Die Arlo Essential Spotlight Überwachungskamera (Amazon*) kommt ohne Hub aus verspricht einen günstigen Einstieg in die kabellose Videoüberwachung. Wir haben ausprobiert, wie gut sich das Einsteiger-Modell im Alltag schlägt.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Die kabellosen Überwachungskameras von Arlo setzen – mit Ausnahme der kürzlich von uns getesteten Flutlicht-Kamera Arlo Pro 3 Floodlight – die Zentrale des Herstellers voraus, was die Einstiegskosten merklich in die Höhe treibt. Mit der neuen Arlo Essential geht der Hersteller einen anderen Weg: Die kompakte Kamera verbindet sich direkt mit dem WLAN und benötigt dementsprechend keine Arlo-Basisstation.


Der Neuzugang in der Arlo-Familie (Modellbezeichnung: VMC2030) richtet sich zum einen an Einsteiger, die (zunächst) lediglich eine Kamera benötigen und die Kosten für die Basistation scheuen oder aber an bestehende Nutzer, die ihr System um eine weitere, günstige Kamera ergänzen möchten.

Die kompakte WLAN-Überwachungskamera (8.88 x 5.2 x 7.74 Zentimeter) macht trotz des vergleichsweise günstigen Preises einen soliden Eindruck und ist schnell eingerichtet. Im Lieferumfang befinden sich noch die Wandbefestigung (anstatt auf eine Magnetverbindung wie bei den anderen Arlo-Kameras wird in diesem Fall geschraubt) und ein USB-Ladekabel. Ein USB-Netzteil liegt nicht bei, was aber kein Problem darstellt: Es dürfte sich mittlerweile kaum noch jemand finden, der nicht mindestens ein USB-Netzteil in der Schublade hat.

Nur das Essenzielle: Der Lieferumfang der Arlo Essential Spotlight Kamera ist überschaubar.

Die Einrichtung der Arlo Essential Spotlight Kamera verlief in unserem Test schnell und unkompliziert: App öffnen, Einrichtungsvorgang über den Punkt „Gerät hinzufügen“ starten, WLAN-Zugangsdaten eingeben und kurz mit der Kamera den QR-Code auf dem Bildschirm des Smartphones scannen. Anschließend mussten wir uns noch eine Minute gedulden, weil zunächst die Firmware der Kamera aktualisiert wurde, dann war der gesamte Einrichtungsvorgang aber auch schon abgeschlossen.

Für die Montage der wetterfesten Kamera wird die mitgelieferte Halterung an die Wand geschraubt. Vorher sollte natürlich noch geprüft werden, ob das eigene WLAN den Montageort zuverlässig abdeckt. Hierbei unterstützt die App, indem sie die Signalstärke, beziehungsweise Videobandbreite anzeigt.

Arlo Essential Einrichtung: Screenshot der App
Arlo Essential Spotlight Kamera: Die App prüft, ob am gewünschten Montageort WLAN zur Verfügung steht.

Bedienung und Funktionsumfang

Mit Blick auf die Eigenschaften und den Funktionsumfang muss sich die Essential nicht hinter ihren teureren Geschwistern aus der Arlo-Serie verstecken. Auch bei der Essential-Variante unterstützt etwa die „smarten“ Benachrichtigungen, sie kann also zwischen Personen, Fahrzeugen, Tieren und anderen Bewegungen unterscheiden und euch beispielsweise auf Wunsch nur dann auf dem Smartphone benachrichtigen, wenn eine Person vor der Kamera registriert wurde. In unserem Test hat diese Funktion genauso gut und fehlerfrei funktioniert wie bei den anderen (teureren) Arlo-Modellen.

Sogar die Paketerkennung (die Kamera benachrichtigt euch, wenn der Paketbote ein Paket im Sichtfeld der Kamera abgelegt hat) wird unterstützt, wenngleich dieses Feature in unserem Test nicht immer zuverlässig funktioniert hat – es scheint hier auf die Größe und Farbe des Pakets anzukommen.

Smarte Benachrichtigungen: Die Kamera informiert über eine erfasste Person und liefert auch gleich ein Bild des Geschehens mit.
Der Videoverlauf bietet einen guten Überblick über die letzten Ereignisse.

Gut gefällt uns, dass für die Aktivierung / Deaktivierung der Kamera nicht nur ein Zeitplan konfiguriert werden kann, sondern auch eine Geofencing-Funktion zur Verfügung steht. Einmal eingerichtet, wird die Arlo Essential automatisch scharf gestellt, wenn ihr (mit eurem Smartphone) euer Zuhause verlasst und wieder deaktiviert, wenn ihr zurück nach Hause kommt.

Arlo-Benachrichtigung auf der Apple Watch
Besitzer eine Apple Watch dürften sich darüber freuen, dass auch in der Benachrichtigung auf der Smartwatch ein Bild der erfassten Bewegung angezeigt wird.

Kompatibel mit Alexa, Google Assistant und Ifttt

Die Arlo Essential ist mit Amazon Alexa und dem Google Assistant kompatibel. Ausprobiert haben wir die Alexa-Integration, mit der Arlo aktuell offenbar Probleme hat: Grundsätzlich konnten wir mit dem entsprechenden Sprachbefehl („Alexa, zeige die Gartenkamera“) zwar auf einem Echo Show 2 das Livebild der Kamera abrufen, teilweise konnte Alexa aber die Kamera trotz ausreichender WLAN-Signalstärke nicht erreichen.

Hinzu kommt, dass es teilweise bis zu 20 Sekunden dauerte, bis das Livebild auf dem Smart Speaker angezeigt wurde – ein zu langer Zeitraum, um mal eben nachzusehen, ob jemand durch den Garten schleicht. Bei dem Arlo Alexa-Skill* wird der Hersteller seinen Premium-Anspruch momentan nicht gerecht – hier sollte nachgebessert werden.

Das Livebild der Kamera auf dem Echo Show: Die Arlo Essential Kamera unterstützt zwar Alexa, die Integration funktioniert aber momentan nicht zuverlässig.

Akkulaufzeit der kabellosen Überwachungskamera

Arlo gibt für die Essential eine Laufzeit von ungefähr sechs Monaten an. Ob sich diese Angabe mit unseren Praxiserfahrungen deckt, werden wir nachreichen, sobald die entsprechenden Erfahrungswerte vorliegen. Wie bei ähnlichen Produkten dürften pauschale Aussagen zur Akkulaufzeit auch bei der Arlo Essential schwierig sein, da sie stark von der Nutzungsintensität abhängt: Je häufiger Bewegungen erfasst und Videos aufgezeichnet werden, desto schneller muss der Akku nachgeladen werden. Apropos Akku: Selbiger lässt sich im Unterschied zu den teureren Modellen (z.B. die Arlo Ultra) nicht auswechseln. Wenn die Leistung des Akkus im Laufe der Zeit nachlässt, muss die Kamera also häufiger an die Steckdose.

Im Alltag ist das Solarladegerät für die Kamera praktisch, das von Arlo für den recht sportlichen Preis von rund 45 Euro verkauft wird (Amazon*:). Das auf Dauer etwas lästige Abschrauben und Aufladen der Überwachungskamera entfällt damit.

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Arlo Überwachungskamera: Ohne Abo kaum sinnvoll zu nutzen

Wie immer bei Arlo gilt aber: Wer den vollen Funktionsumfang nutzen möchte, muss ein kostenpflichtiges Abo abschließen, das mit 2,79 Euro pro Monat und Kamera (oder 8,99 Euro für bis zu fünf Kameras) zu Buche schlägt und eure Videos bis zu 30 Tage lang in der Cloud speichert. Ohne Abo gibt es nur eine einfache Bewegungserkennung, bei der nicht zwischen Personen, Fahrzeugen und sonstigen Bewegungen unterschieden wird, und die Möglichkeit, in der App das Livebild der Kamera abzurufen. Videos werden ohne dem kostenpflichtigen Abo überhaupt nicht gespeichert. Mit dem Kauf der Kamera gibt es zwar immerhin eine kostenloses Testabo, allerdings ist der Zeitraum mit drei Monaten äußert knapp bemessen.

Die meisten Konkurrenzprodukte zeigen sich in dieser Hinsicht mittlerweile flexibler. Bei dem von uns kürzlich getesteten (aber auch deutlich teuren) Überwachungssystem Eufy Security eufyCam 2 Pro werden die Videos beispielsweise auf einem Speicher in der Zentrale abgelegt – ein Cloud-Abo ist hier nicht erforderlich. Das französische Unternehmen Netatmo ermöglicht bei seinen Überwachungskameras, aufgezeichnete Videos in dem Cloudspeicher Dropbox oder auf einem FTP-Speicher abzulegen (siehe Netamo Smarte Überwachungskamera Außen Test und Netatmo Smarte Überwachungskamera Innen Test).

Übrigens: Auch mit aktivierten Abo zeichnet die Kamera nicht durchgehend, sondern nur dann auf, wenn eine Bewegung registriert wird – das wiederum gilt aber auch für die kabellosen Kameras der Konkurrenz und dürfte sich mit Blick auf die Akkulaufzeit auch nicht anders umsetzen lassen.

Arlo Essential Spotlight: Technische Eigenschaften

Abmessungen8.88 x 5.2 x 7.74 cm
StromversorgungAkku (optionales Solarpanel)
Auflösung1080p
Sichtfeld130 Grad
Audio2-Wege-Audio
KonnektivitätWLAN (2,4 GHz-Netz)
SpeicherCloud
Bewegungserkennungja
Wetterfestja

Bild- und Tonqualität

Die Arlo Essential liefert kontrastreiche und scharfe Bilder, auf der sich auch Details gut erkennen lassen. Im Vergleich zur teureren Arlo Pro 3 (Amazon*) bietet die Einsteigervariante zwar nur halb so viele Pixel, die Auflösung von 1080p dürfte aber in den meisten Fällen völlig ausreichen. Auch bei völliger Dunkelheit lassen sich Person und deren Gesichter noch relativ gut erkennen, auch wenn der Nachtmodus zu einem etwas verpixelten Bild führt. Insgesamt macht das kleine LED-Licht aber einen guten Job, wobei die Lichtleistung natürlich nicht mit der Arlo Pro 3 Floodlight zu vergleichen ist. Das Livebild wird mit einer Verzögerung von drei bis vier Sekunden übertragen, was sich für kabellose Überwachungskameras in einem üblichen Rahmen bewegt.

Arlo Essential Spotlight Testaufnahme
Arlo Essential Testaufnahme: Unseriöse Gestalten im Garten lassen sich gut erkennen.
Der Nachtmodus verpixelt das Bild ein wenig, liefert aber insgesamt eine überzeugende Bildqualität.

Video: Arlo Essential Spotlight Testaufnahme

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Die Zwei-Wege-Audiofunktion konnte im Test ebenfalls überzeugen: Sowohl vor der Kamera, als auch am Smartphone war der Gesprächspartner gut zu verstehen.

Arlo Essential Spotlight im Test: Unser Fazit

Die Arlo Essential Spotlight Überwachungskamera ist eine einfach zu bedienende Überwachungskamera, die mit einer überzeugenden Bildqualität und einem hohen Funktionsumfang punkten kann. Bewegungen wurden in unserem Test schnell und zuverlässig erkannt. Weitere Pluspunkte gibt es für die Bilderkennung (die Kamera unterscheidet zwischen Personen, Fahrzeugen und sonstigen Bewegungen) – Fehlalarme aufgrund von Tieren oder sich bewegenden Bäumen gibt es so gut wie nicht mehr.

Die Überwachungskamera ist mit rund 146 Euro fair bepreist, allerdings fallen Folgekosten für das Abo an – andernfalls lässt sich die Arlo Essential kaum sinnvoll nutzen. Die Abokosten sind mit 2,79 Euro pro Monat und Kamera noch einigermaßen überschaubar.

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Arlo Essential Spotlight Überwachungskamera

8.7

Einrichtung

10.0/10

Bedienung

9.0/10

Verarbeitung & Design

8.0/10

Funktionsumfang

8.0/10

Bildqualität

10.0/10

Preis-Leistung

7.0/10

Vorteile

  • gute Bild- und Tonqualität
  • relativ niedriger Preis
  • hoher Funktionsumfang (mit Abo)
  • einfache Einrichtung

Nachteile

  • wichtige Funktionen setzen Abo voraus
  • Akku kann nicht gewechselt werden
  • Alexa-Integration aktuell nicht zuverlässig
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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