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Während sich Saugroboter längst etabliert haben, fristen Fensterputzroboter bislang noch ein Nischendasein. Anhand des Winbot X von Ecovacs Robotics haben wir ausprobiert, wie gut die aktuelle Generation der Fensterputzroboter funktioniert: Nie wieder die Fenster putzen? Hier ist unser Testbericht.

Ecovacs Winbot X: Lieferumfang und erster Eindruck

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Lieferumfang des Winbot X: Im Paket befinden sich neben dem Roboter eine kleine Fernbedienung mitsamt Batterien, ein Sicherungsseil, ein großer Saugnapf (zur Befestigung des Sicherungsseils), das Netzeil, mit dem der Akku des Roboters aufgeladen wird, Reinigungsmittel und drei Ersatz-Reinigungstücher. Kurzum: Es wird alles mitgeliefert, um das Gerät sofort einzusetzen.

Für den Start alles dabei: Der Lieferumfang des Winbot X.

Der Fensterputzroboter macht einen relativ hochwertigen Eindruck. Das Gerät ist überraschend schwer und wir waren etwas skeptisch, ob die Saugkraft des Roboters ausreicht, um ihn an der Glasscheibe zu halten – eine Sorge, die sich im weiteren Verlauf des Tests aber als unbegründet herausstellen sollte.

Winbot X Test: Fensterputzroboter im Einsatz
Winbot X im Test: Der Fensterputzroboter während der Arbeit.

Funktionsweise und Bedienung

Bevor der Roboter mit seiner Arbeit beginnen kann, müsst ihr das Reinigungstuch auf der Unterseite drei bis viermal mit dem Reiniger einsprühen. Wichtig: Die Glasscheibe selber wird nicht eingesprüht, da der Roboter sonst abrutschen könnte.

Anschließend wird der Saugnapf im oberen Bereich des Fensters platziert, um den Roboter mit dem Seil zu sichern. Im nächsten Schritt schaltet ihr den Winbot X auf der Unterseite des Geräts ein, drückt ihn leicht auf die Scheibe und aktiviert den Reinigungsvorgang mit der großen Taste auf der Oberseite. Sobald der Roboter ausreichend Unterdruck erzeugt und sich so an die Scheibe festgesaugt hat, ertönt ein kurzer Ton und ihr könnt den Roboter loslassen.

Winbot X: Der Fensterputzroboter hält sich mittels Vakuum an der Scheibe

Der Winbot X fährt anschließend relativ systematisch das Fenster ab und meldet sich mit einem Signalton, sobald der Reinigungsvorgang abgeschlossen ist. Dabei müsst ihr euch keine Sorgen machen, dass der Roboter die Haftung verliert und zu Boden stürzt: Zum einen meldet sich der Roboter rechtzeitig, sobald der Akku zu neige geht und zum anderen ist das Gerät mit dem Saugnapf zusätzlich am Fenster gesichert. Zumindest in unserem Test gab es in dieser Hinsicht keinerlei Probleme, dennoch solltet ihr sicherheitshalber dafür sorgen, dass sich in dem Bereich unter dem Roboter keine Personen aufhalten.

Im Vergleich zu einem Saug- oder Rasenmähroboter kann ein Fensterputzroboter natürlich nicht vollständig autonom seine Arbeit erledigen: Das Tuch des Roboters muss mit Reinigungsmittel eingesprüht, der Saugnapf an der Scheibe befestigt, das Gerät auf die Scheibe gesetzt und eingeschaltet werden. Nach dem Reinigungsvorgang muss das Gerät zur nächsten Scheibe gebracht und erneut befestigt werden. Hinzu kommt: Der Roboter ist natürlich nicht in der Lage, die Fensterrahmen zu putzen.

Ist das Gerät dennoch eine Arbeitserleichterung? Unserer Meinung nach ja, da er die aufwendigste Arbeit (das Reinigen der Fenster) vollständig abnimmt und den Reinigungsvorgang insgesamt beschleunigt: Während der Fensterputzroboter eine Glassscheibe reinigt, könnt ihr gleichzeitig den Fensterrahmen reinigen und seid somit deutlich schneller fertig.

Winbot X: Mit dem Saugnapf und dem Seil wird der Roboter gesichert.
Der Ecovacs Winbot X Fensterputzroboter im Einsatz

Reinigungsleistung des Fensterputzroboters

Kommen wir zur zentralen Frage: Wie sieht es mit der Reinigungsleistung des Fensterputzroboters aus? Grundsätzlich waren wir hier positiv überrascht: Der Winbot X hat in unserem Test die Fenster meistens nahezu streifenfrei gereinigt und erreicht dank der eckigen Bauart auch die Fensterecken. Hartnäckige Verschmutzungen beseitigt das Gerät allerdings nicht – hierfür reicht schlichtweg der Druck nicht aus, den das Gerät ausüben kann. Mit leichteren Verschmutzungen wie Fingerabdrücken oder Blütenstaub kommt das Gerät hingegen gut zurecht.

Winbot X: Der Fensterputzroboter reinigt auch die Ecken, muss aber bei gröberen Verschmutzungen passen.

Der Saugnapf und das Sicherungsseil sorgen zwar dafür, dass das Gerät auch bei einem leeren Akku nicht vom Fenster fallen würde, schafft aber auch für ein wenig zusätzliche Arbeit: Dort, wo sich der Saugnapf befindet, kann das Fenster natürlich nicht gereinigt werden. Der entsprechende Bereich muss also mit einem Tuch gereinigt werden, was aber schnell erledigt ist. Ein Betrieb ohne die Sicherungsvorkehrung ist übrigens nicht möglich – der Roboter verweigert dann den Dienst und lässt sich nicht starten.

Wie lange dauert der Reinigungsvorgang?

Der Winbot X fährt zwar relativ zügig seine Bahnen ab, für die Reinigung eines Fensters mit üblichen Abmessungen müsst ihr dennoch rund zehn Minuten einplanen. Die Akkulaufzeit des Geräts liegt bei rund 50 Minuten, dementsprechend muss der Roboter je nach Fenstergröße nach dem fünften Fenster zurück an das Netzteil.

Der Geräuschpegel während der Reinigung hält sich übrigens in Grenzen und ist in etwa mit dem Geräusch eines Staubsaugers zu vergleichen.

Ecovacs Winbot X im Test: Unser Fazit

Der Ecovacs Winbot X reinigt die Fenster überraschend gut, wenn auch nicht perfekt: Teilweise muss manuell nach-, beziehungsweise vorgereinigt werden – insbesondere dann, wenn die Fenster stark verschmutzt sind.

Wir empfehlen den Fensterputzroboter für diejenigen, die große oder auch schwer erreichbare Fensterflächen haben. Der Verkaufspreis von rund 400 Euro ist hoch, hat sich aber schnell rentiert, wenn das Gerät anstelle einer Reinigungsfirma eingesetzt wird.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 25.05.2019 um 18:04 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Ecovacs Winbot X Fensterputzroboter

7.5

Verarbeitung

9.0/10

Funktionsweise & Bedienung

8.5/10

Reinigungsleistung

4.9/10

Vorteile

  • einfache Bedienung
  • beseitigt zuverlässig leichte Verschmutzungen
  • reinigt auch die Ecken
  • sicherer Halt am Fenster

Nachteile

  • weiterhin manuelle Arbeiten (Vor-/Nachreinigung) notwendig
  • etwas kurze Akkulazfzeit
  • hartnäckiger Schmutz wird nicht beseitigt
  • hoher Preis
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

1 Kommentar

  1. Hihi,

    danke für den Testbericht, hört sich nicht schlecht an. Habt Ihr auch schon alternative Modelle getestet?

    Grüße
    Dave

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