Ein Altbau kann mit Wärmepumpen effizient beheizt werden, so das Ergebnis einer Feldstudie des Fraunhofer-Instituts. Worauf beim Betrieb effizienter Wärmeerzeuger zu achten ist, wird in der Studie ebenfalls erläutert.

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In jedem zweiten Neubau werden mittlerweile Wärmepumpen verbaut. Immer mehr Besitzer von Altbauten überlegen ebenfalls, ob sie auf die umweltfreundliche Heiztechnik umsteigen sollen, werden aber häufig von ihrem Heizungsbauer ausgebremst: Häufig ist zu hören, dass sich eine Wärmepumpe im Altbau nicht lohne, zumindest aber eine umfangreiche Sanierung im Haus erforderlich sei.

Dabei hat bereits vor zwei Jahren ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE gezeigt, dass die Aussage so pauschal nicht zutrifft. Im Rahmen des Projekts “WPsmart im Bestand” untersuchten die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts 56 bestehende Gebäude, die mit Wärmepumpen ausgestattet waren. Die in der Studie untersuchten Häuser sind zwischen 15 und 170 Jahre alt.

Laut dem Institut gab nur wenige Störungen im Betrieb, die Geräte funktionierten größtenteils einwandfrei. Die Messungen ergaben, dass die CO2-Emissionen um 27 bis 61 Prozent unter denen von Erdgas-Brennwertkesseln lagen.

Wärmepumpe im Altbau
Eine Wärmepumpe kann oft auch in einem Altbau effizient betrieben werden.

Die durchschnittlichen maximalen Vorlauftemperaturen für die Raumheizung betrugen bei den 27 Außenluft-Wärmepumpen knapp unter 44 Grad Celsius und bei den elf Erdwärmepumpen knapp über 45 Grad Celsius (Ausreißer wurden nicht berücksichtigt).

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“Im Bestandsgebäudebereich werden oft die erforderlichen Heizkreistemperaturen im Normauslegungspunkt diskutiert, also die Heizkreistemperaturen bei sehr geringen Außentemperaturen um minus zwölf bis minus 16 Grad Celsius”, so Dr. Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen am Fraunhofer ISE. Tage mit solchen extrem niedrigen Temperaturen treten allerdings nur äußerst selten auf und dürften mit Blick auf die Klimakrise künftig noch seltener sein. Die seltenen Extreme fallen daher in der Jahresbilanz kaum ins Gewicht.

Wärmepumpen im Altbau: Elektroheizstäbe werden selten benötig

Der Energieverbrauch der Elektroheizstäbe, die Wärmepumpen an sehr kalten Tagen unterstützen, spielten bei den vom Fraunhofter Institut untersuchten Anlagen eine untergeordnete Rolle. Bei allen Außenluft-Wärmepumpen, die mit elektrischen Heizstäben ausgestattet waren, lag der Anteil der Heizstabnutzung bei lediglich 1,9 Prozent. Bei den Erdreich-Wärmepumpen nahmen nur zwei von wölf Anlagen die Heizstäbe im untersuchten Zeitraum überhaupt in Betrieb.

Ein Selbstläufer sind Wärmepumpen im Altbau allerdings nicht. Laut dem Fraunhofer Institut hängt ein erfolgreicher Betrieb nicht nur von der Effizient der Wärmepumpe ab, sondern auch von dem energetischen Niveau des Gebäudes und dem installierten Wärmeübergabesystem. Das Alter des Gebäudes ist laut der Untersuchung nicht relevant. Ein Austausch der Heizkörper ist meistens ebenfalls nicht notwendig.

Bleibt zu hoffen, dass sich mehr Heizungsbauer mit den Ergebnissen der Untersuchung befassen und ihre Kunden künftig besser beraten – damit der Mythos, dass eine Wärmepumpe im Altbau nicht erfolgreich betrieben werden kann, endlich aus der Welt geschaffen wird.

In unserem Ratgeber haben wir die Vor- und Nachteile von Wärmepumpen für Euch zusammengestellt und in einem weiteren Artikel informieren wir über die verschiedenen Arten von Wärmepumpen.

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Bildnachweis Titelgrafik: Bosch

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Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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