Wer Überwachungskameras im Smart Home nutzt, steht früher oder später vor der Frage: Wohin mit den Aufnahmen? Lokale Speicher sind sicher, aber unpraktisch – und wenn Einbrecher die Kamera mitnehmen oder zerstören, ist auch die Aufzeichnung weg. Cloud-Abos der Hersteller lösen das Problem, kosten aber meist Monat für Monat extra. Genau hier setzt HomeKit Secure Video von Apple an.

Habt ihr bereits ein kostenpflichtiges iCloud+ Abo, könnt ihr HomeKit Secure Video ohne weitere Gebühren nutzen und die Videos eurer Kameras verschlüsselt in Apples Cloud ablegen. Die Aufnahmen sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt – also auch für Apple selbst nicht einsehbar – und werden nicht auf euer iCloud-Speicherkontingent angerechnet. Wer ohnehin einen Speicherplan für Fotos, Backups oder Dateien bezahlt, bekommt die Kamera-Aufzeichnung praktisch obendrauf.

Einen Haken gibt es aktuell noch: Apple speichert die Clips mit maximal 1080p (Full HD, 1920 × 1080 Pixel) in der Cloud – selbst dann, wenn eure Kamera eine höhere Auflösung liefert. Das ändert sich aber bald: Mit den großen Betriebssystem-Updates im Herbst 2026 (iOS 27 und Co.) hebt Apple diese Grenze auf und unterstützt künftig 4K.

Kurzfazit: HomeKit Secure Video speichert die Aufnahmen eurer Überwachungskameras Ende-zu-Ende-verschlüsselt in iCloud+ – ohne extra Kamera-Abo und ohne dass die Videos euer Speicherkontingent belasten. Ab dem 200-GB-Plan für rund 3 Euro im Monat sind bis zu fünf Kameras möglich, ab 2 TB beliebig viele. Voraussetzung ist eine dauerhaft laufende Steuerzentrale (HomePod, Apple TV oder iPad). Der einzige echte Haken: Apple speichert die Clips bislang maximal in Full HD (1080p) – mit iOS 27 im Herbst 2026 kommt aber 4K.

So funktioniert HomeKit Secure Video

Eure Sicherheitskameras bindet ihr direkt in Apples Home-App ein. Die Steuerzentrale – ein HomePod, ein Apple TV oder ein dauerhaft zu Hause stehendes iPad – analysiert das Videomaterial lokal auf dem Gerät, bevor irgendetwas die Wohnung verlässt. Dabei erkennt das System, ob eine Person, ein Tier oder ein Fahrzeug im Bild ist.

Die passenden Aufnahmen landen anschließend verschlüsselt in iCloud und stehen euch bis zu zehn Tage lang zur Verfügung. Ansehen könnt ihr sie jederzeit am iPhone, iPad, Mac oder Apple TV.

Die Objekterkennung hat einen praktischen Nebeneffekt: Ihr könnt Benachrichtigungen gezielt auf das beschränken, was euch wirklich interessiert. So schlägt die Kamera nicht jedes Mal Alarm, nur weil die Katze durchs Wohnzimmer läuft.

Einstellungen von HomeKit Secure Video in der Home-App
In der Home-App legt ihr fest, was HomeKit Secure Video erkennen und aufzeichnen soll.

Das braucht ihr für HomeKit Secure Video

Damit HomeKit Secure Video funktioniert, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:

  • ein kostenpflichtiges iCloud+ Abo (ab 50 GB)
  • eine dauerhaft zu Hause laufende Steuerzentrale: HomePod, HomePod mini, Apple TV 4K oder ein iPad als Home-Hub
  • mindestens eine Kamera mit ausdrücklicher HomeKit-Secure-Video-Unterstützung
  • ein aktuelles iOS beziehungsweise iPadOS auf euren Apple-Geräten

Ein separates Kamera-Abo beim Hersteller braucht ihr dagegen nicht – die Aufzeichnung übernimmt komplett Apple.

Was kostet HomeKit Secure Video? Die iCloud+ Pläne im Überblick

HomeKit Secure Video selbst kostet nichts extra – ihr zahlt nur euer iCloud+ Abo. Wie viele Kameras ihr gleichzeitig aufzeichnen lasst, hängt allerdings vom gewählten Speicherplan ab. Schon der günstigste Plan für rund 1 Euro im Monat erlaubt eine Kamera, ab dem 200-GB-Plan für rund 3 Euro sind es bis zu fünf. Wer mehr Kameras betreiben will, braucht mindestens den 2-TB-Plan – dann ist die Zahl unbegrenzt.

iCloud+ PlanPreis/MonatAnzahl KamerasSpeicherdauer
50 GB0,99 €1 Kamera10 Tage
200 GB2,99 €bis zu 5 Kameras10 Tage
2 TB9,99 €unbegrenzt10 Tage
6 TB29,99 €unbegrenzt10 Tage
12 TB59,99 €unbegrenzt10 Tage

Gut zu wissen: Die Videos zählen nicht gegen euer Speicherkontingent, der gebuchte Platz bleibt also komplett für Fotos und Backups frei. Die 6-TB- und 12-TB-Pläne richten sich vor allem an Nutzer mit großen Foto- und Dateimengen – an der Kamera-Anzahl ändern sie gegenüber dem 2-TB-Plan nichts.

Neu ab iOS 27: 4K-Aufnahmen und KI-Funktionen

Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Auflösung: Mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 – Apples großen Betriebssystem-Updates im Herbst 2026 – hebt Apple die bisherige 1080p-Grenze auf. HomeKit Secure Video zeichnet dann in 4K auf, sofern eure Kamera das unterstützt. Damit fällt der bislang größte Kritikpunkt am Dienst weg.

Dazu kommen weitere KI-gestützte Funktionen in der Home-App. Laut Apple fasst die App Bewegungsereignisse künftig automatisch in kurzen Texten zusammen, bündelt Aufnahmen mehrerer Kameras zu einem gemeinsamen Ereignis, hebt wichtige Sequenzen hervor und lässt euch per natürlicher Sprache nach Personen, Fahrzeugen oder bestimmten Situationen suchen.

Der Haken dabei: Diese Funktionen setzen laut Apple das 2-TB-iCloud+-Abo für rund 10 Euro im Monat voraus. Wer HomeKit Secure Video bisher mit dem 200-GB-Plan und ein, zwei Kameras genutzt hat, bleibt erstmal außen vor – die smarten Auswertungen gibt es erst eine Abo-Stufe höher. Dass Apple ausgerechnet die neuen Komfortfunktionen an das teuerste Standard-Abo koppelt, hinterlässt einen kleinen Beigeschmack.

Welche Kameras unterstützen HomeKit Secure Video?

Unter anderem unterstützen Kameras von Aqara, Eve und Netatmo den Dienst. Achtet beim Kauf trotzdem gezielt auf den ausdrücklichen Hinweis „HomeKit Secure Video“ – nicht jede HomeKit-kompatible Kamera bringt die Funktion mit.

Günstige Einstiegskamera: Aqara G100

Überwachungskamera von Aqara
Die Aqara G100 ist HomeKit-Secure-Video-kompatibel und für innen wie außen geeignet.

Wenn ihr noch eine passende Kamera sucht, ist die Aqara G100 ein guter Startpunkt. Sie ist HomeKit-Secure-Video-kompatibel, für den Innen- und Außenbereich geeignet und kostet aktuell rund 35 Euro. Die Einrichtung läuft unkompliziert direkt über die Home-App. Wir haben die Kamera seit rund zwei Wochen im Einsatz und bisher keinen Grund zu klagen: Sie läuft zuverlässig und liefert eine gute Bildqualität.

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Mit Flutlicht für draußen: Eve Outdoor Cam

Deutlich teurer, dafür mit einem hellen LED-Flutlicht ausgestattet, ist die Eve Outdoor Cam. Sie lässt sich anstelle einer klassischen Außenleuchte über der Tür montieren und beleuchtet den Eingangsbereich, sobald sie Bewegung erkennt.

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Netatmo Außenkamera: HomeKit Secure Video und lokale Speicherung

Auch Netatmo mischt mit: Die Netatmo Außenkamera (Modell NOC2B) unterstützt HomeKit Secure Video und lässt sich direkt in die Home-App einbinden. Sie nimmt in 2K HDR auf, erkennt laut Netatmo Personen, Fahrzeuge und Tiere und bringt ein 12-Watt-LED-Flutlicht sowie eine 105-dB-Sirene mit. Praktisch: Alternativ speichert sie auch lokal auf microSD-Karte – ganz ohne Abo. Preislich liegt sie bei rund 250 Euro.

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Alternativen ohne Abo: Kameras, die ausschließlich lokal speichern

HomeKit Secure Video ist bequem, hängt aber am iCloud+ Abo, am Apple-Ökosystem und an der 1080p-Grenze. Wenn ihr laufende Kosten komplett vermeiden und eure Aufnahmen ausschließlich im eigenen Zuhause behalten wollt, gibt es Alternativen: Kameras und Systeme, die auf microSD-Karte, eine Basisstation oder ein NAS aufzeichnen – ganz ohne Grundgebühr. Der Preis dafür: Ihr verzichtet je nach Lösung auf die enge Home-App-Anbindung und kümmert euch selbst um Backups.

  • Eufy (mit HomeBase): Die eufyCam-Serie – etwa die eufyCam S4 – speichert lokal auf der HomeBase oder per microSD, ganz ohne Pflicht-Abo. Mehrere Modelle sind laut Hersteller zusätzlich HomeKit-Secure-Video-kompatibel, ihr habt also die Wahl zwischen lokaler Speicherung und iCloud.
  • Aqara: Viele Kameras und Hubs speichern lokal auf microSD (bis 512 GB) oder per SMB auf ein NAS und sind zugleich HomeKit-kompatibel – die oben empfohlene Aqara G100 gehört dazu.
  • Reolink: Konsequent auf abofreie, lokale Aufzeichnung ausgelegt – per microSD, eigenem Home Hub oder Netzwerkrekorder (NVR). Die HomeKit-Anbindung ist allerdings eingeschränkt.
  • TP-Link Tapo: Günstige Kameras wie die Tapo C660 mit microSD-Slot zeichnen ohne Abo auf. HomeKit wird nur eingeschränkt unterstützt.
  • ABUS und Baseus: Modelle, die komplett ohne Cloud auskommen und ausschließlich auf microSD oder USB speichern – maximale Datenhoheit, dafür ohne Apple-Home-Anbindung.
  • NAS- und NVR-Systeme (Synology Surveillance Station, Ubiquiti UniFi Protect): ONVIF- oder RTSP-Kameras nehmen zentral auf einem NAS oder Netzwerkrekorder auf – vollständig lokal und ohne laufende Gebühr, ideal für viele Kameras.
  • Home Assistant mit Frigate (für Tüftler): Wer ohnehin Home Assistant nutzt, bekommt mit der Zusatzsoftware Frigate einen lokalen Rekorder samt lokaler Objekterkennung – alles auf eigener Hardware, ohne Cloud und ohne Abo.

Der große Vorteil lokaler Systeme: Eure Aufnahmen bleiben auch dann erhalten, wenn das Internet ausfällt, und verlassen euer Netzwerk nicht. Dafür müsst ihr die Speicherung selbst im Blick behalten – geht die Kamera oder die Speicherkarte verloren, sind ohne zusätzliches Backup auch die Aufnahmen weg. Ein guter Kompromiss sind Kameras mit SD-Slot, die zugleich HomeKit Secure Video unterstützen: Sie lassen sich wahlweise lokal oder in iCloud betreiben.

Fazit: Für wen sich HomeKit Secure Video lohnt

HomeKit Secure Video ist die naheliegende Wahl, wenn ihr ohnehin im Apple-Kosmos unterwegs seid und ein iCloud+ Abo bezahlt. Ihr bekommt verschlüsselte Aufzeichnung, lokale Objekterkennung und bis zu fünf Kameras schon ab dem 200-GB-Plan – ganz ohne zusätzliches Kamera-Abo beim Hersteller. Für einen Haushalt mit ein bis fünf Kameras ist das ein fairer Deal.

Abstriche müsst ihr bei der Auflösung machen: Aktuell speichert Apple maximal 1080p – mit iOS 27 im Herbst 2026 soll aber 4K folgen. Und wer die neuen KI-Auswertungen aus iOS 27 nutzen möchte, kommt am 2-TB-Abo nicht vorbei. Für die meisten Haushalte mit einer Handvoll Kameras bleibt HomeKit Secure Video trotzdem die datenschutzfreundlichste und günstigste Cloud-Lösung, die aktuell zu haben ist.

Häufige Fragen zu HomeKit Secure Video

Was ist HomeKit Secure Video?

HomeKit Secure Video ist Apples Dienst, um Aufnahmen kompatibler Überwachungskameras verschlüsselt in iCloud zu speichern. Eine Steuerzentrale bei euch zu Hause analysiert die Videos lokal und erkennt Personen, Tiere und Fahrzeuge. Die Clips ruft ihr in der Home-App ab – ganz ohne separates Kamera-Abo beim Hersteller.

Was kostet HomeKit Secure Video?

Der Dienst selbst kostet nichts extra – ihr braucht nur ein kostenpflichtiges iCloud+ Abo. Los geht es bei rund 1 Euro im Monat (50 GB) für eine Kamera. Ab dem 200-GB-Plan für rund 3 Euro sind bis zu fünf Kameras möglich, ab dem 2-TB-Plan beliebig viele.

Funktioniert HomeKit Secure Video mit dem kostenlosen iCloud-Speicher?

Nein. Die kostenlosen 5 GB iCloud reichen nicht aus – ihr benötigt einen kostenpflichtigen iCloud+ Plan. Der günstigste mit 50 GB kostet rund 1 Euro im Monat und erlaubt eine Kamera.

Welche Geräte brauche ich als Steuerzentrale?

Ihr benötigt eine dauerhaft zu Hause laufende HomeKit-Steuerzentrale: einen HomePod, einen HomePod mini, ein Apple TV 4K oder ein iPad, das als Home-Hub eingerichtet ist. Ohne diese Zentrale funktionieren die lokale Analyse und die Aufzeichnung nicht.

Wie viele Kameras kann ich mit HomeKit Secure Video nutzen?

Das hängt vom iCloud+ Plan ab: 50 GB erlauben eine Kamera, 200 GB bis zu fünf, ab dem 2-TB-Plan ist die Zahl unbegrenzt. Die 6-TB- und 12-TB-Pläne ändern an der Kamera-Anzahl nichts gegenüber dem 2-TB-Plan.

Wie lange werden die Aufnahmen gespeichert – und zählen sie auf meinen Speicher?

Die Clips stehen euch bis zu zehn Tage lang in der Home-App zur Verfügung und werden danach automatisch gelöscht. Auf euer iCloud-Speicherkontingent werden die Videos nicht angerechnet.

Wie sicher sind meine Aufnahmen?

Die Videos sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und werden erst nach der lokalen Analyse in iCloud abgelegt. Selbst Apple kann sie nicht einsehen – entschlüsseln lassen sie sich nur mit euren eigenen Apple-Geräten.

Kann ich HomeKit Secure Video auch mit Android nutzen?

Nein. HomeKit Secure Video und die Home-App gibt es nur im Apple-Ökosystem. Zum Einrichten und Ansehen braucht ihr ein iPhone, iPad oder einen Mac – eine Android-App existiert nicht.

Kann ich die Videos auch lokal statt in der Cloud speichern?

HomeKit Secure Video selbst speichert ausschließlich in iCloud. Manche Kameras bieten zusätzlich eine eigene lokale Aufzeichnung, etwa per microSD-Karte – das läuft dann aber unabhängig von HomeKit Secure Video.

Was passiert bei einem Internet- oder Stromausfall?

Fällt das Internet aus, kann die Steuerzentrale keine neuen Clips in iCloud hochladen; sobald die Verbindung zurück ist, geht es weiter. Ohne Strom nehmen Kamera und Steuerzentrale nichts auf – anders als bei Systemen mit lokalem Akku-Backup.

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    Author

    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.