Heizungssteuerung mit dem Magenta SmartHome – unser Erfahrungsbericht

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Das Magenta Smart Home-System haben wir in einem Testbericht vor einiger Zeit ausführlich vorgestellt (Magenta Smart Home (Qivicon) im Test: Eine Zentrale, viele Möglichkeiten). Heute werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten, die das System im Bereich der Heizungssteuerung bietet.

Die grundsätzliche Funktionsweise der Heizungssteuerung unterscheidet sich bei Magenta Smart Home nicht von ähnlichen Systemen, wie etwa Devolo Home Control: Die vorhandenen Heizkörperthermostate werden durch funkgesteuerte Thermostate ersetzt und können anschließend via App und mittels Zeitprofile gesteuert werden. Dementsprechend steht auch bei dem Magenta Smart Home vor einer möglichen Ersparnis zunächst eine relativ hohe Investition im Raum: Neben der Qivicon Zentrale (das Starterpaket inklusive App verkauft die Telekom in ihrem Online-Shop* aktuell für 9,95 Euro pro Monat) müssen HomeMatic Funk-Heizkörperthermostate* angeschafft werden, die mit rund 40 Euro pro Stück zu Buche schlagen.

Übrigens: Derzeit gibt es noch keine Möglichkeit, über Qivicon eine Fußbodenheizung anzusteuern. Der Hersteller arbeitet zwar an der Integration entsprechender Produkte, hat zu der genauen Planung aber bislang noch keine Details verraten. Besitzer einer Fußbodenheizung sollten dementsprechend einen Blick auf die Systeme der Mitbewerber, wie beispielsweise Tado, werfen.

EQ3 Heizkörperthermostat: Verarbeitung, Lieferumfang und Inbetriebnahme

Immerhin bekommt man für den eingangs erwähnten stolzen Preis von 40 Euro ein tadellos verarbeitetes Thermostat in einem relativ dezenten Design. Adapter für die gängigen Heizkörperhersteller und die benötigten Batterien befinden sich im Lieferumfang. Die Montage des Thermostats ist schnell erledigt: Das vorhandene Heizkörperthermostat wird abgeschraubt und durch das EQ3-Thermostat ersetzt. Hierfür wird lediglich ein Schraubenzieher benötigt. Heizungswasser muss nicht abgelassen werden und auch ein Eingriff am Heizkessel ist nicht notwendig, dementsprechend eignet sich das System auch für viele Mietwohnungen.

EQ-3 Heizkörperthermostat für Qivicon

Solide verarbeitet und relativ kompakt gestaltet: Das EQ3 Heizkörperthermostat

Die Einbindung in das Magenta Smart Home System hat in unserem Test auf Anhieb funktioniert und war in unter einer Minute erledigt. Hierfür wird in der App im Menü der Punkt „Einstellungen“ ausgewählt. Anschließend muss unter „Gerät hinzufügen“ der Anbieter „eQ-3 Homematic“ und im nächsten Schritt „Heizkörperthermostat“ ausgewählt werden.

Qivicon App: Heizungssteuerung

Telekom Smarthome App für Qivicon: Das eQ-3 Heizkörperthermostat wird in wenigen Schritten zum System hinzugefügt.

Die nächsten notwendigen Schritte (Batterien einlegen etc.) werden in der App mit Illustrationen verständlich dargestellt. In unserem Test war es übrigens nicht notwendig, Datum und Uhrzeit wie in der Anleitung beschrieben manuell am Heizkörper einzustellen, da die entsprechenden Daten automatisch von der Qivicon Home Base bereitgestellt werden.

Funktionsumfang und Anwendungsmöglichkeiten

Nach der Einbindung der EQ3 Heizkörperthermostate in das System kann die gewünschte Raumtemperatur sowohl direkt am Thermostat, als auch innerhalb der Telekom Smarthome App gesteuert werden. So kann bequem über den Menüpunkt „Fernbedienung“ der gewünschte Raum und anschließend das Thermostat ausgewählt werden, um die gewünschte Temperatur einzustellen. Wie alle anderen Aktionen funktioniert natürlich auch die Heizungssteuerung auch von unterwegs. So kann nach einem Urlaub auf dem Rückweg beispielsweise schon einmal die gewünschte Raumtemperatur eingestellt werden.

Magenta / Telekom Smarthome App

Magenta Smarthome App der Telekom: Alle Temperaturen auf einem Blick.

Neben der manuellen Steuerung lassen sich in der Smarthome App zudem unter dem Menüpunkt „Heizung“ Zeitprofile für Uhrzeiten und Wochentage für jeden einzelnen Raum einrichten. Wenn in dem Zuhause beispielsweise während der Woche von 8:00 bis 18:00 Uhr keine Bewohner anwesend sind, kann in dieser Zeit automatisch die Temperatur um einige Grad abgesenkt werden, um Heizkosten zu sparen. Da sich die gewünschte Temperaturkurve komfortabel auf weitere Räume kopieren lässt, war der Einrichtungsvorgang für das gesamte Haus innerhalb weniger Minuten abgeschlossen.

Sofern vorhanden empfehlen wir, für den Einrichtungsvorgang einen Tablet PC zu verwenden. Auf dem großen Bildschirm eines Tablets lassen sich die gewünschten Tempereraturkurven bequemer einstellen.

Heizungssteuerung-App

Magenta Smart Home: Die iPad-Version der App stellt die Temperaturkurven übersichtlich dar.

Praktisch ist der „An- und Abwesenheitsmodus“ der Telekom Smarthome App. Die Funktion kann auf Wunsch bei Abwesenheit der Bewohner die Heiztemperatur senken und sämtliche, in das Smart Home System integrierte Lampen, im Haus ausschalten, um Energie zu sparen. Für einen schnellen Zugriff auf die Funktion bietet die App ein Widget für die Mitteilungszentrale von iOS. Besitzer einer Apple Watch können den Modus zudem über die Magenta Smart Home App für die Apple Watch aktivieren, beziehungsweise deaktivieren.

Noch praktischer wäre es allerdings, wenn das System automatisch erkennen würde, ob sich Bewohner gerade im Haus aufhalten oder nicht. Zwar bietet Magenta Smart Home mittlerweile eine Geofencing-Funktion, die basierend auf dem Standort des Smartphones bestimmte Aktionen ausführen kann, allerdings wird dabei nur die Rückkehr nach Hause erkannt. Beim Verlassen des Hauses muss der Abwesenheitsmodus hingegen etwas umständlich manuell aktiviert werden.

In dieser Hinsicht bieten Systeme wie Tado deutlich mehr Funktionen. Das System kann anhand der GPS-Daten der verbundenen Smartphones den Abwesenheitsmodus automatisch aktivieren und deaktivieren, berücksichtigt darüber hinaus aber beispielsweise auch die Wetterbedingungen, um die Heizung „intelligent“ zu steuern.

In unserem Test reagierten die EQ3-Thermostate durchgehend zuverlässig auf Eingaben, wenngleich es einen kurzen Moment dauern kann, bis die Befehle von der Home Base an die Thermostate übergeben werden. Die Motoren der Thermostate sind zwar deutlich hörbar, im Alltag aber nicht wirklich störend, da sie in der Regel nur dann „anspringen“, wenn die Zieltemperatur manuell oder mit der Zeitsteuerung verändert wird. Eltern werden sich über die Kindersicherung am Thermostat freuen, die sich mit einem längeren Druck auf die beiden äußeren Tasten am Thermostat aktivieren, beziehungsweise deaktivieren lässt. Nach der Aktivierung der Kindersicherung kann die Temperatur am Heizkörper nicht mehr über das Thermostat, sondern nur noch über die App (und natürlich über die Zeitprofile) verändert werden.

Für viele Anwender dürfte die Kombination mit den EQ-3 Tür- und Fensterkontakten* sinnvoll sein, mit denen die Heizkörperthermostate automatisch zudrehen, wenn ein Fenster geöffnet wird – schließlich soll der Raum nicht beheizt werden, wenn ohnehin gerade gelüftet wird. Der Komfortgewinn hat allerdings seinen Preis: Für einen „HomeMatic Funk Tür / Fensterkontakt optisch„* werden aktuell rund 30 Euro fällig. Wird ein entsprechender Kontakt in der Smarthome App einem Raum zugeordnet, in dem sich auch ein Heizkörperthermostat befindet, dreht das Thermostat automatisch zu sobald das Fenster geöffnet wird. Die entsprechende Befehlsabfolge muss nicht umständlich konfiguriert werden, lässt sich aber bei Bedarf global in den Einstellungen deaktivieren (Heizung / Heizungseinstellungen / Lüften).

Qivicon

In den Einstellungen lässt sich konfigurieren, ob die Thermostate bei offenen Fenstern zugedreht werden sollen.

Bei Bedarf lässt sich die Heizungssteuerung neben den Tür-/ Fensterkontakten noch um weitere Komponenten erweitern. Wer beispielsweise die Netatmo Wetterstation besitzt und sie in das Smart Home System integriert, kann die Innenmodule statt den Thermostaten zur Messung der Raumtemperatur einsetzen. So lässt sich die Raumtemperatur noch genauer steuern, da die Temperaturmessung nicht mehr am Heizkörper selber erfolgt, sondern das Innenmodul der Netatmo Station flexibel im Raum positioniert werden kann. Alternativ kann hierfür auch das EQ3 Wandthermostat* (rund 50 Euro) eingesetzt werden, mit dem darüber hinaus über ein Stellrad die Temperatur reguliert werden kann.

Preise und Bezugsmöglichkeiten

  • Das Magenta Smart Home Starterpaket* (Home Base 2.0 + zwei Tür-/Fensterkontakte) ist aktuell für einmalig rund 140 Euro erhältlich. Die monatliche Grundgebühr für die Nutzung des Smart Home Dienstes beträgt 4,95 Euro pro Monat.
  • Die EQ3 Heizkörperthermostate kosten rund 40 Euro pro Stück und sind beispielsweise bei Amazon* erhältlich.
  • Das EQ3 Wandthermostat ist für rund 50 Euro bei Amazon* zu haben.

Letzte Aktualisierung am 7.12.2018 um 19:14 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Heizungssteuerung mit Magenta Smart Home: Unser Fazit

Das Smart Home System der Deutschen Telekom bietet zusammen mit den EQ-3 Heizkörperthermostaten eine überzeugende Lösung für die Heizungssteuerung. Wir vermissen einen automatischen Abwesenheitsmodus, der die Nutzung des Systems im Alltag weiter vereinfachen würde. Pluspunkte gibt es wiederum für die übersichtliche und einfach zu bedienende Smarthome App der Telekom und das solide verarbeitete Heizkörperthermostat von EQ-3, wenngleich der Preis mit rund 40 Euro pro Stück unserer Meinung nach zu hoch angesetzt ist.

Die Frage, ob sich das System unter dem Strich rechnet, ist pauschal schwierig zu beantworten, da sie beispielsweise von der Energieeffizienz des Gebäudes und dem individuellen Heizverhalten abhängt.

Grundsätzlich stehen den Einspareffekten aufgrund niedrigerer Heizkosten relativ hohe Investitionen für die Hardware und die monatliche Nutzungsgebühr gegenüber. Eine spürbare Reduktion der Heizkosten lässt sich insbesondere dann erzielen, wenn sich über längere Zeitspannen keine Bewohner im Haus aufhalten und die Zeitsteuerung (oder der An-/ Absenheitsmodus) die Heiztemperatur in diesen Phasen reduziert.

Anwender, die ausschließlich an einer „intelligenten“ Heizungsteuerung interessiert sind, dürften bei darauf spezialisierten Anbietern wie Tado* (unser Test) in der Regel besser aufgehoben sein. Die Stärke des Magenta Smart Home Systems liegt hingegen in den weiteren Anwendungsmöglichkeiten, die ein Smart Home-System bietet. Welche Möglichkeiten das System neben der Heizungssteuerung eröffnet, erfahrt ihr in unserem Magenta Smart Home Test.

Video: Ein Blick auf die Qivicon Smarthome App der Telekom

(Erstveröffentlichung am 23.11.2015. Umfangreiche Aktualisierung am 25.10.2017.)

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