Smartfrog WLAN HD IP-Sicherheitskamera im Test: Überwachungskamera für Einsteiger hat noch Luft nach oben

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Mit der Smartfrog WLAN HD IP-Sicherheitskamera soll sich schnell und unkompliziert das eigene Zuhause überwachen lassen. Wir haben ausprobiert, ob die WLAN-Überwachungskamera dieses Versprechen erfüllen kann.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Geliefert wird die Überwachungskamera mit einer deutschsprachigen Kurzanleitung und dem benötigten Netzteil. Weiterhin befinden sich Schrauben für die Wandmontage im Paket, die Kamera kann aber mit ihrem Standfuß auch einfach in ein Regel gestellt oder an einer Wand montiert werden.

Der Lieferumfang der WLAN HD IP-Sicherheitskamera.

Das in Weiß und Orange gehaltene Kunststoffgehäuse der Kamera wirkt für unseren Geschmack etwas verspielt und sieht im Vergleich zu (allerdings teureren) Kameras wie der Netatmo Welcome oder der Nest Cam IQ nicht besonders ästhetisch aus – was aber natürlich Geschmacksache ist.

Vergleich: Camfrag Kamera vs. Netatmo Welcome

Im Vergleich zu der Netatmo Welcome Kamera (rechts) wirkt Kamera von Smartfrog etwas verspielt.

Im Unterschied zur Netatmo Welcome kann die Smartfrog allerdings auf ihrem Standfuß gedreht und geneigt werden – der Erfassungsbereich lässt sich also auch dann flexibel einstellen, wenn die Kamera beispielsweise auf einem Regal steht.

Die Inbetriebnahme der Kamera könnte einfacher nicht sein: Die Überwachungskamera wird mit dem Netzteil an eine Steckdose angeschlossen und die Smartphone-App heruntergeladen. Die App führt anschließend durch den leicht verständlichen Einrichtungsprozess, der in wenigen Minuten abgeschlossen ist: Nach der Einrichtung eines Accounts müssen lediglich die WLAN-Zugangsdaten eingegeben und anschließend mittels QR-Code an die Kamera übermittelt werden – das war es auch schon, die Kamera ist im Anschluss sofort startklar. Je nach eingesetztem Router-Modell entfällt sogar der Schritt mit dem CR-Code – die Einrichtung ist dann noch schneller erledigt.

Wichtig zu wissen: Die Kamera benötigt zwingend ein 2,4 GHz WLAN – 5 GHz-Netze werden nicht unterstützt.

Smartfrog WLAN-Überwachungskamera: Technische Fakten im Überblick

  • Bewegungsmelder / Bewegungserkennung
  • Integrierter Lautsprecher und Mikrofon
  • Nachtsicht bis zu 10 m (Infrarot LED)
  • Umgebungslichtsensor
  • HD Videoauflösung: 1280 × 720 Pixel (720 p)
  • 1,8 mm Linse mit Weitwinkelobjektiv (130 Grad)
  • WLAN Modul (2,4 GHz)
  • Sichere SSL Verschlüsselung
  • Abmessungen: 11 cm × 7,6 cm

Funktionsumfang und Bedienung

Die Kamera arbeitet vollständig cloudbasiert, Videos werden also nicht lokal auf dem Gerät, sondern auf dem Server des Herstellers gespeichert. Der Vorteil liegt auf der Hand: Selbst wenn Einbrecher die Sicherheitskamera mitnehmen oder zerstören, lassen sich die Videos weiterhin abrufen und als Beweismaterial sichern. In der kostenlosen Basisversion des Cloudspeichers sind allerdings nur die letzten vier Stunden abrufbar. Ohne kostenpflichtigem Abo lässt sich die Kamera mit dieser Einschränkung kaum sinnvoll nutzen: Im Falle eines Einbruchs in der Nacht würden die Videos schon am nächsten Tag nicht mehr zur Verfügung stehen.

Mit Blick auf die Produkte der meisten Wettbewerber ist ein derart limitiertes kostenloses Abo eigentlich nicht mehr zeitgemäß: Der Cloud-Dienst für die Logitech Circle 2 speichert kostenlos die letzten 24 Stunden, bei dem Netgear Arlo-System werden Videos sieben Tage lang kostenlos in der Cloud gespeichert und das Blink-Kamerasystem beinhaltet sogar eine gänzlich kostenlosen Cloudspeicher (siehe hierzu auch: Übersicht: Überwachungskameras ohne Cloud-Abo).

Dafür hat Smartfrog allerdings die Kosten für die Kamera in das monatliche Abo inkludiert: Für 5,95 Euro im Monat gibt es nicht nur einen Cloudspeicher für die letzten 24 Stunden, sondern die Überwachungskamera gleich mit dazu. Alternativ kann die Kamera für rund 150 Euro im Shop des Herstellers auch ohne Abo gekauft werden, der 24-stündige Cloudspeicher kostet in diesem Fall 2,95 Euro pro Monat.

Gegen Aufpreis lässt sich die Speicherdauer weiter verlängern: Sieben Tage Cloudspeicher kosten 9,95 Euro pro Monat, für den Zugriff auf die letzten 30 Tage werden 19,95 Euro pro Monat fällig. Unverständlich finden wir, dass der Hersteller die Preise der teureren Abo-Varianten nirgendwo auf seiner Website, sondern nur in der Smartphone-App aufführt: Interessenten haben so keine Möglichkeit, sich vor dem Kauf unkompliziert über die Abo-Varianten zu informieren – verbraucherfreundlich ist das nicht. Schade finden wir auch, dass die Kamera keinen lokalen Speicher besitzt, der eine Ergänzung zum Cloud-Angebot sein könnte.

An der Zuverlässig der Kamera gibt es hingegen nichts zu kritisieren: Einmal eingerichtet, hat die WLAN-Überwachungskamera in unserem Test über mehrere Tage hinweg ohne Unterbrechung ihren Dienst verrichtet. Verbindungsprobleme, mit denen der Hersteller laut diversen Erfahrungsberichten anfänglich zu kämpfen hatte, sind in unserem Test nicht aufgetreten.

Smartfrog WLAN-Überwachungskamera

Die Smartfrog WLAN-Überwachungskamera kann flexibel positioniert und dank der Zwei-Wege-Audiofunktion auch als Babyphone genutzt werden.

Geofencing mit Optimierungspotenzial

Gut gefällt uns, dass die Kamera eine Geofencing-Funktion besitzt, mit der das Gerät bei Abwesenheit automatisch „scharf“ gestellt wird. Hierfür muss der Wohnort in der App hinterlegt werden. Anhand der GPS-Daten des Smartphones erkennt das System anschließend, wann man das Haus verlässt, beziehungsweise wieder zurückkehrt und aktiviert.

Überwachungskamera mit Geofencing

Die Überwachungskamera lässt sich mit der Geofencing-Funktion automatisch aktivieren und deaktivieren.

Irritierend fanden wir, dass wir von dem System in unserem Test auch dann die Benachrichtigung „Smartfrog Cam: Aufnahme aktiviert!“ erhalten haben, als die Kamera gar nicht an der Steckdose hing und die Aufnahme dementsprechend gar nicht aktiviert werden konnte. Hier sollte der Hersteller nachbessern und vor dem Versand der Nachricht prüfen, ob die Kamera überhaupt online ist.

Neben der automatischen An-/ Abwesenheitserkennung kann in der App auch ein Zeitplan hinterlegt werden, damit die Kamera zu bestimmten Zeiten automatisch aktiviert, beziehungsweise deaktiviert wird.

Das alte Smartphone wird zur Überwachungskamera

Wer noch ein altes Smartphone (Android oder iPhone) in der Schublade liegen hat, kann das Gerät mit Smartfrog in wenigen Schritten als zusätzliche Überwachungskamera einrichten – eine clevere Funktion, die in unserem Test gut funktioniert hat. Sogar die Webcam eines Computers kann mit wenigen Klicks als Überwachungskamera eingesetzt werden. Mit Blick auf den Stromverbrauch dürften die wenigsten Anwender diese Option langfristig nutzen, wer aber beispielsweise seine Kinder ein paar Stunden lang im Blick behalten möchte, wird sich über das Feature sicherlich freuen.

Ein altes Handy oder Notebook kann als zusätzliche Überwachungskamera eingerichtet werden.

Kein Anschluss an das Smart Home

Der Hersteller richtet sich mit der Smartfrog-Kamera klar an Einsteiger, die eine einfache, unkomplizierte Überwachungskamera suchen. Das bedeutet aber auch, dass es – zumindest bislang – keine Anbindung an weitere Smart Home-Systeme, wie Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Assistant oder die Ifttt-Plattform gibt. Das ist schade, da entsprechende Anbindungen die Sicherheit erhöhen können, indem im Alarmfall beispielsweise automatisch die Beleuchtung eingeschaltet wird. Vermisst haben wir auch praktische Zusatzfunktionen wie eine Gesichtserkennung, die etwa von den Konkurrenzprodukten Nest Cam IQ (mit kostenpflichtigem Abo) oder der bereits erwähnten Netatmo Welcome (ohne Abo) angeboten wird.

Mit Blick auf den Funktionsumfang gibt es also noch Luft nach oben, zumal diverse Konkurrenzprodukte mittlerweile zeigen, dass ein höherer Funktionsumfang die Bedienung nicht zwangsläufig komplizierter machen müssen.

Bild- und Tonqualität

Die Kamera liefert eine klare, detailreiche Bildqualität mit einer Auflösung von 1280 × 720 Pixel. Das Livebild wird mit einer Verzögerung von zwei bis drei Sekunden übertragen, was aber im Alltag nicht weiter stört. Dank der Zwei-Wege-Audiofunktion lässt sich ein Gespräch mit Personen vor der Kamera führen. Die Tonqualität ist dabei nicht herausragend, für die typischen Anwendungsfälle (zum Beispiel unerwünschte Gäste darüber informieren, dass die Polizei unterwegs ist) aber absolut ausreichend.

Auch der integrierte Bewegungsmelder kann überzeugen: Bewegungen wurden in unserem Test genauso wie Geräusche zuverlässig erkannt. In der App kann die Empfindlichkeit der Bewegungs- und Geräuscherkennung flexibel konfiguriert werden, um Fehlalarme zu reduzieren.

Smartfrog Überwachungskamer: Bild- und Tonqualität können überzeugen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • einfache Einrichtung und Konfiguration
  • einfache Bedienung mittels Smartphone-App
  • gute Bildqualität
  • zuverlässig im Betrieb
  • Kamera lässt sich drehen und neigen
  • Geofencing-Funktion (Alarm wird automatisch bei Abwesenheit eingeschaltet)
  • altes Smartphone kann als zusätzliche Kamera eingesetzt werden
  • Datenschutz: Videos werden auf TÜV-geprüften Servern in Deutschland gespeichert

Nachteile

  • vergleichsweise geringer Funktionsumfang
  • keine Anbindung an weitere Smart Home-Systeme (z.B. Amazon Alexa, Google Assistant oder Ifttt)
  • kostenloser Cloudspeicher auf 4 Stunden limitiert
  • Preise für Abo-Varianten finden sich nicht auf der Herstellerwebsite
  • kein lokaler Speicher (Speicherkarte o.ä.)

Smartfrog Überwachungskamera im Test: Unser Fazit

Die Smartfrog Überwachungskamera hinterlässt in unserem Test einen zwiespältigen Eindruck. Die Kamera kann mit einer einfachen Bedienung, einer hohen Zuverlässigkeit und einer guten Bildqualität punkten. Der Funktionsumfang ist aber noch ausbaubar, insbesondere würden wir uns Anbindungen an Smart Home-Systeme wünschen. Für bestimmte Anwendungsfälle, wie beispielsweise den Einsatz als Babyphone, ist dieser Nachteil freilich nicht relevant.

Die fehlende Preistransparenz – die Kosten für die höherwertigen Cloud-Abos werden nicht auf der Website, sondern nur in der App genannt – können wir nicht nachvollziehen, hier sollte der Hersteller nachbessern, zumal die kostenlose Variante des Cloud-Dienstes mit einer Speicherdauer von nur vier Stunden sehr stark eingeschränkt ist.

Preis und Verfügbarkeit

Die Smartfrog-Kamera kostet im Online-Shop des Herstellers inklusive Cloud-Abo (24 Stunden Video-Speicher) 5,95 Euro pro Monat. Der Vertrag ist monatlich kündbar. Bei einer Kündigung innerhalb der ersten 24 Monate muss die Kamera an den Hersteller zurückgeschickt werden. Alternativ kann die Kamera für rund 149 Euro beim Hersteller gekauft werden, das Cloud-Abo kostet dann 2,95 Euro pro Monat. Im Handel (zum Beispiel bei Amazon*) ist die Kamera bereits für rund 90 Euro zu haben.

Letzte Aktualisierung am 17.11.2018 um 23:14 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

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