Nachdem Google Anfang des Jahres das Home Automation Startup NEST für 3,2 Milliarden US-Dollar übernommen hat, mehrten sich die kritischen Stimmen zur Übernahme. Spiegel Online hatte die Kritik treffend zusammengefasst:

Bei Google sieht man zweifellos nicht zuletzt die Big-Data-Möglichkeiten von Nest. Informationen über die Lebensgewohnheiten von Millionen Menschen, gepaart mit all dem, was der Konzern dank seiner Suchmaschine, dank Cookies, GMail und Android schon jetzt über Abermillionen von Menschen weiß – das ist ein wertvoller Schatz. Ein Android-Nutzer, der sich auch noch Nest-Thermostate ins Haus holt, wird Google mehr Informationen über sich und sein Privatleben geben, als jemals ein Konzern über einzelne Personen besessen hat.

Nun zeigt sich, dass die Kritiker offenbar nicht ganz falsch lagen. Zumindest hat Google jetzt bei der Securities and Exchange Commission, der US-Börsenaufsichtsbehörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels, ein Dokument eingereicht, nachdem der Konzern mit dem Gedanken spielt Werbung auf Kühlschränken, Armaturenbrettern in Fahrzeugen, Brillengläsern (Google Glasses), Uhren und Thermostaten anzuzeigen (The Wall Street Journal: „Google Predicts Ads in Odd Spots Like Thermostats„).

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Die Meldung zeigt deutlich eine Schattenseite des „Internet der Dinge“ auf: Die Vernetzung der Geräte eröffnet Unternehmen völlig neue Möglichkeiten, Daten über das Verhalten von Verbrauchern zu sammeln, auszuwerten und weiteren Unternehmen (Versicherungen, Energiekonzerne etc.) zugänglich zu machen.

Das Magazin Fast Company skizziert, wie die Zukunft im vernetzten Haushalt aussehen könnte („Google Could Soon Put Ads Almost Everywhere—Even On Your Face„):

Imagine coming home after a long day at the office. You’re too tired to fuss with making dinner, and Nest’s sensors–knowing you’re home later than usual because of all that motion data it has gobbled up–beams a Pizza Hut ad to your Chromecast-connected television. Or maybe even your glasses. Or the Google Now voice booming through your sound system.

While some people might find that possibility awesome, remember too that others will inevitably find ambient, ubiquitous commercials kind of creepy. When does it stop? What if the first thing you hear when your alarm rings in the morning is an ad for orange juice? What if I’m in the shower? Do I really want to reminded that my L’Oréal is running low when there’s soap everywhere?

Die Bedenken bezüglich des Datenschutzes können gleichzeitig eine Chance für Googles-Mitbewerber wie das in München ansässige Unternehmen Tado („Tado im Test: Die intelligente Heizungssteuerung per App„) sein, die sich mit ihrer Unabhängigkeit und dem Schutz der Daten von Google und Co. abgrenzen können.

Update (24.05.2014)

NEST und Google dementieren, dass auf den Thermostaten künftig Werbung angezeigt werden soll:

Nest-Gründer Tony Fadell setzte den Spekulationen ein Ende: Anzeigen im Bildschirm passten nicht zum Nutzungsmodell seiner Geräte, erklärte er via Twitter. Zudem laufe Nest mit eigenem Management und Markenführung unabhängig von Google und habe auch nicht das werbebasierte Geschäftsmodell des Suchmaschinenriesen.

(…)

Auch Google selbst nahm Stellung in der Sache. Gegenüber Cnet erklärt der Konzern, dass der Brief an die Börsenaufsicht SEC „nicht Googles Produkt-Roadmap widerspiegele“. Nest habe kein werbebasiertes Geschäftsmodell und plane auch kein solches. Der Konzern habe zudem auch schon die SEC für eine Klarstellung kontaktiert. Allerdings verneint das im Bericht zitierte Dementi nicht direkt die anderen im Dokument genannten Werbeflächen.

Heise.de: Entwarnung: Keine Werbung von Google im Nest-Thermostat

Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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