Eine Außenkamera mit einem leistungsstarken Flutlicht, die keinen Stromanschluss benötigt? Wir haben ausprobiert, wie gut die kabellose Arlo Pro3 Floodlight (Amazon*) im Alltag funktioniert.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Die solide verarbeitete Arlo Pro 3 Floodlight erinnert mit ihrem großen LED-Scheinwerfer auf der Vorderseite ein klein wenig an einen Hammerhai – ein eigenwilliges, wie sich im weiteren Test zeigen wird aber absolut funktionales Design, schließlich ist der Scheinwerfer das Alleinstellungsmerkmal der Arlo Pro 3 Floodlight.


Arlo Pro 3 Floodlight: Ein etwas eigenwilliges, dafür aber zweckmäßiges Design.

Die Ersteinrichtung erfolgt in wenigen Schritten: Arlo-App öffnen, auf „neues Gerät hinzufügen“ tippen und anschließen „Kameras“ / „Pro“ / „Pro 3 Floodlight“ auswählen. Jetzt noch die WLAN-Zugangsdaten eintragen, mit der Kamera den angezeigten QR-Code scannen und einen Namen für die Kamera eingeben. In unserem Test hat der Einrichtungsvorgang allerdings erst nach einigen Versuchen funktioniert, da die App die Kamera zunächst nicht gefunden hat.

Im nächsten Schritt wird die kabellose Überwachungskamera mit der mitgelieferten Halterung an der gewünschten Stelle festgeschraubt. Schade finden wir, dass hierfür zwingend zum Bohrer gegriffen werden muss. Die Möglichkeit, die Kamera etwa mit einem Magnet zu befestigen, gibt es bei der Arlo Pro 3 Floodlight nicht, was aber mit Blick auf das recht hohe Gewicht nachvollziehbar ist.

Praktisch: Vor der Montage könnt ihr euch in der App anzeigen lassen, ob die Kamera am Montageort mit einer ausreichenden WLAN-Signalstärke versorgt wird. Falls euer Garten, das Carport oder die Terrasse noch nicht von eurem WLAN-Netz abgedeckt wird, kann ein WLAN-Router für den Außenbereich Abhilfe schaffen. Gute Erfahrungen haben wir mit dem Netgear Outdoor gemacht. Unter Umständen reicht aber auch ein WLAN-Repeater für den Innenbereich, sofern er in der Nähe des Montageorts eingesetzt werden kann. Mit Blick auf den Datenschutz solltet ihr darauf achten, dass ausschließlich euer privates Grundstück und nicht ein öffentlicher Bereich im Sichtfeld der Kamera liegt.

Die Arlo-App zeigt euch an, ob die WLAN-Signalstärke am Montageort ausreicht.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Arlo-Überwachungskameras benötigt die Arlo Pro 3 Floodlight nicht zwingend die Basisstation des Herstellers, da sie sich direkt mit eurem WLAN verbindet.

Arlo Pro3 Floodlight: Technische Eigenschaften

StromversorgungAkku (Solarpanel erhältlich)
Auflösung2560 × 1440 Pixel (2K) mit HDR
Sichtfeld160°
Audio2-Wege-Audio + integrierte Sirene
KonnektivitätWLAN
SpeicherCloud
Bewegungserkennungja
Wetterfestja

Bedienung und Funktionsumfang

Mittlerweile gibt es eine recht große Auswahl an kabellosen Outdoor-Überwachungskameras, mit dem großen Flutlicht kann sich die Arlo Pro3 Floodlight aber von der Konkurrenz abgrenzen. Trotz des Akkubetriebs schaffen die LEDs in der maximalen Helligkeit beachtliche 3000 Lumen – das reicht aus, um ein Carport oder auch eine größere Terrasse vollständig auszuleuchten. Das grelle Licht, das auf Wunsch bei einer registrierten Bewegung auch wie ein Stroboskop blinken kann, sorgt im Idealfall dafür, dass der unerwünschte Gast das Weite sucht – schließlich macht sich ein Einbrecher eher nicht an einer Haustür zu schaffen, wenn er dabei voll ausgeleuchtet (und aufgenommen) wird. Zusätzlich könnt ihr im Fall der Fälle über die App eine laute Sirene aktivieren, mit der hoffentlich auch hartgesottene Einbrecher von ihrem Vorhaben Abstand nehmen.

Genau wie die weiteren Produkte aus dem Hause Arlo zeichnet auch die Pro3 Floodlight nicht permanent auf, sondern nur dann, wenn eine Bewegung registriert wird – andernfalls wäre der Akku auch in kurzer Zeit leer.

A propos Akku: Wir gehen davon aus, dass die Kapazität von 13.000 mAh ungefähr für sechs Monate Betrieb ausreicht, wobei die genaue Laufzeit stark davon abhängen wird, wie häufig Bewegungen registriert werden und wie oft dabei das Flutlicht aktiviert wird. Zwar kann der Akku der Kamera unkompliziert zum Aufladen entnommen werden, im Alltag wird das aber schnell nervig – zumal eine Überwachungskamera natürlich so montiert werden sollte, dass sie nicht ohne Weiteres abmontiert werden kann. Arlo hat das Problem erkannt, lässt sich die Lösung allerdings recht teuer bezahlen: Für das optional erhältliche Solar-Panel werden rund 60 Euro fällig.

Die App des Herstellers macht einen aufgeräumten Eindruck und ermöglicht es, schnell auf die wichtigsten Funktionen der Kamera (Livebild, Flutlicht einschalten, Sirene aktivieren, manuelle Aufzeichnung starten) zuzugreifen. Die Darstellung des Livebilds reagiert manchmal etwas träge, was dem kabellosen Betrieb geschuldet sein dürfte, im Alltag aber nicht weiter tragisch ist.

Arlo App Screenshot
Mit der Arlo-App lässt sich die Überwachungskamera intuitiv konfigurieren und bedienen.

Smarte Kamera: Bilderkennung reduziert Fehlalarme

Über die Standardfunktionen hinaus hat sich Arlo bei seinem Überwachungssystem einige Funktionen einfallen lassen, die im Alltag durchaus hilfreich sein können. Besonders gut hat uns gefallen, dass die Kamera zwischen Personen, Fahrzeugen und Tieren unterscheiden kann und beispielsweise auf Wunsch die Aufzeichnung und das Flutlicht nur dann aktiviert werden, wenn eine Person im Sichtfeld registriert wird. Dank der Bilderkennung, die in unserem Test überraschend zuverlässig funktioniert hat, gehören nervige Fehlalarme weitgehend der Vergangenheit an.

Praktisch kann auch die Paketerkennung sein: Die Überwachungskamera registriert, wenn im Erfassungsbereich ein Paket abgelegt wird und informiert den Besitzer mit einer Push-Nachricht. Eine nette Idee, die aber ein ausreichend großes und gut sichtbares Paket voraussetzt und in unserem Test insgesamt noch nicht zuverlässig funktioniert hat.

Erfreulicherweise wartet die App der Arlo Pro 3 Floodlight mit einer Geofencing-Funktion auf: Die Kamera lässt sich automatisch basierend auf der An- oder Abwesenheit der Bewohner aktivieren, beziehungsweise deaktivieren. Ebenfalls einen hohen Nutzen im Alltag bietet die Funktion „Auto Zom und Tracking“, mit der die Kamera automatisch an eine Person heranzommt und anschließend die Bewegungen verfolgt.

Video: Arlo Pro 3 Floodlight „Auto Zoom und Tracking“-Funktion

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Arlo Pro 3 Floodlight: Funktionen im Überblick

  • Erkennung von Personen, Tieren, Fahrzeugen und Paketen (setzt Abo voraus)
  • 30 Tage Videoverlauf (setzt Abo voraus)
  • Kompatibel mit Amazon Alexa, Google Assistant, Ifttt und Apple HomeKit (HomeKit setzt Zentrale voraus)
  • 12facher Digitalzoom
  • Benutzerdefinierte Bewegungserkennungszonen
  • Geofencing (automatische Aktivierung/Deaktivierung der Kamera basierend auf der An- oder Abwesenheit der Bewohner)

Cloudspeicher und „smarte Funktionen“ gibt es nur mit Abo

Ein klarer Nachteil der Arlo-Produkte: Die meisten Funktionen setzen ein Abo voraus. Ohne Abo werden Videos nur gestreamt aber nicht aufgezeichnet, was für eine Überwachungskamera wenig Sinn ergibt. Auch die Bilderkennung gibt es nur für monatlich zahlende Kunden. Immerhin sind die Kosten für das Abo (ab 2,80 Euro pro Kamera und Monat) relativ überschaubar.

Kompatibel mit Alexa und dem Google Assistant – HomeKit nur mit Basisstation

Die Überwachungskamera ist mit dem Google Assistant und Amazon Alexa kompatibel, ihr könnt euch also beispielsweise das Livebild der Kamera auf einem Echo Show anzeigen lassen, was in unserem Test auch reibungslos funktioniert hat.

In Sachen HomeKit-Kompatibilität sieht es etwas komplizierter aus: Die Kamera lässt sich zwar in Apples Smart Home-Plattform integrieren, setzt dafür aber die Arlo Basisstation voraus, die mit rund 160 Euro zu Buche schlägt. Und: Selbst mit der Arlo Basisstation könnt ihr zwar in Apples Home-App auf das Livebild der Kamera zugreifen, der Cloudspeicher HomeKit Secure Video wird aber nicht unterstützt. Aus Herstellersicht ist diese Einschränkung nachvollziehbar, schließlich würde Apples Cloudspeicher das Cloud-Abo von Arlo weitgehend obsolet machen – für HomeKit-Fans ist das aber ein klarer Nachteil.

Bild- und Tonqualität der Überwachungskamera

Die vergleichsweise hohe Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln sorgt dafür, dass sich auch Details auf den Aufnahmen der Überwachungskamera gut erkennen lassen. Bei Dunkelheit spielt die Arlo Pro 3 Floodlight ihre Stärke aus: Das Flutlicht ermöglicht farbige und gut ausgeleuchtete Nachtaufnahmen.

Gut gefällt uns, dass der Blickwinkel in der App konfiguriert werden kann, wobei ihr zwischen 110, 125 und 160 Grad wählen könnt. Eine sinnvolle Funktion, mit der etwa verhindert werden kann, dass der Garten des Nachbarn von der Kamera erfasst wird. Das Livebild wird mit einem zeitlichen Versatz von drei bis vier Sekunden angezeigt, was für kabellose Überwachungskameras aber üblich ist und im Alltag kein Problem darstellen sollte.

Auch bei der Zwei-Wege-Audiofunktion leistet sich Arlo keinen Patzer: Auf beiden Seiten (vor der Kamera und am Smartphone) ist das Gesprochene klar und deutlich zu verstehen.

Testaufnahme
Arlo Pro 3 Floodlight Testaufnahme
Das Flutlicht sorgt für bessere Aufnahmen bei vollständiger Dunkelheit und schreckt im Idealfall unerwünschte Gäste ab.
Zum Vergleich eine Aufnahme im Nachtsichtmodus mit deaktiviertem Flutlicht.

Arlo Pro 3 Floodlight im Test: Unser Fazit

Mit ihrem hellen Flutlicht bietet die Arlo Pro 3 Floodlight ein klares Alleinstellungsmerkmal unter den kabellosen Überwachungskameras. Sicherlich: Mittlerweile gibt es einige Geräte mit einem LED-Licht, die aber bei Weitem keine Lichtleistung von 3000 Lumen schaffen. Bild- und Tonqualität sind einwandfrei und die Bedienung ist intuitiv.

Für die (sinnvolle) Nutzung der Kamera fallen allerdings Folgekosten an (ab 2,80 Euro pro Monat) und auch das Zubehör, wie beispielsweise das Solarpanel, ist vergleichsweise teuer bepreist. Unter dem Strich können wir die Kamera dennoch empfehlen, zumal die Kombination aus einer kabellosen Überwachungskamera mit einem hellen Flutlicht bislang konkurrenzlos ist.

Die Arlo Pro 3 Floodlight Überwachungskamera ist für rund 290 Euro im Handel, zum Beispiel bei Amazon*, erhältlich.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 21.10.2020 um 03:18 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Arlo Pro 3 Floodlight

8.2

Einrichtung

8.0/10

Bedienung

9.0/10

Verarbeitung & Design

7.0/10

Funktionsumfang

8.0/10

Bildqualität

10.0/10

Preis-Leistung

7.0/10

Vorteile

  • gute Bild- und Tonqualität
  • hoher Funktionsumfang
  • sehr helles Flutlicht
  • Kompatibel mit Alexa, Google, Ifttt und HomeKit

Nachteile

  • wichtige Funktionen erfordern Abo
  • teures Zubehör
  • HomeKit nur mit Basisstation und kein HomeKit Secure Video
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

Hol' Dir Deinen kostenlosen Smart Home Newsletter

 
Smarthome-Newsletter (Screenshot)
  • Smart Home News und Testberichte
  • Produktvorstellungen und Ideen für Dein vernetztes Zuhause
  • Tipps und Angebote rund um das Thema Smart Home
 

Mit einem Klick auf „Gratis anfordern“ bestätigst Du, unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen zu haben. Der E-Mail-Newsletter erscheint in der Regel zwei bis drei Mal pro Monat und informiert über Smart Home- und ähnliche Themen (z.B. Haussicherheit). Des Weiteren bist Du damit einverstanden, dass Deine Daten und Dein Nutzungsverhalten (Zeitpunkt des Öffnens, Klicks auf Links etc.) durch das Newsletter-Tracking elektronisch gespeichert werden, um statistische Auswertungen zur Verbesserung der Newsletter und Personalisierung zu erstellen. Du kannst Dich jederzeit wieder abmelden, indem Du den Abmelde-Link am Ende einer Newsletter-Ausgabe anklickst oder uns eine E-Mail schickst (mail@vantica.de). Mit dem Widerrufen der Einwilligung zum Erhalt des Newsletter wird auch die Einwilligung zum vorgenannten Tracking für die Zukunft widerrufen.
close-link