Home Assistant ist ein Open-Source-System für die Hausautomatisierung, das ihr komplett kostenlos auf eigener Hardware betreibt – ohne Cloud-Zwang und ohne Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller. Mehr als 1.500 Integrationen verbinden Geräte von Shelly bis Philips Hue, von KNX bis Sonos in einer einzigen Oberfläche.
Seit dem letzten großen Update dieses Artikels im Jahr 2023 hat sich einiges getan: eine neue gemeinnützige Stiftung, überarbeitete Hardware, ein runderneuerter Matter-Server und lokale KI-Sprachsteuerung. Wir zeigen euch, was Home Assistant 2026 kann, wo die Grenzen liegen und wie ihr am besten einsteigt.
Ich habe Home Assistant ausführlich getestet, mich am Ende aber für das kommerzielle Smart-Home-System Homey Pro entschieden, weil es auf mich einen noch intuitiveren Eindruck gemacht hat – mehr dazu in unserem Homey Pro Test. Die Mission von Home Assistant finde ich dennoch sehr sympathisch, und beim Funktionsumfang spielt aktuell kein anderes System in derselben Liga. Werfen wir also einen Blick auf das Open-Source-Smart-Home-System.
Kurzfazit: Home Assistant deckt mit mehr als 1.500 Integrationen praktisch jede gängige Smart-Home-Marke ab und läuft komplett lokal, ohne Cloud-Zwang. Die 2024 gegründete Open Home Foundation sichert die Weiterentwicklung strukturell ab, aktuelle Updates bringen zudem nativen Matter-1.6-Support sowie lokale KI-Sprachsteuerung über Assist. Der Einstieg lohnt sich vor allem für alle, die Geräte mehrerer Hersteller zentral steuern und selbst konfigurieren möchten. Als Einsteiger-Hardware empfehlen wir Home Assistant Green zusammen mit dem Connect ZBT-2 für Zigbee und Thread.
Was ist Home Assistant?
Home Assistant ist eine Software-Zentrale, die Smart-Home-Geräte unterschiedlichster Hersteller zentral steuerbar macht. Statt für jedes Ökosystem eine eigene App zu benötigen, bindet ihr Lampen, Steckdosen, Thermostate, Kameras, Sensoren oder Saugroboter in eine gemeinsame Oberfläche ein und verknüpft sie über Automatisierungen miteinander. Das System läuft lokal auf eurer eigenen Hardware – etwa einem Raspberry Pi, einem Mini-PC oder der offiziellen Hardware Home Assistant Green – und ist dadurch auch ohne Internetverbindung funktionsfähig.
Der Unterschied zu geschlossenen Systemen wie Amazon Alexa oder Google Home liegt im Aufbau: Home Assistant ist quelloffen, bindet nahezu beliebige Marken ein und speichert eure Daten standardmäßig lokal statt in einer Herstellercloud. Wer bereit ist, sich in ein etwas komplexeres System einzuarbeiten, bekommt dafür eine Automatisierungstiefe, die kein geschlossenes Ökosystem bietet.
Wer steht hinter Home Assistant?
Home Assistant entstand 2013 als Freizeitprojekt von Paulus Schoutsen, der damit zunächst seine eigenen Philips-Hue-Lampen ansteuern wollte. Aus dem Hobby wurde 2018 ein Unternehmen: Nabu Casa finanziert seither die Weiterentwicklung von Home Assistant und verwandten Projekten wie ESPHome und Z-Wave JS; seit 2025 sind die Entwicklerinnen und Entwickler bei der Open Home Foundation angestellt, die nach eigenen Angaben mehr als 50 Vollzeitkräfte finanziert.
Im April 2024 kam der bislang wichtigste strukturelle Schritt hinzu: Home Assistant wechselte als eines von über 240 Open-Source-Projekten in das Eigentum der neu gegründeten Open Home Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Als erklärte Ziele nennt die Stiftung Datenschutz, Wahlfreiheit und Nachhaltigkeit im Smart Home – vor allem aber soll die neue Struktur verhindern, dass ein einzelnes Unternehmen das Projekt künftig übernehmen oder abschalten kann (Open Home Foundation, Hackster.io). Laut der offiziellen, opt-in-basierten Analytics-Seite zählt Home Assistant aktuell rund 680.000 aktive Installationen (Stand: September 2026) – die tatsächliche Nutzerzahl dürfte darüber liegen, da nach eigenen Angaben unter einem Viertel der Nutzer der Datenerhebung überhaupt zustimmt (analytics.home-assistant.io).

Vorteile & Nachteile von Home Assistant
Der größte Vorteil bleibt die Flexibilität: Home Assistant bindet praktisch jede gängige Smart-Home-Marke ein, und was nicht nativ unterstützt wird, liefert meist die Community über den Home Assistant Community Store (HACS) nach.
Automatisierungen lassen sich weitreichender bauen als in geschlossenen Systemen: Bedingungen verknüpfen, Zeitpläne mit Sensordaten kombinieren, ganze Szenarien abbilden. Seit Version 2026.7 wählt ihr dafür direkt alltagstaugliche Bausteine wie Helligkeit, Luftfeuchtigkeit oder Anwesenheit aus, statt euch vorher mit den technischen Interna zu beschäftigen – eine Regel wie „Lüfte, sobald die Luftfeuchtigkeit im Bad über 70 Prozent steigt“ ist damit zusammengeklickt.
Dazu kommt die lokale Datenverarbeitung: Home Assistant funktioniert grundsätzlich ohne Cloud-Anbindung, eure Daten verlassen das Heimnetz nicht zwingend, und das System bleibt auch bei einem Internetausfall nutzbar – solange keine reinen Cloud-Integrationen im Spiel sind. Und die Entwicklung geht zügig weiter: Im Schnitt kommt einmal im Monat ein neues Release mit Bugfixes, Integrationen und neuen Funktionen.
Zusammengefasst sprechen vor allem diese Punkte für Home Assistant:
- Herstellerunabhängigkeit: Ihr seid nicht auf ein einzelnes Ökosystem wie Amazon, Google oder Apple festgelegt und kombiniert Geräte verschiedenster Marken in einem System.
- Kein Cloud-Abo-Zwang: Die Grundfunktionen laufen komplett lokal und kostenlos, ein Nabu-Casa-Abo braucht ihr nur für Komfortfunktionen wie Fernzugriff.
- Zukunftssicherheit: Die Open Home Foundation schützt das Projekt strukturell vor der Übernahme durch ein einzelnes Unternehmen und vor einer plötzlichen Abschaltung.
- Sehr hoher Funktionsumfang: breite Integrationsabdeckung, tiefe Automatisierungslogik und die Erweiterbarkeit über HACS ergeben einen Funktionsumfang, an den geschlossene Systeme nicht herankommen.
- Keine laufenden Lizenzkosten: Die Software bleibt dauerhaft kostenlos, es fallen höchstens einmalige Hardwarekosten an.
- Offene Standards statt Lock-in: Native Unterstützung für Matter, Thread und Zigbee reduziert die Abhängigkeit von herstellereigenen Bridges und Apps.
- Transparenz durch Open Source: Der komplette Quellcode ist öffentlich einsehbar, Datenflüsse und Funktionsweise lassen sich jederzeit nachvollziehen.
Nachteile und Einstiegshürden
Home Assistant richtet sich weiterhin an Nutzer, die Zeit in die Einrichtung stecken wollen. Die Einstiegshürde ist höher als bei Alexa, Google Home oder geschlossenen Hub-Systemen – und wer nicht selbst Hand anlegen mag, landet schnell bei Community-Anleitungen, die niemand offiziell geprüft hat.
Auch mit dem Green bleibt die Konfiguration von Automatisierungen, Netzwerken und komplexeren Integrationen zeitaufwendig. Wer Zigbee, Thread und Matter parallel betreibt, sollte die Unterschiede der Funkstandards kennen, um Störungen und Reichweitenprobleme selbst einordnen zu können.
Ein weiterer Punkt: Nicht offiziell geprüfte HACS-Erweiterungen werden von der Community entwickelt und gepflegt. Bricht ein Entwickler ein Projekt ab, kann eine bislang funktionierende Integration ohne Vorwarnung ausfallen. Für unternehmenskritische oder sicherheitsrelevante Anwendungen (etwa Alarmanlagen) lohnt sich deshalb ein Blick darauf, ob eine Integration offiziell oder community-basiert ist.
Vor dem Einstieg solltet ihr diese Punkte einkalkulieren:
- Einarbeitung erforderlich: Konzepte wie Entitäten, Automatisierungen und Integrationen müsst ihr euch erst aneignen, bevor das System sein volles Potenzial entfaltet.
- Recht hoher Aufwand für die Einrichtung: Selbst mit Home Assistant Green kommt nach der Erstinstallation meist noch Konfigurationsarbeit für Netzwerke, Automatisierungen und Integrationen hinzu.
- Kein zentraler Herstellersupport: Bei Problemen gibt es keine Support-Hotline, sondern Community-Forum, Dokumentation und Blueprints anderer Nutzer als Anlaufstelle.
- Verantwortung für die eigene IT-Sicherheit: Da alles lokal läuft, liegen Absicherung des Heimnetzwerks, regelmäßige Updates und Backups in eurer eigenen Verantwortung.
- Community-Abhängigkeit bei Erweiterungen: Nicht offiziell geprüfte HACS-Integrationen können ausfallen, wenn ein einzelner Entwickler ein Projekt aufgibt.
- Zusätzliche Hardware-Kosten: Auch wenn die Software kostenlos ist, kommen für Hub, Funkmodule wie Connect ZBT-2 und gegebenenfalls Sprachhardware reale Anschaffungskosten zusammen.
Für wen sich Home Assistant eignet – und was ihr können müsst
Home Assistant lohnt sich vor allem für Nutzer, die Geräte mehrerer Marken in einer Oberfläche zusammenführen wollen, statt für jedes Ökosystem eine eigene App zu öffnen. Wer ohnehin gerne selbst konfiguriert, Automatisierungen ausprobiert und Wert auf lokale Datenhaltung legt, bekommt mit Home Assistant das derzeit vielseitigste System am Markt. Auch für alle mit Photovoltaikanlage, Wallbox oder Batteriespeicher ist Home Assistant eine naheliegende Wahl, weil sich Energiedaten und Automatisierungen hier besonders tief verzahnen lassen.
Weniger gut passt Home Assistant, wenn ihr lediglich ein oder zwei Geräte per Sprachbefehl oder App schalten wollt: Der Einrichtungsaufwand steht dann in keinem Verhältnis zum Nutzen, und ein einzelner Smart Speaker oder eine App des jeweiligen Herstellers erledigt den Job schneller. Auch wer grundsätzlich keine Zeit oder Lust hat, sich mit einem neuen System auseinanderzusetzen, oder im Problemfall lieber eine Support-Hotline anruft statt im Community-Forum zu suchen, ist mit einem geschlossenen System wie Amazon Alexa, Google Home oder Apple HomeKit meist besser bedient.
Welche technischen Kenntnisse braucht ihr?
Wie viel Vorwissen ihr braucht, hängt davon ab, wie ihr startet. Mit dem Green reicht anschließen, Netzwerkkabel einstecken und den Assistenten im Browser durchklicken; hilfreich ist, die IP-Adresse des Geräts im Router finden zu können. Wer stattdessen zum Raspberry Pi oder zu einer Container-Installation greift, sollte ein Systemabbild schreiben können beziehungsweise mit Docker und der Linux-Kommandozeile umgehen – Details dazu in den häufigen Fragen am Ende.
Im Alltag genügt die grafische Oberfläche, seit den zweckgebundenen Bausteinen aus 2026.7 und den entschärften Beschriftungen aus 2026.8 mehr denn je. Für eigene Templates, Skripte und komplexere Bedingungen sind Grundkenntnisse in YAML und der Template-Sprache Jinja2 hilfreich, für parallele Funknetze die Grundzüge von Mesh-Netzwerken. Die IT-Sicherheit liegt dabei bei euch: Heimnetz absichern, Zugangsdaten schützen, Backups regelmäßig testen – die Grundlagen dazu stehen in unserem Leitfaden zur Smart-Home-Sicherheit.
Seit es KI-Assistenten gibt, ist die Hürde niedriger: Wer bei YAML, einem Jinja2-Template oder einer sperrigen Automatisierung feststeckt, kann sich von Claude oder ChatGPT die Konfiguration erklären, Fehlermeldungen aus dem Protokoll einordnen oder einen Entwurf schreiben lassen. Nachvollziehen und testen müsst ihr das Ergebnis trotzdem selbst – für den Einstieg in Templates und Skripte spart es aber viel Zeit. Was im Smart Home mit KI sonst möglich ist, steht in unserem Überblick zu Smart Home mit KI.
Installation & Hardware: Green, Raspberry Pi und Zubehör
Home Assistant lässt sich nach wie vor auf nahezu jeder Hardware betreiben – vom Raspberry Pi über einen Mini-PC bis zur virtuellen Maschine unter Windows, macOS oder Linux. Für den Einstieg müsst ihr euch vor allem für einen von zwei Wegen entscheiden: die vorkonfigurierte Fertighardware Home Assistant Green, mit der ihr in rund 15 Minuten startklar seid, oder einen Raspberry Pi, der euch mehr Leistung und Flexibilität für weniger Geld bietet, aber ein paar Schritte mehr verlangt. Welche Variante für euch passt und was ihr konkret dafür braucht, klären wir hier.
Was ihr für den Einstieg braucht
Bevor ihr loslegt, lohnt sich ein Blick auf die Grundausstattung. Damit vermeidet ihr, mitten in der Einrichtung festzustellen, dass ein Kabel oder Funkmodul fehlt.
Hardware:
- Eine Zentrale: ein Home Assistant Green (Plug-and-Play) oder ein Raspberry Pi 4 bzw. 5 mit mindestens 2 GB RAM, microSD-Karte ab 32 GB, Netzteil und Gehäuse. Auch ein Mini-PC oder eine virtuelle Maschine geht.
- Ein Funkmodul, sobald Zigbee, Thread oder Z-Wave dazukommen: Connect ZBT-2 für Zigbee oder Thread, Connect ZWA-2 für Z-Wave. Weder Green noch Raspberry Pi bringen eines mit; für reine WLAN- und LAN-Geräte braucht ihr keines.
Netzwerk:
- Router mit freiem LAN-Port und ein Ethernet-Kabel: Green wie Raspberry Pi laufen per Kabel stabiler als über WLAN.
- Ein zweites Gerät im selben Netzwerk – Smartphone, Tablet oder Rechner – für die Ersteinrichtung, die komplett im Browser abläuft.
Optional:
- Home Assistant Voice Preview Edition für lokale Sprachsteuerung (weiter unten beschrieben).
- Nabu-Casa-Abo (rund 7,50 Euro im Monat) für verschlüsselten Fernzugriff ohne eigene Portfreigabe.
- Companion-App für iOS oder Android, um euer Smart Home auch von unterwegs und per Push-Benachrichtigung im Blick zu behalten.
Home Assistant Green einrichten – Schritt für Schritt
Home Assistant Green ist die von den Entwicklern selbst empfohlene Einsteiger-Hardware: ein kompakter Mini-Computer mit vorinstalliertem Home Assistant Operating System, der laut Hersteller in rund 15 Minuten betriebsbereit ist – anschließen, Ethernet-Kabel einstecken, fertig (home-assistant.io/installation). Vorgestellt wurde die Hardware am zehnten Geburtstag des Projekts im September 2023, in den Handel kam sie im November (HouseControllers: Home Assistant Green ab sofort erhältlich). Der empfohlene Einstiegspreis lag damals bei 99 US-Dollar. Inzwischen nennt Nabu Casa 199 US-Dollar zuzüglich Steuern beziehungsweise 179 Euro inklusive Steuern als Preisempfehlung, und im deutschen Preisvergleich startet der Green bei rund 180 Euro (Preisvergleichsportale wie Geizhals zeigen aktuelle Marktpreise). Wichtig zu wissen: Green bringt selbst kein Zigbee- oder Thread-Funkmodul mit – dafür braucht ihr zusätzlich einen Connect ZBT-2 oder ZWA-2.
- Anschließen: Verbindet den Green mit dem mitgelieferten Netzteil und steckt ihn per Ethernet-Kabel an euren Router.
- Erststart abwarten: Beim ersten Einschalten lädt der Green automatisch das Home Assistant Operating System. Das dauert einige Minuten – lasst das Gerät in Ruhe hochfahren.
- Weboberfläche öffnen: Ruft an einem anderen Gerät im selben Netzwerk im Browser
http://homeassistant.localauf. Seit Version 2026.8 kommen neue Installationen von Home Assistant OS ohne angehängte Portnummer aus; bei älteren Installationen bleibt es beihttp://homeassistant.local:8123. Klappt das nicht, schaut die IP-Adresse des Green in eurem Router nach und gebt sie direkt ein – bei älteren Installationen mit:8123dahinter. - Konto und Basisdaten anlegen: Der Einrichtungsassistent führt euch durch das Anlegen eines Benutzerkontos (Name, Benutzername, Passwort) sowie die Angabe von Standort, Zeitzone und Einheiten.
- Geräte einbinden: Home Assistant erkennt viele Geräte im Netzwerk automatisch und schlägt euch passende Integrationen vor. Ihr bestätigt sie und richtet sie mit wenigen Klicks ein.
- Funkmodul ergänzen (bei Bedarf): Für Zigbee- oder Thread-Geräte steckt ihr den Connect ZBT-2 in einen freien USB-Port. Home Assistant erkennt den Stick und richtet die passende Integration ein.
Home Assistant Green* bei Amazon ansehen – dort aktuell als vorkonfiguriertes Set inklusive USB-Funkstick für Thread und Matter, für rund 260 Euro.
Anzeige / Letzte Aktualisierung am 3.10.2026 um 22:11 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon
Home Assistant auf dem Raspberry Pi installieren – Schritt für Schritt
Wer bereits einen Raspberry Pi besitzt oder mehr Leistung will, installiert Home Assistant Operating System auf einem Raspberry Pi 4 oder 5 (mindestens 2 GB RAM empfohlen). Diese Variante ist etwas aufwendiger in der Einrichtung, dafür günstiger und leistungsfähiger als Green, sofern ihr das nötige Zubehör (microSD-Karte, Netzteil, Gehäuse) noch beschaffen müsst (home-assistant.io/installation).
- Zubehör bereitlegen: Ihr braucht den Raspberry Pi 4 oder 5, eine microSD-Karte (mindestens 32 GB empfohlen), ein passendes Netzteil, ein Gehäuse und ein Ethernet-Kabel.
- Raspberry Pi Imager installieren: Ladet das offizielle Tool von raspberrypi.com auf euren Rechner und startet es. Steckt die microSD-Karte per Kartenleser an.
- Betriebssystem auswählen: Wählt im Imager unter „Choose OS“ den Punkt „Other specific-purpose OS“ → „Home Assistant and home automation“ und dort das Home Assistant OS für euer Pi-Modell.
- Image schreiben: Wählt die microSD-Karte als Ziel und schreibt das Image. Steckt die Karte anschließend in den ausgeschalteten Raspberry Pi.
- Pi starten: Schließt den Pi per Ethernet-Kabel an den Router an und versorgt ihn mit Strom. Der erste Start samt Installation dauert einige Minuten.
- Einrichtung im Browser: Ruft
http://homeassistant.localauf (oder die IP-Adresse aus eurem Router; bei älteren Installationen jeweils mit:8123am Ende) und durchlauft denselben Einrichtungsassistenten wie beim Green – Konto anlegen, Basisdaten festlegen, Geräte einbinden. - Funkmodul ergänzen (bei Bedarf): Für Zigbee, Thread oder Z-Wave schließt ihr den passenden Stick an – Connect ZBT-2 für Zigbee und Thread, Connect ZWA-2 für Z-Wave.
Raspberry Pi 5 Starter Set (8 GB) mit Netzteil, Gehäuse, Lüfter und 128-GB-Karte* bei Amazon ansehen.
Anzeige / Letzte Aktualisierung am 3.10.2026 um 22:11 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon
Connect ZBT-2 und ZWA-2 – Funkmodule für Zigbee, Thread und Z-Wave
Da weder Green noch ein normaler Raspberry Pi über eingebaute Funkmodule für Zigbee, Thread oder Z-Wave verfügen, bietet Nabu Casa dafür eigene USB-Sticks an: Der Connect ZBT-2 deckt Zigbee und Thread ab und überträgt intern viermal so schnell zum Funkchip wie sein Vorgänger ZBT-1 (SkyConnect) – die Baudrate steigt von 115.200 auf 460.800 bps – und funkt zudem stärker; dass Geräte dadurch viermal schneller reagieren, verspricht Nabu Casa ausdrücklich nicht (Home Assistant Blog, November 2025). Für Z-Wave-Netzwerke gibt es separat den Connect ZWA-2. Eine Einschränkung solltet ihr vorher kennen: Der ZBT-2 arbeitet entweder als Zigbee- oder als Thread-Funkmodul, beides gleichzeitig geht nicht. Für zwei Funknetze parallel braucht ihr also zwei Sticks – Nabu Casa hat den gleichzeitigen Multiprotokoll-Betrieb nach den Erfahrungen mit dem Vorgänger ZBT-1 weggelassen.
Home Assistant Connect ZBT-2* bei Amazon ansehen.
Home Assistant Voice Preview Edition – Sprachsteuerung als Hardware
Seit Ende 2024 gibt es mit der Voice Preview Edition erstmals eigene Sprachhardware von den Home-Assistant-Machern. Das Gerät basiert auf einem ESP32-S3-Chip mit 16 MB Flash-Speicher und 8 MB Octal-PSRAM, verfügt über zwei Mikrofone und einen XMOS-Audioprozessor für Echounterdrückung und Rauschfilterung, dazu einen physischen Stummschalter, einen anpassbaren LED-Ring sowie einen Grove-Anschluss für zusätzliche Sensoren (home-assistant.io/voice-pe, Home Assistant Blog, Dezember 2024). Die offizielle Preisempfehlung liegt bei 69 US-Dollar zuzüglich Steuern beziehungsweise 59 Euro inklusive Steuern; bei deutschen Händlern wie Alza oder BerryBase liegen die Preise meist zwischen rund 60 und 75 Euro, wobei das Gerät nicht durchgehend lieferbar ist.
Companion-Apps für iOS und Android
Für den Zugriff von unterwegs, für Push-Benachrichtigungen und für die Sensoren des Smartphones selbst – Standort, Akkustand, Bewegungsdaten – gibt es die Companion-Apps für iOS und Android. Sie kosten nichts; laufende Gebühren fallen nur an, wenn ihr Home Assistant Cloud für Fernzugriff und Sprachassistenten dazubucht.
Bei der iOS-App hat sich im September 2026 einiges getan: Die Apple Watch wird als eigenes Gerät in eurer Instanz geführt und meldet ihren Akkustand als eigenen Sensor, Schlafdaten aus Apple Health lassen sich über eine Labs-Funktion einbinden, und die Widgets orientieren sich stärker an der Weboberfläche. Die Details haben wir in unserer Meldung zum Update der Home-Assistant-App für iOS zusammengetragen.
ESPHome Starter Kit – eigene Sensoren ohne Löten
Seit dem 12. August 2026 gibt es mit dem ESPHome Starter Kit das erste offizielle Produkt rund um ESPHome, entwickelt und gebaut von Apollo Automation als Partner der Open Home Foundation. Im Karton liegen ein ESP32-C6 als Basis, Module für Bewegung sowie für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ein Benachrichtigungsmodul mit RGB-LEDs, ein Tastenmodul, Flachbandkabel, ein Ständer und ein USB-C-Kabel. Löten, Steckbrett und eigener Code sind dafür nicht nötig.
Die Preisempfehlung liegt bei rund 40 US-Dollar beziehungsweise 41 Euro; der Großteil des Gewinns fließt laut Anbieter in die Open Home Foundation. In Deutschland ist die Verfügbarkeit noch dünn – gelistet sind vor allem EU-Händler wie Domo-supply, Slim Huisje und Domadoo sowie Apollo Automation direkt (esphome.io).
Downloadlinks im Überblick
- Home Assistant – offizielle Installationsübersicht (alle Plattformen: Green, Raspberry Pi, x86-64, Linux, macOS, Windows)
- Home Assistant Companion App für iOS
- Home Assistant Companion App für Android
- HACS (Home Assistant Community Store)
- Vollständige Integrationsliste
Aktuelle Entwicklungen 2026
Neue Versionen: Was 2026.8 und 2026.9 bringen
Home Assistant folgt weiterhin seinem monatlichen Rhythmus. Vor den beiden aktuellen Updates lag der Fokus auf den Automatisierungen: 2026.6 (3. Juni) räumte die Kartenauswahl im Dashboard auf, 2026.7 (1. Juli) machte die zweckgebundenen Automatisierungs-Trigger und -Bedingungen aus den Labs zum Standard für alle – dieses Update haben wir separat eingeordnet.
Mit Version 2026.8 („Approachable by design“, 5. August 2026) hat sich das Projekt den Einstieg selbst vorgenommen. Neue Installationen von Home Assistant OS sind seitdem ohne angehängte Portnummer erreichbar, aus den „Developer Tools“ sind schlicht „Tools“ geworden, und die Labels „advanced“ und „expert“ sind an rund 43 Stellen in App, Dokumentation und Companion-Apps verschwunden – die Beschriftungen sagen jetzt, was eine Funktion macht, statt euch vorab ein Kenntnisniveau zuzuordnen (Release 2026.8).
Zwei weitere Änderungen aus 2026.8 helfen im Alltag: Entitäts-IDs lassen sich manuell umbenennen und sortieren, und Geräte, die über mehrere Integrationen eingebunden sind, werden getrennt geführt statt zusammengelegt – das räumt Konflikte bei Angaben wie Modell und Seriennummer aus. Home Assistant Cloud hat zusätzlich eine geführte Einrichtung bekommen, mit eigenen Karten für Fernzugriff, Backups, Sprachassistenten und Companion-App.
Die aktuelle Version 2026.9 („There’s room on this bus“, 2. September 2026, Fehlerbehebungen in 2026.9.1 am 5. September) räumt bei Modbus auf: Gerätespezifische Integrationen wie Fronius, Sofar Inverter oder Flexit teilen sich jetzt eine Verbindung und lassen sich über die Oberfläche auswählen, statt in YAML von Hand konfiguriert zu werden. Wer Wechselrichter oder Wärmepumpe über Modbus anbindet, merkt von diesem Update am meisten (Release 2026.9).
Dazu kommt ein überarbeitetes Sicherheits-Dashboard: Aktive Meldungen wie eine offene Tür oder ein ausgelöster Rauchmelder erscheinen nach Schweregrad sortiert, häufig geprüfte Türen, Schlösser und Sensoren lassen sich als Favoriten nach oben holen. Im Verlauf gibt es einen Detaildialog, der die Kette vom Auslöser über die Automatisierung bis zur Zustandsänderung mit Zeitstempeln im Millisekundenbereich aufschlüsselt – für die Fehlersuche in eigenen Automatisierungen ist das der nützlichste Teil des Updates. Neu sind außerdem Auslöser für Golden Hour, Blue Hour, Mitternachtssonne und Polarnacht sowie Diagramme, die sich per Tastatur navigieren lassen und mit Screenreadern zusammenarbeiten.
Matter und Thread: der große Umbau
Die größte technische Neuerung des Sommers 2026 betrifft die Matter-Integration. Ende Juni 2026 wurde der komplette Matter-Server neu aufgebaut und läuft jetzt auf matter.js, einer quelloffenen TypeScript-Implementierung des Matter-Standards; ausgeliefert wird er als Matter-Server-App 9.0. Der Server startete mit Matter 1.5.1, reagiert laut Angaben schneller bei der Wiederverbindung von Geräten und liefert ein neues Werkzeug zur Visualisierung des Thread-Netzwerks mit. Im selben Zug erschien ein aktualisierter OpenThread Border Router, der Thread 1.4 unterstützt (Home Assistant Blog, Juni 2026). Mit Version 2026.1 haben Matter, Thread und die übrigen offenen Protokolle zudem einen prominenteren Platz in den Einstellungen bekommen – eingerichtet werden Matter-Geräte weiterhin über Einstellungen > Geräte & Dienste – ein Zeichen dafür, wie zentral offene Standards inzwischen für das System sind.
Für die Praxis bedeutet das: Wer aktuell in ein Zigbee-, Thread- oder Matter-Netzwerk investiert, bekommt mit Home Assistant einen Controller, der alle drei Standards nativ unterstützt, ohne dass ihr auf herstellerspezifische Bridges angewiesen seid. Was genau hinter Matter als Standard steckt, erklären wir ausführlich in unserem Matter-Ratgeber.
Zwei Nachträge zum Stand heute: Mit 2026.9 ist die Netzwerkansicht aus der separaten Server-Oberfläche in die Hauptoberfläche gewandert. Ein Knopf „Show map“ zeigt WLAN- und Thread-Geräte zusammen mit Access Points und Thread Border Routern in einer gemeinsamen Topologie, inklusive Gerätenamen, Verbindungsart, Rolle im Mesh und Signalstärke. Und die Spezifikation selbst ist inzwischen weiter: Matter 1.6 erlaubt die Einrichtung vollständig über NFC, lässt mehrere Steuerungen ein gemeinsames Netzwerk verwalten und gibt Thermostaten die Möglichkeit, Vorgaben aus anderen Systemen abzulehnen. In Home Assistant ist 1.6 angekommen: Seit Version 9.1.0 der Matter-Server-App unterstützt der Server Matter 1.6.0, ausgeliefert wird inzwischen Version 9.2.0.
Assist: Sprachsteuerung mit lokaler und Cloud-KI
Assist, der in Home Assistant integrierte Sprachassistent, lässt sich seit einigen Versionen vollständig lokal betreiben: Whisper (Spracherkennung) wandelt eure Sprachbefehle in Text um, Home Assistant interpretiert die Anfrage, und Piper (Sprachsynthese) antwortet – alles auf eigener Hardware, ohne Cloud-Anbindung (Home Assistant Voice Control).
Für komplexere Anfragen lässt sich Assist zusätzlich mit großen Sprachmodellen verknüpfen: OpenAI, Anthropic und Google Gemini stehen als Cloud-Anbieter zur Wahl, alternativ lassen sich selbst gehostete Modelle über Ollama, llama.cpp oder LiteLLM einbinden – die llama.cpp-Integration spricht dabei auch Server wie vLLM an. Ihr könnt sogar mehrere Assist-Agenten parallel konfigurieren – etwa ein kleines, schnelles Modell für einfache Sprachbefehle und ein größeres Modell für komplexere Anfragen (Home Assistant: KI-Persönlichkeit erstellen).
Die passende Hardware dazu ist die Home Assistant Voice Preview Edition, die seit Ende 2024 verfügbar ist – im Hardware-Abschnitt weiter oben haben wir sie beschrieben.
Wer Home Assistant Cloud nutzt, findet seit 2026.9 zusätzlich eine neue Cloud-Spracherkennung von Soniox in den Labs. Sie soll laut Home Assistant besser mit Akzenten, Störgeräuschen und anderen Sprachen als Englisch umgehen – für deutschsprachige Sprachbefehle ist das der interessantere Teil der Ankündigung.
Integrationen & Erweiterungen
Mit mehr als 1.500 offiziellen Integrationen aus über 1.000 Marken deckt Home Assistant den Großteil dessen ab, was im deutschen Handel überhaupt zu kaufen ist. Zu den unterstützten Marken und Diensten zählen unter anderem:
- Amazon Alexa
- Google Assistant
- AVM (Fritzbox)
- Philips Hue
- Shelly
- Sonos
- Homematic IP
- Nuki
- Tuya und Smart Life
- Reolink
- Roborock
- Dreame
- Ecoflow (Energiespeicher)
- KNX
Die vollständige, laufend aktualisierte Liste findet ihr auf der offiziellen Integrationsseite von Home Assistant. Neben den offiziellen Integrationen erweitert die Community über HACS zusätzlich das Angebot – etwa um Geräte, für die es noch keine offizielle Anbindung gibt.
Wie schnell neue Partnerschaften entstehen, zeigt das Beispiel Reolink: Der Kamerahersteller hat erst 2025 eine Zusammenarbeit mit Home Assistant angekündigt. Seitdem bindet ihr den Großteil des Reolink-Sortiments ohne Umweg über eine Zusatz-App ein. Bei den LTE-Kameras fehlt die Unterstützung ganz, Akkukameras brauchen zusätzlich einen Home Hub oder einen NVR, und ältere B- und D-Serien lassen sich mangels Web-API nicht einbinden (HouseControllers: Reolink ist jetzt mit Home Assistant kompatibel).
HACS: Erweiterungen aus der Community
Der Home Assistant Community Store (HACS) bleibt die wichtigste Anlaufstelle für Erweiterungen, die es nicht in die offizielle Integrationsliste geschafft haben. Die Installation läuft inzwischen über eine offizielle App – so heißen die früheren Add-ons in Home Assistant seit Version 2026.2. Ihr fügt unter Einstellungen > Apps das Repository `https://github.com/hacs/addons` hinzu, installiert die App „Get HACS“, startet sie, folgt den Hinweisen im Protokoll der App und startet Home Assistant anschließend neu (hacs.xyz). Ein Terminal-Zugriff ist für Home-Assistant-OS-Nutzer damit nicht mehr nötig; bei Container- und Core-Installationen bleibt ein manueller Schritt über die Kommandozeile.
Wichtig für Einsteiger: HACS-Erweiterungen sind ausdrücklich nicht Teil von Home Assistant: Das Entwicklerteam prüft und unterstützt sie nicht. Sie funktionieren in der Praxis meist zuverlässig, hängen aber von einzelnen Community-Entwicklern ab. Für zentrale Funktionen wie Sicherheitstechnik empfiehlt sich deshalb ein Blick, ob eine offizielle Integration existiert, bevor ihr auf eine HACS-Lösung ausweicht.
Ein weiterer Praxis-Tipp abseits von HACS: Wer viel am Mac arbeitet, muss für schnelle Statusabfragen oder das Umschalten von Szenen nicht jedes Mal das Dashboard im Browser öffnen. Die App Itsyhome bringt Home Assistant direkt in die macOS-Menüleiste (HouseControllers: Home Assistant direkt in der macOS-Menüleiste).
Home Assistant vs. ioBroker und openHAB
Wer sich für ein herstellerunabhängiges Smart-Home-System interessiert, landet in Deutschland meist bei drei Namen: Home Assistant, ioBroker und openHAB.
ioBroker punktet vor allem mit einer besonders aktiven deutschsprachigen Community und deckt mehrere hundert sogenannte Adapter für unterschiedliche Systeme und Dienste ab. Die Konfiguration erfolgt teils programmiernäher als bei Home Assistant.
openHAB basiert auf Java und regelt Automatisierungen über sogenannte Rules – hier ist tendenziell mehr Programmiererfahrung gefragt, gerade bei komplexeren Abläufen.
Home Assistant hat gegenüber beiden Systemen einen klaren Vorteil bei der Anzahl der Integrationen. Nach der Erstinstallation bekommt ihr zudem sofort ein funktionierendes Dashboard, während ioBroker und openHAB tendenziell mehr manuelle Grundeinrichtung verlangen, bevor sie sich ähnlich komfortabel bedienen lassen. Dazu kommt der ungewöhnlich schnelle Update-Takt von rund einem Monat. Wer bereits ein anderes Smart-Home-System wie das geschlossene Homey Pro nutzt und über einen Wechsel nachdenkt, tauscht damit in der Regel mehr Konfigurationsaufwand gegen deutlich mehr Kontrolle und Integrationsbreite.
Für wen sich welches System eignet, lässt sich pauschal nicht beantworten – wer bereits mit ioBroker vertraut ist und zufrieden ist, hat selten einen zwingenden Grund zu wechseln. Wer neu einsteigt und offene Standards wie Matter und Thread von Anfang an nutzen will, ist mit Home Assistant aktuell am besten bedient.
Energiemanagement: Balkonkraftwerk, PV und Wallbox
Ein Bereich, in dem Home Assistant besonders viele Automatisierungsmöglichkeiten bietet, ist das Energiemanagement. Wechselrichter von Photovoltaikanlagen, Wallboxen fürs E-Auto oder auch kleine Balkonkraftwerke lassen sich einbinden, um Verbrauch und Erzeugung im Blick zu behalten. Darauf aufbauend könnt ihr Geräte automatisch dann einschalten, wenn gerade Solarstrom im Überschuss zur Verfügung steht – etwa die Waschmaschine, den Pool-Filter oder das Laden des E-Autos.
Die native Matter- und Thread-Unterstützung erleichtert inzwischen zusätzlich die Einbindung von Energiespeichern und Steckdosen, die diese Standards nutzen, ohne dass ihr auf herstellereigene Apps angewiesen seid.
Größere Anlagen hängen in der Praxis häufig am Modbus. Seit Version 2026.9 lassen sich gerätespezifische Modbus-Integrationen wie Fronius, Sofar Inverter oder Flexit über die Oberfläche einrichten und teilen sich eine Verbindung, statt dass ihr sie in YAML von Hand konfigurieren müsst. Für Wechselrichter und Wärmepumpen fällt damit der aufwendigste Teil der Einrichtung weg.
Wie gut lassen sich Balkonkraftwerke wirklich lokal einbinden?
Ein Punkt, der in den meisten Home-Assistant-Ratgebern nur oberflächlich behandelt wird: Nicht jeder Balkonkraftwerk-Hersteller lässt sich gleich tief und gleich lokal in Home Assistant einbinden – der Unterschied entscheidet in der Praxis darüber, ob eure Energiedaten alle paar Sekunden oder erst alle paar Minuten aktuell sind und ob euer Setup bei einem Cloud-Ausfall weiterläuft.
Bei Hoymiles-Wechselrichtern, die in Deutschland zu den verbreitetsten Marken zählen, gibt es keine offizielle Home-Assistant-Integration. Der etablierte Weg führt über OpenDTU: Ein ESP32-Board ersetzt dabei die herstellereigene Cloud-Box (DTU) komplett und wurde von der Community per Reverse Engineering des Hoymiles-Protokolls entwickelt. Das Projekt läuft seit Jahren stabil, wird aktiv weiterentwickelt und bindet sich über MQTT lokal und ohne Cloud-Umweg in Home Assistant ein.
Bei APsystems ist der Weg inzwischen deutlich komfortabler: Seit Home Assistant 2024.6 gibt es eine offizielle Core-Integration für die EZ1-Mikrowechselrichter-Serie, die komplett lokal per Abfrage funktioniert – vorausgesetzt, ihr aktiviert in der Hersteller-App den lokalen Modus und trennt das Gerät von der APsystems-Cloud (offizielle Dokumentation).
Bei Komplettsystemen mit Speicher zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den reinen Wechselrichtern: Zendure pflegt mit Zendure-HA eine HACS-Integration im eigenen Herstellerkonto, die unter anderem die SolarFlow-Serie inklusive des SF2400 Pro abdeckt – genau das Gerät, das wir selbst bereits getestet haben (HouseControllers: Zendure SolarFlow 2400 Pro im Test). Bei anderen Speicherherstellern unterscheidet sich der Reifegrad der Anbindung deutlich: Manche bieten bereits offizielle oder ausgereifte Community-Integrationen mit lokalem Zugriff, andere sind bislang überwiegend auf die Herstellercloud angewiesen. Bevor ihr euch für ein bestimmtes Speichersystem entscheidet, lohnt sich deshalb ein Blick in die offizielle Integrationsliste oder das Home-Assistant-Community-Forum, um den aktuellen Stand für das jeweilige Modell zu prüfen.
Was kostet Home Assistant? Hardware und Cloud-Abo
Die Software kostet nichts – dauerhaft. Was ins Geld geht, ist die Hardware: rund 180 Euro für einen Home Assistant Green, etwa 45 Euro für den Connect ZBT-2, dazu je nach Setup ein Funkmodul für Z-Wave oder Sprachhardware. Wer einen Raspberry Pi oder einen ausgedienten Mini-PC übrig hat, startet entsprechend günstiger.
Das optionale Cloud-Abo von Nabu Casa ist ein separates Angebot, das in erster Linie die Weiterentwicklung des Projekts finanziert. Für Nutzer in der EU kostet es aktuell 7,50 Euro im Monat oder 75 Euro im Jahr, jeweils inklusive Mehrwertsteuer (nabucasa.com/pricing). Im Gegenzug bekommt ihr verschlüsselten Fernzugriff ohne eigene Portfreigaben, Zugriff auf Cloud-Sprachsynthese für Assist sowie eine unkomplizierte Anbindung an Amazon Alexa und Google Assistant.
Fazit: Für wen sich Home Assistant 2026 lohnt
Home Assistant bleibt die flexibelste Lösung, um ein herstellerunabhängiges, lokal betriebenes Smart Home aufzubauen. Open Home Foundation, breite Integrationsabdeckung, tiefe Matter- und Thread-Unterstützung, lokale Sprachsteuerung über Assist: Das System hat sich seit 2023 in nahezu jeder Hinsicht weiterentwickelt, ohne seinen Grundgedanken zu verlieren – eure Daten, eure Kontrolle.
Wer ein Plug-and-Play-System ohne Einarbeitungszeit sucht, ist mit einem geschlossenen Alexa- oder Google-Home-Setup schneller am Ziel, zahlt das aber mit Kontrolle und Integrationsbreite. Für den Einstieg in Home Assistant empfiehlt sich der Green in Kombination mit einem Connect ZBT-2.
Häufige Fragen zu Home Assistant
Ja, die Software selbst ist und bleibt kostenlos und quelloffen. Kosten entstehen höchstens für die Hardware (etwa Home Assistant Green oder einen Raspberry Pi) und optional für das Cloud-Abo von Nabu Casa.
Für den Einstieg und einfache Automatisierungen nicht zwingend, insbesondere seit die zweckgebundenen Automatisierungs-Bausteine aus Version 2026.7 den Einstieg erleichtern. Für komplexere Szenarien, eigene Skripte oder Integrationen über YAML-Konfiguration hilft technisches Grundverständnis aber deutlich.
Ja, solange ihr keine reinen Cloud-Integrationen (etwa Google Assistant oder Amazon Alexa) nutzt, läuft Home Assistant vollständig lokal weiter, auch wenn das Internet ausfällt.
Home Assistant Green ist vorkonfiguriert und laut Hersteller in rund 15 Minuten einsatzbereit, bringt aber kein eigenes Zigbee- oder Thread-Funkmodul mit und kostet mit rund 180 Euro deutlich mehr als ein Raspberry Pi. Der Pi erfordert etwas mehr Einrichtungsaufwand, ist dafür günstiger, flexibler und teils leistungsfähiger.
Home Assistant verarbeitet Daten standardmäßig lokal statt in einer Herstellercloud, was das Risiko von Datenabflüssen reduziert. Die tatsächliche Sicherheit hängt aber zusätzlich davon ab, wie gut ihr euer eigenes Heimnetzwerk absichert.
Beim Raspberry Pi solltet ihr ein Systemabbild auf eine microSD-Karte schreiben können, etwa mit dem offiziellen Raspberry Pi Imager, und das Gerät per Ethernet oder WLAN ins Heimnetz einbinden. Bei einer Container-Installation auf eigener Linux-Hardware kommen Grundkenntnisse in Docker beziehungsweise Docker Compose und im Umgang mit der Kommandozeile hinzu, weil Updates dort manuell eingespielt werden.
Ihr selbst. Es gibt keinen Hersteller, der im Hintergrund patcht: Heimnetzwerk absichern, Zugangsdaten schützen und Backups regelmäßig einspielen und testen liegt in eurer Verantwortung. Wer bei Problemen bereit ist, die Protokolle unter Einstellungen > System > Protokolle zu lesen und im Community-Forum nach ähnlichen Fällen zu suchen, kommt in der Praxis auch ohne Programmierausbildung gut zurecht.
Nein. Home Assistant läuft komplett ohne Abo. Das Cloud-Abo kostet 7,50 Euro im Monat oder 75 Euro im Jahr und bringt verschlüsselten Fernzugriff ohne eigene Portfreigabe, Cloud-Sprachsynthese für Assist und eine unkomplizierte Anbindung an Amazon Alexa und Google Assistant. Wer ausschließlich lokal arbeitet oder den Fernzugriff selbst einrichtet, braucht es nicht.
Mehr zum Thema Home Assistant und weitere exklusive Smart-Home-News, spannende Deals & Tests – jetzt kostenlosen Newsletter anfordern!