte allerdings der unten aufgeführte Einrichtungsprozess angestossen werden, da während der Einrichtung eine Taste auf der Rückseite der Klingel aktiviert werden muss.

In unserem Test hat die gesamte Montage rund 15 Minuten gedauert.

Ring Doorbell

Die Montageplatte der Ring Video Doorbell wird mit Schrauben an der Hauswand befestigt.

Wichtig zu wissen: Die Türklingel benötigt zwingend ein WLAN-Netz, wobei ausschließlich 802.11 b/g/n im 2.4Ghz-Bereich unterstützt wird. Vor dem Kauf sollte dementsprechend geprüft werden, ob das eigene WLAN-Netz den Bereich vor der Haustür abdeckt. Falls dies nicht der Fall ist, kann gegebenenfalls mit einem WLAN-Repeater nachgeholfen werden.

Außerdem solltet ihr euch über die Rechtslage bezüglich Videoüberwachung in Deutschland informieren. Grundsätzlich gilt, dass ihr Besucher mit einem Schild über die Videoüberwachung informieren müsst und ausschließlich das eigene Grundstück überwacht werden darf. Die Ring Video Türklingel darf also beispielsweise nicht so montiert werden, dass eine öffentliche Straße im Erfassungsbereich der Kamera liegt.

Ring Doorbell Test

Fertig montiert: Die Ring Video Doorbell an der Hauswand.

Einrichtung

Die Einrichtung und Konfiguration der Klingel läuft vollständig über die Ring Smartphone-App und war in unserem Test schnell erledigt. Eine Registrierung beim Hersteller ist zwar eine Voraussetzung für die Nutzung des Produkts, immerhin werden dabei aber nur einige wenige Daten abgefragt. Nachdem ein Account erstellt wurde, kann die Türklingel über die Option “Gerät hinzufügen” auf dem Startscreen der App eingerichtet. Während der Einrichtung muss die orangefarbene Taste auf der Rückseite der Türklingel gedrückt werden, um das WLAN der Türklingel zu aktivieren – die Konfiguration sollte also vor der Wandmontage erfolgen, da andernfalls die Klingel wieder aus der Halterung gelöst werden muss.

Nach dem Drücken der orangefarbene Taste wird das WLAN der Klingel aktiviert, mit dem sich euer Smartphone einmalig verbinden muss, damit ihr die Klingel konfigurieren und die Zugangsdaten eures heimischen WLANs hinterlegen könnt.

Galerie: Einrichtungsvorgang der Ring Doorbell

 

Funktionsumfang und Bedienung

Die Ring Video Türklingel ist, wie eingangs bereits geschrieben, eine Gegensprechanlage mit Smartphone-Anbindung. Sobald an eurer Haustür geklingelt wird, erhaltet ihr eine Push Nachricht auf eurem Smartphone (bei Bedarf können natürlich auch mehrere Smartphones eingebunden werden). In unserem Test haben wir die Benachrichtigungen ausnahmslos innerhalb von zwei oder drei Sekunden erhalten.

Ring Doorbell App (Screenshot)

Die Klingel informiert mit einer Push Nachricht über den Besuch an der Haustür.

Mit einem Tap auf die Nachricht öffnet sich die Smartphone-App und das Live-Bild der Klingel wird angezeigt. Das Live-Bild wird in einer guten Qualität und lediglich mit einer geringfügigen Verzögerung dargestellt. Gesichter lassen sich einwandfrei erkennen und auch an der Tonqualität gibt es nichts auszusetzen: Gesprächspartner sind in beide Richtungen klar und deutlich zu verstehen.

Sreenshot: Ring Video Doorbell

Die Kamera der Türklingel liefert eine gute Bildqualität. Dank des “Fischaugenobjektivs” wird ein relativ großer Winkel erfasst.

Ring bietet zudem die Möglichkeit, mit der Funktion “Live-Videoübertragung” jederzeit nachzusehen, ob vor der Haustür alles in Ordnung ist. Während das Live-Bild nach dem Betätigen der Klingel in unserem Test immer zuverlässig dargestellt wurde, funktionierte die Videoübertragung auf Abruf (also ohne, dass zuvor geklingelt wurde) allerdings nur sporadisch. In den meisten Fällen erschien lediglich die Fehlermeldung “Bei der Verbindung zu Ihrem Gerät ist ein Problem aufgetreten”, obwohl die Klingel einen ausreichenden WLAN-Empfang hatte. Wir gehen davon aus, dass es sich hierbei um einen Software-Bug handelt, den der Hersteller mit einem künftigen Update beheben wird.

Zuverlässig funktioniert hingegen der integrierte Bewegungsmelder, mit dem der Bereich vor der Haustür überwacht werden kann. Auf Wunsch informiert Ring mit einer Push Nachricht über eine erfasste Bewegung und zeichnet gleichzeitig das Geschehen als Video auf. Gut gefällt uns, dass die Reichweite des Bewegungsmelder zwischen 1,5 und 9 Metern flexibel konfiguriert werden kann, um Fehlalarme zu vermeiden. Praktisch ist auch die Möglichkeit, den Bewegungsmelder nur zu bestimmten Uhrzeiten und/oder zu bestimmten Wochentagen zu aktivieren.

Ring Video Türklingel: Konfiguration des Bewegungsmelders

Ring Video Türklingel: Konfiguration des Bewegungsmelders

Welche Vorteile bietet die Ring Video Türklingel im Alltag? Zum einen erhält der Käufer natürlich die klassischen Funktionen einer Video-Türsprechanlage: Bevor die Tür geöffnet wird, lässt sich schnell prüfen, wer da gerade geklingelt hat – praktisch, wenn man zum Beispiel keine Lust auf Staubsaugervertreter und Co. hat. Der eigentliche Vorteil ist aber sicherlich die Möglichkeit, auch dann mit Besuchern zu reden, wenn man unterwegs ist. So kann man dem Paketboten mitteilen, wo er das Paket ablegen soll oder einem Besucher darüber informieren, dass man in ein paar Minuten Zuhause ist. Für einen potentiellen Einbrecher entsteht der Eindruck, dass sich Bewohner im Haus aufhalten, obwohl man tatsächlich gerade im Urlaub am Strand liegt – schließlich versuchen Einbrecher vor ihrer Tat herauszufinden, ob jemand Zuhause ist, beispielsweise indem sie ganz einfach an der Tür klingeln.

A propos Einbrecher: Der integrierte Bewegungsmelder kann zusätzlichen Schutz bieten, da er den Bereich vor der Haustür überwacht, die Ring App mittels Push Nachricht über ungebetene Gäste informiert und gleichzeitig ein Video aufgezeichnet wird. Letzteres passiert allerdings nur dann, wenn das Abo für das Ring Video Recording abgeschlossen wird. Ohne Abo informiert Ring mittels Push-Nachricht über Besucher und ermöglicht die Live-Ansicht sowie die Zwei-Wege-Audiokommunikation, die Videos werden allerdings nicht aufgezeichnet.

Immerhin sind die Kosten mit 3 Euro pro Monat oder 30 Euro pro Jahr vergleichsweise überschaubar – viele Anbieter von ähnlichen Lösungen verlangen 10 Euro pro Monat oder mehr. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn sich statt dem Cloud-Dienst auch ein eigener FTP-Server oder ein Speicherdienst wie Dropbox nutzen ließe. Diese Möglichkeit bietet etwa das Unternehmen Netatmo für seine Überwachungskameras Welcome und Presence an.

Screenshot: Ring Doorbell App

Ring protokolliert sämtliche Ereignisse vor der Haustür. Mit dem Ring Video Recording Abo werden Videos 60 Tage lang in der Cloud gespeichert.

Dank der Unterstützung des Automatisierungsdienstes Ifttt lässt sich die Ring Doorbell mit zahlreichen weiteren Smart Home-Geräten verknüpfen (siehe hierzu Ring auf Ifttt). Wer möchte, kann zum Beispiel seine Philips Hue Lampen immer dann aufleuchten lassen, wenn die Klingel Bewegungen registriert – eine weitere Option, um Einbrecher abzuschrecken.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile der Ring Video Türklingel

  • einfache Bedienung
  • hochwertige Verarbeitung
  • zuverlässig und schnelle Benachrichtigungen
  • einfache Montage
  • Vernetzung mit anderen Geräten über Ifttt möglich
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

Nachteile der Ring Video Türklingel

  • laufende Kosten für (optionalen) Abo-Dienst
  • Live-Ansicht funktioniert noch nicht zuverlässig
  • auf Cloud des Herstellers angewiesen (kein lokaler Betrieb möglich)
  • App noch nicht vollständig übersetzt

Ring Doorbell: FAQs

Uns erreichten in den letzten Tagen in unserer Smart Home Gruppe auf Facebook und via E-Mail diverse Fragen zur Ring Video Doorbell, auf die wir an dieser Stelle eingehen möchten.

Kann Ring die Push-Nachrichten gleichzeitig an mehrere Smartphones schicken?

Ja, über die Ring App lassen sich mit der Funktion “Gemeinsame Benutzer” weitere Nutzer hinzufügen. Sobald jemand an der Haustür klingelt, werden alle verbundenen Smartphones (oder Tablets) gleichzeitig benachrichtigt.

Kann Ring so eingerichtet werden, dass der bisherige Türgong weiterhin aktiviert wird?

Ja, sofern die Ring Video Doorbell mit dem Klingeldraht verbunden ist, wird der Türgong wie gehabt ausgelöst.

Lässt sich mit dem Produkt auch ein Türöffner fernsteuern?

Nein, die Türklingel kann nicht mit dem Türöffner verbunden werden.

Kann der Bewegungsmelder von Ring deaktiviert werden?

Ja, in der Smartphone App kann der Bewegungsmelder vollständig deaktiviert werden. Darüber hinaus ist auch eine Zeitsteuerung möglich, damit der Melder zum Beispiel nur in der Nacht und nicht tagsüber Alarm schlägt.

Ring Video Türklingel im Test: Unser Fazit

Die Video-Türklingel funktioniert zuverlässig, ist relativ hochwertig verarbeitet und bietet einen hohen Funktionsumfang: Neben den Funktionen einer Video-Türsprechanlage mit Smartphone-Anbindung kann das Gerät auch als Überwachungskamera und (einfache) Alarmanlage eingesetzt werden. Konfiguration und Bedienung sind absolut intuitiv aufgebaut und auch an der Bild- und Tonqualität gibt es nichts zu kritisieren. Etwas schade finden wir, dass für die Aufzeichnung der Videos ein Abo abgeschlossen werden muss, wenngleich der Preis von 3 Euro pro Monat (oder 30 Euro pro Jahr) absolut angemessen ist.

Die Ring Video Doorbell hat uns in unserem Test überzeugt, zumal sie neben den Komfortfunktionen (von jedem Ort aus mit Besuchern sprechen zu können) dank der Überwachungsfunktionen auch mehr Sicherheit in die eigenen vier Wände bringt.

Preis und Verfügbarkeit

Die Ring Türklingel kostet je nach Farbvariante zwischen 170 und 200 Euro. Bei Amazon ist die silberne Variante momentan für 169 Euro* zu haben. Mehr Informationen zu der Video-Türklingel gibt es auf der Website des Herstellers.

Ring Video Türklingel im Test

8.8 Empfehlenswert

Die Ring Video Doorbell ist eine empfehlenswerte Video-Türsprechanlage, die praktische Zusatzfunktionen für die Überwachung des Hauses bietet. Das Gerät ist einfach zu bedienen, funktioniert zuverlässig und bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

  • Einrichtung 10
  • Bedienung 9
  • Design & Verarbeitung 7
  • Funktionsumfang 9
  • Preis-Leistung 9
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11 Kommentare

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  4. Ist es möglich Ring mit dem Amazon Echo (Groß) zu verbinden? Sprich wenn es klingelt macht der Echo auch einen Sound?!

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  8. Ich kann den Beitrag leider nicht zustimmen . Habe seit einer Woche die Ring Video Doorbell 2 im Einsatz und bin davon nicht wirklich überzeugt . Die Netzwerkqualität ist immer sehr schwach obwohl der Router keine
    5m entfernt ist und die Qualität auf anderen Geräten hervorragend ist . Nach 4 Tagen war der Akku schon völlig leer und musste 12 Stunden nachgeladen werden . Die Audioqualität ist auch nicht die Beste , Umwelt-
    geräuche sind stärker als alles Andere , und auch die Videoqualität ist nicht die Beste .
    Heiko

  9. Gerhard Lehnhoff am

    Was ist mit der Sicherheit? Ich melde ein weiteres Gerät in meinem Heimnetztwerk an, welches “nach Hause” telefoniert. Ist diese Verbindung sicher, so dass kein Hacker drauf springen kann und in mein Netztwerk gelangt (siehe elektronische Türöffner)? Ist der Hersteller vertrauenswürdig und habt ihr geprüft, welche Daten hin und her gesendet werden?

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