Zendure baut sein Plug-in-System konsequent in Richtung Komplett-Energiemanagement um. Auf der Intersolar 2026 in München stellt der Hersteller das Ökosystem ZEN+ HOME vor – eine Plattform, die Solarstrom, Speicher, Netzbezug, Wärmepumpe, Wallbox und Smart-Home-Geräte unter einem Dach zusammenführen soll.

Eine KI plant euren Energietag im Voraus

Kern des Systems ist ZENKI, ein Energieagent, der laut Zendure auf dem hauseigenen Zeitreihenmodell ZenPulse aufsetzt. Die Software wertet Solarerzeugung, Hausverbrauch und dynamische Strompreise aus und erstellt daraus eine Prognose für die kommenden 24 Stunden. Aus dieser Vorhersage leitet sie automatisch ab, wann geladen, gespeichert oder eingespeist wird.

Damit ihr diese Entscheidungen nachvollziehen könnt, führt Zendure eine überarbeitete Benutzeroberfläche ein, die den 24-Stunden-Energieplan sichtbar macht. Der Ansatz zielt darauf, die Automatik aus der Black Box zu holen – ihr seht also, warum das System zu einem bestimmten Zeitpunkt lädt oder Strom aus dem Netz zieht. Wie gut diese Prognosen im Alltag treffen, lässt sich vor einem unabhängigen Test nicht beurteilen.

PowerHub und SolarFlow-Serie als Hardware-Basis

Die Hardware-Mitte bildet der PowerHub, der die einzelnen Komponenten koppelt und laut Hersteller eine USV-Notstromumschaltung in 10 Millisekunden sowie eine Black-Start-Fähigkeit mitbringt. Angebunden wird die SolarFlow-Reihe in drei Ausbaustufen: die bidirektionale SolarFlow 4000 Mix Series mit 4000 Watt als erweiterbare All-in-One-Lösung, die SolarFlow 3000 Mix AC+ als Plug-and-Play-Variante für AC-gekoppelte Aufdach-Anlagen und die SolarFlow 2400 Series als 2400-Watt-Hybridspeicher mit PowerHub-Anbindung.

Damit verschiebt Zendure den Fokus weg vom reinen Balkonkraftwerk-Speicher, mit dem die Marke groß geworden ist, hin zum Energiemanagement fürs gesamte Haus. Über dynamische Tarife unter dem Namen ZenWave und Partnerschaften mit Energieanbietern soll sich das System an die Marktpreise anpassen und Verbrauch in günstige Zeitfenster legen – ein Feature, das vor allem für Haushalte mit dynamischem Stromtarif relevant ist.

Wärmepumpe, E-Auto und lokale Steuerung

Über die SG-Ready-Schnittstelle und eine Integration von Shelly-Sensoren und -Relais soll ZEN+ HOME auch Wärmepumpen einbinden und überschüssigen Solarstrom oder günstigen Netzstrom zum Vorwärmen von Wasser und Räumen nutzen. Laut Zendure werden über 5.000 Wärmepumpenmodelle unterstützt; zusätzlich koordiniert das System das Laden von E-Autos und priorisiert dafür Solarüberschüsse oder Niedrigtarifzeiten.

Technisch setzt Zendure auf eine Architektur, die das Unternehmen HEMS 2.0 nennt und die Cloud-Intelligenz mit lokaler Steuerung kombiniert. Fällt die Internetverbindung aus, sollen die wesentlichen Energiefunktionen laut Hersteller lokal weiterlaufen. Über das Haus hinaus erweitert Zendure das Ökosystem zudem um Mobilitätsprodukte wie die E-Cargo-Lösung Zendure Cargo und den Wallbox-Lader EVFlow AC.

Verfügbarkeit und Preise noch offen

Konkrete Angaben zu Verkaufsstart und Preisen der neuen Komponenten nennt Zendure mit der Messe-Ankündigung nicht. Einordnen lässt sich das System bislang vor allem über die Hersteller-Roadmap: Firmengründer und CEO Bryan Liu stellt seinen Ansatz am 23. Juni um 12:10 Uhr beim IBESA Day im ees-Forum vor. Belastbare Aussagen zu Effizienz, Einsparung und Alltagstauglichkeit sind erst möglich, wenn die Geräte unabhängig getestet wurden.

Übrigens: Kürzlich haben wir ein Balkonkraftwerk mit Speicher von Zendure für euch ausprobiert: Zendure SolarFlow 2400 Pro im Test

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    Ich bin Nico und beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Smart Home. Im Jahr 2013 habe ich mit HouseControllers eines der ersten deutschsprachigen Smart Home Magazine gegründet. Mehr über mich.