IKEA stellt mit dem Liljebagge sein erstes smartes Heizkörperthermostat vor: Matter-zertifiziert, per Thread angebunden, 14,99 Euro pro Gerät. Für uns ist das die interessanteste Neuvorstellung bei den Heizkörperthermostaten in diesem Jahr. Kaufen lässt er sich bislang noch nicht. Wir hoffen, dass IKEA ihn hierzulande noch rechtzeitig in die Regale bringt – in der Heizsaison 2026/27 wäre er für alle interessant, die ihre Heizkosten senken wollen.
Frostschutz, sechs Adapter und 18 Monate Batterielaufzeit
Die Temperatur stellt ihr in 0,5-Grad-Schritten ab 5 Grad ein, entweder am integrierten Display oder per App. Ein Frostschutz ist eingebaut, und alle sieben Tage bewegt das Thermostat das Ventil selbstständig, damit sich dort keine Ablagerungen festsetzen.
Sechs Ventiladapter liegen bei, damit der Liljebagge an die gängigen Anschlüsse wasserführender Heizkörper passt. Den Strom liefern zwei AA-Zellen, die IKEA separat verkauft; mit frischen Ladda-Akkus soll eine Füllung rund 18 Monate reichen. Im Ruhezustand bleibt das Display dunkel.
Fällt die Verbindung zur Smart Home Zentrale aus, hält er die zuletzt eingestellte Temperatur. Der Kopplungsmodus läuft 15 Minuten, sobald die Batterien eingesetzt sind; gescannt wird dabei wie gewohnt ein Matter-QR-Code.
Matter over Thread: Ohne Border Router keine App-Steuerung
Angebunden wird der Liljebagge über Matter over Thread. Ihr braucht dafür einen Thread Border Router im Haus: IKEAs Dirigera erfüllt den Zweck, je nach Modell auch ein HomePod, ein Apple TV, ein Google Nest Hub oder ein SmartThings-Hub. Was Matter dabei regelt und wo die Grenzen des Standards liegen, haben wir in unserem Matter-Überblick zusammengefasst.
Home Assistant bindet Matter-Geräte über den Matter-Server ein und wird mit einem passenden Funkstick selbst zum Thread Border Router. Homey Pro arbeitet ebenfalls als Border Router und nimmt Matter-Geräte direkt auf. In beiden Systemen könnt ihr den Liljebagge mit Fensterkontakten und einem separaten Raumsensor koppeln und daraus eine Einzelraumregelung bauen, die auf die tatsächliche Raumtemperatur reagiert statt auf den Messwert am Heizkörper.
In Apple Home übernimmt ein HomePod mini, ein HomePod der zweiten Generation oder ein Apple TV 4K ab der zweiten Generation die Rolle des Border Routers; eingerichtet wird das Thermostat anschließend in der Home-App. Bei Google Home erledigen das der Nest Hub der zweiten Generation, der Nest Hub Max, der Google TV Streamer oder ein Nest Wifi Pro. Samsung SmartThings nimmt den Liljebagge ebenfalls per Matter auf, Thread bringen dort die SmartThings Station und der Aeotec Smart Home Hub 2 mit. Die Zeitpläne legt ihr in diesen Systemen jeweils in deren eigener App an, IKEAs eigene Planung bleibt an die Dirigera gebunden.
Günstiges Matter-Thermostat: 15 Euro gegen 45 Euro
Das nächstliegende Gegenstück ist das Aqara Radiator Thermostat W600*. Gleiche Bauform, ebenfalls 0,5-Grad-Schritte, ebenfalls sechs Ventiladapter im Karton, bei Amazon aktuell für rund 45 Euro. Aqara gibt bis zu zwei Jahre Batterielaufzeit an statt der 18 Monate bei IKEA und nennt eine Kompatibilität zu rund 90 Prozent der europäischen Heizkörperventile, darunter Danfoss, Caleffi, Giacomini und Oventrop.
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Verkaufsstart und Bezug: Deutschland muss sich noch gedulden
Der deutsche Preis von 14,99 Euro stammt von Mobiflip: Das Portal beruft sich auf IKEAs eigenen Warenkatalog, in dem der Betrag Ende August bereits hinterlegt war. Eine öffentliche deutsche Produktseite gibt es dazu bislang nicht, und bis zum Verkaufsstart kann sich der Preis noch ändern. Zur Einordnung: Die 199 Kronen aus dem schwedischen Shop entsprechen derzeit rund 18 Euro.
Wer nicht warten möchte, erhält das Aqara Radiator Thermostat W600* sofort. Falls ihr auf Matter-Unterstützung verzichten könnt, wäre das SONOFF Smart Heizkörperthermostat TRVZB* eine interessante Alternative – aktuell für rund 28 Euro erhältlich. Voraussetzung für dieses Thermostat ist ein Zigbee-3.0-Hub. Wir setzen das Thermostat von SONOFF selbst ein und sind bislang uneingeschränkt zufrieden damit.
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