Apple arbeitet offenbar daran, deutlich leistungsfähigere KI-Modelle lokal auf dem iPhone laufen zu lassen, statt sie über eigene Server zu berechnen. Das berichtet The Information: Demnach hat der Konzern bereits mit dem Start-up PrismML gesprochen, dessen Technik dafür sorgen soll, dass umfangreichere Modelle vollständig auf dem Gerät arbeiten.

27 Milliarden Parameter, die komplett auf dem iPhone rechnen

PrismML ist es laut Bericht gelungen, Alibabas quelloffenes Sprachmodell Qwen 3.6 so weit zu komprimieren, dass es auf einem iPhone 17 Pro läuft – mit 27 Milliarden Parametern. Damit liegt das Modell über Apples eigenem On-Device-System AFM 3 Core Advanced, das auf 20 Milliarden Parameter kommt und in iOS 27 unter anderem die ausdrucksstärkeren Siri-Stimmen und die verbesserte systemweite Diktierfunktion antreibt. Diese Funktionen sind bislang dem iPhone 17 Pro und dem iPhone Air vorbehalten.

Der eigentliche Unterschied steckt dabei der Architektur; Apples AFM 3 Core Advanced setzt auf ein „Sparse“-Prinzip: Von den 20 Milliarden Parametern sind zu jedem Zeitpunkt nur 1 bis 4 Milliarden aktiv, was Rechenlast und Energiebedarf niedrig hält. PrismMLs Ansatz hält dagegen alle 27 Milliarden Parameter gleichzeitig aktiv. Bedeutet: mehr Modellwissen und potenziell bessere Antworten, ohne dass die Anfrage das Gerät verlässt.

Warum lokale Modelle für Apple attraktiv sind

Würde Apple auf größere, lokal laufende Modelle umschwenken, ließen sich mehr Apple-Intelligence-Funktionen direkt auf dem iPhone abwickeln statt über die Server der Private Cloud Compute. Das kommt zuerst der Privatsphäre zugute, weil sensible Daten das Gerät gar nicht erst verlassen müssen.

Für Apple selbst spielt aber auch die Kostenseite eine Rolle. Jede Anfrage, die auf dem iPhone statt im Rechenzentrum landet, verringert die Serverlast – und senkt damit die Infrastrukturkosten, die mit jedem neuen KI-Feature steigen. Genau hier setzt der PrismML-Ansatz an.

Der Kontext: Apples KI-Baustelle

Einordnen lässt sich das nur mit Blick auf Apples bisherige KI-Strategie, die zuletzt holprig verlief. Der große Siri-Umbau hatte sich mehrfach verschoben, weshalb Apple im Januar 2026 einen Deal mit Google schloss: Ein speziell für Siri angepasstes Gemini-Modell mit rund 1,2 Billionen Parametern soll künftig die komplexen Sprachfähigkeiten übernehmen. Laut Bloomberg lässt sich Apple das etwa eine Milliarde US-Dollar pro Jahr kosten. Der Rollout läuft gestaffelt – erste Funktionen mit iOS 26.4 im Frühjahr, der volle Umfang mit iOS 27 im Herbst 2026.

Apple fährt damit zweigleisig: Für rechenintensive Aufgaben kommt Googles Gemini aus der Cloud, für alltägliche Funktionen sollen möglichst starke Modelle direkt auf dem iPhone laufen. Der Bericht über PrismML passt in diese zweite Spur – je mehr das iPhone selbst leisten kann, desto unabhängiger wird Apple von externer Serverleistung und fremder KI-Technik.

Noch kein fertiges Produkt

Bislang handelt es sich um einen Bericht über Gespräche, nicht um ein angekündigtes Feature. Ob und wann Apple die PrismML-Technik tatsächlich einsetzt, ist offen, ebenso welche iPhone-Modelle davon profitieren würden. Dass ein 27-Milliarden-Parameter-Modell nachweislich auf aktueller iPhone-Hardware läuft, zeigt aber, wohin die Reise bei lokaler KI gehen könnte.

Mehr zum Thema Apple und weitere exklusive Smart-Home-News, spannende Deals & Tests – jetzt kostenlosen Newsletter anfordern!

    Author

    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.