IKEA Tradfri oder Philips Hue?

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Wer sich für ein „smartes“ Beleuchtungssystem entscheiden muss, hat die Wahl zwischen verschiedenen Systemen. Die bekanntesten Systeme sind Philips Hue, Osram Lightify und seit dem letzten Jahr IKEA mit dem System Tradfri. In einem früheren Artikel haben wir bereits Osram Lightify mit Philips Hue verglichen, jetzt vergleichen wir Philips Hue mit IKEA Tradfri.

Erster Eindruck von IKEA Tradfri

Die Produkte von IKEA Tradfri sind in verschiedenen Sets oder auch einzeln erhältlich, wobei nicht alle Produkte/Sets online bei IKEA erhältlich sind, was etwas verwirrend ist. So ist die Bridge und auch die Sets, welche die Bridge enthalten, gar nicht online verfügbar. Die Verfügbarkeit der Bridge war jedoch in den letzten Monaten insgesamt auch in den Filialen von IKEA sehr schlecht, so dass wir uns erst nach mehreren Monaten selbst eine Bridge (einzeln) besorgen konnten. Aktuell scheint die Verfügbarkeit der Tradfri-Produkte wieder etwas besser geworden zu sein.

Wir haben die Bridge einzeln gekauft, dazu noch ein Set bestehend aus einer E27-Lampe und einer Fernbedienung. Die Verpackungen sind leider alles andere als „frustfrei“ und sind eigentlich nur mit einer Schere/Messer zu öffnen.

 

 

So wie bei Philips Hue und OSRAM Lightify müssen die Lampen mit einer „Bridge“ verbunden werden, damit sie per App gesteuert werden können. Auch die Bridge von IKEA kann nur per (mitgeliefertem) Netzwerkkabel mit dem heimischen Netzwerk verbunden werden, eine Verbindung per WLAN ist (anders als bei Osram Lightify) nicht möglich. Die Anschlüsse der Bridge, also Stromanschluss und Netzwerk, befinden sich unter der Abdeckung, die einfach durch Drehen abgenommen werden kann.
Nachdem die Bridge mit Strom und Netzwerk verbunden ist, kann der Installationsprozess über die IKEA Tradfi-App gestartet werden.

Installation und Einrichtung

Tradfri wird ganz einfach über die Tradfri-App verbunden und eingerichtet. Dazu wird ein Einrichtungs-Assistent in der App angezeigt, der den Nutzer Schritt für Schritt durch die Installation führt. Zunächst wird das Gateway (Bridge) verbunden, was mit Hilfe des auf der Rückseite aufgedruckten QR-Codes schnell und einfach erledigt werden kann.

 

Lampen lassen sich bei Tradfri leider nicht wie bei Philips Hue direkt mit der Bridge verbinden, sondern müssen zunächst mit der Tradfri-Fernbedienung oder dem Dimmer verbunden werden. Es ist also zwingend notwendig für den Einrichtungsprozess die Fernbedienung oder den Dimmer zu besitzen, da sonst die Lampen nicht mit der Bridge verbunden werden können. Möchte man jedoch die IKEA Tradfri Lampen mit der Philips Hue Bridge verbinden, so wird die Fernbedienung bzw. der Dimmer nicht benötigt.

Nachdem das Tradfri Gateway in der App gefunden wurde, verbindet man in den weiteren Schritten dann die Fernbedienung (oder den Dimmer) mit der Bridge.

 

Nun kann mit Hilfe der Fernbedienung die erste Lampe mit dem Gateway verbunden werden. Hierzu hält man die Fernbedienung direkt neben die eingeschaltete Lampe und drückt erneut den „Pairing“-Knopf, bis die Lampe gedimmt wird und das Licht „pulsiert“. Wenn die Lampe wieder normal leuchtet ist der Vorgang abgeschlossen und die App zeigt eine Meldung an, das die Lampe nun verbunden ist.

 

 

Nachdem die Fernbedienung und die erste Lampe mit der Bridge/Gateway verbunden sind, kann man bei Bedarf das Tradfri-System in Apple HomeKit integrieren oder die Verbindung mit Amazon Alexa herstellen, was in unserem Test beides problemlos funktioniert hat.

Nun lassen sich verschiedene Einstellungen vornehmen. Neben der Helligkeit und der Auswahl der Lichtfarbe (in drei verschiedenen Voreinstellungen, bzw. neun Farben bei entsprechender Lampe), können Timer eingestellt werden oder Lampen und das Zubehör in Gruppen gespeichert werden.

 

 

Die Installation und Einrichtung der Lampen und des Zubehörs funktionierte in unserem Test problemlos, jedoch ist der Prozess etwas komplizierter im Vergleich zu Philips Hue, da sich die Lampen nicht direkt mit der Bridge verbinden lassen, sondern nur über ein entsprechendes „Kopplungsgerät“ (Tradfri Fernbedienung oder Dimmer).

Kompatibilität mit Philips Hue

Als IKEA Tradfri auf den Markt gebracht hat, konnten zunächst die Lampen nicht mit der Bridge von Philips verbunden werden. IKEA hat später ein Software-Update für die Lampen bereitgestellt, das seitdem eine direkte Anmeldung der Lampen an der Hue-Bridge ermöglicht. Man kann nun also Tradfri-Lampen mit einer Philips Hue Bridge verbinden und nutzen (Abhängig von der Software-Version auf den Tradfri-Lampen). Umgekehrt sollen auch Philips Hue Lampen an einem Tradfri-Gateway funktionieren, was wir jedoch noch nicht selbst getestet haben.

Auswahl an Lampen und Zubehör

IKEA bietet Tradfri Leuchtmittel für die wichtigsten Fassungen an – man bekommt Lampen für E27, GU10 und E14. Die Lampen sind sowohl in einer nur dimmbaren Version erhältlich als auch in der Farbtemperatur einstellbar zwischen „warmweiß“ und „kaltweiß“. Die E27-Lampe ist außerdem als farbige Variante erhältlich, derzeit jedoch nicht online. Zusätzlich sind LED-Lichtpanele und Schranktüren verfügbar. Es sind zwei Schalter für Tradfri-Lampen erhältlich – ein Dimmer und eine Fernbedienung. Die Lampen können außerdem durch einen Bewegungssensor geschaltet werden.

Philips bietet für das Hue-System* ebenfalls Leuchtmittel für E27, E14 und GU10 an, ebenfalls als eine nur dimmbare Variante oder als „white Ambiance“, die eine einstellbare Farbtemperatur („warmweiß“ bis „kaltweiß“) bietet. Alle Leuchtmittel sind zusätzlich als farbige Version erhältlich (16 Mio. Farben). Neben den Leuchtmitteln für Lampenfassungen gibt es außerdem LED-Lichtstreifen, Tisch-, Decken- und Wandlampen, verschiedene LED-Spots, sowie die LED-Lampen der Serie „LivingColors“.
Auch Philips bietet zwei verschiedene Schalter für die Hue-Lampen an: Einen „wireless dimming Schalter“ und den „Hue Tab“, der ohne Batterien auskommt. Für das Hue-System ist ebenfalls ein Bewegungssensor erhältlich.

Preisunterschiede

Die Tradfri-Produkte von IKEA sind deutlich günstiger als die des Philips Hue-Systems. So kostet die Bridge von IKEA Tradfri einzeln 30€, die Bridge von Philips Hue liegt bei ca. 60€*. In der folgenden Übersicht haben wir einige der Leuchtmittel mit Preisen zusammengestellt.

Kosten der Leuchtmittel:

  • E27 (einstellbar warmweiß – kaltweiß)
    IKEA Tradfri: 19,99€
    Philips Hue „White Ambiance“: 34,95€*
  • E27 (dimmbar warmweiß)
    IKEA Tradfri: 9,99€
    Philips Hue: 19,95€*
  • GU10 (einstellbar warmweiß – kaltweiß)
    IKEA Tradfri: 14,99€
    Philips Hue „White Ambiance“: 34,95€*
  • GU10 (dimmbar warmweiß)
    IKEA Tradfri: 6,99€
    Philips Hue : nicht erhältlich
  • E14 (einstellbar warmweiß – kaltweiß)
    IKEA Tradfri (rund): 14,99€
    Philips Hue „White Ambiance“ (Kerze): 34,95€*

(Alle angegebenen Preise UVP)

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Tradfri und Hue

  • IKEA Tradfi kann nicht von unterwegs gesteuert werden, man benötigt somit jedoch keinen Online-Account bei IKEA.
  • Tradfri-Bridge und Lampen sind günstiger als die von Philips Hue.
  • Tradfri-App hat weniger Funktionen (z.B. kein Geofencing).
  • Lichttemperatur/Farbe kann bei Tradfri in der App nicht stufenlos eingestellt werden (Auswahl aus 3 Lichtstimmungen bzw. aus 9 Farben)
  • Aktuell noch keine Unterstützung von Google Assistant, aber (so wie auch Philips) Unterstützung von Alexa und Apple HomeKit.
  • Weniger Auswahl an Zubehör und Lampen bei Tradfri, dafür LED-Panels und Schranktüren verfügbar.
  • IKEA Tradfri-Lampen lassen sich nur mit Hilfe der Fernbedienung oder dem Dimmer mit der Bridge verbinden.
  • Die Tradfri-Lampen „merken“ sich die letzte Helligkeits-Einstellung, auch wenn die Lampe komplett vom Strom getrennt wird – dies funktioniert bei Philips nicht (leuchten immer mit 100% Helligkeit, wenn sie vom Strom getrennt wurden).
IKEA Tradfri Philips Hue
Funktionen
Helligkeit stufenlos einstellen x x
Farbe stufenlos einstellen x
Bedienung von unterwegs aus x
Geofencing x
Anwesenheitssimulation x (feste Zeiten) x (zufällig)
Timer x x
Szenen speichern x x
Lampengruppen anlegen x x
Kompatibilität
Alexa x x
HomeKit x x
Google Assistant — (angekündigt) x
Sonstiges
Max. Anzahl Lampen pro Bridge 50 50
Max. Anzahl an Gruppen pro Bridge unbegrenzt unbegrenzt
Max. Anzahl Schalter/Zubehör pro Bridge (nicht bekannt) 10
Max. Lampen pro Gruppe pro Bridge 10 unbegrenzt
Max. Steuergeräte pro Gruppe pro Bridge 1 unbegrenzt

(Stand: 10.02.2018)

 

Fazit: IKEA Tradfri und Philips Hue im Vergleich

Das Tradfri-System macht insgesamt einen guten Eindruck und funktioniert bisher im Alltag zuverlässig. Im Vergleich zu Philips Hue ist der Funktionsumfang bei Tradfi etwas geringer, sollte aber für den Alltagsgebrauch ausreichen – dafür ist das System ja auch deutlich günstiger.

Die Auswahl an Lampen/Leuchtmitteln ist aktuell bei Tradfri noch sehr begrenzt, es gibt jedoch mit den LED-Panelen und LED-Türen für IKEA-Schränke auch Lampen, die es bei Philips Hue so nicht gibt. Wer schon Philips Hue einsetzt, hat mit den Tradfri-Lampen außerdem eine kostengünstige Möglichkeit das Hue System zu erweitern. Hier muss allerdings bedacht werden, dass sich Firmware-Udpates auf den Lampen immer nur über das jeweilige Gateway des Herstellers installieren lassen – IKEA Tradfri-Lampen können also nur über das Gateway von IKEA aktualisiert werden und Philips-Lampen nur über die Bridge von Philips. Nach unserem Kenntnisstand können zudem nur Philips Lampen an der Philips Bridge in Apple HomeKit eingebunden werden.

Letzte Aktualisierung am 21.07.2018 um 19:44 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

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3 Kommentare

  1. Strike2001 on

    deffintiv hue , allein die Wärmeentwicklung der E27 Variante von Ikea ist deutlich höher , die Panel leuchten hingegen sind top

  2. Pingback: Günstige Philips Hue Alternative: Ikea Trådfri versteht sich jetzt mit Alexa und HomeKit - housecontrollers

  3. Pingback: Kompatibel mit Alexa, HomeKit und Google Assistant: Lifx mit neuen vernetzten Leuchtmitteln - Housecontrollers

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