Der Aura Carver ist ein digitaler Bilderrahmen mit einem ansprechenden Design, der Fotos „intelligent“ zusammenstellen soll und sogar Apples Live Photo-Format unterstützt.

Kann der rund 170 Euro teuree Aura Carver mit seinem 10,1 Zoll großen Display im Alltag überzeugen? Hier ist unser Testbericht.

Verarbeitung und erster Eindruck

Digitale Bilderrahmen haben uns in der Vergangenheit in der Regel eher enttäuscht: Die Verarbeitung wirkte oft billig und auch die Displayqualität konnte uns oft nicht überzeugen. Bereits beim Auspacken des Aura Carver wird bei uns die Hoffnung geweckt, dass dieser Rahmen eine wohltuende Ausnahme ist: Die Verpackung und das dezente, zurückhaltende Design erinnern an hochwertige Apple-Produkte.

Auch auf den zweiten Blick kann der Rahmen überzeugen: Die Verarbeitung ist tadellos und das Design einem „klassischen“ Bilderrahmen sehr gut nachempfunden. Gleichzeitig wird aber auch ein offensichtlicher Nachteil deutlich: Bauartbedingt eignet sich der Rahmen nicht für die Wandmontage, vielmehr wird er zum Beispiel in ein Regal oder auf den Schreibtisch gestellt – dort macht er dann aber eine sehr gute Figur. Der Rahmen muss zudem zwingend im Querformat aufgestellt werden – im Hochformat würde er schlichtweg umkippen.

Aura Carver Formfaktur
Der Aura Carver punktet mit einem ansprechenden Design, der Rahmen lässt sich allerdings nur im Querformat aufstellen.

Bedienung und Funktionsumfang

Der Aura Carver besitzt keinen lokalen Speicher, es gibt also keinerlei Steckplätze für eine Speicherkarte oder USB-Sticks. Stattdessen setzt der Hersteller voll und ganz auf die Cloud: Fotos werden in der App des Herstellers ausgewählt, hochgeladen und anschließend auf dem Bilderrahmen angezeigt. Das vereinfacht die Bedienung und bringt neue Möglichkeiten mit sich – so kann man beispielsweise unkompliziert Fotos auf den Bilderrahmen der Eltern oder Großeltern übertragen. Wie bei allen Cloud-basierten Produkten bedeutet das aber auch: Stellt der Hersteller irgendwann einmal den Betrieb ein und die eigenen Server ab, kann das Produkt nicht mehr genutzt werden. Insofern hätten wir uns einen ergänzenden Slot für eine Speicherkarte als Alternative zur Cloud gewünscht.

Erfreulich unkompliziert gestaltet sich die Einrichtung des Rahmens. Im Wesentlichen muss hier lediglich die App des Herstellers heruntergeladen und in der App ein auf dem Bildschirm angezeigter Code eingegeben werden – der Rest läuft (fast) vollständig automatisch.

Die App des Herstellers lässt sich intuitiv und flüssig bedienen. Fotos werden mit wenigen Tabs aus der eigenen Fotogalerie ausgewählt und in wenigen Sekunden in die Cloud des Herstellers übertragen. Clever ist die oben bereits erwähnte Möglichkeit, nicht nur den eigenen, sondern auch Bilderrahmen von Freunden oder Verwandten mit Fotos bestücken zu können. In der App könnt ihr zudem Fotos kommentieren oder Reaktionen (Herzchen, Stern etc.) hinterlassen – App und Bilderrahmen sind also gleichzeitig ein soziales Fotonetzwerk für enge Freunde oder die Familie.

Fotos hinzufügen, teilen, kommentieren und Reaktionen hinterlassen: Die App des Aura Carver ist gleichzeitig ein soziales Fotonetzwerk für den engen Freundes- und Verwandtenkreis.

Im Vergleich zur Konkurrenz kann der Aura Carver mit zwei weiteren „smarten“ Features auftrumpfen. Zum einen kann eine Künstliche Intelligenz auf Wunsch automatisch ähnliche Portraitfotos, die zur gleichen Zeit oder am gleichen Ort aufgenommen wurden, gruppieren. In unserem Test hat das einwandfrei funktioniert und für ansprechende Fotokombinationen gesorgt. In den Einstellungen der App könnt ihr die „Kluge Kombinationen“ getaufte Funktion natürlich auch deaktivieren.

Ein Feature-Highlight für Apple-Fans ist die Unterstützung von Live Photos: Das kurze Video, das Apple-Geräte beim Fotografieren mit aufzeichnen, wird auf Wunsch auf dem Bilderrahmen abgespielt, bevor anschließend das Foto angezeigt wird. Auch diese Funktion lässt sich bei Bedarf in der App abschalten.

Knöpfe oder sichtbare Tasten, die den optischen Eindruck eines klassischen Bilderrahmens beeinträchtigen würden, besitzt der Aura Carver erfreulicherweise nicht. Stattdessen haben die Entwickler auf der Oberseite des Rahmens ein sehr dezentes Touch-Bedienfeld integriert, mit dem ihr zu einem anderen Foto wechseln oder Informationen zur Aufnahme (Ort, Datum und Name des Nutzers, der das Foto geteilt hat) aufrufen könnt.

Aura Carver Bedienung
Bedienung des Aura Carver: Der Hersteller hat die Touch-Leiste auf der oberen Seite des Rahmens dezent gestaltet – sie stört nicht das Design des Rahmens.

Für einen digitalen Bilderrahmen punktet der Carver also mit einem hohen Funktionsumfang. Im Vergleich zu smarten Displays wie dem Echo Show oder einem Google Nest Hub, muss sich der Rahmen aber (wenig überraschend) geschlagen geben: Musik hören, Videokonferenzen führen oder die Wettervorhersage abrufen sind Funktionen, die der Carver nicht unterstützt. Warum also nicht gleich zu einem Smart Speaker mit Display greifen? Aus unserer Sicht eignet sich das Produkt von Aura insbesondere für diejenigen, die sich, etwa aus Datenschutzgründen, keinen Smart Speaker ins Haus holen wollen.

Darüber hinaus integriert sich der Carver mit seinem Design im Stil eines klassischen Bilderrahmens besser in den Wohnraum und last but not least bietet er für die Nutzung als Bilderrahmen mehr Features als ein Smart Display (automatische Gruppierung ähnlicher Fotos, Unterstützung von Apple Live Photos etc.).

Aura Carver App: Funktionen im Überblick

  • Fotos hinzufügen, entfernen, kommentieren und Reaktionen hinterlassen
  • Mitglieder hinzufügen (weitere NutzerInnen, die Fotos teilen)
  • Zeitplan für die Diashow anpassen (automatischer Bildwechsel zwischen 15 Sekunden und 24 Stunden)
  • Unterstützung von Apple Live Photos aktivieren/deaktivieren
  • „Kluge Kombinationen“ (automatische Grupperierung von ähnlichen Fotos) ein- und ausschalten
  • Zeitplan für das Ein- und Ausschalten des Bilderrahmens konfigurieren
  • Fernsteuerung des Bilderrahmens (Bildwechsel)

Displayqualität des digitalen Bilderrahmens

Verarbeitung und Funktionsumfang des digitalen Bilderrahmen können also überzeugen, aber wie sieht es mit dem wichtigsten Aspekt aus: Der Bildqualität? Auch hier gibt sich Aura Carver keine Blöße. Fotos werden auf dem 10,1 Zoll großen Display mit 1.920 x 1.200 Pixeln gestochen scharf, hell und mit einer hohen Farbtreue dargestellt – auch dann, wenn man seitlich auf den Bilderrahmen blickt. Die gute Displayqualität macht die Illusion perfekt: Auf dem ersten (und zweiten Blick) wirkt der Carver wie ein ganz normaler Bilderrahmen.

Nach so viel Lob gibt es auch noch Kritik: Das Display ist nicht entspiegelt. Die Spiegelung liegt aber in einem Bereich, der im Alltag in der Regel nicht weiter stören sollte.

Ein gestochen scharfes Bild mit überzeugenden Farben: Das Display des Aura Carver liefert ein sehr gutes Bild.

Aura Carver im Test: Unser Fazit

Der Aura Carver ist der bislang überzeugendste Bilderrahmen in der Preisregion unter 200 Euro, den wir bislang zum Test in unserer Redaktion hatten. Verarbeitung und Displayqualität sind einwandfrei und auch der Funktionsumfang lässt keine Wünsche offen. Der Rahmen konkurriert mit Smart Speakern wie dem Echo Show, kann sich aber mit einem klaren Fokus auf die Nutzung als digitaler Bilderrahmen und dem damit einhergehenden Funktionsumfang abgrenzen. Punktabzug gibt es für den fehlenden lokalen Speicher – das Produkt ist vollständig cloudbasiert – und den relativ hohen Preis von rund 170 Euro. Etwas schade finden wir zudem, dass der Rahmen bauartbedingt ausschließlich im Querformat genutzt werden kann.

Der Aura Carver ist in den Farben Anthrazit, Anthrazit matt und Weiß (Kreide) für rund 170 Euro im Handel, zum Beispiel bei Amazon*, erhältlich.

Anzeige / Letzte Aktualisierung am 6.06.2021 um 11:17 Uhr / Affiliate Links* / Bilder: Amazon

Aura Carver

8.8

Verarbeitung & Design

10.0/10

Bedienung & Funktionsumfang

9.0/10

Displayqualität

8.0/10

Preis-Leistungsverhältnis

8.0/10

Vorteile

  • ansprechendes Design
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Displayqualität
  • einfache Einrichtung und Bedienung

Nachteile

  • kein lokaler Speicher (ausschließlich Cloud-basiert)
  • lässt sich nur im Quer- und nicht im Hochformat aufstellen
  • Display ist nicht entspiegelt
  • relativ hoher Preis
Author

Nico berichtet seit 2013 über Smart Home-Themen und ist Herausgeber von Housecontrollers.de.

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