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Das Nuki Smartlock 2.0 ist die neue Version des „intelligenten Türschlosses“, das per Smartphone gesteuert werden kann. Genauer gesagt handelt es sich bei Nuki um einen Aufsatz für das Türschloss, das innen an der Haustür befestigt wird und den im Schloss gesteckten Schlüssel drehen kann. Somit kann Nuki die Haustür auf- und zuschließen, sowie die Tür ganz öffnen.

Wir testen das Gerät des österreichischen Herstellers in Verbindung mit der Bridge seit einigen Wochen im Alltag und berichten in diesem Artikel über unsere Erfahrungen mit dem Nuki Smart Lock 2.0.

Zunächst eine Übersicht der aus unserer Sicht wichtigsten Funktionen:

  • Bedienung per App, manuell am Drehknauf (innen) oder weiterhin durch Schlüssel (von außen), oder per Knopfdruck am Gehäuse (innen).
  • Kann in vielen Smarthome-Systemen genutzt werden, u.a. kompatibel mit Amazon Alexa, Google Assistant, Apple HomeKit, IFTTT.
    Vollständige Liste aller Systeme: https://nuki.io/de/integrationen/
  • Verbindung direkt via blutooth oder per bridge (dann auch unterwegs über jede Internetverbindung).
  • Es können bis zu 200 Berechtigungen angelegt werden.
  • Automatik-Funktionen wie „Auto Unlock“, wenn man nach Hause kommt oder „Lock’n Go“ zum Auf- und anschließendem Zusperren, wenn man das Haus verlässt. Auch zeitgesteuerte Aktionen („immer um 23:00 zusperren“) sind möglich.
  • Zeitplan-Steuerung zum Auf- und Abschließen der Haustür möglich.
  • Türsensor ermöglicht Status-Anzeige der Haustür in der App
  • Erweiterung durch „Fob“ (Fernbedienung) oder Keypad zur Codeeingabe möglich.
  • LED-Anzeige am Gerät um den Status anzuzeigen.
  • Zigbee-Verbindung in der Hardware bereits vorgesehen („coming soon“).

Montage und Einrichtung

Vor dem Kauf von Nuki sollte man unbedingt auf der Webseite des Herstellers einen „Kompatibilitätstest“ durchführen, um herauszufinden, ob man Nuki an der eigenen Haustür nutzen kann. Nuki kann mit den meisten Schloss-Typen genutzt werden, aber z.B. nicht mit dem „Amerikanischen Dead Bolt“.

Im Lieferumfang von Nuki befinden sich zwei „Montageplatten“, mit deren Hilfe das Gerät innen am Türschloss aufgeklebt werden kann. Je nachdem wie weit der Zylinder aus dem Schloss ragt, muss man die Montageplatte „A“ oder „B“ benutzen, was in der kurzen Anleitung übersichtlich und einfach gezeigt wird.

Lieferumfang: Nuki Smart Lock 2.0, Installationsanleitung, Schloss-Adapter, Magnet-Sensor, Inbus-Schlüssel

Die Montage ist in wenigen Schritten erledigt:

  1. Richtige Montageplatte mit Hilfe der Anleitung auswählen
  2. Folie auf der Rückseite der Montageplatte entfernen
  3. Montageplatte gerade auf das Schloss kleben
  4. Schlüssel einstecken
  5. Nuki Smart Lock aufsetzen und einrasten lassen – Fertig.

Als Nächstes kann das Smart Lock über die App eingerichtet werden, was ebenfalls sehr einfach gelingt. Man wird von der App durch die Einrichtungsschritte geleitet und kann auch direkt die Bridge verbinden, die optional erhältlich ist. Die Bridge wird benötigt, wenn man Nuki auch unterwegs oder per Alexa/Google Assistant steuern möchte.

Wir zeigen unten einige Screenshots aus dem Assistenten zur initialen Einrichtung von Nuki auf einem Apple iPhone:

Im nächsten Schritt kann direkt der Tüsensor eingerichtet werden, der bei Nuki Smartlock 2.0 nun mit dabei ist. Es handelt sich um ein kleines magnetisches Plättchen, das neben das Schloss auf den Türrahmen geklebt werden muss. Registriert Nuki beim Öffnen oder Schließen der Tür dann eine Veränderung des Magnetfeldes, kann der Status der Tür (offen/geschlossen) ermittelt werden.

Hat man Nuki zusammen mit der Bridge gekauft, kann die Verbindung zwischen der Bridge und Nuki im nächsten Schritt gleich mit eingerichtet werden. Nuki verbindet sich per Blutooth mit dem Smartphone, oder eben auch mit der Bridge, die dann per WLAN mit dem heimischen Router verbunden ist und das Smartlock so über das Internet (App oder Webseite des Herstellers) bedienbar machen kann.

Spätestens an diesem Punkt wird das Thema Sicherheit natürlich um so wichtiger. Die Sicherheitsfirma „AV-Test“ hat das Nuki Smartlock 2.0 kürzlich getestet und überzeugte die Tester in allen sicherheitskritischen Belangen. Wie bei allen sicherheitskritischen Geräten und Apps (und normalen Türschlössern) bleibt natürlich ein gewisses Sicherheitsrisiko. Da sich das Nuki Smartlock jedoch auch ohne Bridge und Online-Funktion nutzen lässt, kann dieses Risiko zumindest etwas reduziert werden – gleichzeitig muss man in diesem Fall aber auf einige Funktionen verzichten (u.a. Geofencing, IFTTT, Bedienung von unterwegs).

Nachdem alle Schritte zur Einrichtung durchlaufen wurden, kann man Nuki sehr umfangreich an die eigenen Anforderungen anpassen. Es können nicht nur weitere Benutzer zur Bedienung von Nuki eingeladen werden, sondern auch verschiedene Funktionen aktiviert werden:

  • Auto-Lock
    Tür wird automatisch abgeschlossen, wenn sie eine bestimmte Zeit nicht abgeschlossen ist bzw. wenn mittels Türsensor festgestellt wurde, das die Tür geschlossen ist. Leider lässt sich der Status des Türsensors nicht ignorieren, wenn der Türsensor installiert wurde – wir würden gerne trotz Türsensor die Tür erst nach einer gewissen Zeit abschließen, was so nicht möglich ist.
  • Smart Actions: Auto Unlock
    Die Tür wird automatisch aufgesperrt oder geöffnet, wenn man sich dem Smartlock nährt. Hier gibt es außerdem „Experteneinstellungen“, in denen man das gewünschte Verhalten genau einstellen kann. So kann man nicht nur die Geofence-Art (GPS, Wifi, Deaktiviert) und die Größe (50-1000 Meter) einstellen, sondern auch die gewünschte Aktion beim Verlassen oder beim Betreten des Geofence. Unabhängig davon kann man auch einstellen, was geschehen soll, wenn das Smartlock (per Blutooth) „gefunden“ wurde. Man kann Nuki z.B. so einstellen, dass es die Tür schon aufschließt (und wenn gewünscht auch öffnet), wenn man sich sehr nah an der Haustür befindet. Über das Geofencing würde sonst die Tür schon viel früher aufgeschlossen/geöffnet.
  • Protokoll aller Aktionen aktivieren und einsehen
  • Verbindung zu Amazon Alexa, Google Assistant u.s.w. herstellen (von uns nicht getestet)
  • Diverse Einstellungsmöglichkeiten zur Optimierung, vom Energiesparmodus über die Helligkeit des LED-Ringes am Gehäuse, bis zum Timing der verschiedenen Aktionen (Haltedauer der Falle für die Türöffnung etc.).

Nuki Smartlock 2.0: Erfahrungen im Alltag

Das Nuki Smartlock funktioniert nun bei uns seit einigen Wochen im Alltag zuverlässig. Das in manchen Rezensionen bei Amazon kritisierte „Auto-Unlock„-Feature funktioniert bei uns mit beiden Smartphones (iPhone XS und Google Pixel) bislang völlig problemlos. Es gab weder ungewollte Entsperr- oder Türöffnungs-Aktionen, noch wurde die Tür zu spät entsperrt, wenn man sich in der Nähe der Tür befindet und diese tatsächlich öffnen möchte.

Wir nutzen jedoch die Auto-Lock Funktion (Automatisch Abschließen wenn Tür geöffnet war und anschließend geschlossen wurde) im Alltag nicht mehr, da es sich in der Praxis als eher unpraktisch herausgestellt hat. Schön wäre, wenn man trotz aktiviertem Türsensor Nuki so einstellen könnte, dass die Tür erst nach einigen Minuten abgeschlossen wird und nicht sofort. Stattdessen wird die Tür nun per Zeitplan-Steuerung zu bestimmten Uhrzeiten regelmäßig abgeschlossen, wenn die Tür geschlossen ist. Wenn man also einmal vergessen hat die Tür abzuschließen, wird sie nun automatisch durch Nuki verriegelt.

Was im Alltag allerdings stört, ist die Lautstärke und das etwas unangenehme Geräusch des Motors bzw. des Getriebes (?), wenn Nuki auf- oder abschließt. Wir nutzen daher die „Lock’n Go“-Funktion (Tür entsperren, öffnen und automatisch wieder abschließen) nicht ganz so häufig, insbesondere nicht in der Nacht.

Sehr praktisch sind die Push-Nachrichten der App auf das Smartphone und die Apple Watch, wenn man sich der Haustür nährt. Man kann so sehr schnell die Tür entsperren und/oder ganz öffnen, ohne den Schlüssel aus der Tasche kramen zu müssen.

Ein Hinweis für Besitzer von Katzen oder Hunden, die selbst Türen öffnen können: Man kann Nuki so einstellen, dass die Tür nur entsperrt, aber nicht geöffnet wird, wenn man sich dem Haus nährt. Bei uns ist es dazu gekommen, dass die Tür von Nuki entsperrt und ganz leicht geöffnet wurde, so dass der Kater die Tür dann noch weiter öffnen konnte und aus dem Haus gelaufen ist, bevor ich selbst genau vor der Tür stand. Somit ist jetzt zwar der Komfort durch das automatische Öffnen der Tür dahin, allerdings ist dieser Fall wohl auch etwas speziell und kein Fehlfunktion von Nuki.

Nuki 2.0 im Test: Unser Fazit

Wir waren doch etwas überrascht, wie zuverlässig Nuki im Alltag funktioniert. Es gab bisher über mehrere Wochen keinerlei Verbindungsprobleme oder irgendwelche Fehlfunktionen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind durchdacht und sehr umfangreich. Gerade in Kombination mit der Apple Watch ist das Nuki Smart Lock 2.0 im Alltag praktisch, da man auch über die Uhr schnell die Tür öffnen kann, ohne den Schlüssel herauskramen zu müssen. Wer mag, kann die Geofence-Funktionen zur Türöffnung nutzen, muss dann allerdings mit Haustieren etwas aufpassen, da diese schnell aus dem Haus laufen können, bevor man selbst nah genug an der Tür ist.

Das aus unserer Sicht recht laute Geräusch beim Auf- oder Zusperren der Türe ist im Alltag etwas nervig – in der Nacht sollte man daher auf jeden Fall die Türe manuell aufschließen, um niemanden zu wecken. Ob einem der Komfortgewinn den recht hohen Preis wert ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden.

Der Preis für das Smart Lock (einzeln) liegt bei Amazon aktuell bei 195,99€, die Bridge bei 79,95€. Wer beides als „Combo-Angebot“ kauft, zahlt insgesamt ca. 285€.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 11.12.2019 um 10:44 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Nuki Smart Lock 2.0

8.1

Design

9.0/10

Installation

10.0/10

Funktionen

9.5/10

Geräuschentwicklung

5.0/10

Preis/Leistung

7.0/10

Vorteile

  • Übersichtliche App
  • Viele Funktionen
  • Sehr zuverlässig
  • Manuelle Bedienung immer möglich

Nachteile

  • relativ hoher Preis
  • Sperr/Entsperr-Vorgang ziemlich laut
Author

Martin berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Mitherausgeber von Housecontrollers.de.

4 Kommentare

  1. Schöner Bericht, vielen Dank!
    Habt ihr den Türsensor auch ausprobiert? Wenn ich in der App ‚Beta‘ lese, denke ich ja, dass es noch nicht ganz zuverlässig funktioniert, könnt ihr das irgendwie bestätigen/dementieren?

  2. Hallo Helge, danke für das nette Feedback!
    Wir haben den Türsensor ausprobiert und können dazu nichts negatives sagen – der hat bei uns völlig problemlos funktioniert.

    Viele Grüße
    Martin / housecontrollers.de

  3. Vielen Dank für den ausführlichen Test. An meiner Wohnungstür ist außen nur ein Türknauf und keine Schnalle. Funktioniert das dann trotzdem?

    • Ja – funktioniert auch mit Knauf. Wichtig ist nur, dass sich die Falle der Tür manuell mit dem Schlüssel leicht betätigen lässt, dass man also nicht die Tür gleichzeitig ziehen oder drücken muss, um die Tür öffnen zu können – das könnte sonst zu viel Kraftaufwand für den Motor bedeuten.

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