Philips Hue Erfahrungsbericht: Das Beleuchtungssystem im Langzeittest

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Das funkbasierte Beleuchtungssystem Philips Hue gehört zu den bekanntesten und vermutlich auch beliebtesten Smart Home Lösungen. Mittlerweile nutze ich das System seit rund vier Jahren – da wird es Zeit für einen Langzeittest: Wie gut schlägt sich Hue im Alltag? Wie nutze ich das System?

Die Funktionsweise von Philips Hue dürfte den meisten Leser/innen soweit bekannt sein (siehe hierzu auch unseren Philips Hue Testbericht): Eine an den Router angeschlossene Zentrale (die Philips Hue Bridge) steuert über das Funkprotokoll Zigbee die Leuchtmittel, wobei neben einem einfachen An/Aus die Lampen auch gedimmt werden können. Je nach Ausführung kann zudem die Leuchtfarbe verändert werden – mit einem überschaubaren Aufwand lassen sich so unterschiedliche Lichtkonzepte in den eigenen vier Wänden realisieren.

Während anfangs Philips Hue primär für die indirekte Beleuchtung eingesetzt wurde (Philips Hue Go und ein paar E27 Leuchtmittel), habe ich einen privaten Umzug im vergangenen Jahr genutzt, um das das neue Zuhause meiner Familie nahezu vollständig mit Philips Hue auszustatten: Von den Deckenlampen über die Ambient-Beleuchtung (Phiips Hue Go, Hue Lightstrip) bis hin zur Schreibtischlampe im Homeoffice (E27 Lampe in einer Tischlampe) – wenn schon, denn schon…

Philips Hue LED Deckenleuchte Fair

Herausforderung: Philips Hue Lichtschalter im Gira-Design

Wichtig war mir dabei, neben den Leuchtmitteln auch Hue-Kompatible Lichtschalter einzusetzen, um ein nerviges Problem des Systems zu lösen: Wird eine Hue-Lampe mit einem Lichtschalter vom Stromnetz getrennt, lässt sie sich (logischerweise) nicht mehr über das Hue-System einschalten. Mittlerweile gibt es im Handel zwar einige Hue-kompatible Schalter, deren Design mir allerdings nicht zugesagt hat. Was also tun? Am Ende habe ich mich dazu entschlossen, die Funkmodule aus den Philips Hue Tap-Schaltern in das Gehäuse eines Gira-Schalters zu verbauen. Eine kostspielige Lösung, die zudem ein wenig Bastelarbeit erfordert. Im Ergebnis erhält man auf diesem Weg aber immerhin vollständig Hue-kompatible Lichtschalter, die bequem über die Hue-App konfiguriert werden können und sich nahtlos in die E2-Schalterserie von Gira einfügen (siehe hierzu auch unsere Anleitung: Gira Funk-Lichtschalter für Philips Hue umrüsten).

Philips Hue Lichtschalter im Gira E2 Design

Die (selbstgebastelten) Hue-Lichtschalter bieten jeweils vier Tasten, mit denen die gewünschte Lichtszene bequem ausgewählt werden kann, ohne das dafür zum Smartphone gegriffen werden muss. Ein weiterer Vorteil: Die Lichtschalter benötigen keinen Stromanschluss und auch keine Batterien, da bei benötigte Energie durch das Drücken des Schalters erzeugt wird. Somit lassen sich die Schalter unkompliziert und flexibel im Haus platzieren.

Philips Hue im Alltag: Funktionen und Anwendungsbeispiele

Wie nutze ich Philips Hue im Alltag? Ich verwende unterschiedliche Lichtszenen für die verschiedenen Wohnbereiche, um mit den Wandschaltern oder über Amazon Alexa die passende Beleuchtung, beispielsweise für das Abendessen, den TV-Abend oder einen gemütlichen Abend mit Freunden, herzustellen („Alexa, schalte Abendlicht ein“). A propos TV-Abend: Die Universalfernbedienung Logitech Harmony lässt sich problemlos mit Philips Hue verknüpfen, damit nach Sonnenuntergang die Lichtszenen „TV“ automatisch aktiviert wird, sobald der Fernseher eingeschaltet wird.

Philips Hue E27 Lampen in Lampen von Ikea

Durchgangsbereiche wie den Flur oder die Garderobe haben wir mit Philips Hue-Bewegungsmeldern ausgerüstet. Im Vergleich zu „klassischen“ Lampen mit Bewegungsmeldern wird das Licht nicht nur automatisch eingeschaltet, sondern je nach Tageszeit eine angepasste Helligkeit genutzt, damit die Lampen im Flur beispielsweise mitten in der Nacht nicht blenden und dafür sorgen, dass man Hellwach ist.

Darüber hinaus nutzen wir das Philips Hue System um Einbrecher abzuschrecken: Mit Lampen, die bei Abwesenheit der Bewohner automatisch ein- und ausgeschaltet werden, lässt sich ganz einfach die Anwesenheit der Bewohner simulieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, Philips Hue mit weiteren Systemen, wie beispielsweise Magenta SmartHome, zu verbinden. In Kombination mit Tür- und Fenstersensoren lässt sich beispielsweise im gesamten Haus das Licht einschalten, sobald bei Abwesenheit der Bewohner eine Tür geöffnet wird. Diese Funktion ersetzt natürlich keine Alarmanlage, kann aber mit dazu beitragen, dass unerwünschte Besucher den Rückzug antreten.

Philips Hue Go

Philips Hue Erfahrungsbericht: Fazit

Das Hue-System funktioniert im Alltag absolut zuverlässig – unabhängig davon, ob ich die Beleuchtung über die Smartphone-App, über Alexa oder über die Lichtschalter (Hue Tap) steuere. Gut gefällt mir, dass das System fortlaufend weiterentwickelt wird: Die Auswahl an Lampen wächst kontinuierlich. So werden in Kürze beispielsweise verschiedene wetterfeste Hue-Lampen für die Gartenbeleuchtung auf den Markt kommen und auch die Hue-App wird regelmäßig aktualisiert (siehe Philips Hue App 3.0: Update steht zum Download bereit).

Die Philips Hue App wird fortlaufend weiterentwickelt.

Das System lässt sich auch dann noch intuitiv konfigurieren und bedienen, wenn eine größere Anwahl an Lampen, Bewegungsmeldern und Schaltern eingesetzt wird. Bei aller Euphorie muss an dieser Stelle allerdings auch auf einen Nachteil hingewiesen werden: Philips Hue ist ein (sehr) teurer Spaß. Die Kosten für die Bridge (rund 40 Euro bei Amazon*) oder für ein „Starterpaket“ (rund 150 Euro bei Amazon*) sind noch überschaubar, die Ausgaben für die einzelnen Leuchtmittel und Schalter summieren sich aber schnell zu einem stattlichen Betrag. Immerhin scheinen die Lampen langlebig zu sein, zumindest hatten wir bislang noch keine Probleme mit defekten Leuchtmitteln.

Letzte Aktualisierung am 17.11.2018 um 21:44 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

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13 Kommentare

  1. Ich habe vor 3 Jahren mit Hue angefangen und habe inzwischen 39 Lampen im Einsatz. Und 12 Schalter/Bewgungsmelder . Nach 10 ist ja leider die Bridge voll. Die 2 anderen hat die Bridge noch angenommen, lassen sich nur keinen Raum mehr zuweisen. Hast du weniger oder gibt es eine Möglichkeit mehr zu integrieren? Ich finde 10 ganz schön knapp bemessen. Vor allem bei größeren Wohnungen oder gar ein Haus. Jetzt wo die Möglichkeiten für den Garten auch kommen ist 10 ein Witz. Sonst ist Hue ein super zuverlässiges System welches ich nicht mehr missen möchte.

  2. Die positiven Erfahrungen kann ich bestätigen. In unserer Digitalzimmer-Installation läuft Hue sogar schon seit 2013 ohne große Probleme. Allerdings ist in einem Mehrparteien-Gebäude die Gefahr von Funkstörungen größer. Im Laufe der Jahre waren gelegentlich Zigbee-Kanalwechsel nötig, weil Hue-Lampen „nicht erreichbar“ waren. Kein Wunder: Ein Netzwerk-Scan zeigt in unmittelbarer Nachbarschaft inzwischen rund 30 WLAN-Netze an.

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