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Die Frage, in welchem Rahmen sich mit einem Smart Home-System die Heizkosten senken lassen, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt meldet sich die Initiative „Zukunft Altbau“ zu dem Thema zu Wort.

Bei einer gut eingestellten Heizungsregelung sei das Einsparpotenzial durch ein Smart Home-System gering, so die Initiative:

„Ist die Heizung optimal eingestellt, können smarte Technologien nur wenige Prozentpunkte rausholen.“

Frank Hettler, Zukunft Altbau

Hauseigentümer sollten Kosten und Nutzen des Systems genau abwägen und sich insbesondere um eine reibungslos funktionierende Heizung kümmern. Die Initiative empfiehlt, sich hierfür an einen Gebäudeenergieberater zu wenden. Eine Empfehlung, die nicht überrascht, schließlich gehören unter anderem die Vereine Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. sowie der Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker e.V. zu den Kooperationspartnern der Initiative Zukunft Altbau.


Die Initiative erläutert weiter, dass eine richtig eingestellte Heizung etwa automatisch die Temperatur kurz vor der Nachtruhe herunterfährt und vor dem Aufstehen rechtzeitig wieder hochfährt, um auf diesem Weg Heizkosten zu sparen. Während des Urlaubs könne die Heizung die ganze Zeit über im Absenkmodus betrieben werden. Ein Smart Home-System könne darüber hinaus kaum noch zur Heizenergie- und Kosteneinsparung beitragen. Die Initiative erläutert dabei leider nicht, ob sie sich für die Empfehlung auf wissenschaftliche Studien stützt oder ob es sich lediglich um Einschätzungen und Meinungen handelt.

Blickt man auf verfügbare Studien, in denen die Einsparpotenziale von Smart Home-Systemen untersucht wurden, fallen die Ergebnisse durchaus positiver zugunsten der Systeme aus. So kommt ein Forschungsprojekt des Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der TH Köln beispielsweise zu folgendem Ergebnis:

Fast zwei Jahre nutzten die 120 Haushalte ihre Smart Home-Systeme. Rund 14 Prozent von ihnen erzielten hohe Einsparungen von mehr als 20 bis hin zu über 30 Prozent beim Gasverbrauch für Warmwasser und Heizung. Insgesamt 57 Prozent verbrauchten im Testzeitraum weniger Energie als zuvor.

Offenbar hängen die Einsparpotenziale stark von individuellen Faktoren ab. Wer beispielsweise aufgrund von Schichtarbeit oft zu unterschiedlichen Zeiten das Haus verlässt, dürfte wenig darüber erfreut sein, wenn die „richtig eingestellte Heizung“ immer zur gleichen Uhrzeit die Temperatur absenkt und eher ein System bevorzugen, das die Heizung beispielsweise automatisch basierend auf der An- und Abwesenheit der Bewohner steuert. Das Gleiche gilt für denjenigen, der beispielsweise aufgrund von Geschäftsreisen immer mal wieder für einige Tage das Haus verlässt: Eine App-gesteuerte „smarte“ Heizungssteuerung dürfte im Alltag wesentlich komfortabler sein, als vor jeder Geschäftsreise im Keller die Heizung umzustellen und bei der Rückkehr in ein kaltes Zuhause zu kommen.

Abschließend raten die Verantwortlichen der Initiative noch dazu, statt in ein Smart Home-System lieber in die Dämmung des Hauses zu investieren: Ausschließlich „Wärmeschutzfenster sowie eine dicke Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke können die großen Einsparpotenziale heben“, so die Initiative.

Allerdings: Auch die Frage, ob sich mit Dämmplatten an der Fassade Heizkosten einsparen lassen, wird kontrovers diskutiert. Eine im Jahr 2013 veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts Prognos kam beispielsweise zu dem Ergebnis, dass sich die Kosten für die Dämmung nicht amortisieren (Welt.de: „Die große Lüge von der Wärmedämmung“):

„Wer Dämmplatten an seine Fassade klebt, spart Heizkosten – glauben viele. Doch die Rechnung geht nicht auf. Eine Studie zeigt: Die Kosten der Sanierung übersteigen die Einsparungen. Und zwar deutlich.“

Aus einer aktuellen Studie geht zudem hervor, dass die Biozide, die zum Schutz wärmedämmender Häuserfassaden verwendet werden, offenbar das Grundwasser gefährden:

Die Belastungen des Grundwassers mit den Schadstoffen liegt der Untersuchung zufolge teils „oberhalb von gesundheitlichen Orientierungswerten“. Bei der Analyse von Regenwasserversickerungsanlagen wurden auch Rückstände von Diuron gefunden, einem Herbizid, das im Verdacht steht, in hoher Konzentration Ungeborene und Kleinkinder gesundheitlich zu schädigen.


Mehr dazu auf Welt.de: Gedämmte Hauswände enthalten lebensgefährliche Biozide

Übrigens: In einem Ratgeber haben wir Tipps zusammengestellt, mit denen ihr eure Heizkosten senken könnt.

Bildnachweis Titelgrafik: Nils Z / Shutterstock

Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

1 Kommentar

  1. Stimmt nicht
    Ich bin der lebende Beweis dass man mit Smarthome spart !!
    Neue Doppelhaushälfte gekauft.
    Wir 4 Personen, mein Nachbarn 2 Personen und beide im Krankenhaus als Ärzte zuständig.
    Nach 1 Jahr der Vergleich.
    Die Ärzte meinten „auf keine Fall haben wir mehr verbraucht als ihr. Wir waren wenig im Haus“
    Ergebnisse = 1200m3 Nachbarn und 800m3 wir an Gas
    1200kw wir an Strom und 1800kw meine nachbarn !!!
    Benutze Tado und Philips Hue im Haus. Natürlich mit Anwesenheitserkenung zum abschalten der Lichter usw

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